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Jungkook Pov

Taehyungs Wohnung ist größer als ich erwartet habe. Er stellt meine Koffer im Flur ab und winkt mich zu sich hinein nachdem ich die Schuhe am Eingangsbereich ausgezogen habe.

Die Wärme die von dieser Wohnung ausgeht ist unglaublich, es weckt in mir ein Gefühl das ich selbst bei meiner eigenen Wohnung nie verspürt habe.

Für mich war es ein Ort an dem ich in Ruhe gelassen werde, bei Taehyungs Wohnung ist das anders, es gibt mir das Gefühl das man glücklich ist wenn man hierher kommt und das, obwohl sie das erste mal ist das ich sie betrete.

Ich folge ihm ins Wohnzimmer wo wir uns auf die Couch setzen und eine Weile nur ins leere starren. Keiner von uns sagt etwas.

Taehyung hat seine Hände im Schoß verschränkt während ich meinen Blick durch die Wohnung wandern lasse.

Das Wohnzimmer grenzt an eine offene Küche die aussieht als hätte sie ein Vermögen gekostet. Generell schwirrt in meinem Kopf die Frage herum wie sich ein Student solch eine Wohnung leisten kann.

"Ich rufe jemanden an der dir ein paar Sachen bringt." Ich erschrecke mich als er plötzlich nach all der Stille anfängt zu reden und sehe ihn verdutzt an. "Was ist deine Konfektions- und Schuhgröße?"

Er fängt an auf seinem Handy herum zu tippen - seinem richtigen. Als ich nach einer ganzen Weile nicht antworte, hebt er den Blick und sieht mich besorgt an.

"Geht es dir nicht gut?", fragt er und lehnt sich weiter vor um mir genauer in die Augen sehen zu können.

"Doch, ich denke schon. Ich bin nur verwirrt."

Er sieht kurz auf meine Hände die mit den Knöpfen meiner Jacke spielen und nickt dann verständlich.

"Dir scheint es besser zu gehen als mir", sagt er und wirft sein Handy auf den Tisch. Er vergräbt das Gesicht in seinen Händen und schnaubt.

"Was meinst du damit?", frage ich verwirrt.

"Ich meine, das ich wütend bin! Den Schweinen reicht es also nicht, das sie dich Krankenhausreif geschlagen haben, jetzt müssen sie dir auch dein restliches Leben ruinieren? Ich werde verrückt, wenn ich daran denke das du zu dem Zeitpunkt, in dem sie in deiner Wohnung waren dort hättest sein können!"

Überrascht von seinem Plötzlichen Ausbruch an Gefühlen bleibe ich einfach nur still sitzen und sehe ihn an. Zwischen seinen Augenbrauen hat sich eine Zornes Falte gebildet und seine Hände sind zu Fäusten geballt.

Macht er sich etwa Sorgen? Hat ihn das wirklich so wütend gemacht?

Ich weiß nicht warum, aber obwohl die Situation in der wir uns befinden ernst ist, möchte ich Lächeln. Nur mit Mühe schaffe ich es die Mundwinkel unten zu behalten.

"Ich sollte langsam wieder zurück." Ich schiebe das Kissen das bis eben auf meinem Schoß gelegen hat zur Seite und möchte aufstehen als er mich wieder runter zieht.

"In deine Wohnung?", fragt er und sieht mich Fassungslos an.

"Wohin denn sonst? Ein Hotel kann ich mir nicht leisten und aufräumen wird auch niemand für mich." Ich versuche meinen Arm aus seinem Griff zu befreien, aber er gibt nicht nach.

"Lass das mit dem aufräumen meine Sorge sein. Wenn du mir deine Größen sagst, besorge ich dir neue Klamotten und du kannst hier schlafen."

Seine Worte dringen nur langsam zu mir durch und ich brauche eine ganze Weile bis ich sie geordnet habe.

"Bei dir schlafen?", frage ich ungläubig.

"Wenn du wieder alleine bist, muss ich mir Sorgen machen das sie wieder kommen. Ich möchte dich bei mir haben um immer zu wissen, das es dir gut geht."

Seine warmen Finger lösen sich langsam und er gibt mich wieder Frei, aber sein Blick ist nach wie vor intensiv.

"Wenn ich hier bleibe, werden sie mit dir das gleiche tun wie mit mir." Ich schüttle den Kopf und versuche all die Freude die ich verspüre zu ignorieren. "Was bringt es wenn wir beide in Gefahr sind?"

"Ist dir deine eigene Gesundheit so egal?", fragt er und sieht mich mit großen Augen an. "Wenn du hier bleibst, können wir das gemeinsam durchstehen. Es ist mir egal ob ich ihre Aufmerksamkeit auf mich ziehe, solange ich dich vor ihnen beschützen kann."

Mir wird wärmer bei seinen Worten. Es ist als wäre die Angst nie dagewesen und als würde seine Nähe alleine ausreichen um mich alles andere vergessen zu lassen.

"Wenn dir das noch nicht gut genug ist, dann denk an das Handy. Der einzige der vielleicht etwas weißt bist du, wenn wir diese Leute also loswerden wollen, müssen wir zusammen arbeiten."

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Seit einer ganzen Weile zähle ich nun die Schläge meines Herzens, in der Hoffnung es würde mir beim schlafen helfen, aber es ist schwer bei allem was passiert ist.

Ich konnte nicht gegen Taehyung ankommen und habe am Ende zugestimmt ein paar Tage hier zu bleiben. Jimin bringt mir morgen einige Sachen aus der Wohnung mit und bei der Gelegenheit kann ich ihn auch gleich fragen was mit ihm und Yoongi ist, seine Probleme lenken mich vielleicht von meinen ab.

Ein Blick auf die Uhr in meinem Handy verrät mir, das es bereits zwei Uhr Morgens ist und das ich seit drei Stunden im Bett liege und versuche einzuschlafen.

Nachdem ich mir die Zähne geputzt habe war ich auch wirklich müde, aber das hat sich geändert nachdem ich in Taehyungs Klamotten und sein Bett geschlüpft bin.

Er hat darauf bestanden auf dem Sofa zu schlafen und meinte das ich nach diesem anstrengenden Tag dringend Ruhe bräuchte, allerdings ist das nicht möglich.

Ich rieche sein Shampoo in dem Kissen und zu wissen das ich unter der selben Decke schlafe wie er macht mich nur noch nervöser.

Was er wohl in diesem Bett alles gemacht hat...?

Hat er vielleicht eines dieser Mädchen hierher gebracht?

Schlafe ich an der selben Stelle wie seine ganze verflossenen?

Ich ziehe mir die Decke über meinen Kopf und kneife die Augen fest zusammen. Kein Wunder das ich nicht schlafen kann, meine Gedanken sind purer Müll den jemand für mich wegschmeißen muss.

Und dieser jemand liegt im Wohnzimmer auf der Couch.

Ich schlage die Decke beiseite und schwinge meine Beine über den Rand des Bettes. Auf Zehenspitzen schleiche ich mich zur Tür und lasse sie offen, weil alles andere zu laut wäre.

Langsam gehe ich um die Couch herum und erhasche einen Blick auf sein Gesicht.

Er hat die dünne Decke auf den Boden geschmissen und sein T-shirt ist ihm hoch gerutscht, so dass es seinen gut trainierten Bauch entblößt.

Ich starre auf die Blanke Haut und stelle mir vor wie er wohl ganz ohne T-Shirt aussieht, dabei weiß ich es bereits. In der Dusche habe ich ihn immerhin nackt gesehen.

Schnell drehe ich den Kopf weg, nur um ihn wenig später wieder anzusehen. Langsam hebe ich die Decke auf die auf dem Boden liegt und breite sie über ihm aus.

Gerade als ich sie losgelassen habe, schießt seine Hand darunter hervor und er umklammert mein Handgelenk damit.

Ich weiß nicht wie oft er das bereits gemacht hat, aber es hat mich noch nie so erschreckt wie jetzt. Ein kleiner schrei entflieht mir und ich verliere das Gleichgewicht, aber bevor ich auf den Boden falle, zieht er mich zu sich und ich lande auf seinem Schoß.

Mein Herz meldet sich zu Wort noch bevor mein Verstand es überhaupt tut. Ich habe auch keine zeit mich zu erholen da drückt er mich mit dem Rücken auf die Couch und beugt sich über mich.

Obwohl in der Dunkelheit kaum etwas zu erkennen ist, sehe ich seine Augen glasklar. Es ist nicht die Tatsache das er wach ist die mich überrascht, zumindest nicht nur. Es ist auch der Ausdruck in seinen Augen, das Verlangen und der Ernst.

"Taehyung...-", fange ich an, aber da beugt er sich bereits weiter vor. Seine Haare kitzeln mich an der Stirn und seine Nase berührt meine.

"Nur ein bisschen", sagt er und im nächsten Moment spüre ich seine warmen Lippen auf meinen.

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