🌸|kontrast

Kontrast, der
(Fotografie; Film)
Unterschied in der Helligkeit der hellen und dunklen Partien im Bild

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"Und wie war dein erster Tag an der Uni?", grinste mich Lia von der Seite an als sie einen weiteren Karton mit gesponserten Klamotten auseinanderschnitt und öffnete.

Das warme Licht unserer Leuchtreklame (You got two hands to fill in a 2nd hand shop) reflektierte in ihrem Gesicht und betonte ihre weichen Konturen und das goldene Glitzer, welches sie sorgfältig, wie sie mir als Begrüßung erzählt hatte, auf ihr Augenlid aufgetragen hatte, perfekt. Die metallenen Armreifen klimperten mit jeder Bewegung, je weiter sie mit der Schere durch die hartnäckige Pappe schnitt.

In unserem Laden roch es immer nach einer komischen Mischung aus muffigen Klamotten und Duftspray, was zugegebenermaßen gar nicht so schlecht roch, wie es klang.
Es war vielmehr angenehm und auf komische Art und Weise heimisch.

Die Flure in denen man sich bewegen konnte, waren schmal, da sich förmliche Wände aus Klamotten (nach Farbe, Art und Tragfähigkeit sortiert) an die Decke fraßen - elegant auf einer unüberschrittenen Grenze balancierend, bevor man es "vollgestopft" nennen konnte.

Ich lachte, während ich mich zurück auf meinen ganzen Fuß- und nicht nur die Zehenspitzen stellte und in die Hände klatschte: "Tatsächlich ganz gut. Der Rektor scheint mich zu mögen."
Zu mögen war schlichtweg untertrieben.
Ich war mir ziemlich sicher, dass es an dem Ruf meiner Familie lag. Ich kannte den Ausdruck in den Augen mittlerweile gut, wenn meine Gegenüber bemerkten, mit wem sie es zu tun hatten.

Ob das nun gut war oder nicht, wusste ich nicht ganz; schließlich hätte ich mich auch gerne ohne vorprogrammierte Meinung oder aufgeklebtes Höflichkeitspflaster auf den Lippen selbst vorgestellt. Das schien leider nicht vollends möglich zu sein, aber immerhin hatte ich es auf die Minute pünktlich geschafft und nach wenigen organisatorischen Punkten und warten in einer Schlange endlich meinen Stundenplan in der Hand gehalten; auf hellblauem, festem Papier gedruckt und dem Logo der Gyeonggu-Filmuniversität.
Sihyun hatte später am Abend auf das Bild geantwortet und hinter den Herz-Augen-Emojis einen Zwinkernden- und den Satz "Opa sei Dank" hinterhergeschickt.

Ich musste zugeben, dass sie damit wirklich Recht hatte. Ein unglaubwürdiges Lächeln hatte sich mein Gesicht hinaufgeklettert, als ich ihre Nachricht im Stummen gelesen hatte.
Es war wieder einer dieser Momente gewesen, in denen Eindrücke und Realisationen auf mich einprasselten.

Ohne meinen Großvater wäre ich mit ziemlicher Sicherheit noch in unserem Dorf und nicht in Seoul und würde an meinem alten Studium herumnagen.
Ich war ihm dafür so unendlich dankbar. Und für so vieles mehr.
Eigentlich für Alles.

Lia streckte ihren Daumen nach oben: "Das ist doch gut, Hyun! Falls du Scheiße anstellst, dann deckt er dich."
"Wie Dumbledore bei Harry Potter.", grinste ich, als ich den nächsten Pullover aus der Tüte zog und ihn auf einen Bügel hing. Es war ein pink-blau gebatikter Kapuzenpullover aus, ich schätzte, Baumwolle.
Lia verdrehte nur die Augen als Antwort, was ich eindeutig auf meine erneute Filmreferenz quittieren konnte.

'Ich kenne niemanden, der so vernarrt in ein Themengebiet ist, wie du es bist, Hyun.', hatte sie einmal gesagt, als wir beide den Laden schlossen und in dieselbe Richtung zur U-Bahn liefen.

Lia war die einzige Person, die ich kannte, die mich Hyun nannte. Sie hatte eines Tages einfach angefangen, da sie sich aus jeglichen Gründen das "Baek" nicht hatte merken wollen. Aus einem Fehler war über Zeit ein Insider geworden und aus einem Insider ein Spitzname. Mich störte es nicht weiter; eigentlich fand ich es sogar ganz angenehm. Es war kurz und schnell, wenn man mich rief.

Ich runzelte angestrengt meine Stirn, während ich mich darauf konzentrierte den Bügel mit Pulli an die obere Kleiderstange zu hängen.
"Wann kommt nochmal der neue Rollhocker an?", murmelte ich abwesend.

Ich nahm aus dem Augenwinkel war, wie Lia die Wangen aufblies: "Ich glaube Amazon meinte, dass er frühestens in zwei Tagen geliefert wird? Sowas in der Größenordnung auf jeden Fall."

"Super.", lachte ich ironisch auf.

Lia hatte den schwarzen, runden Rollhocker, auf den wir uns eigentlich stellten um problemlos überall heranzukommen, vorgestern voller Inbrunst und Hochmut kaputtgefahren, während das Medley von den alten Superman-Filmen im Hintergrund gespielt hatte.

"Hey, lass mich das machen."
Yumiko trat wie aus dem nichts hinter mir hervor und nahm mir den Bügel ab, den ich versucht hatte auf Zehenspitzen auf die Stange zu hängen. "Danke.", lachte ich, während ich mich wieder normal hinstellte.

Ganz im Gegensatz zu Lias lebendiger Persönlichkeit und ihrem kleinen, kurvigen Körper, war Yumiko groß, lang, abwartend und still.
Der Gegensatz zwischen meinen beiden Freundinnen fiel einem schon auf, sobald man den Laden betrat und Yumiko in ihren Overalls- und Lia in ihren hautengen Neonklamotten und Haarklammern sah.

Es war ein Unterschied von Sommertag und Winternacht - wobei Yumikos Charakter wesentlich liebenswerter und wärmer war, als der schneestürmende erste Eindruck vermuten ließ, wenn sie einem durch ihren langen, fransigen, schwarzen Pony anguckte als würde sie einen analysieren.

So hatte ich auch dazugelernt als sie mir bei unserer zweiten Schicht nach ergebenem Schweigen angefangen hatte, Bilder von ihren Katzen zu zeigen, welche sie melancholisch nach Charakteren aus "Der Zauberer von Oz" benannt hatte.
Bei dem dritten Bild von Toto, einer zotteligen, sandfarbenen Maincoonkatze, musste ich so sehr lachen, dass sie ebenfalls grinsen musste und das war der Moment gewesen, in dem ich sie spätestens liebgewonnen hatte.

Während ich bei Schichten mit Lia immer über Klatsch und Tratsch von A&B-Promis urteilte, endeten Yumikos und meine Gespräche meist in Theorien über Aliens oder melancholischen Dystopieansätzen.

Ich hatte ihr bereits versprochen, einen blutigen Krimifilm zu widmen, wenn ich es schaffte Regisseur zu werden - an welchen sie mich regelmäßig mit mahnendem Finger und spielerischem Grinsen erinnerte.

"Wenn du magst, kann ich das übernehmen."
Auch jetzt sah sie mich wieder mit angehobenen Augenbrauen durch ihren Pony an.
Manchmal fragte ich mich, ob er nicht zu lang oder zu lästig sei.
Aber dann stellte ich sie mir immer ohne oder mit kürzeren Haaren vor und dann ließ ich die Frage sein.
Ihre Haare gehörten so zu ihr, wie ihre grauen Latzhosen oder abgenutzten Vans, die so ausgefranzt und durchgetragen waren, dass sie an den Hacken beinahe komplette Löcher hatten.

"Dann kannst du heute früher Schluss machen. Du meintest doch morgen beginnt dein erster richtiger Tag. Dafür musst du doch gestärkt sein.", ergänzte sie als ich sie nur bedröppelt angesehen hatte; einen leeren Bügel in den Händen haltend.

Ich kontrollierte kurz, dass mein Mund nicht offenstand, dann blickte ich unsicher zu Lia hinüber. Es war nicht so, dass ich darum innerlich nicht gebeten hatte - vielmehr überraschte mich Yumiko nur ein weiteres Mal.

Lia konnte ich ganz gut einschätzen, aber Miko hatte einen Charakter an sich, der erst ganz langsam und mit schwarzer Silhouette aus dem inszenierten, mysteriösen Nebel trat. Sie hatte viele Seiten und steckte voller kleiner Überraschungen.

Lia zuckte mit den Schultern, während sie in dem Faltungsprozess eines ausgewaschenen FRIENDS-Shirts innehielt. Ich wusste jetzt schon, dass dieses in der Vintage-Abteilung untergebracht werden würde und wegen der Aktualität mindestens zwei Euro auf den verhandelbaren Preis aufgerechnet werden würden.

"Also...falls euch das nichts ausmacht.", begann ich langsam und zögerlich und reichte Yumiko den schwarzen Bügel, der nun lose in meiner Hand lag, "das wäre echt verdammt cool. Ich habe morgen als erstes meinen Regiekurs und danach praktische Filmkunst. Darin würde ich schon gerne punkten."
Ich spürte, wie beide Blicke auf mir lagen. Schnell schüttelte ich meine Hände: "Aber wirklich nur, wenn das wirklich für euch okay ist, ich meine sonst streiten wir uns auch immer darum, wer nicht am Sonntag arbeitet und-" gerade, als ich mein Argument ausarbeiten wollte, traf mich das FRIENDS-T-Shirt am Kopf.

Lia war wirklich gut im Zielen.

"Jetzt geh schon endlich.", hörte ich sie lachen als ich es mir aus dem Gesicht pflückte.

"Ja, Sonntagsschichten sind scheiße, weil wir immer alles vorbereiten müssen.", sie pustete sich mit ihren vollen, rosa Lippen eine schwarze Strähne ihres Bobs aus dem Gesicht, "aber jetzt sind wir eh schon hier. Und das Einzige, was auf meinem Plan für morgen früh steht, ist fett ausschlafen. Du Miko?"
Miko nickte: "Bei mir ist es das Gleiche."

Ich lächelte leicht: "Ist das wirklich okay für euch? Nicht, dass ihr gleich meinen Mordplan schmiedet, wenn ich aus der Tür raus bin."

"Für das Letzte können wir nicht garantieren.", Yumiko grinste, "aber das Erstere können wir glaube ich beide mit Ja antworten. Also pack deine Sachen und geh', Baekhyun."

Mein Grinsen wurde breiter: "Danke, Leute."

"Warum sind wir nur so nett?", warf Lia in den Raum. Ich lachte: "Weil ihr offensichtlich Mitleid mit eurem jüngsten Arbeitskollegen habt."
"Mitleid ist nichts für mich."

Mehr Lachen.

Kurz bevor ich die Tür zum Laden öffnete, drehte ich mich noch einmal feixend um und fixierte Yumiko: "Und falls ihr meinen Mord plant, macht es kreativ und schreibt mit. Vielleicht kann ich es für den Mordkrimi verwenden."


...

nicht wundern, das ist ein zwischenkapitel meinerseits (das heißt, dass nur ich das kapitel hochlade, weil in dem sinne nur etwas bei baekhyun passiert - deswegen auch der upload zwischen der woche pause ^^) nächsten samstag geht es dann bei uns beiden wieder weiter c:

ich dachte ich nutze das zwischenkapitel einfach nur, um euch baekhyuns freunde und seinem leben außerhalb der uni schonmal ein bisschen näher zu bringen und tbh - ich mag seine dynamik mit lia und yumiko echt gern ^^'

-moon

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