🌸|aftermath

Aftermath, das
(Auch ‚Scene Of Empathy' genannt)
Kann die Motivationsintensität aufzeigen, die Empfindlichkeit oder die Frustrationstoleranz der Figur etc.
Der Erzähl-Fokus ist ganz darauf gerichtet, herauszuarbeiten, wie ein Charakter der Handlung emotional auf die Lage reagiert.

•••

Es wäre eine Lüge, würde ich sagen, ich hatte es kommen sehen.

Vielmehr hatte ich es versucht zu verdrängen – besonders als ich mit der Zeit gemerkt hatte, wie ungesund meine Trauer an mir genagt hatte; beinahe wie ein kleines, graues Eichhörnchen, das sich einen kleinen Keks klaute und nun achtlos kleine Krümel auf dem Rückweg hinterließ.

Nein, erwartet hatte ich es wirklich nicht. Vielmehr hatte ich versucht mit dem abzuschreiben, was ich erlebt hatte; einen Schlussstrich zu ziehen; alte Texte in den überquellenden Mülleimer zu werfen. Alles halb angefangen und nicht beendet, weil man sich in der Mitte unnötig albern fühlte.
Sihyun hatte sich bereit erklärt eine Schulter zu bieten und in Decken alte Schwarz-Weiß-Filme anzusehen, die mir wie weise, alte Freunde schneller Trost geschenkt hatten, als es womöglich die 1-Liter-Packungen Eis getan hätten, die man immer in abgeklatschten amerikanischen Teenie-Romanzen sah. Beiger-Oversize-Pulli hin- oder her.

Ich hatte versucht nach vorne zu gucken, hatte meine Schultern gestrafft und war, über meine eigenen Füße stolpernd, voran gegangen.

Wer hätte gedacht, dass ich derart hätte zurückgeschleudert werden können. Entweder war der Drehbuchautor meines Lebens wirklich dazu geneigt dem Protagonisten mehrere Beine zu stellen, um entweder ein emotionsbetontes Geräusch aus dem Zuschauer zu bekommen (vergleichsweise auch ein scharfes Aufatmen oder ein trockenes Lachen) oder ich befand mich in einer unendlichen langen Wiederholungsschleife.

Obwohl.
Wenn ich so genau darüber nachdachte, sollte und konnte es gar nicht so überraschend sein.
Es war schließlich immer noch er. Und sein Charme war schon immer fesselnd gewesen.

Heute war ich nur in die Universität gekommen, um meinen Kurs in Schnitttechniken abzusitzen – es war die letzte Sitzung vor einer Leistungskontrolle und ich hatte noch nicht alle Montageformen verstanden.
Meine Dozentin war unglaublich gefasst und höflich, wenn man Fragen stellte und ließ es einen gerne ausprobieren, falls man noch Dinge zu festigen hatte, die schon die ganze Stunde lose neben einem geschlackert hatten, ohne Anschluss oder eine Verbindung zu finden. Das war auch eine der Gründe gewesen, weshalb ich mich heute aufgerafft hatte und mit dem Bus zu dem Gebäude gefahren war.
Es half mir enorm. Besonders, da sie sich heute nochmal explizit auf den einzelnen Studenten fokussieren konnte – für viele andere schien die Übungsstunde nicht mehr von sonderlich großer Relevanz zu sein.

Chanyeol hatte ich heute leider nicht gesehen, weder im Unterricht selbst (wie auch, wenn er den Kurs nicht gewählt hatte), noch in den hohen, unendlich langen Fluren. Sonst hätte ich ihm das Stück übriggebliebene Torte mitgebracht, was ich bei gutem Willen nicht mehr essen konnte. Vielleicht mochte es ja die quirlige Medizinstudentin unterhalb meiner Wohnung. Oder ihr Freund. Der konnte jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nackt neben ihr im Bett liegen. Es war schließlich erst kurz nach elf.

„Baekhyun?"

Das war der Moment gewesen, in dem ich erstarrt war.
Mir war so als hätten sich sogar meine Nackenhärchen, wie die Stacheln eines kleinen Igels aufgestellt. Ich kannte die Stimme. Und wie ich sie kannte.
Wie oft hatte ich mir schließlich in den letzten Monaten gewünscht, es nicht zu tun.

Ein Lächeln spannte sich unangenehm und reserviert auf meine Lippen. Es tat fast schon weh. Tief atmete ich aus.
Stark sein. Maske aufsetzen. Du bist cool. Du bist darüber hinweg. Über ihn.
Er ist nichts weiter, als ein Idiot.
Ein egozentrischer Idiot.

Du lässt dich nicht einlullen. Du lässt dir nicht den Kopf verdrehen.
Nicht schon wieder.
Du bleibst weg von dem oben und unten und dem Wirbelsturm.

Langsam; ganz langsam drehte ich mich zu ihm um - noch in der blinden Hoffnung, ich hatte mich nur verhört, sodass eine andere Person vor mir stand oder ich wäre im besten Fall gar nicht gemeint.

In schwarzem Blazer, grauen Turnschuhen und taillenbetonter Jeans stand er da. Lässig. Entspannt. Exzentrisch. Wie eine frischblühende Blüte, welche ich vertrocknet erhofft hatte. Meine Mundwinkel schoben sich noch weiter auseinander.
Meine Augen lächelten nicht. Das merkte ich.

„Dayong.", murmelte ich und ich wollte mir auf die Zunge beißen als ich bemerkte, wie meine Stimme klang.

„Baekhyun!", wiederholte er ehrlich erfreut als er auch die letzten Schritte auf mich zuging. Mit jedem Schritt, mit dem er sich näherte, wurde die Luft gefühlt knapper. Atmen, Baekhyun. Kontrolle. Spiel einfach eine Rolle.
Er sah vom Nahem noch so viel besser aus als von der Weite betrachtet. Eine Erkenntnis die mich wohl jedes Mal wie ein niedersausender Komet erschlagen würde.

Diese perfekt geschwungenen Lippen, die leuchtenden Augen, die gerade Nase. Die definierten Wangenknochen, welche ich damals so gerne mit meinen Fingerkuppen abgefahren hatte.

„Ich hab dich hier nicht erwartet!"

Ich dich auch nicht.
Jeden außer dir.
Du solltest nicht hier sein.
Du wolltest nicht hier sein.

Das Lächeln.
Das vermaledeite, verdammte Lächeln.

„Was machst du hier?" meine Stimme klang trocken und gepresst. Nicht wirklich wie ich selbst. Er runzelte die Stirn, als ich mich räusperte.
Ich hasste es, wenn mich Emotionen überkamen, die ich nicht kontrollieren und deuten konnte. Es sollte sich bitte ändern. Er sollte bitte einfach verschwinden. Ich wollte aufwachen.
Ich atmete erneut aus: „Du wolltest doch schon längst wieder in China sein."

War das doch der letzte Satz gewesen, den ich von ihm gehört hatte, bevor ich gegangen war. Und er aus meinem Leben. Das dachte ich zumindest.

Ich wünschte wir hätten diskutiert. An etwas gemeinsam festgehalten und nicht in der Stille alle Emotionen verhangen, die nun begannen mich wieder zu überkommen als würde sie Dayong mit sich tragen.
Alles begann irgendwie wieder hoch zu kommen. Ganz tief unten aus meinem Inneren. Dem, dass ich verschlossen geglaubt hatte. Und so viel mehr.
Etwas Dunkles.

Er lachte laut auf. Ich sah seine Zahnlücke zwischen seinen Schneidezähnen, welche ich immer an ihm geliebt hatte. Charakterstark. Besonders.
„Ach, das.", unterbewusst strich er sich eine seiner langen Haarsträhnen aus dem Gesicht, bei dessen Handeln mein Bauchgefühl flüsterte, dass ich das tun sollte, „ich hab noch ein paar Monate verlängert, ich gehe in drei Wochen zurück nach Hongkong."

Ein ‚Warum konntest du es dann nicht für mich tun' lag auf meinen Lippen – ich schwieg und blickte stattdessen stumm nickend auf seine Schuhspitzen hinunter, welche er gerade anders platzierte.

Ich verstand nicht, wie sich mein Kopf unter all dem Geschrei noch so leer anfühlen konnte.

„Wieso?", krampfhaft versuchte ich mein Lächeln aufrecht zu erhalten. Ich hatte das Gefühl, ich war gerade dabei kläglich zu scheitern.

Wut, Enttäuschung, Verwirrung.
Ein Wirbelsturm.

Er leckte sich über die Lippen – kurz und unauffällig, ja beinahe nichtssagend, sodass ich es hasste, wie schnell meine Augen auf seine Bewegung einrasteten.

Gier.

Es hatte einen Grund, warum ich mehrere Jahre Abstand zu meinen Ex-Freunden brauchte. Hatte ich mich einmal geöffnet, dann war es schwer, sich wieder zu schließen und die zurückbleibende Wunde zu vernähen. Gerade hatte ich das Gefühl, sie würde wieder beginnen zu bluten. Wie mein eigener Arzt versuchte ich verzweifelt dagegen anzukämpfen. Fokus, Baekhyun, Fokus.

„Wieso ich doch bleibe?", er grinste.
Ich nickte und schluckte schwer: „Das und wieso du hier bist. In der Uni."

Erneute Gewichtsverlagerung. Seine Hände lagen lässig in seinen Hosentaschen. Wie sehr wünschte ich mir gerade, jemand würde kommen und mich aus dieser Misere ziehen, da ich gerade dabei war, hypnotisiert von meinen Vorhaben wegzulaufen.
Es war, als wären wir Magnete. Ich konnte nichts dagegen tun, so sehr ich es auch wollte. Sein Bann war unglaublich. Das war er schon immer gewesen.

Unvermittelt musste ich Chanyeol denken, in der Hoffnung er würde einfach hinter mir stehen und mich mitziehen – über irgendetwas reden, ja vielleicht sogar über eine moderne Inszenierung von Rotkäppchen; Hauptsache ich würde es schaffen, hier weg zu kommen.

Er lachte rau auf.
Sein Lachen war so viel tiefer als ich es in Erinnerung gehabt hatte.
Die Antwort auf meine stumme Frage lautete eindeutig ja.
Ich hatte mir in meiner Erinnerung scheinbar so einiges abgeändert, um einfacher über ihn hinwegzukommen.

Grinsend blickte Dayong auf mich hinab, immer noch die schiefen Mundwinkel und die Grübchen, die sich tief in seine Wangen bohrten. Er hatte andere Grübchen als Chanyeol, stellte ich nüchtern fest. Obwohl seine Augen teils von seinen schwarzen Haarsträhnen verdeckt wurden, blitzte doch etwas in seinen haselnussbraunen Irden auf, was ich nicht ganz genau hatte deuten können. Ganz im Vergleich zu Sindae war Dayong jemand gewesen, den ich nie hatte lesen können. Ungewohnt war es gewesen. Und mysteriös, weshalb es seltsamerweise unfassbar anziehend auf mich gewirkt hatte, ganz in Kombination mit seinem verspielten Look, der mich in so manchen Nächten meinen Namen vergessen ließ.

Ich merkte, wie ich unter seinem Blick begann zu zerfließen und ich bemerkte auch, wie er meine Reaktion auf ihn unweigerlich genoss. So ein verdammter Idiot. Ein verdammt attraktiver Idiot.

„Ich warte auf mein Date."

Mein Herz zog sich zusammen.
Darf ich dich zu einem Date einladen?'

Ein Date. So wie wir immer nur ein Date gewesen.
Ein Date. Date.
Selbst als wir schon längst mehr als das gewesen waren.

Zartbitterschokolade. Bitter. Nicht süß.

„Ein Date?", lachte ich gepresst.
Ich hätte es wissen müssen. Ich war so ein Idiot.

Und er war ein Arschloch.

„Ist es ein Date wie ich es war?"

Ein Date, dem ich gesagt hatte, dass ich es liebte. Ein Date, dass fünf Monate ein Date geblieben war und das schwieg, wenn es um alles ging außer Dates.

Mein Lächeln war gefallen. Meine Emotionen begannen zu toben.

Er lachte amüsiert auf. Es klang immer noch wie die Saiten seines Cellos, wenn er sie bespielt hatte: „Niemand ist so wie du, Baekhyun."

„Dayong, nein.", vehement und entschieden schüttelte ich meinen Kopf. Er verstand nicht. Er verstand es einfach nicht. Pure Frustration.

Ich hasste es.
Und ich hasste, dass sich meine Nackenhaare bei dem Satz aufstellten.

Du bist so schön.', murmelte er in die Dunkelheit hinein, während wir aneinandergeschmiegt im Bett lagen. Ein Kloß voller unausgesprochener Wahrheiten und Realisationen im Hals.
Ich hatte nicht antworten können.

„Darf ich nicht sagen, was ich denke?"
Dieses vermaledeite Glitzern in seinen Augen, „Ich meine du hast gefragt."

Verlangen.

„Manchmal ist es besser Dinge unausgesprochen zu lassen.", zischte ich und wich entschieden seinem Blick aus.

Darin sollte er schließlich ein Profi sein.

Das ist Baekhyun. Ein guter Freund'
Ich war kein guter Freund gewesen. Nicht, wenn er mich wenig später in die Klokabine gezerrt hatte und ich mich an dem festgehalten konnte, von dem ich mir sicher war es zu haben.

Er schwieg. Wie so oft schwieg er. Und trotzdem konnte ich ihn nicht lesen.
Es tat weh. Es stachelte mich an.

Wieso.
Wieso ich.
Wieso er.
Wieso...so.

Er schnalzte mit der Zunge.
„Und du bist jetzt hier, weil du studierst?"

Erneutes Kopfschütteln. Der Smalltalk schmeckte bitter auf meiner Zunge.
Ich wollte einen Schlussstrich.
Ein für alle Mal.

„Dayong, hör auf damit."
Ein Schmunzeln: „Womit?"

Ein tiefes Durchatmen. Stattdessen blickte ich ihm direkt in die Augen. Dunkle Irden, die sich einbrannten:
„So zu tun als wäre nichts zwischen uns gewesen."

Er schwieg. Endlich schwieg er. Erwiderte meinen Blick.
Neutral.
So verdammt neutral.

Ich schluckte.
Schluckte schwer.
Meine Worte hallten an den hohen Wänden wider.
Revue passieren lassen.
Etwas, was er wohl nie tat.

„Vielleicht ist das für dich so einfach, aber für mich nicht.", redete ich verzweifelt an dem Kloß vorbei. Mein Kopf schrie mir zu jetzt oder nie. Als hätte er mit seinem Charme etwas geöffnet, das schon die ganze Zeit hatte rauskommen müssen. Angestaute Sätze und Wörter, die sich gesammelt hatten. Regentropfen in einem Eimer. Nicht verdunstet.

Ich wollte meine Leere mit Frustration füllen.
Mit Emotionen.
Mit dem, was mir übriggeblieben war.
Versuchte seine vermaledeit schönen Gesichtsmerkmale zu vergessen.

„Es ist nicht auch einfach nicht fair, Dayong!", zischte ich erneut und versuchte verzweifelt alles zurückzuhalten, was mich zuvor aufgehalten hatte. Ich war kurz davor nachzugeben. Mein Hals war ganz warm.

„Du kannst nicht einfach mit den Herzen anderer spielen, das geht nicht."

Nicht mit meinem Herz.
Nicht mit meinen Gefühlen und verdammt nochmal nicht mit etwas, was einem so einfach genommen werden konnte.
Es tat einfach nur weh.

Trocken lachte er auf.
Er lachte auf.
Als hätte ich, hätte ich-

Wut.
Das war es, was er bei mir herausprovozierte.

Und erneut das Gefühl einfach nicht verstanden zu werden.
Diese Scheißneutralität in seiner Haltung. Diese verdammt-beschissene Herausforderung in seinem Blick.

Der ich nachgeben wollte, obwohl es alles nur nicht richtig war.

„Nicht wenn das zur Folge hat, dass du sie zurücklässt, in Gedanken was man falsch gemacht hat und selbst wenn man es realisiert hat, immer noch das Bedürfnis hat, dich", hilferingend suchte ich mit meinen Fingern nach Worten in der elektrisierten Luft und schluckte, „dich...zu küssen, weil sich Leute im Gegensatz zu dir binden können und keine Angst davor haben-"
„Dann tu's doch."

Ich hielt inne und mein Hals begann zu brennen.

„Was?"
„Küss' mich."

Ich konnte nicht anders als frustriert aufzustöhnen: „Du verstehst es einfach nicht!"

Ich bin kein Fan von Beziehungen, die keine sind'
Okay'

Ich hasste seinen neutralen Gesichtsausdruck.
Ich hasste die lässige Haltung seines Körpers.
Ich hasste es, dass er mich nicht zuhörte.
Ich hasste es, dass er nicht darauf einging.

Ich hasste das Bedürfnis es nochmal zu probieren.

„Ich habe es gerade erst geschafft unsere Beziehung hinter mir zu lassen.", ich zischte wutentbrannt und sah ihm genau in die Augen, „Und jetzt kommst auf einmal du, wartest hier auf dein Date, weil du doch nicht in China bist und tust so als ob nichts gewesen wäre."

Herausfordernd ging ich einen weiteren Schritt auf ihn zu und selten war es mir egaler, dass ich kleiner als er war.
„Ich bin kein Objekt, dass du einfach so nehmen kannst, wenn du es nehmen willst, Dayong, das ist nicht wie es funktioniert-"

Ich hatte zu spät bemerkt, dass er seine Hände aus seinen Hosentaschen genommen hatte.
Ich hatte keine Zeit zu reagieren als er einen weiteren Schritt auf mich zuging.

Ich wusste nicht, was mit mir geschah.

Seine Lippen waren rauer, als ich sie in Erinnerung hatte. Sein Druck entschlossen und sicher. Beinahe so leidenschaftlich wie vor einigen Monaten, sodass meine Brust das Gefühl hatte, es wolle explodieren.

Es schien so als wären seine Lippen dunkle Magie.
Sie ließen den eisernen Vorhang des Selbstschutzes achtlos fallen.
Sehnsucht.
Das musste es sein.

Dunkle, falsche, gierige Sehnsucht.
Gier.

Ich war beinahe überrascht, als er mich mit beiden Armen näher zog und besitzerisch nach meiner Taille griff, um sie behutsam festzuhalten.

Das ist so falsch, schrie jede einzelne Faser meines Körpers, hör auf damit Baekhyun!

Bereuen.
Ich tat wie mir befohlen.

Mit einem Schmatzen lösten wir uns schließlich voneinander, die Iris eine Nuance dunkler und die Lippen feucht glänzend, auf welchen sich ein Lächeln spiegelte.

Und mit dem Ende des Kusses, begann mein Gewissen, mein Kopf und mein Herz zu schreien.

„Wow", raunte Dayong mit seinem weichen, chinesischen Akzent, als er sich mit den Fingern durch sein Haar fuhr, „du küsst immer noch gut, Baekhyun."

Ich spürte wie ich meine Stirn runzelte und wie ich den Kopf schüttelte.
„Hör auf damit.", zischte ich und trat vorsichtshalber einen Schritt zurück, weil ich mir mittlerweile nicht mehr sicher war, ob ich mir selbst vertraute.

Wie gerne ich ihm dieses Lächeln wegwischen wollte.
Das verdammt attraktive Lächeln.

Das war so falsch.
Humorlos begann ich zu lächeln.

Mein Lächeln zitterte, doch in den Mundwinkeln begann leichte Schadenfreude zu kleben als ich das entgleiste Gesicht eines Typen sah. Wenige Meter von Dayong entfernt. Ich fühlte mich schrecklich für ihn; schließlich ging es mir nicht besser, als ihm. Ich atmete tief aus.

Zartbitterschokolade.

Ich musste nur noch jetzt stark sein, damit er keinen Anschein von möglicher Verlustangst, Vermissen oder Bereuen sah, dessen Klauen langsam aber sicher an meiner Seele zogen: „Ich glaube, du solltest dich um dein Date kümmern."

Kurz deutete ich mit meinem Zeigefinger hinter ihm; genau da, wo sie stand, die Augenbrauen mittlerweile furios zusammengezogen, „und eine gute Rückreise dir.", fügte ich noch stumm an, ehe ich auf dem Absatz kehrt machte und um die Ecke ging.

Ab dem Zeitpunkt wurden meine Schritte schneller, ich ließ alles zu und bemerkte mit lautem Geröll, wie meine Mauer schmerzhaft auf mich einstürzte.

•••

oh, baekhyun.
oh, dayong.

!ACHTUNG ACHTUNG, EINE WICHTIGE DURCHSAGE!

b

ei pov!chanyeol also amandasath wird es heute ganz schön heikel und das ein- oder andere offenbart sich dem Guten, also bitte schaut bei ihrem kapitel vorbei, um euch das nicht entgehen zu lassen!!

ein schönes wochenende euch <3

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