Zuerst

,,Konjugiere perfekt sein."

,,Ich bin perfekt

du bist perfekt

er/sie/es ist perfekt

wir sind perfekt

ihr seid perfekt

sie sind perfekt."

,,Und nun sag mir, wer ist perfekt?"

,,Wir sind perfekt, du und ich."

Es spielt die Konjugation der Lebenden in dieser Welt, die mit ihrem Lechzen und Streben nach Perfektion versuchen, zu atmen. Demzufolge wird das Sinnbild von uns und über uns auf die Leinwand projiziert.

Durch das Heben und Senken des Brustkorbs, dem Schmerz zwischen den Rippen, wird allen irgendwann die Luft ausgehen. Denn der Wahn, einem nicht existierendem Ideal zu folgen, lässt den Wunsch nach einer höheren Ordnung aufkommen. Belohnt soll der Selbstekel und Wunsch nach Vollkommenheit werden und so sinnen sie im Dunkeln danach, als Beispiel thronend geachtet zu werden. Doch wer höher greift und steigt, schlägt beim Fall umso tiefer und verheerender auf. Zerschmettert werden sie. All die Rippen, die einen Menschen schützen sollten.

Nun spielt die Uhr ihre Runden, die Menschen leben weiterhin in der Illusion eines unerreichbaren Ichs. Darf man fragen, ob sie versuchen, besser als jeder andere zu sein? Ein Kopfschütteln- zu persönlich ist die Frage, ob sie sich selbst genügen und als vollkommen betrachten, wenn die Tatsache dies bereits verneint und Mensch erwartet, zuallererst von anderen bewundert und akzeptiert zu werden. So unterliegen sie der Versuchung, viel besser zu sein, als sie es je erahnen könnten, wenn Perfektion doch kein Ende nimmt. Denn der Schein ist auch nur ein Wunschbild; die Perfektion läge in nicht allzu weiter Ferne- nur eine Armlänge entfernt, weilt unser ersehntes Glück.

Es ist der Schönheitswahn unserer Gesellschaft, doch manche nennen es auch einfach Perfektsein.

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