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Als die Nachricht von Dumbledore kam, dass Voldemort zurückgekehrt war, überraschte es Remus nicht. Genau das hatten er und Sirius erwartet. Peter von Merlin verdammter Pettigrew hatte es geschafft, Voldemort zurück ins Leben zu bringen.
Tatsächlich war Remus aber nicht ganz so entsetzt über die Tatsache wie amdere. Denn er war sich sicher, dass er Sirius wieder sehen würde, immerhin waren sie beide Teil des Ordens. Nach ihrem Treffen hatte Sirius etwas komplett Bescheuertes und für ihn selbstloses getan. Er war verschwunden. Weil es in seiner Gegenwart zu gefährlich für Remus war. Der Werwolf bezeichnete Sirius dennoch als egoistisch. Immerhin war er bereit, das Risiko einzugehen, wenn es bedeutete, bei ihm zu sein. Aber stur wie der Schwarzhaarige war, ließ er sich da nicht rein reden.
So war ein Jahr vergangen, ohne dass Remus genaueres über seine Liebe wusste. Als er dann eine weitere Nachricht von Dumbledore bekam, dass sie sich am Grimmauld Platz treffen würden, da es das neue Hauptquartier war, wusste er, wo Sirius sich befand. Er war einer der ersten Anwesenden, in der Hoffnung, ein paar Worte privat mit Sirius wechseln zu können. Aber dazu kam es nicht.
Die ersten wichtigen Fakten wurden besprochen und entschieden, dass das Hauptquartier auch mit dem Fidelus-Zauber belegt werden würde, wie James und Lilys Haus. Für keinen stellte sich die Frage, wer der Geheimniswahrer sein würde. Niemandem konnte man die Aufgabe eher zutrauen als Dumbledore höchstpersönlich.
Die ganze Zeit während der Besprechung konnte Remus seine Augen nicht von Sirius lösen. Er sah besser aus. Nicht mehr ganz so mager und auch seine Augen waren nicht mehr ganz so stumpf.
Erst als beschlossen wurde, dass die Weasleys hier leben würden, kam Remus aus seiner Starre. Das hieß also, es gab keine Gelegenheit, mit Sirius komplett alleine zu sein. Er kannte die Zwillinge aus seinem Unterricht und auch Ron und Hermine, die ebenfalls da sein würde, waren nicht ganz artig. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sirius und Remus einen kurzen Momenz für sich haben würden, war ziemlich gering.
Recht sollte er behalten.
"Sirius, können wir reden?", fragte er den schwarzhaarigen Mann, welcher sofort von seinem Glas aufblickte und ihn anlächelte. "Natürlich."
Sobald er jedoch die Tür seines Zimmers geschlossen hatte, klopfte es schon. "Tut mir leid, Mr Black, ich wollte nur fragen, ob wir sauber machen können? Es ist alles so verstaubt."
"Natürlich, Mrs Weasley. Ich zeig Ihnen, wo alles ist. Und helfe selbstverständlich auch."
Innerhalb der nächsten Tage lernten sie, sich mit Vornamen anzusprechen, aber wirklich gut kamen sie nicht klar. Das merkte Remus an den missbilligenden Blicken von Mollys Seite aus, wenn er versuchte, ein paar Worte mit Sirius privat zu wechseln. Er wusste nicht, ob sie etwas ahnte oder ob es an etwas anderem lag, aber er beschloss, es vorerst aufzugeben.
Nicht zu vergessen, dass er von Dumbledore neue Aufträge bekam und auch sonst arbeiten musste, um sich etwas Unterhalt zu verdienen, da fand er keine Minute, um ungestört mit ihm reden zu können. Dabei hatte er ihn so vermisst. Als Harry dazu kam, wurde es noch schwieriger. Erst als die Kinder nach Hogwarts fuhren, kehrte Ruhe in dem Haus ein. Dachte er. Tatsächlich fand er auch dann keine Möglichkeit. Neben Arbeit und Aufträgen fand er gerade mal so die Zeit, bei den Treffen zu sein.
Alles in allem verging viel Zeit, bis er sich in das Leben genug eingefügt hatte, um Zeit mit Sirius zu verbringen. Und er würde auch nicht eine Sekunde mit unnötigem Geschwätz verschwenden. Gerade war er am Grimmauld Platz angekommen und wusste sofort, dass abgesehen von Sirius niemand da war. Endlich. Es würde ganz einfach werden. Einfach ein 'Ich liebe dich' sagen und ihn küssen und ihn dann überreden, eine Beziehung mit ihm zu führen. Das war sein Plan.
Aber es kam nicht so weit.
Seinen Mantel hatte er ausgezogen. Ganz kurz war er nach oben gelaufen, um zu gucken, wo Sirius war - Geräusche aus Sirius' Schlafzimmer bestätigten, dass er sich dort aufhielt - als ein Ruf ertönte. Verwundert drehte er um. Das klang ganz nach Harry. Und tatsächlich, da war er. Im Kamin. Im Grunde war er nicht so überrascht, wie er hätte sein sollen. Harry hatte sehr viel mehr von seinem Vater als anfangs gedacht. Regelbrecher.
Schnell hatte Remus Sirius gerufen und die beiden hatten ein Gespräch über James mit dessen Sohn geführt. Remus behagte es überhaupt nicht. In gewisser Hinsicht vertrat er sogar dieselben Ansichten. Aber er konnte trotzdem nicht anders, als James zu verteidigen. Was sie Snape damals angetan hatten, war nicht fair gewesen. Dennoch wollte er nicht, dass Harry seinen Vater mit anderen Augen als denen eines liebenden Sohnes sah. Deshalb tat er es als dumme Jugendstreiche ab. Dass Sirius es tatsächlich als solche betrachtete, wunderte ihn nicht. Es war eben Sirius und er konnte Snape nicht leiden. Auch jetzt noch, als sie beide im Orden waren. Hinzu kam, dass Snape versucht hatte, Lily und damit auch Harry und James zu retten, während Sirius derjenige war, der sie an den Verräter abgegeben hatte. Auch wenn Remus natürlich widersprechen würde.
Nein, in Sirius' Augen hatte Severus Snape viel von dem, was sie damals gemacht hatten, verdient.
Obwohl Remus eine andere Meinung vertrat, konnte er es Sirius nicht übel nehmen. Er hatte es versucht, besonders in ihrem fünften Schuljahr, aber er konnte es einfach nicht. Bei Merlins eng anliegender roter Lieblingsunterhose, er liebte ihn so sehr!
Sobald Harrys Kopf verschwunden war, sah er Sirius intensiv in die Augen und sagte ihm das auch. Nur den Teil mit der Unterhose ließ er weg. Nun ja, zumindest Merlins Unterhose. Seine eigene und Sirius' lagen irgendwo in einem der nächsten Zimmer verteilt auf dem Boden, während sie eng umschlungen auf der Matratze waren und keiner von beiden loslassen wollte.
"Ich liebe dich", flüsterte Remus und wiederholte es so oft er konnte, ohne von Sirius' Lippen unterbrochen zu werden. Dieser erwiderte es ebenso oft und konnte nicht genug von dem Werwolf bekommen.
"Moony", sprach er leise, als die beiden schweigend und kuschelnd im Bett gelegen hatten. Es war schon viel Zeit vergangen, auch wenn keiner von beiden wusste oder überhaupt wissen wollte, wie viel genau. "Ich will dich nicht verlieren."
Remus öffnete seinen Mund, um zu sagen, dass das nicht passieren würde, aber dann schloss er ihn wieder. Wie um alles in der Welt könnte er das versprechen? Es nahte ein Krieg und jeder, der mehr Gehirnzellen als Cornelius Fudge hatte, wusste davon. Er konnte nicht versprechen, dass er es überleben würde und genauso wenig konnte er sich sicher sein, dass Sirius das ganze heil (oder auch nicht heil) überstehen würde. Das alles konnte schrecklich für sie beide enden, das wurde ihm in dem Moment bewusst.
Plötzlich fühlte sich Remus leer und einsam und zog Sirius näher an sich ran, um zumindest etwas von dessen Körperwärme abzubekommen.
"Ich will dich auch nicht verlieren...", murmelte er in die schwarzen Haare des ehemaligen Gryffindors.
Wieder blieb es leise, wo jeder seinen Gedanken nachhing. Diese Stille wurde irgendwann von Sirius' Schnarchen durchbrochen. Ein riesiges Grinsen bildete sich auf Remus' Gesicht. Jetzt, hier in diesem Moment, mit Sirius an seiner Seite, fühlte er sich geborgen und glücklich. Natürlich wusste er, dass diese Gefühle nicht lange andauern würden, immerhin hatte Remus viel zu tun und wenig Zeit für eine Beziehung. Deswegen wollte er diesen Moment so lange auskosten wie er konnte.
Entsprechend spät wurde es, als er einschlief und demnach auch spät, als er aufwachte. Das Bett neben ihm war leer. Wessen Bett war es überhaupt?
Grummelnd stand er auf und klaubte seine Sachen vom Boden auf, um sie sich überzuziehen. Er hatte hunger. Und durst.
In der Küche sah er schon Sirius an dem Tisch sitzen und aus einer Tasse nippen. Lächelnd trat der Werwolf an ihn heran und drückte ihm einen leichten Kuss in die Haare. "Gut geschlafen?"
"Schlechter als du", gab Sirius zurück und grinste. "Was hast du gestern Abend gemacht, dass du tatsächlich mal nach mir aufwachst?"
"Die Zeit mit dir genossen", antwortete Remus wahrheitsgemäß und nahm sich etwas zu trinken. Als er sich umdrehte, sah er gerade noch, wie Sirius so tat, als würde er sich übergeben. Schmunzelnd über dessen kindisches Verhalten setzte er sich neben ihn und nahm einen Schluck aus seiner Tasse.
Es dauerte nicht lange, bis er bemerkte, dass Sirius ihn beobachtete. Als er aufsah und seinen Blick traf, wurde ihm automatisch heiß. An die Intensität, mit der Sirius ihn betrachtete, hatte er sich nie gewöhnt.
Im nächsten Moment lagen ihre Lippen aufeinander und bewegten sich in heftigem Verlangen. Wie von selbst vergruben sich Remus' Hände in Sirius' Haaren und zogen ihn näher an sich. Ungeduldig stand er auf und presste den kleineren an den Tisch, sodass dieser sich kaum rühren konnte. Obwohl er kaum Luft bekam, hörte er nicht auf, Sirius zu küssen. Er konnte einfach nicht. Diese Gefühle... Er hatte es so vermisst. Als er spürte, wie raue Hände unter sein Shirt glitten, durchfuhr ihn eine altbekannte Hitze, während sich Blut in seiner unteren Region sammelte. Wieso hatte der Schwarzhaarige nur so einen starken Effekt auf ihn?
Auch Remus' Hände gingen nun auf Wanderschaft, obwohl sie den Körper vor ihm schon am Tag zuvor in und auswendig gelernt hatten. Laut stöhnte er auf, als sich Sirius enger an ihn presste und seine Zunge gewaltsam Eintritt zu seinem Mund suchte. Remus verwehrte ihm den nur, um ihn ein wenig zu ärgern, woraufhin dieser sich revanchierte, indem er ihn in den Hintern kniff. Sirius' Hand schien daran gefallen gefunden zu haben, denn sie bewegte sich nicht weg.
Plötzlich ertönte ein polterndes Geräusch, was beide auseinanderfahren ließ.
Remus räusperte sich leise, um seine Stimme wiederzufinden, und fragte dann: "Wer ist da?"
"Wer wohl", kam eine mürrische Antwort zurück und kurz darauf betrat eine junge Frau mit pinken Haaren den Raum.
"Tonks", entfuhr es Remus überrascht und er warf einen kurzen Seitenblick auf Sirius, der versuchte so auszusehen, als hätten sie nicht gerade rumgemacht.
"Natürlich ich, wer ist denn sonst so blöd und stößt immer wieder an dieses verdammte Teil?"
Laut lachte Sirius auf. "Verdammt ist es wirklich."
Jetzt, da Tonks da war, hielten sich die beiden voneinander fern. Es war anscheinend eine unausgesprochene Abmachung, dass sie es geheim hielten. Nach und nach trudelten noch ein paar Personen ein und es dauerte, bis sie wieder allein waren. Teilweise allein. Tatsächlich waren sie zu zweit oben in Sirius' Zimmer, während unten in der Küche noch Molly rumwuselte.
"Remus?"
"Ja?"
"Ich würde Harry gerne von uns erzählen."
Der Werwolf lächelte leicht. "Natürlich, Sirius. Du kannst es erzählen, wem du willst."
"Glaubst du, er nimmt es gut auf?"
"Er ist James' und Lilys Sohn, da kann es doch nicht schlimm werden."
Sirius grinste, leicht wehmütig, als er an seine beiden Freunde dachte. Harry sah aus wie eine perfekte Mischung von beiden.
"Ich würde gerne seine Reaktion sehen", schmunzelte er und brachte auch Remus leise zum Lachen.
"Dann sag es ihm doch persönlich", schlug Remus vor, auch wenn ihm bewusst war, dass er es noch eine Weile dauern konnte, bis es dazu kommen würde.
"Stimmt, das mach ich."
Keiner von beiden wusste, dass es nie dazu kommen würde.
1849 Wörter
A/N
Ich habe lange überlegt, ob ich das überhaupt hochlade... Aber hey, ihr kennt meine Adresse nicht, da kann mir nichts passieren.
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