36.

Mein Herz zerbrach in tausend Scherben.
Ich fühlte mich, als hätte man mir das Wichtigste in meinem Leben genommen.
Seine Worte hallten in meinem Kopf noch Minuten, nachdem er es ausgesprochen hatte.
Es kam mir so unwirklich vor.
Kurz dachte ich mir, ich würde träumen, doch bei den Schmerzen, die ich in meiner Brust wahrnahm, wäre ich schon längst aufgewacht.

Ich habe mich in Louis verliebt!
Ich habe mich in Louis verliebt!
Ich habe mich in Louis verliebt!
Ich habe mich...
Ich habe...
Ich...
Ich...

Immer wieder hörte ich diese Worte in meinem Kopf. Sie nahmen mir die Luft zum atmen, die Ränder meiner Augen wurden schwarz. Wenn ich nicht endlich aufhörte, darüber nachzudenken, dann würde ich in Ohnmacht fallen.

"Ana?!", holte mich eine Stimme in die Gegenwart zurück.

Ich zwang mich, mir meine Gefühle nicht anmerken zu lassen. "Ja?", fragte ich. Erleichtert bemerkte ich, dass sich meine Stimme normal anhörte. Aber selbst wenn nicht, Alex schien so verzweifelt, dass er es wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen hätte.

"Hasst du mich jetzt?", fragte er verlegen und verzweifelt.

"Hassen?", geschockt sah ich ihn an. "Nur weil du dich in deinen besten Freund verliebt hast? Du kannst nichts für deine Gefühle."

Erleichtert umarmte er mich. Trotz des Geständnisses, welches ich gerade gehört hatte, konnte ich meine Gefühle nicht verhindern. Wärme stieg in mir auf, sodass ich wieder nur hoffte, dass er nichts bemerkte. Aber er hatte gerade ganz andere Probleme.

"Wie hast du es herausgefunden? Seit wann weißt du es? Und wieso erzählst zu es ausrechnet mir und ausgerechnet jetzt?", sprudelten die Fragen aus mir heraus. Mir war bewusst, dass ich die Antworten kaum ertragen konnte, aber ich musste es wissen.

Alex rieb sich die Augen, ich bemerkte den Schimmer in ihnen und auch das tat mir im Herzen weh. Es musste schrecklich sein, sich in seinen besten Freund zu verlieben.
Du sprichst aus Erfahrung..., sagte meine innere Stimme.
Nur mit dem Unterschied, das Alex nicht mein bester sondern ein guter Freund ist!, gab ich zurück.

"Ich hab's vor etwa einem Jahr gemerkt", erzählte er mir. "Mir ist aufgefallen, dass ich Louis immer öfter Aufmerksamkeit geschenkt habe. Irgendwann ist mir dann klar geworden, dass es mehr als freundschaftliche Gefühle sind meine Hoffnung war, dass mit der Zeit meine Gefühle für ihn wieder verschwinden würden, aber das war nicht so. Und jetzt... jetzt hat er sich vor Cara getrennt. Einerseits tut es mir leid, weil ich weiß, dass Cara ihn wirklich liebt, andererseits macht mein Herz Freudensprünge, da es immer noch die Hoffnung hat, dass Louis das selbe für mich empfindet. Meinem Verstand ist natürlich klar, dass das völliger Mist ist, aber ich kann nicht anders. Ich hasse mich dafür, dass ich mich freue, obwohl Caras Herz gebrochen wurde."

Schweigend saß ich neben ihm. Mein eigenes Herz war gebrochen, doch trotzdem versuchte ich, mir nichts anmerken zu lassen. Meine eigenen Gefühle würden hier alles nur noch verrückter machen, als es ohnehin schon war.

"Wieso ausgerechnet ich?", fragte ich ihn leise. Mir entging nicht, dass er unruhig auf dem Boden hin und her rutschte.

"Nun ja, du hattest mal gesagt, dass ich mit allen Problemen zu dir kommen kann. Und außerdem, wenn du mich jetzt hassen würdest... na ja...", er ließ den letzten Satz unvollständig in der Luft hängen, sodass ich mir das Ende selbst denken musste.

"Wenn ich dich jetzt hassen würde, ist es nicht ganz so schlimm, weil ich in ein paar Monaten sowieso unter der Erde liege!"

Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top