10

Meine Nerven liegen blank, als es klingelt und die Anderen zu uns stoßen. Bei der Begrüßung kann ich Leon kaum in die Augen schauen, woraufhin er verwirrt die Augenbrauen nach oben zieht. Mein Herz schlägt schnell in meiner Brust und ich zwinge mich selbst ruhig zu atmen. Ich darf mir nichts anmerken lassen. Trotzdem bin ich mehr als nervös, wenn ich an mein späteres vorhaben denke.

Ich werde Leon heute küssen - sobald sich ein geeigneter Moment ergibt. Fuck, auf was habe ich mich da bloß wieder eingelassen. Allison hat mich solange bequatscht, bis ich ihr zugestimmt habe. Und tief in meinem Inneren weiß ich, dass sie Recht hat.

Nachdem wir die Pizza gegessen haben machen wir uns auf dem Weg zum Kino. Dort angekommen holen wir unsere Tickets ab, die wir vorab reserviert haben. Praktischerweise ist Allison diejenige, die die Sitzplätze an uns verteilt, sodass ich rein zufällig neben Leon sitze. Als meine beste Freundin mir die Karte zusteckt, zwinkert sie mir grinsend zu. Ich unterdrücke das Bedürfnis die Augen zu verdrehen und wende meine Aufmerksamkeit unseren Freunden zu.

Max kauft sich gerade eine Tüte Popcorn, genau wie Glen und Sophia. Brian umarmt seine Freundin Jocelyn lächelnd von hinten und flüstert ihr etwas ins Ohr, was sie zum kichern bringt. Luke und Kiyan sind in ein hitziges Gespräch vertieft, während Vika sich leise mit Leon unterhält. Allison und ich stehen etwas abseits der Gruppe.

„Zieh nicht so ein Gesicht, Jake", meint Allison, „Es wird nichts schlimmes passieren."

„Ich bin nur nervös", teile ich der Braunhaarigen mit und verschränke meine Hände ineinander.

„Es gibt keinen Grund nervös zu sein. Leon kann seine Augen schon den ganzen Mittag kaum von dir nehmen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er sich über etwas Aufmerksamkeit von dir freuen wird."

„Du machst es nicht besser, Alli."

Leise lachend dreht Allison ihren Kopf weg von mir und beobachtet ebenfalls die Anderen.

„Lasst uns reingehen", fordert sie uns dann auf, als Max, Glen und Sophia erfolgreich ihr Popcorn erworben haben.

Wir folgen ihr in den Kinosaal und machen es uns auf den Sitzplätzen gemütlich. Leon und ich sitzen ganz am Rand. Neben uns sitzen Max, Allison und Kiyan - das hat meine beste Freundin schlau gelöst. Somit ist das Risiko, dass die Anderen etwas von dem möglichen Kuss erfahren, gering. Max weiß bereits von meinem Crush auf Leon, genau wie Allison.

Ich rutsche auf dem gepolsterten Sitz hin und her, bis ich eine gemütliche Position gefunden habe. Ich strecke meine Beine vor mir aus und lege meine Arme auf der Lehne ab. Leon neben mir tut das gleiche, wodurch unsere Unterarme eng aneinander gepresst werden. Keiner von uns unterbricht den Körperkontakt und ein Lächeln bildet sich auf meinen Lippen.

Womöglich hat Allison recht. Ich werde heute einen Annäherungsversuch wagen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Die Lichter im Saal verdunkeln sich und wenig später startet die Werbung.

„Die Werbung dauert gefühlt immer länger als der Film", murmelt Leon und beugt sich leicht in meine Richtung, damit ich ihn besser verstehen kann.

„Wirklich so. Und dabei geht der Mission Impossible doch über zwei Stunden, oder?"

„Ja, die Filme werden auch immer länger. Irgendwann sitzt man mal vier Stunden für einen Film im Kino."

„Beim nächsten Avatar dann", grinse ich und höre Leon leise lachen.

„Wobei ich den letzten Avatar wirklich gut fand - zumindest für einen zweiten Teil."

„Ja, dass stimmt. Ich mochte das neue Setting und den Wasserstamm. Wobei der erste Teil von der Geschichte her stärker war."

„Auf jeden Fall", stimmt Leon mir zu und wir wenden unsere Aufmerksamkeit wieder der Werbung zu.

Jetzt oder nie, spreche ich mir selbst Mut zu und greife langsam nach seiner Hand, die auf unserer geteilten Armlehne liegt. Ich halte angespannt die Luft an und warte auf seine Reaktion. Oh mein Gott, habe ich das gerade wirklich getan? In Zeitlupe verschlingt Leon unsere Finger miteinander und ein Feuerwerk explodiert in meinem Bauch. Ein Schauer läuft mir über den Rücken und ich starre mit großen Augen die Leinwand an. Er hat meine Hand nicht weggestoßen. Das ist doch ein gutes Zeichen?

Ich lehne mich in meinem Sitz zurück und bin mir weiterhin überaus bewusst, dass Leon und ich Händchen halten. Der Körperkontakt schießt kleine Blitzschläge durch meinen Körper und ich versuche, meine Gedanken zu sortieren. Ich kann nicht so wirklich glauben, dass Leon mich nicht abgewiesen hat. Stattdessen hält er meine Hand beinahe vorsichtig in seinen Händen und fährt sanft mit seinen Fingern über meinen Handrücken.

Langsam lasse ich meinen Kopf nach rechts fallen, sodass ich Leon näher bin. Mein Blick bleibt weiterhin auf der Leinwand. Als Leon meine Bewegung spiegelt, stockt mein Atem. Ich drehe mein Gesicht in seine Richtung und habe perfekten Blick auf sein Seitenprofil. Seine Jawline ist markant und seine Wangenknochen zeichnen sich leicht ab. Seine schwarzen Haare fallen ihm leicht vor die Stirn und ich unterdrücke das Bedürfnis, mit meinen Fingern hindurch zu streichen.

Leon dreht nun ebenfalls sein Gesicht, sodass wir nur wenige Zentimeter voneinander entfernt sind. Seine schokoladenbraunen Augen treffen auf meine und ich sehe, wie sein Blick kurz an meinen Lippen hängen bleibt.

Jetzt oder nie, was?

Zu meiner Überraschung ist Leon derjenige, der den letzten Abstand zwischen uns überbrückt und unsere Lippen miteinander vereint. Sein Mund trifft sanft und warm auf meinen und ich verschwende keine Zeit und erwidere den Kuss. Meine Finger schließen sich fester um seine Hand und ich fahre mit meiner freien Hand in seine Haare, um seinen Kopf näher zu mir zu ziehen. Der Kuss ist langsam und es ist ein vorsichtiges herantasten. Seine Lippen fühlen sich weich an und die Gedanken in meinem Kopf fahren Achterbahn.

Leon hat mich geküsst.
Er hat mich geküsst.
Wenn das kein eindeutiges Zeichen ist, dann weiß ich auch nicht weiter.

Noch immer treffen unsere Münder aufeinander und ich lasse zu, dass Leon den Kuss vertieft. Er verschwendet keine Zeit und erforscht mit seiner Zunge meinen Mund. Der Kuss wird fordernder und leidenschaftlicher, was mein Herz höher schlagen lässt. Ich vergrabe meine Finger in seinen dichten Haaren, was ihm ein kleines Geräusch entlockt und mich in den Kuss hinein grinsen lässt.

Es fühlt sich gut an ihn zu küssen. Es fühlt sich richtig an. Als wären unsere Körper dafür geschaffen, einander zu ergänzen. Seine Berührungen sind liebevoll, aber voller Selbstbewusstsein und ich sauge Leons Zuneigung auf, wie ein trockener Schwamm das Wasser.

Allison hatte recht. Manchmal muss man etwas riskieren, um belohnt zu werden.

𐙚˙⋆.˚ ᡣ𐭩

Ayyyy endlich !!!

Eine Sache möchte ich loswerden:
Bitte fragt unter Kapiteln, die noch keine Woche alt sind, nicht bereits wieder nach dem nächsten Kapitel. Ich weiß ihr meint das nicht böse und wollt wissen, wie es weitergeht, dennoch mag ich es nicht unter Druck gesetzt zu werden. Wattpad ist nur ein Hobby. Ich verdiene hier kein Geld und schreibe in meiner Freizeit. Ich studiere dual, was viel meiner Zeit in Anspruch nimmt und das wird IMMER vor Wattpad stehen - Meine Karriere geht vor.
Also bitte kommentiert doch etwas anderes, z.B. wie euch das Kapitel gefallen hat, anstatt immer nach neuen Kapiteln zu fragen (wenn frisch geupdatet wurde).
Danke.

Denkt an den Stern! <3

Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top