❉ 29 ❉
Taehyung
Gerade fühle ich mich emotional echt am Ende. Meine Nerven liegen blank, meine Hände zittern und mein Herz rast vor Aufregung.
Mein Freund beobachtet mich dabei und lacht mich aus.
„Taehyung, wir springen nur von mir zu dir. Wir durchqueren keine Dimensionen, das verbraucht viel mehr Energie und ist gefährlicher", grinst er und hält mich an der Hüfte fest. Soll mich das etwa beruhigen?! Wir teleportieren uns schließlich gleich!
„Warum lasse ich mich immer auf so eine Scheisse ein?", fluche ich und schließe nervös die Augen. Vielleicht sind das hier gerade meine letzten Momente... sollte ich nicht wenigstens meinem Vater sagen, dass ich ihn liebe? Und meinen Freunden schreiben, wie viel sie mir bedeuten? Und Jin Noch einmal küssen?
Ein genervtes Seufzen holt mich aus meinen Gedanken. „Baby, denkst du echt ich würde mit dir springen, wenn ich nicht sicher bin, dass alles gut endet? Wir wissen ja nicht einmal, ob ich dich überhaupt mitnehmen kann! Vielleicht bleibst du auch hier ganz alleine stehen und ich lande in deinem Zimmer. Das wäre allerdings sehr schade, dann muss ich mich ja alleine in deinem Bett vergnügen", zwinkert er noch und ich haue ihm auf die Schulter.
„Das ist jetzt nicht der Moment für sowas!", ermahnt ich ihn, aber atme dann tief durch. „Okay. Wir können. Und wenn ich nicht mitkomme, dann spring sofort hierhin zurück!"
„Ja klar doch, Chef", grinst Jin und küsst mich dann noch einmal zärtlich, bevor er mich in die Arme nimmt.
„Schließ am besten deine Augen und halt dich gut fest."
Meine Hände schließen sich fast schraubstockartig um seine Hüfte und ich kneife fest meine Augen zusammen, während ich meine Stirn auf seiner Schulter ablege.
„Ich hoffe wirklich, dass es klappt", höre ich Jin noch murmeln und dann breitet sich das wohl merkwürdigste Gefühl in mir aus, was ich je verspürt habe.
Es ist eine Art Ziehen, gleichzeitig kribbelt alles und fühlt sich unfassbar weit weg an. Ich kann nicht atmen und mir wird furchtbar schlecht, während mein Körper zu glühen scheint. Ich würde gerne weinen, aber ich kann nicht, ich spüre nicht einmal mehr Jin, an dem ich mich so sehr festgehalten habe. Mein Hirn ist wie weggefegt, also wäre ich auf einem schlechten Trip.
Meine Gedanken finden keinen klaren roten Faden und ich bin innerlich wie aufgelöst. Und trotz dieser beängstigenden Momente, fühlt es sich nicht mal richtig schlecht an, sondern einfach nur überfordernd und anders. Als wäre ich in kleine Stücke gerissen und über mehrere Galaxien verteilt worden.
„Du kannst mich jetzt los lassen." Jins amüsierte Stimme kommt irgendwo in meinem Gehirn an und erst jetzt merke ich, dass ich meine zittrigen Beine wieder spüre und auch wieder ausatmen kann.
„Oh Gott", stammele ich, als ich meine tränenden Augen öffne und mich vorsichtshalber immer noch an meinen Freund klammere, der mich jetzt etwas besorgt mustert.
„War es sehr schlimm?", erkundigt er sich, aber ich gehe gar nicht weiter auf ihn ein, sondern sehe mich stattdessen staunend um. Wir stehen in meinem Zimmer - über zehn Kilometer von Jins Wohnung entfernt und es nur wenige Sekunden und keinerlei Schlüssel für Türen gebraucht, hier zu stehen.
Ich habe mich gerade teleportiert.
Na gut - nicht aus eigener Kraft, aber immerhin bin ich nicht in meine Einzelteile auseinandergegangen, sondern heile hier angekommen.
„Das ist so heftig", murmele ich und lasse mich von Jin zu meinem Bett führen, der der Meinung ist, dass ich etwas zu blass bin.
„Geht es dir gut? Fühlst du dich sehr anders?", erkundet er sich besorgt und ich sehe ihn das erste Mal wieder richtig an.
„Jin, das war so krass!" Ich bin gerade auf einem richtigen Hoch und immer noch etwas wackelig, aber doch sehr euphorisch beuge ich mich vor und küsse meinen Freund etwas zu stürmisch auf seinen einladenden Mund.
„Was meinst du... können wir uns auch mal in die Karibik teleportieren?"
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