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Taehyung

Zufrieden verlasse ich das Kino. Viel zu lange schon bin ich nicht mehr in fiktionale Welten eingetaucht, um mich vor der Außenwelt zu flüchten und es war eindeutig an der Zeit, die ganze Scheisse mal wenigstens für einen Augenblick auszublenden.

„Der Film war richtig dämlich", äußert sich Jungkook und ich strecke mich nach dem ewigen Sitzen etwas, wobei mein helles Hemd aus meiner engen Hose rutscht und ein Stück Haut aufblitzt. Seokjins Blick fällt sofort darauf und innerlich grinsend bleibe ich extra ein wenig länger so, ehe ich meine Arme wieder fallen lasse und Jin seine dunklen Augen wieder von mir nimmt.

„Ich fand den gar nicht mal so schlecht."
„Die Effekte waren der Hammer", stimmt der attraktive Tod Yoongi zu und wir vier verlassen das Kino. Mein fester Freund hat sich uns dreien angeschlossen, weil die beiden anderen ihn unbedingt näher kennenlernen wollten. Na toll - jetzt muss ich denen noch eine Beziehung vorgaukeln.

Nicht das ich nicht mit Seokjin zusammen sein wollen würde, aber mich wurmt es, dass es nicht echt ist. Sondern wir es nur machen, weil ich noch weniger Lust habe Jungkook und Yoongi viel erklären zu müssen. Und außerdem freuen sich die beiden wie kleine Kinder für mich, dass ich endlich auch jemanden gefunden habe und wir auf Doppeldates gehen können.

„Wie wäre es noch mit einem Wein?", schlage ich vor und mir wird ganz warm, als Seokjin nach meiner Hand greift. Schnell stoppe ich das verliebte Lächeln, welches sich auf meinen Lippen ausbreitet. Nur weil er sagt das er mich mag, bedeutet es schließlich nicht, dass er auch romantische Gefühle hegt und eine echte Beziehung zu führen ist sowieso nochmal was anderes.
„Sehr gerne", grinst mein falscher Freund und ich funkele ihn verspielt an.

„Geht ihr zwei mal alleine, Bunny und ich haben noch was vor", wehrt Yoongi allerdings ab und als er Jungkook dann noch auf den Hintern haut, ist wohl alles gesagt. Schlimmer als die Karnickel - aber vielleicht bin ich ja auch nur neidisch. Schließlich hatte ich viel zu lange keinen Sex mehr und Jin macht mich oft genug ziemlich an.
„Ja dann viel Spaß euch beiden", lache ich und Kookie wackelt nur mit den Augenbrauen. „Den wünsche ich euch auch."

Sofort werden meine Wangen rot und ich verdrehe die Augen. „Erstmal brauche ich Alkohol."
„Ach, tu nicht so. Du willst mich nüchtern genauso sehr wie betrunken", zieht mich Jin auf, als meine besten Freunde uns an der nächsten Bushaltestelle verlassen. Wir beiden hingegen schlendern zu Fuß weiter und genießen die Nachtluft und die Lichter der Stadt.

Dabei hält Jin seine Hand weiterhin fest in meiner, obwohl er ja nicht mehr so tun müsste, als wären wir zusammen. Aber vielleicht hat er es einfach nur vergessen oder er genießt es genauso wie ich.

„Ich glaube, du hast ein zu großes Ego. So unwiderstehlich bist du nämlich gar nicht", necke ich ihn und Seokjin bleibt stehen.
„Ach nein? Das sah die letzten Male aber anders aus."
Er lässt meine Hand jetzt doch los, aber nur um stattdessen meine Hüfte in einem festen Griff zu umfassen. Mir wird ein bisschen heiß, als ich daran zurückdenke, wie sich seine sinnlichen Lippen auf meinen anfühlen und wie verflucht schnell ich die Kontrolle in seiner Gegenwart verliere.

„Weißt du übrigens, dass ich es nicht mag wenn du diese engen Hosen trägst?", murmelt er rau und ich hebe eine Augenbraue.
„Ach, wieso das? Ich finde, sie stehen mir ziemlich gut", antworte ich selbstbewusst und er schnaubt, während er sich einmal über die Unterlippe leckt. Sofort bleibt mein Blick daran hängen.

„Das ist ja das Problem. Erstens, wirst du ständig von allen Seiten angegafft und angeflirtet und zweitens, machst du mich damit ziemlich verrückt." Seine linke Hand wandert von meiner Hüfte zu meinem Hintern und packt einmal fest zu. Mir entweicht eine überraschtes Keuchen und ich reiße die Augen auf.

„Jin, wir stehen mitten in der Stadt!", ermahne ich den süßen Tod verlegen und er lacht nur, während mein Herz Purzelbäume schlägt.
„Ja und? Oder bist du etwa so verklemmt?", stichelt er und ich merke, wie meine Wangen rot werden.

Nein, verklemmt bin ich nicht - aber ich habe immer noch etwas Angst. Mit einer Frau wäre das etwas anderes, aber zwei Männer die in der Öffentlichkeit so offensichtlich flirten? Gar keine Lust auf all den Hass, den sich die homophoben Arschlöcher dann wieder aus ihren Rippen ziehen.

Aber da lässt Jin mich zum Glück auch schon wieder los und nimmt einen kleinen Schritt Abstand zu mir. „Also zieh einfach bitte nicht solche Hosen an, wenn ich nicht mit dabei bin", entscheidet er, greift wieder nach meiner Hand und zieht mich weiter. Dümmlich grinsend und noch immer mit klopfendem Herzen stolpere ich ihm hinterher.

„Wieso? Gefällt dir der Anblick so sehr?", stichele ich und genieße es total, ausnahmsweise mal die Oberhand zu haben. Und dazu machen mich solche Komplimente von so einem gut aussehenden Mann total glücklich.

„Auch. Und außerdem will ich nicht das dich jeder anspricht, also trag sie nur, wenn ich klarstellen kann das du nicht mehr zu haben bist. Die können ja gerne alle schauen und dich bewundern, aber das war es dann auch", giftet er ein bisschen und ich grinse noch mehr, als mir klar wird das er wirklich schnell eifersüchtig wird.

Mmmh, es gibt nichts besseres einen besitzergreifenden Mann solange zu provozieren, bis ihm wirklich der Kragen platzt und er klarstellt, zu wem du gehörst. Tae, hör auf immer so pervers zu denken, rüge ich mich selber. Aber ich kann einfach gar nicht anders, dieser verflucht erotische Tod macht es mir schwer an etwas anderes zu denken.

Entweder bin ich gnadenlos untervögelt, oder Seokjin ist einfach viel zu anziehend. Vielleicht auch beides.

„Soll ich dir mal eine kurzfristige Lösung des Problems verraten?", lächele ich selbstbewusst, als mir eine Idee einfällt und bleibe stehen. Irritiert dreht sich Jin zu mir um und hebt eine Augenbraue. „Ich laufe von jetzt an immer hinter dir? Dann kann ich schauen und die anderen nicht."
„Nein", grinse ich und trete etwas näher, bis sich unsere Nasen fast berühren und ich sehen kann, wie sich die Lichter der Straßenlaternen in Jins Pupille spiegeln.

„Wir gehen jetzt zu dir nach Hause und du hilfst mir aus dieser Hose raus."











(Authors Note: Ich bin sehr bei dem Aspekt des Besitzergreifens darauf bedacht, dass es "Zu jemandem gehören" und nicht "jemandem gehören", heisst. Tae ist kein Objekt und damit die Beziehung nicht toxisch und wahnhaft wird, soll Jin ihn schließlich als Person respektieren. Aber hallo, so ein bisschen jealousy kann ja wohl sexy sein (; )

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