❉ 06 ❉

hope you stay safe /and home/ <3
danke das ihr dieser geschichte eine chance gebt, auch wenn euch das ship vielleicht nicht anspricht. mir selber sind shippings verflucht egal, da ich lieber mit den charakteren spiele, statt typischen mustern zu folgen.
aber da mir immer wieder auffällt, wie unaufgeschlossen wattpad eigentlich dem thema bezüglich ist und wie aggressiv ships teilweise gefordert und durchgesetzt werden, wollte ich nur einmal D A N K E sagen!
make wattpad a comfortable place again <3



Taehyung

„Hey Taehyung, du warst ja wirklich ewig verschollen!"
Jimin springt mich förmlich von der Seite an und haut mir einmal freundschaftlich, aber etwas zu fest auf die Schulter. „Dich konnte man gar nicht erreichen! Ich musste mich überall umhören! Hoseok hat nur erzählt du wurdest überfallen! Und dann kannst du mich nicht mal kurz anrufen um mir das zu sagen?"
Er schmollt und verzieht seine plumpen Lippen, während er mir wie ein kleiner Koala an dem Arm hängt und seine helle Stimme dabei in meinen Ohren klingelt.

„Jimin, du machst mir Kopfschmerzen mit deinem Geschrei. Ich habe eine Gehirnerschütterung und bei den Dezibel, die dein Gezeter auslöst, vibriert mein armes Denkorgan gleich nochmal in alle möglichen Richtungen!"
Etwas zu grob schüttele ich ihn ab und sofort schaut er mich entschuldigend, aber nicht weniger neugierig an.

„Tut mir leid, TaeTae. Aber jetzt erzähl mal, was ist genau passiert?"
„Du bist viel zu neugierig, Jiminie," befinde ich und er schnauft. „Man hat dich vier Tage nicht erreichen können, da habe ich ja wohl jedes Recht mal nachzufragen!"

Oh man. Freundschaften sind so schrecklich anstrengend, erst recht mit jemandem wie Jimin. Warum mag ich den Chaoten nochmal? Ach ja genau... ich weiß es nicht mehr. Ich muss geistig verwirrt gewesen sein, als ich zugelassen habe, dass sich der Zwerg in mein Leben schleicht. Und jetzt klebt er an mir wie Kaugummi.

„Ich wurde niedergeschlagen, mehr ist nicht passiert."
„Aber Hoseok meinte, du hättest wen verfolgt!" Jimin quetscht sich neben mir durch die Tür in den Hörsaal und sucht sich den Platz neben mir aus.
„Hoseok, dieses Lästermaul...", grummele ich und packe meinen Block und einen Stift aus, während sich meine Laune rapide verschlechtert. Ich habe total vergessen, dass mein Kumpel natürlich mitbekommen hat, dass ich dem mysteriösen Hottie gefolgt bin.

„Das habe ich gehört", meldet sich plötzlich eine Stimme hinter mir und erschrocken drehe ich mich um. Sofort blicke ich in das Gesicht des personifizierten Sonnenscheins und auf meine Lippen schleicht sich ein entschuldigendes Lächeln.
„Hobi du weißt, ich mag dich, aber du bist eben ein kleines Gossip Girl."

Er rollt mit den Augen und schiebt seinen Laptop zur Seite, um sich über den Tisch zu mir zu beugen. „Sei dankbar, dass ich deine Klamotten für dich gekauft habe und sie jetzt in meinem Zimmer aufbewahre. Ich habe dir einen großen Dienst erwiesen und mir Sorgen gemacht, daher habe ich das Recht über deinen kleinen Unfall zu sprechen. Also, jetzt sei ehrlich. Weißt du echt nicht, wer dich niedergeschlagen hat?" Hoseok sieht mich intensiv an und sein Blick macht mir fast schon Angst.

„Eh...", stammele ich nur total überfordert und blinzele einmal, um das unangenehme Gefühl loszuwerden, welches mich befällt.
„Ne, echt nicht. Ich hab den heissen Kerl verfolgt und als ich den verloren habe, wollte ich eigentlich zu dir zurück. Hab mich aber verlaufen und muss wohl irgendwem auf den Keks gegangen sein", rede ich mich heraus und Hoseok hebt ungläubig eine Augenbraue, während Jimin neben mir die Luft einzieht.

„Wie fies muss man denn sein, um unschuldigen Passanten einen überzuziehen?"
Der kleine Chaot sieht mich erschrocken an und glaubt mir zu hundert Prozent. Hoseok hingegen hat sich missbilligend schnalzend wieder richtig auf seinen Platz gesetzt und wirft mir einen Blick zu, der so viel besagt wie: Darüber reden wir noch!

Ich lächele ihn noch einmal mehr oder weniger überzeugend an und dann kommt schon der Professor und erlöst mich von der unangenehmen Situation. Während der Vorlesung bin ich mit meinen Gedanken ganz woanders und erwische mich ständig dabei, wie ich wie verrückt kleine Details des mysteriösen Mannes auf meinen Block kritzele. Mal seine Augen, deren unglaubliche Tiefe ich überhaupt nicht mit einem Stift und Papier einfangen kann und dann wieder seine breite Statur, die definitiv zum Schmachten einlädt.

Als die 90 Minuten endlich vorbei sind, krame ich so schnell es geht meine Sachen zusammen und verlasse den Hörsaal so fluchtartig, dass man meinen könnte, jemand wäre hinter mir her.
„Taehyung?", höre ich Jimin noch verwundert fragen, aber ich gewinne schnell an Abstand und lasse mich auf dem Flur von dem Treiben der anderen Studenten verschlucken. Ich hatte jetzt absolut keine Lust darauf, die Zeit bis zu meinem nächsten Seminar mit meinen Freunden zu verbringen.

Stattdessen mache ich mich geradewegs auf den Weg zur Bibliothek und habe Glück, einen der begehrten Sitzplätze ganz oben in der Ecke zu ergattern. Hier hat man nicht nur die meiste Ruhe und den großen Schreibtisch, sondern auch einen guten Ausblick aus einem der vielen Fenster auf das bunte Treiben des Campus. Diese Abteilung der Bibliothek liegt im zweiten Stock und ist mit Abstand die beliebteste. Es ist quasi unmöglich, hier am Nachmittag einen Platz zu bekommen, aber vormittags ist das zum meinem Glück noch kein Problem.

Zufrieden packe ich meine Unterlagen und meinem Laptop aus, um die Vorlesung von eben nachzuarbeiten. Ich verteile alles kreuz und quer auf dem Tisch, der Platz mit gegenüber bleibt zum Glück leer und so kann ich mich ganz ausbreiten. Deprimiert starre ich anschließend auf meine Unterlagen und versuche aus vereinzelten Wörtern einen Zusammenhang zu interpretieren.
Selber schuld, wenn ich nicht vernünftig zuhöre und mir kein einziges Wort wirklich gemerkt habe. Aus meinen wenigen Notizen kann ich nur die Hälfte schließen und so gebe ich letztlich doch auf und lehne mich stattdessen auf dem unbequemen Stuhl zurück.

„Wieso bin ich diesem Kerl denn nun schon so oft begegnet?" Und schwupp - meine Gedanken sind wieder bei dem Great Mr. Unknown.
Es kann mir ja niemand erzählen, dass das reiner Zufall war. Nachdenklich kräusele ich meine Nase und starre auf meinen Notizblock mit den vielen Kritzeleien. „Und warum lässt er mich einfach nicht los?"

Mit den Fingerspitzen fahre ich über eine Zeichnung seiner plumpen Lippen, die ich irgendwie verflucht gut eingefangen habe. Gott, dieser Typ ist ein Traum von Mann. Halleluja. Wenn man den Kerl sieht, hört man ja quasi die Engel singen. Vermutlich lassen sich durch ein einfaches Lächeln von ihm alle Weltkriege beenden und wenn man ihn küsst, kommt man bestimmt schon alleine davon.

Bevor ich mich noch weiter in schmachtenden Gedanken verfangen kann, reiße ich mein Blick schließlich von den kleinen Bildern los und schaue stattdessen zu den schier endlosen Reihen an Bücherregalen, zwischen denen ab und an ein Student auftaucht, bevor er wieder vom Wissen verschluckt wird. Oder er depressiv die Suche aufgibt und beschließt, dass Studium abzubrechen und Sugarbaby zu werden.

Ein groß gewachsener Mann fängt dabei meine Aufmerksamkeit mit Leichtigkeit ein und mir auf die Lippe beißend, sehe ich mir seine starke Statur von hinten an. Breite Schultern, schmale Hüfte und ziemlich dunkles Haar. Fast schon wie der -

Ich verschlucke mich an meiner eigenen Spucke, als er sich umdreht und sich seine dunklen Augen förmlich in meine bohren. Ich glaube, mein Herz hat aufgehört zu schlagen als er sich mit einem leichten Lächeln auf den Lippen in Bewegung setzt und direkt auf mich zukommt. Direkt. Auf. Mich. Zu.

Mit Schnappatmung und Augen so groß wie Untertassen sehe ich den verfluchten Mr. Unknown an, der sich jetzt viel zu lässig vor mich stellt, sodass ich von unten zu ihm hochschauen muss.
Ganz entspannt deutet er auf die andere Seite meines Arbeitstisches, auf dem meine ganzen Unisachen verteilt liegen.

„Ist der andere Platz noch frei?"

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