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Kiyan: Wie geht's dir?
Lächelnd schaue ich auf mein Handy herunter. Gerade haben Jacob und ich Mathe-Unterricht und wir sollen eigentlich Aufgaben machen, aber ich chatte nebenher unauffällig mit Kiyan. Bis jetzt hat meine Lehrerin noch nichts gemerkt, nur mein bester Freund neben mir schnaubt genervt: „Könnt ihr zwei eigentlich auch mal ein paar Stunden ohne einander?"
Ohne ihm zu antworten beginne ich eine Antwort zu tippen.
Allison: Gut und dir? :) Wie geht es deiner Rippe? Darfst du schon wieder trainieren?
Kiyan: Ja auch. Rippe ist soweit in Ordnung, darf heute wieder mit trainieren. Brian fragt die ganze Zeit nach Jocelyn... ;)
Allison: Hahahhaah, da hat er sich wohl verguckt. Sag ihm sie kommt mit zum Spiel, da kann er sie wieder sehen.
„Mrs. Stein guckt. Handy weg, Alli!", warnt mich Jacob ehe er mir seinen Ellenbogen leicht in die Seite rammt.
„Danke", raune ich dem Blonden zu und packe mein Handy eilig in meine Jackentasche. Dann tue ich so, als würde ich konzentriert an den Aufgaben arbeiten und drehe den Kugelschreiber locker in meiner Hand hin und her.
„Was läuft denn jetzt eigentlich zwischen dir und Kiyan?"
„Keine Ahnung. Wir verstehen uns gut und schreiben täglich", meine ich schulterzuckend.
„Er will was von dir", stellt mein bester Freund fachmännisch fest.
„Mhhhh."
„Und du findest ihn auch gut, nh?"
„Eventuell", gebe ich zu und ziehe das Wort dabei unnötig in die Länge, „Aber wir kennen uns kaum."
„Manchmal passt es zwischen zwei Menschen einfach. Und zwischen euch hat es garantiert gefunkt", ermuntert mich Jacob.
„Ich kann ihn halt null einschätzen. Er hat Stimmungsschwankungen."
„Vielleicht bekommt er bald seine Tage?", lacht der blonde Hüne neben mir und stupst mich freundschaftlich an.
„Wer weiß", stimme ich in sein Lachen mit ein.
Auf einen warnenden Blick unserer Lehrerin hin, verstummt unser Lachen und wir wenden uns wieder unseren Aufgaben zu.
Nach dem Unterricht verlassen wir das Klassenzimmer und laufen in die Kantine.
„Uh, was gibt es heute zu Essen?", stößt Max zu uns und läuft gemeinsam mit Jacob und mir auf unseren Stammtisch zu.
„Ich glaube Spaghetti", antwortet mein bester Freund ihm
und lässt sich auf einen Stuhl fallen.
„Ich geh mir was holen, wollt ihr auch?"
„Nein danke, den Fraß hier nehme ich nicht freiwillig zu mir", antworte ich grinsend.
„Hey", ertönt ein helle Stimme und schon lässt sich Jocelyn auf den freien Platz neben mir fallen.
„Hey. Wie war Mathe?"
„Langweilig. Wie immer", antwortet die Blondine und packt ihre Brotdose aus.
Ich tue es ihr gleich und in stiller Übereinkunft beginnen wir zu essen. Jacob hat seine Nase unterdessen in ein Buch gesteckt und beachtet uns nicht weiter.
„Gott, sieht das Essen eklig aus", kommt Max zurück an unseren Tisch und mustert den Brei auf seinem Tablett kritisch.
Prüfend schaue ich die undefinierbare Masse auf dem Teller an und stimme ihm dann nickend zu: „Das sieht aus wie hingespuckt."
„Wow. Danke, Alli. Jetzt habe ich erst recht hunger", gibt Max leicht beleidigt von sich und schiebt das Tablett in die Mitte des Tisches.
„Ey, du brauchst es gar nicht erst zu mir schieben", äußert sich Jocelyn und schiebt das Essen zurück zu ihrem besten Freund.
Augenverdrehend schnappt dieser sich erneut das Tablett und macht sich scheinbar auf den Weg zum
Mülleimer.
Lachend schaut Jocelyn mich an: „Der Arme."
„Schon", grinse ich und packe meine leere Brotdose wieder in meine Handtasche.
„Jetzt haben wir gleich Sport. Gar kein Bock", gibt Jacob kläglich von sich und schaut wehleidig auf die Uhr. Wir haben noch exakt fünf Minuten Pause und müssen dann vor der Sporthalle stehen. Mal sehen was sich unser Lehrer heute ausgedacht hat um uns zu quälen. Dieser kleine Sadist hat immer etwas neues im Petto.
✼ ✼ ✼
Völlig verschwitzt trete ich aus der Sporthalle und werde erstmal von der strahlenden Sonne geblendet. Die Schüler hinter und neben mir kneifen ebenfalls ihre Augen zusammen und laufen schnell in Richtung Parkplatz.
Ich wende mich ebenfalls ab und bleibe stehen, als mein Handy piepst.
Kiyan: Heute spontan Zeit?
Allison: Klar. Gib mir zwei Stunden.
Kiyan: Ich hol dich dann ab. Gibst du mir deine Adresse?
Lächelnd tippe ich meine Adresse ein und schicke sie Kiyan.
✼ ✼ ✼
Was soll ich bloß anziehen? Gehetzt laufe ich in meinem
Zimmer hin und her und starre dabei unruhig auf die Uhr. Noch 10 Minuten. Ich hatte bereits geduscht und leichtes Make-Up aufgelegt, aber an der Klamottenwahl scheitert es wohl jetzt.
Ich bin total aufgeregt. Klar haben Kiyan und ich uns schon öfter getroffen, aber da waren wir nie wirklich alleine!
Nervös starre ich in meinen Kleiderschrank. Die schwarze Hose? Nein, die ist zu abgetragen. Aber die blaue Jeans könnte funktionieren. Dazu das weinrote Oberteil und meine schwarzen Chucks und fertig ist das Outfit. Gesagt, getan. Ich schlüpfe in die Klamotten, schnappe mir meine schwarze Handtasche und laufe dann nach unten in den Hausgang. Dort ziehe ich meine ebenfalls schwarzen Schuhe an und werfe eine Jeansjacke über. Perfekt! Ein kritischer Blick in den Spiegel sagt mir, dass ich einigermaßen gut aussehe.
Kiyan: Bin da.
Ich atme einmal tief durch und laufe dann zur Haustür.
„Tschüss, Mum!"
„Ciao Schatz. Viel Spaß", kommt ihre Antwort und schon verlasse ich unser Reihenhaus.
An der Straße parkt ein schwarzer SUV. Schicke Karre. Als ich kurz vor dem Wagen bin, steigt Kiyan aus und lächelt mich an: „Hey Sweetie, cool das es so spontan geklappt hat. Steig ein!"
Ich erwidere sein Lächeln und öffne die Beifahrertür um
einzusteigen.
„Wie war Schule?", beginnt der Schwarzhaarige neben mir das Gespräch mit etwas Smalltalk, während er den Wagen startet und losfährt.
„Langweilig", meine ich, „Und mein Sportlehrer hatte die Mission mich zu killen."
„Dein Sportlehrer?", hakt Kiyan verwirrt nach, „Was hat er gemacht?"
„Ausdauerlauf. Ich hasse laufen", antworte ich ihm, „Er hat uns zehn Runden um den Sportplatz gehetzt und danach hatten wir regulär Unterricht. Ich dachte ich sterbe."
„Mimimimi", lacht mich mein Nebensitzer wenig mitfühlend aus und hält an einer roten Ampel.
„Wie war dein Training?"
„Ganz gut. Hätte besser laufen können, aber der Coach war zufrieden."
„Sei nicht so selbstkritisch", schaue ich ihn augenverdrehend an, „Deine Rippen sahen echt schlimm aus, also sei froh, dass du überhaupt wieder spielen darfst", dabei pikse ich ihm einmal frech in die Seite.
„Ist ja gut", gibt er nach, „Hast du eigentlich Geschwister?"
„Nein, du?"
„Auch nicht."
„Wo fahren wir hin?"
„Dachte wir gehen was Essen? Ich habe richtig hunger", antwortet Kiyan und wirft mir einen fragenden Blick zu.
„Gut, ich habe auch hunger", lächele ich ihn an, „Wobei ich so gut wie immer hunger habe."
Die restliche Fahrt über reden wir über belanglose Themen. So finde ich heraus, dass Kiyan bei seinem Vater wohnt, er schon immer Football gespielt hat und er ziemlich genau ein Jahr älter ist als ich. Sein Vater ist ein berühmter Sportreporter und hat scheinbar ordentlich Kohle, was ich aus Kiyans Erzählungen schlussfolgere und auch anhand seines Autos. Trotz, dass ich Kiyan erst seit wenigen Tagen kenne, fühle ich mich sehr wohl bei ihm. Es kommt mir vor, als würden wir uns schon mehrere Jahre kennen.
„Willkommen beim besten Diner der Stadt", meint Kiyan und hält auf einem Parkplatz vor dem Gebäude. Joe's Diner ist mit einer roten Leuchtschrift über der Tür festgeschrieben.
„Bist du hier öfter?", frage ich ihn neugierig und steige aus dem Wagen aus. Ich laufe um das Auto herum, bis ich neben Kiyan stehe.
„Ja, sehr oft. Mit den Jungs oder sogar mit dem ganzen Team für Siegesfeiern", antwortet der Schwarzhaarige. Ich bin ein wenig überrumpelt, als er, wie selbstverständlich, nach meiner Hand greift und mich in Richtung Diner zieht. Was ist aus dem berührungsscheuen Jungen aus der Umkleide geworden?
Als wir das gemütlich ausgestattete Lokal betreten, ertönt über unseren Köpfen ein kleines Glöckchen und wenige Augenblicke später, steht ein stämmiger Mann vor uns: „Ah, Kiyan! Schön dich mal wieder zu sehen. Und heute sogar in weiblicher Begleitung?" Begrüßt uns der leicht untersetzte Mann freundlich und lächelt überschwänglich. Das er Kiyan vor lauter Freude nicht noch in den Arm nimmt, wundert mich.
„Hi Thomas", erwidert der Junge neben mir, „Das ist Allison", stellt er mich vor und ich werfe dem Mann ins gegenüber ein, wie ich hoffe, nettes Lächeln zu.
„Schön, schön. Dann kommt mal mit", sagt Thomas und beginnt voraus zu laufen.
Kiyan und ich folgen ihm durch das Diner. Es ist ausgestattet mit jeder Menge Sitzbänken, die einen roten Lederüberzug haben und dazu passenden Tischen. Auf den Tischen stehen verschiedene Vasen mit wunderschönen Blumen und daneben wurden Serviettenhalter aufgestellt. An den Wänden hängen einige wenige Bilder mit verschiedenen Motiven. Alles in allem ist es sehr gemütlich hier.
Thomas führt uns zu einem der Tische, an denen bis zu vier Leute platz haben: „Wisst ihr schon, was ihr trinken möchtet?"
Ich folge Kiyans Beispiel und rutsche, nachdem ich meine Jacke ausgezogen habe, gegenüber von ihm auf die Bank.
„Eine Cola, bitte", bestellt mein Gegenüber, „Allison, was möchtest du?"
„Auch eine Cola, bitte", antworte ich.
„Kommt sofort", nimmt Thomas unsere Bestellung entgegen und legt uns, bevor er in Richtung Küche eilt, die Speisekarten auf den Tisch.
„Hat Reece dich eigentlich nochmal dumm angemacht?", ergreift Kiyan das Wort, als wir beide die Karten aufschlagen.
„Nein, seit eurer Prügelei hält er sich von mir fern. Zum Glück", meine ich und schaue Kiyan über den Rand der Speisekarte hinweg an. Ich kann genau sehen, wie sich auf seinen Lippen ein triumphierendes Grinsen ausbreitet, welches er aber schnell wieder versteckt: „Gut", kommt seine knappe Antwort.
„Danke dafür übrigens." Auch wenn das reichlich spät kommt, fühlt es sich gerade richtig an
„Immer gerne. Auch in Zukunft", antwortete Kiyan und grinst frech, „Dem Arschloch haue ich gerne eine rein!"
Eure Meinung bis jetzt?
Was haltet ihr von Kiyan und Allison?
Denkt an den Stern! <3
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