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„Hey Jungs, immer schön ruhig bleiben", erhebe ich meine Stimme und springe von dem Barhocker, um in Richtung der Footballer zu laufen. Jocelyn gibt nur einen entsetzten Laut von sich und schaut mir sprachlos hinterher. Die Muskelpackete wenden nun, einer nach dem anderen, ihre Köpfe in meine Richtung und schauen mich neugierig an.

„Wir wollen doch nicht noch eine Prügelei oder? Dafür ist Justin's Einrichtung viel zu schön", versuche ich die Stimmung aufzulockern und laufe weiter, bis ich direkt bei Reece und Kiyan stehe.

„Babe, geh wieder zurück zu deiner Freundin", stößt Reece plötzlich aus und mustert mich von oben bis unten.

Moment einmal: Hat er gerade Babe zu mir gesagt?!

„Wie war das gerade, Reece?", zische ich ihn an und drehe mich in seine Richtung, sodass ich mit dem Rücken zu Kiyan stehe. Der hat ja wohl den Schuss nicht gehört. Erst heute Morgen habe ich ihm einen Korb gegeben und jetzt tut er so als wäre ich seine Freundin oder eine Affäre.

Ich funkle ihn wütend an und kann es nicht glauben, als der Dreckskerl meinen Blick spöttisch erwidert: „Du hast mich schon verstanden. Geh zurück, Babe", dabei betont er das Wort Babe ganz besonders.

Während ich ihn weiterhin in Grund und Boden starre, erklingt hinter mir nur ein ungläubiges Schnauben. Kiyan und seine Jungs hatte ich ja fast vergessen.

„Allison", setzt Reece erneut an, scheinbar hat er endlich bemerkt, dass er mit Babe nicht weit kommt, „Wir müssen das hier jetzt nicht ausdiskutieren."

„Es gibt nichts auszudiskutieren!", rufe ich empört aus, „Jetzt nimm deine Jungs und geht zurück nach oben."

„Nur wenn du mitkommst", gibt Reece von sich, packt grob meine Handgelenke und zieht mich an seine Brust, „Das mit uns ist längst überfällig. Das wissen wir beide."

„Lass mich los", zische ich ihn sauer an und versuche mich aus seinem Griff zu winden. Leichter gesagt, als getan. Jetzt bemerke ich auch, dass sein Atem nach Alkohol stinkt. Kein Wunder, dass er sich wie der letzte Arsch benimmt. Wobei das natürlich keine Entschuldigung ist.

Als Reece nicht reagiert entreiße ich ihm grob meine Arme und trete sofort einen Schritt zurück. Bloß weg von ihm. Ich zucke überrascht zusammen, als Kiyan sanft meine Oberarmen berührt und mich hinter sich schiebt. Sein breiter Körper verweigert mir so jede Sicht auf Reece.

„Ah, ich verstehe. Die Schlampe hat dich also gestern gefickt", meint Reece plötzlich und legt so viel Verachtung in seine Stimme, dass ich erneut zusammenzucke.

Meine größte Schwäche ist es wohl, dass ich sehr empfindlich bin, bei dem, was Andere über mich sagen. Selbst wenn es Arschlöcher wie Reece sind. Ich bin zwar im großen und ganzen Selbstbewusst, dennoch plagen auch mich Unsicherheiten und Ängste.

„Hoffentlich hast du sie richtig hart rangenommen. Wenn ich sie in die Finger kriege, werde ich ihr mal zeigen, was guter Sex ist."

Reece hatte kaum zu Ende gesprochen, da holt Kiyan auch schon aus und schlägt ihm mitten ins Gesicht. Ich gebe ein erschrockenes Keuchen von mir und trete einen weiteren Schritt zurück, wobei ich fast gegen einen von Kiyans Teamkollegen pralle, dem ich nur ein entschuldigendes Lächeln zuwerfe, damit ich nicht zwischen die Fronten gerate.

So schnell kann keiner gucken, da liegt Reece unter Kiyan und Besagter prügelt wie wild auf ihn ein.

„Scheiße, Bro. Es reicht!", gibt ein bulliger Typ, rechts neben mir, von sich und macht einen Schritt auf die beiden Quarterbacks zu, „Kiyan!"

Als er bemerkt, dass sein Gerede nichts bringt, packt er den Schwarzhaarigen kurzerhand am Oberarm und zieht ihn grob von Reece herunter.

„Lass mich!", gibt Kiyan aufgebracht von sich und versucht zurück zu Reece zu gelangen, der stöhnend am Boden liegt.

Als der blondhaarige Hüne Kiyan erneut grob anpackt, stellt er endlich seine Gegenwehr ein.

„Vorsicht", gebe ich von mir, „Pack ihn nicht so grob an. Seine Rippe ist ordentlich am Arsch", meine ich und trete vor um Kiyan kritisch zu mustern, „Alles okay?"

Der Blondhaarige schaut mich ein wenig verdattert an, genau wie der Rest des Teams, lässt dann aber vom Oberarm seines Freundes ab.

„Ja, alles gut", grinst Kiyan mich nur an.

„Gut", meine ich, hole dann aus und gebe ihm eine leichte Ohrfeige, „Was hast du dir eigentlich dabei gedacht? Gestern noch konntest du kaum laufen und jetzt prügelst du dich schon wieder? Geht's noch?", rege ich mich auf, „Was wäre gewesen, wenn Reece deine Rippe getroffen hätte? Willst du in deinem Leben erfolgreich Football spielen? Dann hör auf dich wegen jeder Scheiße zu prügeln verdammt nochmal! Ich habe dich doch erst gestern zusammengeflickt."

Noch während ich sprach, ziehe ich Kiyans Shirt nach oben und mustere seine Rippen. Alles im grünen Bereich: „Du hattest verdammt Glück, du Idiot!"

„Ich mag die Kleine", gibt der Hüne plötzlich von sich, „Sie hat Feuer!"

Erst jetzt bemerke ich, dass alle - wirklich alle - mich anstarren. Kiyans komplettes Team mustert mich schmunzelnd. Unangenehm. Da habe ich mich wohl hinreißen lassen.

„Ich habe nur deine Ehre verteidigt, Sweetie", lächelt Kiyan mich unberührt von meiner Rede an, bevor er seinen Arm lässig um meine Schultern schlingt. Oh. Mein. Gott. Mein Herz rast und ich schaue mit einem unsicheren Lächeln zu dem Blauäugigen auf: „Danke."

„Ich bin Brian", stellt sich der blonde Kerl vor und reicht mir seine Hand.

„Allison", grinse ich ihn an und ergreife seine Hand, „Freut mich."

„Und das ist der Rest von meinem Team", wendet sich Kiyan an mich, während die restlichen Jungs mich nur angrinsen.

Durch ein gequältes Stöhnen hinter uns, richtet sich unsere Aufmerksamkeit auf Reece, der sich gerade langsam vom Boden aufrichtet.

„Alli", torkelt plötzlich Jacob durch den Raum auf mich zu. Er schwankt gewaltig und so wie er lallt, hat er bereits einiges getrunken.

Ich löse mich von Kiyan und eile auf meinen besten Freund zu, der sich, kaum das ich ihn erreiche, mit seinem vollen Gewicht auf mich stützt.

„Wo warst du denn? Ich habe dich überall gesucht, Jacob."

„Oben. Mit Jannis", lallt er nur und verlagert sein Gewicht, sodass wir beide kurz bedenklich schwanken.

„Mann, du bist voll schwer", beschwere ich mich, während ich versuche ihn in Richtung Sofa zu lotsen.

„Das ist reine Muskelmasse, Baby."

Als wir am Sofa ankommen lässt sich Jacob mit so viel Schwung darauf fallen, dass ich mitgezogen werde, da er seine schweren Arme um mich geschlungen hat.

„Jacob!", rufe ich lachend aus und rappele mich von seinem Schoß auf.

„Dein Freund?", ertönt es plötzlich kalt hinter mir.

Ich drehe mich erschrocken zu Kiyan um und starre den Schwarzhaarigen, der meinen besten Freund böse anstarrt, verwirrt an.

„Freund? Nein. Darf ich vorstellen: Jacob, mein bester Freund seit, nun ja, eigentlich schon immer."

„Schau nicht so böse", ergänze ich noch und ziehe mit meinen Fingern seine Mundwinkel in die Höhe, was ihm tatsächlich ein Lächeln entlockt. Erneut schlingt er seinen Arm um meine Schultern und zieht mich an sich: „Reece schaut uns ganz schön böse an."

„Dann lass ihn uns ein bisschen ärgern", meine ich nur, bevor ich meine Arme um seinen Hals schlinge und Kiyan innig umarme. Was in mich gefahren ist? Keine Ahnung.

„Die Idee gefällt mir", sagt er und erwidert meine Umarmung, indem er seine starken Arme um meine Taille schlingt.

„Er schaut immer noch her", flüstert der Schwarzhaarige mir ins Ohr, wobei sein warmer Atem meine Ohrmuschel streift.

„Er ist ein Idiot", antworte ich ihm und löse mich leicht von Kiyan, um zu ihm aufzuschauen.

„Hast du mal was mit ihm gehabt?", fragt er und zieht seine Augenbrauen kritisch zusammen.

„Mit Reece?", meine ich entsetzt, „Um Gottes Willen: Nein!", lache ich, „Er möchte schon seit einer halben Ewigkeit mit mir ausgehen, aber ich hatte keine Lust."

„Alli, können wir nach Hause gehen?", ertönt es hinter uns auf der Couch. Jacob ist gerade dabei sich stöhnend aufzurichten und schwankt erneut in meine Richtung: „Mir ist schlecht."

„Klar, lass uns gehen", antworte ich meinem besten Freund und löse mich mit einem entschuldigenden Lächeln von dem Quarterback. Bros before Hoes, oder zumindest so ähnlich. Beste Freunde gehen vor - immer und überall.

„Gibst du mir deine Nummer?", fragt Kiyan mich plötzlich, gerade als ich zu Jacob laufen wollte, „Ich habe wohl gestern vergessen zu fragen." Er hält mir sein Handy entgegen und ich nehme es grinsend an, um meine Nummer einzutippen.

„Man sieht sich", verabschiede ich mich.



Denkt daran, den Stern orange zu machen ! <3

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