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„Hello ma chérie", begrüßt mich mein bester Freund Jacob grinsend, als ich auf den Schulparkplatz gelaufen komme. Der weitläufige Parkplatz ist randvoll mit jeder Menge Autos und ich habe Glück, dass Jacob und ich einen Treffpunkt ausgemacht haben. Ansonsten hätte ich ihn in den Menschenmengen wohl nicht gefunden. Fast alle Schüler unserer Highschool scheinen anwesend zu sein und auf Grund des Lärmpegels muss ich mich anstrengen meinen besten Freund überhaupt zu verstehen, da er noch einige Meter von mir entfernt steht.
Zudem hatte mein verdammtes Auto heute Mittag den Geist aufgegeben, weswegen ich mit dem Bus fahren musste. Ich hasse Busfahren. Diese ganzen komischen Leute, die dir zu dieser kalten Jahreszeit auch noch immer schön ins Gesicht niesen und die erdrückende Wärme. Ekelhaft. Aber mein Auto ist und bleibt eine Schrottkarre. Wobei ich froh darüber bin überhaupt eines zu haben.
Angestrengt schiebe ich mir meine braunen Haare aus dem Gesicht, während ich auf meinen besten Freund zulaufe und ihn von oben bis unten mustere. Jacob trägt im Vergleich zu mir ein Footballtrikot kombiniert mit einer Jeans, während ich ganz leger in Pullover und schwarzer Hose vor ihm stehe. Ich sehe es ja mal überhaupt nicht ein, ein Footballtrikot zu tragen. Warum sollte ich?
„Hey", umarme ich Jacob als ich endlich vor ihm stehe und gebe ihm noch einen Kuss auf seine, durch die Kälte schon leicht rötliche, Backe.
„Bereit für das Spiel?", fragt er mich schon zum bestimmt tausendsten Mal, nachdem er mein Outfit tadelnd beäugt hatte.
„Ja," lache ich nur wenig begeistert, „Und das wird sich auch nicht ändern, wenn du mich noch tausend mal fragst."
Augenverdrehend schnappt sich Jacob meinen Arm und zieht mich quer über den ebenfalls randvollen Schulhof zum Footballstadion unserer Schule. Auf dem Weg dahin rempeln wir einige unserer Mitschüler an, dass bekommt mein bester Freund aber vor lauter Vorfreude gar nicht richtig mit. Ich kann nichts weiter tun, als den Personen ein entschuldigendes Lächeln zuzuwerfen, da der Blondhaarige meine Hand fest in seiner Gewalt hat und mich gnadenlos hinter sich her zieht.
Jacob ist seit ich denken kann mein bester Freund. Als wir vierzehn Jahre alt waren, hat er sich mir gegenüber als schwul geoutet und ich finde es bis heute mega cool einen schwulen besten Freund zu haben. Das ist doch der Traum eines jeden Mädchens: stundenlange Shoppingtrips, entspannte Filmabende und tagelang von demselben Kerl schwärmen. Da Jacob zurzeit mit Jannis, einem Footballspieler, eine heiße Affäre hat, schleppt er mich, sehr zu meinem Leidwesen, zu jedem Footballspiel mit. Aber heute ist ein ganz besonderes Spiel, unser Footballteam, die Flying Bulls, spielen gegen das ungeschlagene Team der Rosewood High, die Golden Titans, so viel hatte ich bisher herausgefunden. Ich frage mich auch immer wer sich diese bescheuerten Teamnamen ausdenkt, aber das ist wieder ein anderes Thema.
Nun ja, ich persönlich habe keine Ahnung von Football und halte auch nicht besonders viel davon. Meinem besten Freund zu liebe ertrage ich die drei Stunden herumsitzen und nichts tun und nebenbei, es gibt Popcorn. Sogar sehr gutes Popcorn!
Immer noch hinter Jacob her laufend erklimme ich die, bis auf den letzten Platz besetzte, Tribüne und folge dem Jungen im Footballtrikot ahnungslos. Wo will er bitte noch einen Platz finden? Bei keinem einzigen Spiel war es bis jetzt so voll gewesen. Scheinbar verspricht das Spiel gut zu werden.
Doch mein bester Freund läuft zielstrebig auf etwas oder eher gesagt jemanden zu. Mit einem Blick über seine Schulter, was nebenbei bemerkt alles andere als einfach ist, stelle ich fest, dass Jocelyn und Max uns zwei Plätze frei gehalten haben. Gott sei Dank!
Erleichtert, mich nicht mehr durch das Gedränge schlagen zu müssen, umarme ich Jocelyn zur Begrüßung und nicke Max freundlich zu, bevor ich mich auf meinen Platz sinken lasse. Endlich! Ich hasse Menschenmengen.
In der Reihe vor uns beschwert sich gerade ein Mädchen über ihren abblätternden Nagellack und die Jungs neben ihr starren ihr unauffällig auf die Brüste. Solche Neandertaler.
Jacob, der meinen kritischen Blick bemerkt, lässt sich, nachdem er unsere Freunde begrüßt hatte, ebenfalls lachend neben mir nieder.
„Ich freue mich schon übelst auf das Spiel", ertönt es von Jocelyn, der blonden Schönheit links neben mir.
„Ich mich auch, das ist das Spiel der Saison. Dieses Team ist berühmt!", gibt nun auch Max seinen Senf dazu. Na das kann ja was werden.
Als die drei beginnen das gegnerische Team mit unserem zu Vergleichen und zu analysieren klinke ich mich gedanklich aus. Das interessiert mich nicht im geringsten.
Das hat zwei Gründe: Erstens, ich habe sowieso keine Ahnung von den Golden Titans.
Und zweitens ist unser Team einfach nur dumm. Das beginnt schon bei dem Quarterback, Reece, er ist ja heiß und alles, aber ich habe noch nie in meinem Leben eine Unterhaltung mit so etwas Dummen geführt. Ich verstehe nicht warum ihm alle Mädchen unserer Schule hinterher sabbern, allen voran Madelein, Achtung Klischee: die Cheerleader-Kapitänin.
Der Rest unseres Footballteams ist auch nicht gerade weit entwickelt. Sind halt nicht die hellsten Sterne am Himmel. Der einzig etwas fortgeschritten entwickelte ist Jannis, Jacobs heiße Affäre. Zumindest hat mein bester Freund etwas Geschmack.
„Allison? Hey!", wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, als Jocelyn mit ihrem Finger vor meinem Gesicht herum schnippt.
„Huh?!"
„Es geht gleich los! Komm, steh auf", fordert sie mich begeistert auf und strahlt über das ganze Gesicht. Sie ist eindeutig ein Footballfan. Das erkennt man schon am Trikot und zusätzlich dazu, hat sie sich noch ihre Wange in den Farben unseres Teams beschmiert. Das nenne ich mal Einsatz!
Ihr zuliebe erhebe ich mich, wie alle anderen, von meinem Platz und beginne, mehr oder weniger Begeistert, im Takt der einsetzenden Musik zu klatschen.
Kurz darauf rennt unser Team ins Stadion, welches mit lautem Gekreische, seitens der Mädels und Gegröle, seitens der Jungs begrüßt wird. Auch Jocelyn, Jacob und Max schreien sich die Seele aus dem Leib, während ich unmotiviert in die Hände klatsche. Als ob ich mir die Mühe mache diesen Intelligenzbestien zuzujubeln.
Unser Team, in ihren blau, weißen Trikots, stellt sich auf der rechten Seite des Feldes auf und hält allem Anschein nach eine Teambesprechung ab.
„Kann ich mich jetzt wieder hinsetzen?", frage ich Jacob genervt.
„Nein. Das andere Team kommt noch und Allison, glaub mir: Die willst du nicht verpassen."
Mein Blick sagt wohl mehr als tausend Worte, denn Jacob fügt erklärend hinzu: „Die Spieler sind übertrieben hot und der heißeste von allen soll ihr Quarterback sein."
„Aha", verständnislos nickend wende ich meinen Blick wieder nach vorne auf das Spielfeld. Nicht so, dass die Spieler alle ihre Ausrüstung inklusive Helm tragen, was bringt es mir da, wenn einer ein hübsches Gesicht hat? Richtig, nichts.
Endlich setzt die Musik erneut ein, nur mit deutlich weniger Geklatsche. Auch mir wurde von Jocelyn aus Loyalität zu unserem Team, verboten zu klatschen. Doch als das Team in ihren gold, roten Trikots einläuft geht ein keuchen durch die Reihen und die Mädels fangen an wie verrückt zu kreischen. Haben die einen Röntgenblick oder so? Man erkennt einfach Null, wie die Jungs aussehen, die sich gerade auf dem Feld warm laufen, dank ihrer dicken Footballkleidung.
Schulterzuckend lasse ich mich endlich zurück auf meinen Sitzplatz fallen und stopfe mir Jocelyn's Popcorn in den Mund. So lässt sich's leben. Den empörten Blick der Blondine ignoriere ich. Selbst Schuld wenn sie es einfach da stehen lässt.
Bitte denkt ans voten! <3
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