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Aufmerksam laufe ich durch die überfüllten Gänge meiner neuen Schule und versuche Raum 221 zu finden. Das ist gar nicht so leicht.
Ich hasse es, dass meine Eltern andauernd wegen ihrem ach so tollen Job umziehen und mich natürlich mitschleppen. Sie arbeiten für eine große Firma im Außendienst und werden fast jährlich an einem neuen Standort gebraucht. Was ich davon halte ist ihnen egal. Für mich ist es extrem schwer Anschluss, geschweige denn echte Freunde, zu finden. Meine Eltern denken, nur weil wir viel Geld haben, bin ich vollkommen glücklich; Das stimmt aber nicht. Was würde ich dafür geben ein echtes Zuhause zu haben und nicht nur vorübergehende Wohnplätze.
Seufzend biege ich in einen Flur ab und knalle dabei fast mit einer kleinen Blondine zusammen.
„Oh Gott, Entschuldigung!", ruft sie sofort aus und schlägt sich erschrocken die Hand vor den Mund. Neben ihr steht ein blonder Junge, die beiden scheinen befreundet zu sein.
„Kein Problem", meine ich und zwinge mich zu einem freundlichen Lächeln. Ich sollte mich darum bemühen ein paar nette Leute kennenzulernen: „Könnt ihr mir sagen, wo ich Raum 221 finde?" Fragend schaue ich die beiden an und warte auf eine Antwort.
„Klaro!", erhebt der Junge das Wort, „Du kannst mit uns kommen, wir haben jetzt auch Geschichte."
Ehrlich erfreut über das Angebot atme ich erleichtert aus und nicke zustimmend.
„Wie heißt du?", fragt mich die Blondine, während sie mich neugierig mustert.
„Sophia und ihr?"
„Ich bin Jocelyn und das ist Jacob", stellt sie sich vor und deutet mit dem Zeigefinger auf den Jungen, „Komm, wir gehen zum Raum."
„Du bist neu hier?", fragt Jacob mich und ich nicke erneut: „Ja, meine Eltern sind geschäftlich hierher gezogen und da musste ich natürlich mit." Das wir nahezu jährlich umziehen, verschweige ich an dieser Stelle. Ich möchte meine neuen potenziellen Freunde nicht gleich verschrecken. Sobald die Leute erfahren, dass ich oft umziehe, sind sie ganz schnell wieder weg.
„Ach, hier ist es schöner, als man denkt und jetzt kennst du ja uns, wie sind ziemlich cool", durchbricht Jocelyn meine trüben Gedanken und grinst mich gewinnbringend an. Ich kann nicht verhindern, dass sich auch meine Lippen zu einem Grinsen verziehen; ihre positive Energie ist ansteckend. Gemeinsam betreten wir den Klassenraum und ich folge ihnen in die zweite Reihe.
„Na, da bin ich aber froh", antworte ich und lasse mich auf den Stuhl neben Jocelyn fallen. Bitte, bitte lass mich einmal Glück haben und zumindest vorübergehend sowas wie Freunde finden.
♡
Geschichte verlief relativ entspannt, einen Teil des Stoffes habe ich bereits an meiner alten Schule durchgesprochen. Jocelyn und Jacob sind wirklich ziemlich cool drauf. Wir haben die ganze Doppelstunden lang miteinander gequatscht und uns sehr gut verstanden. Die beiden gehören scheinbar einer größeren Clique an und ich muss zugeben, ich bin etwas neidisch. Was die beiden so erzählen, von ihren Ausflügen oder entspannten Strandtagen, klingt beneidenswert.
Jetzt sind wir auf dem Weg in die Cafeteria und die beiden schwärmen mir von ihren anderen Freunden vor. Es muss toll sein, so eine große Clique zu haben.
Da die beiden mich vor dem ekligen Essen in der Kantine gewarnt haben, steuern wir mit leeren Händen einen Tisch an und setzen uns auf die bereitstehenden Stühle. Jocelyn ist eine sehr aufgeweckte und fröhliche Person. Sie hat mir viel von ihrem Freund erzählt, der ein Footballspieler ist und mit dem sie seit einigen Wochen zusammen ist. Jocelyn wirkt absolut glücklich und ich freue mich automatisch mit ihr. Wie ich außerdem erfahre, ist Jacob schwul und hat eine heiße Affäre mit einem Footballspieler - Jannis. Scheinbar sind die Sportler hier in der Gegend durchaus beliebt.
„Hey Leute, wie war Geschichte?", setzt sich ein Dunkelhaariger zu uns an den Tisch, gefolgt von einer hübschen Brünetten: „Und wer bist du?"
„Ich bin Sophia", stelle ich mich den beiden vor, „Jocelyn und Jacob waren so freundlich und haben mir alles gezeigt. Ich bin neu hier."
„Ah, sehr cool! Ich bin Allison", stellt sie sich freundlich vor.
„Und ich bin Max", meint der Dunkelhaarige und lächelt mich freundlich an.
Wow, die sind alle so nett! Das es ihnen so gar nichts ausmacht, dass ich hier am Tisch sitze. Ich meine, ich bin eine Fremde für sie und ich werde dennoch so herzlich empfangen. Wenn das doch nur an allen Schulen so leicht wäre.
„Willst du später mitkommen? Wir gehen mit ein paar Freunden Bowling spielen", fragt Allison mich, während sie ihre Haare in einem Zopf bändigt.
Überrascht ziehe ich eine Augenbraue nach oben. Ist das jetzt ihr ernst?
„Äh- wenn es euch nichts ausmacht?", unsicher schiele ich zu Jocelyn. Ich möchte mich immerhin nicht aufdrängen.
„Ach quatsch! Wir freuen uns immer über neue Leute und Allison und ich brauchen dringend weibliche Verstärkung", strahlt Jocelyn mich an und mir fällt ein Stein vom Herzen. Kann es wirklich so leicht sein, Anschluss zu finden?
„Dann komme ich gerne mit", sage ich Allison zu und lächele dankend in die Runde.
♡
Nach Schulschluss verlasse ich mit meinen neuen Bekannten das Schulgebäude und bin sehr gespannt auf die Freunde von ihnen. Allison neben mir steuert zielsicher auf zwei SUV's zu, an denen zwei gut aussehende Jungs lehnen.
Jocelyn beschleunigt ihre Schritte und wirft sich kurz darauf in die Arme des Blonden. Er ist groß und muskulös. Optisch passt er perfekt zu der zierlichen Blondine.
Ich halte mich im Hintergrund, da ich nicht bei der Begrüßung stören möchte.
„Jungs, das ist Sophia. Sie ist neu und wir haben sie eingeladen mit uns zu kommen", meint Jocelyn, nachdem sie sich von ihrem Freund gelöst hat, „Sophia, das sind Brian und Kiyan", dabei deutet sie erst auf den Blonden und dann auf den Schwarzhaarigen, der seinen Arm um Allison gelegt hat.
„Freut mich", lächele ich die Jungs an und hoffe, sie nehmen mich genauso freundlich auf, wie die anderen.
„Du kannst bei uns mitfahren", fordert Allison mich auf und winkt mich zu dem schwarzen Wagen. Während sie auf den Beifahrersitz hüpft, lasse ich mich auf der Rückbank nieder.
Aufgeregt verschränke ich die Hände in meinem Schoß und wippe mit dem Fuß auf und ab. So schnell habe ich mich noch nie mit anderen Leuten von der Schule getroffen und ich hoffe, dass das alles gut klappt.
Ich würde alles dafür geben, mal wieder richtige Freunde zu haben.
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Euer erster Eindruck von Sophia? :)
Denkt an den ⭐️! <3
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