Fireproof

Heute mal ein früheres Update, weil ich später keine Zeit habe. Viel Spaß <3

《♡》

Warum muss Harry immer alles ruinieren?

Es lief die letzten paar Wochen so gut zwischen Louis und ihm, aber natürlich musste er sich auch das wieder kaputt machen.

Seufzend zieht Harry seine Nachttischschublade auf.

Es ist wohl besser, wenn er heute wieder eine Schlaftablette nimmt. Er hat im Gefühl, dass Edward heute nicht gerade nett zu ihm wäre. Harry kann das gerade nicht gebrauchen, er will einfach seine Ruhe.

Nachdem Louis mit Liam gegangen ist, hat er sich von Logan und Zayn verabschiedet und sich in sein Zimmer zurückgezogen. Er wollte einfach allein sein. Jetzt sind mittlerweile schon sechs Stunden vergangen und Louis ist immernoch nicht zurück. Harry hat sich mittlerweile dazu entschieden jetzt einfach schlafen zu gehen, damit es kein unangenehmes Aufeinandertreffen gibt. Der Lockenkopf versucht es so lang wie möglich rauszuzögern, auch wenn ihm durchaus bewusst ist, dass es sich nicht gänzlich verhindern lässt. Irgendwann werden sie sich sehen und vielleicht auch miteinander reden; gezwungenermaßen versteht sich. Es wird so unangenehm. Harry bekommt jetzt schon eine Gänsehaut, wenn er nur daran denkt.

Harry trägt nur noch eine schwarze, kurze Jogginghose, als er es sich unter seiner Bettdecke bequem macht.

Nur noch seine Nachttischlampe erfüllt den Raum spärlich mit Licht. Alles ist ruhig um ihn herum, weshalb er sich auch schlagartig müder fühlt. Harry beeilt sich seine Schlaftablette zu nehmen, denn im Moment sitzt er noch in seinem Bett, die Beine bedeckt mit der Bettdecke.

Gerade als er sich eine aus der, fast leeren, Verpackung drücken will, hört er, wie die Zimmertüre aufgeschlossen wird.

Keine Sekunde später macht Louis das Licht an und zerstört Harrys gemütliche Atmosphäre. Louis schließt die Türe hinter sich, weshalb er im ersten Moment noch mit dem Rücken zu Harry steht. Dessen Blick gleitet an Louis' Kehrseite hinab und bleibt bei der Schiene hängen, die um Louis' verletzten Fuß gemacht wurde.

Ein Schwall an Vorwürfen sucht Harry auf der Stelle wieder heim und drücken sich unangenehm auf dessen Brustkorb.

Er hat in seiner Bewegung innen gehalten, als Louis das Zimmer betreten hat, weshalb er jetzt immernoch mit der Verpackung in der Hand da sitzt. Sie ist auch das erste, was Louis' Blick auf sich zieht, als der Wuschelkopf sich umdreht. Die Augen des Jungen weiten sich schockiert, so dass Harry selbst von seinem Bett aus, das schöne Blau sehen kann.

Schneller als Harry es für möglich gehalten hätte, ist Louis zu seinem Bett gelaufen und reißt ihm die Packung aus der Hand. Es dauert nicht lange bis Louis herausfindet, dass es sich um Schlaftabletten handelt und erschrocken den Blick hebt.

Ihm wird schlecht, als er bemerkt wie viele schon fehlen. Harry wird doch nicht, oder doch?

"Du hast doch nicht...?"

Louis lässt den letzten Teil des Satzes in der Luft hängen. Seine Beine werden ganz wackelig, weshalb er sich vorsichtshalber auf Harrys Bettkante niederlässt.

"Harry, bitte sag mir, dass du die nicht alle auf einmal genommen hast."

Louis' Blick ist streng, besorgt und forschend zugleich. Als Harry im nicht direkt antwortet, rutscht er näher zu dem Jüngeren und umgreift dessen Handgelenke, als sich sein Blau tief in das Grün vor ihm bohrt.

Harry ist überfordert und weiß nicht so ganz, was er sagen soll, weshalb er langsam nickt.

"Was ja? Ja, ich hab sie genommen?"

Harry schüttelt den Kopf. Er ist selbst irritiert davon, warum er nicht einfach spricht. Wahrscheinlich aus Angst seine Stimme könnte versagen. Louis ist ihm sehr nah. Zu nah für Harrys Herz.

"Wenn du sie nicht genommen hast, warum ist die Schachtel dann fast leer?"

Louis lässt nicht locker und entfernt sich auch keinen Millimeter von Harry, was diesen mehr als nur beeinflusst. Sie sind sich so nah. Harry verfällt in eine Schwärmerei. Es ist lang her, dass er seine Lieblingsfarbe von so nahe betrachten konnte.

Louis hat mittlerweile Harrys Handgelenke losgelassen und legt sie an die Schultern des Größeren um ihn leicht zu schütteln. Louis hat seine leichte Abwesenheit bemerkt.

"Harry bitte, was hat es mit der fast leeren Packung auf sich?" ,fragt Louis besorgt.

Er gräuselt die Stirn in Sorge. Völlig neben der Spur hebt Harry langsam seine Hand und versucht die Falte glatt zu streichen. Louis scheint jetzt durch Harrys Aktion begriffen zu haben, wie nah sie sich sind, weshalb er jetzt seine Hände von Harry nimmt und sich mit einem Räuspern wieder hinstellt.

Die Sorge um Harry hat überhand bei seinem Handeln genommen.

Der Jüngere wacht langsam von seiner Trace auf und räuspert sich ebenfalls. Er sollte Louis antworten.

"Ehm ich, nehme fast jede Nacht eine, es hilft gegen die Alpträume. Ich wollte dich nicht unnötig aufwecken durch meine Schreie und ja." Unbehagen macht sich in Harry breit.

Er will wirklich nicht dieses Thema anscheiden.

Seine grünen Augen huschen durch das Zimmer und nichts scheint ihren Blick länger, als ein paar Sekunden auf sich zu ziehen. Harry weiß einfach nicht, wo er hinschauen soll. Schließlich entscheidet er sich für seine eigenen Hände, die kraftlos in seinem Schoß liegen.

"Ich dachte du bekommst keine mehr, also nachdem du versucht hast dich-"

Louis stoppt mitten im Satz, als Harry den Blick hebt und im schlagartig die Sprache damit raubt. In Harrys Blick spiegelt sich so viel Schmerz wider. Er möchte nicht daran erinnert werden. Es ist alles andere als ein toller Part seines Lebens, es ist eher etwas, was er in eine Kiste packen, und diese dann 2809 Meter unter der Erde vergraben, möchte.

"Meine Therapeutin vertraut mir wieder, wir hatten ein langes Gespräch über das, was ich damals gemacht habe und über das, was ich daraus gelernt habe. Über meine Gedanken dabei und über meine Gedanken jetzt. Es war sehr ausführlich, aber sie wollte es nochmal probieren, da ich einfach nicht ohne schlafen kann. Immer werde ich von den Alpträumen geweckt und ich konnte einfach nicht mehr. Ich war so erschöpft. Dieser sich über Jahre hinwegziehende Schlafentzug, hat sich langsam auf mein Verhalten ausgewirkt. Ich bin zunehmend aggressiv geworden und allgemein, ich habe viel schneller die Ruhe verloren."

"Aber warum hat es sich die letzten zwei Jahren so sehr verschlimmert?"

"Ich... ich verarbeite in meinen Alpträumen immer das, was mich am Tag davor beschäftigt hat und naja, die letzten zwei Jahren waren jetzt nicht so toll bei mir."

Harry wirft Louis einen flüchtigen Blick zu, ehe er wieder auf seine hochinteressanten Händen sieht.

"Außerdem sind die Anzahl der Alpträume allgemein sehr gestiegen, davor hatte ich sie ein oder dreimal die Woche und nachdem du- naja jedenfalls habe ich sie seit zwei Jahren fast jede Nacht. Du kannst dir vorstellen wie wenig Schlaf ich ohne die Tabletten bekommen würde. Nicht zu vergessen, dass ich jetzt mit dem Studieren angefangen habe, dass hätte ohne Tabletten definitiv nicht funktioniert."

Louis muss das erstmal bei sich sacken lassen und setzt sich neben Harry auf die Bettkante. "Also ist es im Grunde meine Schuld, dass du nicht mehr wirklich schlafen kannst?"

Louis beißt sich schuldbewusst auf die Unterlippe. Harrys Blick liegt auf dieser, bevor er ihn etwas über Louis' Konturen fahren lässt und schließlich bei dessen Augen stehen bleibt. Er sieht die Unruhe in ihnen. Ein wilder Sturm hat die See ergriffen und schlägt hohe Wellen.

"Nein, nein es ist nicht deine Schuld. Es war davor doch schon scheiße. Ich werde nich lügen, dein Abschied hat dafür gesorgt, dass es schlimmer wurde, aber dich trifft keine Schuld. Wie gesagt, verarbeite ich in den Alpträumen viel und naja, deine Abwesenheit hat es nicht gerade besser gemacht. Aber jetzt bist du ja wieder hier." Harry ringt sich am Ende ein Lächeln ab. Ihm ist nicht zum Lächeln zumute, aber er will auch nicht, dass Louis sich jetzt wirklich die Schuld zuweist. Die Alpträume haben wegen Edwards Tod angefangen, nicht wegen Louis.

Harry lässt seine Hand von seinem eigenen Oberschenkel auf das Bett zwischen Louis und ihn gleiten. Dort liegt die Hand des Älteren, die er nun vorsichtig berührt. Louis wehrt sich nicht, als Harry versucht seine eigenen Finger zwischen die von Louis' zu schieben.

"Und ich werd so schnell auch nicht wieder gehen."

Louis' drückt sanft Harrys Hand, die mit seiner verflochten ist. Ein trauriges Lächeln liegt auf den Lippen des Älteren. Louis seufzt.

"Mir tut der Streit von vorhin leid. Ich hab mich nicht richtig verhalten und überhaupt hatte ich auch gar kein Recht dazu in irgendeiner Weise eifersüchtig auf Logan zu sein. Er kam halt nur aus dem Nichts und ihr habt euch so gut verstanden, da war ich halt eingeschnappt. Ich weiß selbst wie bescheuert das klingt. Im Nachhinein schäme ich mich auch ein wenig für mein Verhalten. Liam hat recht, es ist deine Sache wem du was erzählst."

Harry ist zugegebener Maßen etwas überrascht von Louis' Entschuldigung, immerhin konnte er verstehen, warum es den Ältern so getroffen hatte. Durch Louis' Worten bekommt Harry erneut ein schlechtes Gewissen; er will es ihm wirklich erzählen. Alles. Aber Harry weiß, dass er noch nicht kann. Es fühlt sich noch nicht richtig an.

"Ich vertraue dir mehr als Logan" ,sagt Harry aus einem Gedanken heraus, ohne weiter darüber nachzudenken, aber das muss er auch nicht.

Er meint das, was er gesagt hat, wirklich so.

Louis' Kopf schnellt hoch, nachdem Harry das gesagt hat. Der Wuschelkopf sagt nichts, sieht Harry nur von der Seite aus an und wartet gebannt darauf, was Harry zu sagen hat.

"Auch ist mir deine Meinung und welches Bild du von mir hast, wichtiger als bei Logan. Er war nur ein Fremder als ich ihm von allem erzählt habe, mir war egal was er von mir hält oder ob er schreiend wegrennt. Ich kannte ihn immerhin nicht, aber bei dir- Ich will nicht, dass du wieder gehst, nachdem du alles weißt."

Harrys Augen füllen sich mit Tränen. Louis' streicht mit seinem Daumen über den Handrücken des Jügeren.

"Ich werde nicht gehen Harry, nicht nocheinmal" ,versichert er Harry und bricht dabei nicht ihren Blickkontakt. Er will ihm zeigen, dass er es ernst meint. Louis würde ihn nicht mehr verlassen, da ist er sich sicher.

"Ich bin aber ein Monster, i-ich-"

"Nein bist du nicht, du bist wundervoll" ,unterbricht ihn der Ältere Augenblicklich und rutscht näher zu ihm. Er löst ihre Hände von einander und legt seine eigene stattdessen auf den Rücken des Lockenkopfes. Harry schluchzt auf und schüttelt vehement den Kopf.

"Nein nein nein, ich bin nicht wundervoll. Mein Bruder- ich hab ihn umgebracht Louis. Versteh doch endlich, ich bin überhaupt nicht wundervoll, ich bin kaputt und krank im Kopf."

Harry versucht von Louis wegzukommen, doch dieser setzt sich kurzerhand auf dessen Schoß und sorgt dafür, dass die grünen Augen, die seine fokussieren. "Mir ist scheiß egal, was in deiner Vergangenheit passiert ist, ich werde deswegen nicht gehen. Sie wird nur Grund mehr dafür sein, dass ich bei dir bleiben und dir so viele Komplimente an den Kopf werfe, bis du sie nicht mehr abstreitest. Du bist kein Monster Harry und ich werde ganz sicher nicht mehr gehen."

Louis streicht ihm ein paar verirrte Haarsträhnen aus dem Gesicht und ist so sehr in seinem Handeln vertieft, dass er gar nicht mitbekommt, wie Harry unentwegt in seine Augen sieht.

"Versprichst du es?"

Louis hält inne.

"Was?"

"Dass du nicht mehr gehst. Versprichst du es?"

Louis wendet den Blick ab und steht von Harrys Schoß auf. Er räuspert sich.

"Lass uns schlafen gehen Harry."

Harrys fällt es schwer seine Enttäuschung über Louis' Reaktion zu verbergen. Er hatte sich eine andere Antwort erhofft. Eine, die vermutlich nicht ganz so realitätsnah ist.

Harry nickt leicht und legt sich wieder in sein Bett. Er dreht sich zur Wand, um Louis nicht mehr ansehen zu müssen. Harry erträgt es nicht.

Er hört wie Louis' sich umzieht. Die Schranktüre schließt sich, anschließend sind Schritte zu hören, dann ein Klettverschluss der geöffnet wird und erst als Harry realisiert, dass dieses Geräusch ihm viel zu nah ist, als dass es bei Louis' Bett sein könnte, senkt sich seine Matratze.

Ein Körper kuschelt sich von hinten an ihn ran. Harrys ganzer Körper steht unter Strom, als er Louis' Atem gegen seine Ohrmuschel spürt.

"Ich kann dir nicht versprechen, dass ich niemals gehen werde, weil vielleicht wird irgendwann der Tag kommen, an dem du das von mir verlangst, aber ich kann dir versprechen, dass ich bei dir bleibe, so lang du das möchtest."

Harry dreht sich zu Louis um, legt seine Arme um den Kleineren und zieht diesen an seine Brust. Der Lockenkopf vergräbt lächelnd seine Nase in Louis' Haar und nimmt seinen Duft in sich auf. Wie lang ist es her, dass er das machen durfte?

"Also für immer."

"Also für immer" ,wiederholt Louis leise die Worte von Harry und legt seine Arme um Harrys Hüfte.

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