T E N

"Okay, wir sehen uns." Und damit beendete ich das Telefonat mit Francesco. Er wollte wieder was unternehmen und hatte mir gesagt, er würde mich nach der Uni abholen. Nur, dass ich noch drei Lektionen vor mir hatte und meine Motivation so gut wie unter dem Erdkern war.

Ethan und Emilia diese hinterhältigen Biester hatten heute BEIDE geschwänzt und mich alleine gelassen. Wenn ich mal nicht da war, hatten sie ja den jeweils anderen. Und ich? Alleine. Wie ein verlassener Welpe.

Ich spielte mit dem Gedanken auch einfach jetzt zu gehen und Frncesco nochmal anzurufen, um zu sagen er solle jetzt einfach kommen.

Das tat ich auch und keine zehn Minuten später saß ich in seinem Auto und lachte mir den Arsch ab. Man könnte meinen er wäre stand-up Comedian, so wie er sich über den Verkehr aufregte.

Wir würden irgendwo nach Manhattan fahren, meinte er. Da gab es paar Läden, die ihm aufgefallen wären und er wollte unbedingt mal reinschauen.

"Zurzeit bist du mein einziger aktiver Kontakt auf dem Handy, weißt du.", sprach er nach einer Weile, in der wir auf der Brooklyn Bridge im Stau standen.

Es war verdammt hoch und ich würde Lügen, hätte ich gesagt, dass ich nicht schon mit einem Einsturz gerechnet habe. Kennt jeder, oder?

"Wirklich? Keine Freunde?", sagte ich scherzend. Doch mein Grinsen erlosch, als er nachdenklich aus dem Fenster blickte und den kopf schüttelte.

"Oh. Na dann gut, dass es mich gibt!" Ich wollte die Stimmung wieder etwas auflockern, was auch gut klappte.

Endlich kamen die Autos vor uns zum rollen, weshalb wir uns auch in Bewegung setzten. Eigentlich benötigt man für die Route nach Manhattan nur eine halbe Stunde, aber durch den starken Verkehr (hinzu kam, dass bald Thanksgiving war) brauchten wir ganze zwanzig Minuten länger.

Aber sobald wir in der Einkaufsstraße ankamen, entspannten wir uns und schauten mal in den einen und dann in den anderen Laden rein. Kaufen taten wir eigentlich nichts.

Naja, bis wir einen Süßigkeiten-shop entdeckten und wie kleine Kinder dort hinein stürmten.

An der Kasse hatten wir einen ganzen Korb voller sauren, süßen und salzigen Sachen. Vor uns war noch ein altes Ehepaar, das Kleingeld zusammenzählte. Dabei unterhielten sie sich mit der Kassiererin, die absolut keine Lust auf ihren Job hatte. Das sah man von tausend Meilen Entfernung.

"Haben sie's bald?", fragte sie schroff, worauf die Omi nur entschuldigend lächelte und die ganzen Münzen auf den Tresen legte. "So müsste es stimmen. Trevor, nimm du mal die Geschenke für Tiana." Und so teilten sich Mann und Frau die Tüten zum tragen.

Auch wenn sie nicht viel getan hatten, man sah wie sie sich verstanden und ihre Liebe noch genauso war, wie sie in jungen Jahren sein würde. Sowas wollte ich auch haben. Und wer weiß, vielleicht war es ja möglich.

Wir legten unsere Ware auf den Band und die Kassiererin scannte alles im Eiltempo. Da hatte wohl jemand bald Feierabend.

"Das macht $30." Sie kaute desinteressiert auf ihrem Kaugummi rum und machte ab und zu Blasen. Ihr Blick hatte sich noch garnicht gehoben, erst als Francesco ihr die Scheine hinhielt. Da weiteten sich ihre Augen und sie pushte ihren Ausschnitt mit verführerischem Blick. Bitch.

Dann legte sie die Scheine in einem Falschgeldscanner, was zurzeit echt wichtig war in der Gegend von New York.

Beim ersten Schein läuchtete das Lämpchen grün und beim zweiten auch. Doch als es beim letzten anfing zu piepen verzog ich verwirrt mein Gesicht und schaute zu Francesco.

"Sir, das ist Falschgeld!" Die Mitarbeiterin gab ihm den Schein zurück. No shit, Sherlock Holmes 2.0.

Der Braunhaarige schluckte schwer und wurde etwas blass. Hä?

Okay Livia. Vielleicht bist du einfach nur dumm, was nicht schlimm ist. Aber rechne mal aus. Francesco kommt in das Café und am nächsten Tag ist Falschgeld in der Kasse. Und jetzt meint diese äußerst nette Dame, dass Francesco mit gefälschtem Geld bezahlen will und er ist anscheinend sehr nervös. Verdächtig, oder?

Meine schlaue und seltene Seite kam zum Vorschein. Ich hätte aufjedenfall nicht vorher geurteilt. Vielleicht war er ja selbst ein Opfer eines Falschgeldfalles. Oder er war der Falschgeldfall. Ich wollte mit ihm darüber sprechen, vielleicht löste sich dann das Rätsel auf.

Ich griff in meine Tasche und nahm mein Geldbeutel raus. Danach folgte ein zehn Dollar Schein und nachdem ich es der freundlichen Lady hingelegt hatte, schnappte ich mir ohne ein Wort die Tüte und lief aus dem Laden.

"Livia?", rief Francesco, bevor er neben mir zum stehen kam. "Was war das?", fragte ich in einem ruhigen Ton. Kein Grund zum sauer sein, Livi.

"Das... ich weiß nicht. Wahrscheinlich war irgendein Rückgeld falsch. Hast du nicht gemeint, dass... dass es bei euch auch Falschgeld gab. In der Kasse." Sofort war mir klar, dass er lügte.

Ich war ein menschliches Lügendetektor und wusste genau, wann jemand unsicher war. Und Francesco war gerade definitiv unsicher.

Meine Augen kniff ich zu Schlitzen und er ging schon fast ängstlich einen Schritt zurück. Dass wir gerade mitten auf dem Gehweg standen, interessierte mich gerade wenig.

"Du bist also derjenige, der mit gefälschten Scheinen durch die Gegend läuft.", stellte ich fest. Es laut auszusprechen hörte sich noch unglaubwürdiger an, als es eh schon war.

"Ich kann das erklären, nur nicht hier und jetzt!" Er versuchte Zeit zu gewinnen. Das war mir klar.

Nur war die Tatsache nicht die, dass ich sauer war oder so etwas. Ich hatte keinen Grund. Eher wollte ich was anderes wissen.

"Lass uns ins Auto gehen.", sagte ich und lief schonmal los.

"Du willst nicht abhauen?", fragte er hörbar verwirrt und eilte mir hinterher.

"Hab keinen Grund dazu."

"Naja, doch."

"Wenn uns keiner mehr hören kann, dann erklär ich dir, wieso ich dich nicht beschimpfe oder wegrennen." Somit stellte ich ihn stumm und lief weiter zu den Parkplätzen.

***

Helloooooo

Hab endlich die Motivation und Ideen zu diesem Buch gefunden.

Ich habe alles von A-Z durchgeplant und glaubt mir: es wird hammer geil und vorallem spannend.

Und es wird viele Plots geben also seid gespannt hihi

Love ya <3

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