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Taehyung Pov

Als ich merke, dass er mir auch folgt ohne das ich ihn hinter mit her ziehen muss, lasse ich ihn los.

Mit geht kurz der Gedanke durch den Kopf ob ich ihn berühren sollte, weil es interessant wäre zu sehen wie er darauf reagiert, ich habe es noch nicht wirklich gesehen.

Dieses eine mal nach dem Chor zählt nicht, ich möchte sehen wie es ihn verrückt macht, wie er versucht es auszuhalten. Ich möchte der erste sein, bei dem es ihm nichts ausmacht berührt zu werden.

"Das reicht", höre ich ihn hinter mir sagen, bleibe stehen und drehe mich um. "Danke für das eben, aber du brauchst nicht wirklich etwas mit mir zu unternehmen. Wir haben sowieso noch Unterricht."

Ich vergrabe die Hände in den Hosentaschen und mustere ihn. Seine Haare sind hellbraun gefärbt und jedes mal wenn ich ihn sehe, frage ich mich wie er eine Friseurin da ran gelassen hat wenn er es doch so sehr hasst berührt zu werden.

"Eigentlich wollte ich das in Ruhe mit dir besprechen, aber ich merke das du mich nicht wirklich leiden kannst und deswegen alles dafür tust um mich loszuwerden."

Es ist nicht so, als würden seine Worte mich verletzen, aber sie kratzen doch ganz klar an meinem Ego. Ich ertrage es nicht auf diese Weise zurückgewiesen zu werden, er zeigt ja nicht mal das kleinste bisschen Interesse an mir.

Wenn ich also nicht auf diese Art seine Aufmerksamkeit auf mich lenken kann, dann muss ich ein bisschen falsch spielen. Ich krame seinen MP3-Player aus meiner Hosentasche und halte ihn hoch.

"Du warst deswegen dort, nicht wahr?"

Ehe er überhaupt Hoffnung fassen kann das Teil wieder zu bekommen, lasse ich es wieder in meiner Faust und dann in meiner Hosentasche verschwinden.

"Ich habe gefallen daran gefunden. Echt gute Musik drauf."

Eigentlich nicht. Für meinen Geschmack ist das zu langweilig, welcher Jugendliche in meinem Alter hört heutzutage eigentlich noch klassische Musik? Die wenigsten und er ist einer davon.

"Dann lad dir selber welche runter und gib mir meinen zurück."

"Das habe ich vor", sage ich und lächle über die passende Überleitung. "Aber im Leben ist nichts umsonst."

"Schön gesagt und das trifft sich gut, da ich ihn bezahlt habe und er damit mir gehört."

"Dann hättest du besser auf ihn acht geben sollen."

"Du verdammter..." Er hält mitten in seinem Satz inne und dreht sich um, als würde er jeden Moment die Kontrolle verlieren wenn er mich weiter ansieht.

Er ist tatsächlich interessanter als ich erwartet habe. In ihm muss so viel aufgestaute Wut sein die er nie raus lassen konnte, zumindest nicht an den Menschen denen diese gilt.

"Du kannst ihn wieder haben."

"Ach wirklich?", fragt er zweifelnd und sieht mich wieder an, die Stirn wütend gerunzelt.

"Natürlich nur unter einigen Bedingungen."

"Was auch sonst."

Er fährt sich aufgewühlt durch die Haare und ich kann nicht anders als bemerken wie verdammt gut er dabei aussieht. Aber was denke ich eigentlich, er sieht immer aus als wäre er direkt einem Magazin entsprungen.

All die Frauengeschichten hatten einen einzigen Zweck, etwas zu finden was die langweile vertreibt und was ist da besser als Sex? Ich denke genau vor mir steht die Antwort. Es kann nicht schaden neben dem Sex auch zur Abwechslung eine interessante Persönlichkeit kennenzulernen.

"Wie wäre es wenn du dich zwei mal die Woche mit mir triffst?", frage ich und verschränke die Arme vor der Brust.

"Warum sollte ich?"

"Das hatten wir doch bereits. Du möchtest deinen elektrischen Beethoven hier wieder und ich etwas was gegen die langweile hilft."

Skeptisch zieht er eine Augenbraue hoch. "Und du denkst dich mit mir zu treffen wäre nicht langweilig?"

"Oh, da bin ich mir sicher."

Wir sprechen hier von treffen und ich weiß an was er denkt. Er glaubt, wir würden nur sitzen und ab und zu ein paar Worte wechseln, aber ich habe mehr mit ihm vor.

"Für wie lange?", fragt er den Kopf gesenkt, so leise das ich es nur schwer verstanden habe.

"Für ein ganzes Jahr."

"Ein Jahr?!", schreit er entrüstet durch das gesamte Gebäude. Ich trete näher an ihn heran und halte mir einen Finger an die Lippen um ihm zu signalisieren, dass er leiser reden soll, aber er schüttelt nur verständnislos mit dem Kopf.

"Du spinnst, wenn du glaubst ich würde ein Jahr meines Lebens mit dir verschwenden."

"Verschwenden?", frage ich fast beleidigt.

"4 Monate, mehr nicht!"

Wieso sieht er aus als hätte ich ihm gerade vorgeschlagen in der Toilette tauchen zu gehen? Kaum zu fassen wie mich dieser Kerl an einem einzigen Tag so oft beleidigen kann.

"8 Monate", sage ich und baue mich wie ein trotziges Kind vor ihm auf. 

"6 Monate!"

Ich grinse als er so schön auf meine Falle eingeht und greife nach seiner Hand. "Dann wäre das geklärt."

Mit beiden Händen umfasse ich sie und gehe sogar so weit einen Kuss auf seine Fingerspitzen zu drücken.

Mit großen Augen entreißt er sie mir und sieht mich vollkommen fassungslos an, aber ich schnappe mir nur meinen Rucksack der auf dem Boden liegt und winke ihm zu.

"Denk beim Hände waschen an mich."

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