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Jungkook Pov

"Wow", sagt Taehyung und sieht sich um als wäre er im Wunderland gelandet und nicht in meinem kleinen und recht langweiligen Zimmer. Im Gegensatz zu seinem ist es nicht einmal was besonderes.

An der Wand hängen nicht, wie bei ihm, Bilder oder Poster die etwas über mein Leben verraten, sondern lediglich ein Stundeplan, den ich vor meinem Auszug nicht abgehängt habe. Das Zimmer ist generell recht unpersönlich, nur das nötigste befindet sich darin.

Im Gegensatz zu seinem ist mein Bett klein, ich habe bereits in der siebten Klasse nicht mehr rein gepasst, aber es war mir egal und meine Mutter um ein neues zu bitten war das letzte was ich wollte. Auch meinen Schrank würden viele nicht als solchen bezeichnen, aber ich hatte nie so viele Klamotten, deswegen hat es mir gereicht.

Sogar der schlichte Schreibtisch aus Holz mit der kleinen Lampe drauf ist langweilig. Keine Bilder, keine kritzelein oder Kratzer auf seiner Oberfläche, weil ich ihn quasi nie benutzt habe.

Wenn man dieses Zimmer betritt, würde einem nie in den Sinn kommen, dass hier mal ein Teenager gehaust hat. Viel eher würde man denken es ist ein Abstellraum oder vielleicht sogar ein Gästezimmer. Aber für mich war es nie nötig hier irgendetwas persönliches einzubringen. Es war ein Ort, von dem ich so schnell wie möglich weg wollte, wozu also sich erst mal einrichten?

"Wow? Ich sehe hier nichts was einem 'Wow' würdig ist." Ich verschränke die Arme vor der Brust und setze mich auf den Schreibtisch, dessen Stuhl aus irgendeinem Grund in der Ecke neben dem Schrank steht. Es ist komisch wieder hier drin zu sein, aber irgendwie sorgt Taehyung dafür dass das ganze nicht so unangenehm ist wie die anderen Male als ich Yeongja besucht habe.

Ich liebe sie und ich habe sie immer von mir aus besucht, aber egal wie viel Spaß wir zusammen hatten, in meinem Hinterkopf war immer die Befürchtung das meine Mutter irgendwann nach Hause kommen und wir in eine peinliche Lage geraten könnten.

Außerdem wird sie mit jedem Jahr das vergeht anstrengender, aber das liegt wohl daran das sie der Pubertät immer näher kommt. Ich kann immer noch nicht fassen, dass sie bereits elf Jahre alt ist, es kommt mir erst vor wie gestern das sie nicht einmal alleine von der Schule zurück nach Hause gefunden hat und jetzt ist sie bereits eine halbe Frau. Es macht mich stolz und stimmt mich zur gleichen Zeit unglaublich traurig.

"Ich spreche nicht von dem Zimmer an sich, seiner Einrichtung oder dem was sich nicht hier drin befindet. Ich freue mich einfach, so ein 'Wow' war das." Zurück im Hier und jetzt schaue ich wieder zu Taehyung, der mich erneut in seinen Bann zieht.

Er kommt mit langsamen Schritten auf mich zu und ich spreize bereitwillig meine Beine für ihn damit er dazwischen Platz findet und ich sie um ihn schlingen kann, auch wenn es auf gar keinen Fall zum Sex kommen wird, weil meine Mutter nur ein Stockwerk unter uns ist und Yeongja direkt im Zimmer daneben schläft.

"Und worüber freust du dich? Etwa über dieses furchtbare Bett, das bei dem leichtesten Gewicht anfängt unerträglich zu quietschen? Oder diesen kleinen Schrank, in den nicht einmal Jimin rein passen würde?"

Er lächelt und legt mir eine Hand auf die Wange, die andere vergräbt er in meinen Haaren während er mich mit einem Blick ansieht, den ich bei ihm mittlerweile klar deuten kann. Er sieht mich voller Liebe an.

"Nein. Ich freue mich, weil es dein Zimmer ist. Hier hast du Jahrelang gelebt und auch wenn wir uns die Jahre nicht kannten, schlägt mein Herz verdammt schnell, nur weil ich in diesem Raum bin, zusammen mit dir."

Er lässt seine Hand meinen Hals hinunter wandern, bis zu meinem Arm und meiner eigenen Hand die er in seine nimmt. Die Federleichten Berührungen seiner Fingerspitzen hinterlassen eine Gänsehaut und ich merke nicht wie ich den Atem angehalten habe, bis er meine Hand auf seine Brust legt, unter der ich tatsächlich sein Herz spüren kann und er hat nicht untertrieben.

Es schlägt wie verrückt, als wolle es aus seiner Brust in meine Hände springen und das Wissen, dass ich dafür verantwortlich bin, dass ich das mit ihm anstellen kann, das rührt mich so sehr, dass ich schon wieder sterben könnte, weil ich so glücklich bin.

"Das, was du vorhin zu deiner Mutter gesagt hast, war gefährlich, Jungkook." Er lehnt seine Stirn gegen meine und seine Lippen sind nur noch wenige Zentimeter von meinen entfernt, so nah, dass sie kleinste Bewegung sie miteinander verbinden könnte.

"Inwiefern gefährlich?", frage ich und beiße mir auf dir Unterlippe während ich ihm in die Augen sehe, wohlwissend das ihn das immer in den Wahnsinn treibt und tatsächlich sehe ich ihm an wie viel Selbstbeherrschung es ihn kostet nicht sofort über mich her zu fallen.

Er streicht mit seiner Hand von meinen Nacken angefangen meine Wirbelsäule nach unten. Ich drücke den Rücken durch und schnappe nach Luft, was sein Lächeln nur noch breiter macht und mir meine eigene Selbstbeherrschung raubt. Verdammt, wenn meine Mutter und meine Schwester nicht hier wären dann wären wir wahrscheinlich schon auf meinem quietschenden Bett übereinander her gefallen.

"Gefährlich in dem Sinne, dass ich dich am liebsten sofort geküsst und genommen hätte."

Der Gedanke daran, dass diese Worte tatsächlich sowas in ihm auslösen konnten lässt auch mir ganz komisch zumute werden, aber ein positives, ein angenehmes komisch mit dem ganzen Kribbeln im Bauch und dem ziehen in meiner Brust.

"Ich weiß, wie schwer es dir fällt, deine Gedanken in Worten auszudrücken und als du das deiner Mutter gesagt hast, so voller Sicherheit und ohne irgendeinen Zweifel, da habe ich tatsächlich beinahe die Beherrschung verloren." Er drückt mir einen kurzen Kuss auf die Nase und lächelt mich an als er seine Hände auf meiner Hüfte platziert.

Mich überkommt das ganze Glück und die Freude, die er mir in der kurzen Zeit, die wir wieder zusammen sind, geschenkt hat. Kaum zu fassen, dass ein einziger Tag mit ihm alles, was die letzten Fünf Jahre passiert ist in den Schatten stellen kann, egal wie schön das Erlebnis auch war, mit ihm ist es um ein Millionen Faches schöner.

"Wenn wir zu Hause sind, kannst du die Beherrschung ruhig verlieren", sage ich und Schlinge meine Arme um seinen Nacken.

"Und wo ist dieses zu Hause?", fragt er mit hochgezogenen Augenbrauen.

"Überall dort, wo du bist."














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Erinnert ihr euch an die 65 angekündigten Kapitel? Ersetzt die 6 durch eine 7 und die fünf durch eine 0 😅

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