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Taehyung Pov
Selbst aus dieser Entfernung kann ich die Tränen sehen, die sich in seinen Augen sammeln. Es ist tatsächlich als hätte jemand die Zeit angehalten und jeden in diesem Gebäude entfernt bis auf uns beide.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn in diesem Moment etwas in die Luft gegangen wäre, ich es nicht bemerkt hätte. Alles wofür ich Augen habe, alles woran ich gerade im Stande bin zu denken, ist er.
Es fühlt sich an, wie ein Traum aus dem man nie wieder erwachen möchte. Er ist da und doch ist er so weit weg.
Nur langsam schaffe ich es das Bein auf die nächste Treppenstufe zu setzen. Zum einen, weil mein Körper sich unglaublich schwer anfühlt, weil ich immer noch nicht glauben kann das ich ihn wirklich hier sehe. Zum anderen, weil ich Angst habe er könnte jeden Moment weg laufen.
Fünf Jahre haben wir uns nicht mehr gesehen, nichts von dem jeweils anderen gehört und doch erinnere ich mich genau an seine Stimme, an jeden seiner Ausdrücke, seinen Geruch und sein 'Ich liebe dich'.
Es verging kein Tag, an dem ich nicht an ihn denken musste und an das, was ich verloren habe. Schon komisch, wenn selbst die Zeit die Wunden nicht heilen konnte und sie jetzt, wo ich ihn wieder hier vor mir stehen habe, deutlich zu spüren sind.
Er ist der erste, der sich aus seiner starre löst. Seine Beine zittern und er muss sich an das Geländer klammer während er eine Treppenstufe nach der anderen nimmt um zu mir zu kommen.
Nur zwei Stufen von mir entfernt bleibt er stehen, eine Hand zu einer Faust geballt, mit der anderen klammert er sich immer noch fest.
Ich spüre, wie auch mir die Tränen kommen. Hauptsächlich aus Freude, Freude weil ich niemals, trotz dem Wissen das es irgendwann dazu kommen könnte, damit gerechnet habe ihn wieder zu sehen und wenn doch, dann hätte ich nicht erwartet, das er mit mir sprechen würde.
"Was tust du hier?", fragt er leise und in seiner Stimme ist deutlich ein beben heraus zu hören. Ich öffne den Mund um etwas zu sagen, aber es bleibt nichts weiter als ein kläglicher Versuch.
Ich weiß, dass es dumm ist zu sagen, dass ich nichts lieber tun würde als ihn in den Arm zu nehmen und nie wieder los zu lassen, wo ich doch derjenige war, der gegangen ist. Aber es stimmt. Ich habe Jungkook die ganze Zeit über geliebt, mehr als ich es je ausdrücken könnte, aber erst nachdem ich dachte, dass ich ihn nie wieder sehen würde, habe ich gemerkt wie sehr ich ihn doch brauche.
Die letzten fünf Jahre hat mich die Ausbildung vielleicht abgelenkt. Ich konnte einige Augenblicke an etwas anderes denken, als an das was zwischen uns passiert ist, oder daran, dass es dieses 'uns' gar nicht mehr gibt. Aber vergessen habe ich ihn nie.
Erneut öffne ich den Mund und dieses mal bringe ich sogar Töne zustande. "Es ist schön dich wieder zu sehen."
Ich weiß nicht warum ich genau das zu ihm sage, es ist einfach das erste was mein Gehirn produziert hat. Es ist ja nicht einmal eine Lüge, aber es ist untertrieben. Freuen würde ich mich über ein Wiedersehen mit Minhee oder Hoseok, aber nach einem mit ihm habe ich mich sogar mehr als nur gesehnt.
"Schön dich wieder zu sehen?", er sieht mir ungläubig in die Augen und lacht verächtlich. "Sprich nicht so, als wärst du nicht freiwillig gegangen. Denn das bist du doch, oder?"
Tränen laufen seine Wange hinunter, aber er lässt es einfach geschehen, ohne sich überhaupt die Mühe zu machen sie wegzuwischen. Die Leute starren uns an, ich ignoriere sie allerdings und strecke die Hand nach ihm aus um ihn in den Arm zu nehmen, aber er weicht Ängstlich einen Schritt nach hinten, wobei er fast über die Stufe stolpert.
Mit großen Augen sehe ich von ihm zu meiner Hand, die ich nur langsam sinken lasse. Hat er tatsächlich Angst vor meinen Berührungen? Wenn das damals keine Ausnahme war und er es wieder eklig findet, wenn ich ihn anfasse, dann würde mich das zerstören.
"Jungkook, bitte stoß mich nicht weg."
Ich zwinkere die Tränen weg, die sich auch in meinen Augen bilden und sehe ihm eindringlich in seine. Wenn er wütend und enttäuscht wegen mir wäre, könnte ich es ihm nicht verübeln. Aber ich würde es nicht ertragen, wenn er mir wieder sagt, dass er es nicht erträgt bei mir zu sein.
"Können wir reden?", fragt er und trocknet sich mit den Ärmeln seiner Jacke die Wange.
Seine Frage überrascht mich. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass sie von ihm kommen würde. Wie oft habe ich mir ausgemalt wie es aussehen könnte, wenn wir beide uns treffen? Ich habe es mir vorgestellt, aber der Ausgang war nie gut. In jeder meiner Gedankengänge war es dieses mal Jungkook, der mich verließ. Am Ende blieb mir nichts als der Anblick seines Rückens.
Aber das hier weckt Hoffnung in mir. Wenn er mit mir sprechen möchte, muss das doch bedeuten, dass es überhaupt etwas zu bereden gibt. Er ist nicht fertig mit mir und das reicht mir. Selbst wenn die Hoffnung so klein ist wie ein Baum auf einer Landkarte, werde ich mich daran klammern.
Allerdings ist Hoffnung kein einfaches Gefühl. Sie kann etwas schönes sein, was dich an deine Grenzen treibt damit du etwas erreichst, was du liebst. Aber sie kann dich auch zerstören. Es benötigt nicht viel, nur ein kleiner Windhauch, um den Baum umfallen zu lassen.
"Jungkook", ruft jemand den Namen des schwarzhaarigen und als ich mich umdrehe, sehe ich ihn.
Meinen Windhauch.
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Ich benutze diese Emotionen 》😏《 ziemlich oft, aber ich liebe ihn einfach so 😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏😏
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