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Taehyung Pov
Ich merke gar nicht, wie sehr ich in Gedanken versunken bin, bis die Tür laut aufgerissen wird und das störende Geräusch von hohen Absätzen auf dem Glatten Boden zu vernehmen ist.
Vollkommen benommen schüttle ich den Kopf und stütze mich an den Wänden der Kabine ab um mich wieder aufrecht hinzusetzen. Drogen und Alkohol sind bei mir nicht im Spiel, auch wenn man das meinem Verhalten zu Urteilen manchmal durchaus glauben könnte.
Nein, es ist nur der Wunsch nach einbisschen Ruhe. In letzter Zeit gibt es so viel Stress, so viele Schichten die ich schieben muss, dass mir kaum Zeit für mich alleine bleibt.
Leider habe ich noch kein eigenes Büro, das wird auch noch eine ganze Weile dauern, immerhin habe ich das Studium an der Akademie gerade erst beendet und bin auch erst seit kurzem hier angestellt.
Die Leute haben mir vorher schon immer gesagt, dass das hier kein leichter Job werden würde. Klar, man hört nicht von jedem, dass er Kriminalkomissar werden möchte, aber es war nun mal etwas woran ich mich fest gebissen habe und auch wenn ich zufrieden mit meiner Entscheidung bin, muss ich sagen, dass es anders ist als ich es mir vorgestellt habe.
Wenig Schlaf war ich schon immer gewohnt, die langen Schichten sind also kein Problem für mich, aber hätte mir jemand gesagt, dass es hier anscheinend Tradition ist Neulinge für niedere Arbeiten wie das putzen einer Tastatur zu missbrauchen, dann hätte ich mich besser darauf vorbereitet.
Um diese Aufgaben nicht mehr für meine Kollegen und Vorgesetzten machen zu müssen verziehe ich mich gut und gerne auf die Toilette hier, die schönste im ganzen Gebäude, denn das ist der einzige Ort, an dem ich die Augen schließen und in Ruhe mit mir selber sein kann.
Auch wenn die Gerüche manchmal echt bestialisch sind.
Heute allerdings sind es nicht diese, die mich von der Konzentration abbringen, sondern das wilde geschmatze und gestöhne von zwei Leuten, die die Toilette betreten.
Ich schließe die Augen und versuche sie zu ignorieren, aber es ist schwer bei der ganzen Action die da abgeht. Sie betreten eine Kabine neben mir und knallen die Tür so laut zu, dass ich glaube sie wäre nicht nebenan, sondern in meinem Kopf.
Keine Ahnung was die da gerade machen, aber es hört sich weniger nach rummachen als viel mehr nach einem sich gegenseitig auffressen an. Vielleicht wäre es schlauer einfach Ruhe zu geben und sie machen zu lassen, aber verdammt, ich höre mir das sicher nicht an.
Seufzend stehe ich auf und stelle mich auf den Deckel des Klos. Vorsichtig, weil ich schnell wieder weggucken möchte wenn es da mehr zu sehen gibt, als ich ertragen könnte, werfe ich einen Blick über die Abtrennung und bin erleichtert, als ich sehe das sie lediglich zum aufknöpfen ihrer Bluse gekommen sind.
"Leute", sage ich und halte mir die Ohren zu als die Frau einen schrillen Schrei raus lässt. Erschrocken von meinem plötzlichen auftauchen tastet sie den Boden nach etwas ab, womit sie ihren Oberkörper bedecken kann, aber ich ignoriere das einfach. Das ist sowieso nichts, was ich unbedingt sehen möchte. "Es gibt doch sicher schönere Orte als die Polizeiwache um sowas zu tun, oder?"
Fassungslos hebt der Mann den Kopf, aber ich kann in der Dunkelheit nichts erkennen. Na ja, um 3 Uhr Morgens mache ich mir eben nicht die Mühe das Licht an zu schalten und in der Dunkelheit lässt es sich eben auch besser denken.
Was mir aber ganz deutlich ins Auge sticht, trotz des schwachen Lichtes, das nur durch die Schlitze und dem Mond durch das große Fenster zu uns dringt, erkenne ich sein Feuerrotes Haar als er seine Hand hebt und mir den Mittelfinger entgegen streckt.
Ich beiße mir auf die Unterlippe um mir das Lachen zu verkneifen als er die Tür auf stößt und verschwindet ohne darauf zu warten, dass die Frau sich anzieht und ihre Kleider richten kann.
Tränen haben sich in ihren Augen gesammelt. Ihr muss das ganze verdammt peinlich sein, aber man hätte es ja wissen können, wenn man sich einen so öffentlichen Ort aussucht um diesem Vergnügen nachzugehen.
"Was glotzen Sie so?", fährt sie mich an nachdem sie den obersten Knopf geschlossen und sich aufgerappelt hat.
Ich zucke unschuldig mit dem Schultern. "Das hier ist die Männer Toilette."
Ihr Mund bleibt offen als sie merkt, dass das nicht bloß irgendein blöder Witz ist, sondern das ich diese Bemerkung ernst meine. Sie schnappt sich ihre Tasche, die zur Hälfte bereits in meine Kabine durch den Schlitz unten gewandert ist und knallt die Tür hinter sich zu, als sie diese verlässt.
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Scheint wie ein unwichtiges Kapitel, ist es aber nicht 😏
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