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Taehyung Pov

Müde und völlig fertig mit meinem Leben wandere ich an den ganzen Geschäften vorbei, die mir traurigerweise bekannter sind als meine eigene Familie.

Im einen Schaufenster stehen die wildesten und teuersten Sex Spielzeuge, während im anderen Mädchen für den günstigsten Preis angeboten werden.

Diese Straße ist bekannt für solche Dinge und es gibt hier keinen Laden, der nicht etwas in Richtung sexuelles Vergnügen anbietet, einige offener als die anderen.

Manchmal frage ich mich, was wohl passieren würde, wenn mich jemand den ich kenne hier sehen würde. Was sie wohl denken würden?

Ich war nie ein Kind von Traurigkeit und das wissen die Leute aus meiner Schule auch nur all zu gut, deswegen würde es die meisten wahrscheinlich nicht mal überraschen wenn sie mich hier sehen, aber der erste Gedanke kann täuschen.

Ich brauche mein Geld nicht in dieser Gegend auszugeben um irgendein Mädchen mit hundert Geschlechtskrankheiten dazu zu bringen die Beine breit zu machen, davon gibt es genug an meiner schule die das umsonst tun.

Der Grund warum ich tagtäglich hier vorbei laufe ist der, dass ich an der Schule nur einen einzigen Freund habe.

Es mangelt mir nicht an Beliebtheit, aber Hoseok ist nunmal der einzige, bei dem ich nach zwei Worten aus seinem Mund nicht direkt das verlangen verspüre wieder die Flucht zu ergreifen.

Anders ausgedrückt: das was aus seinem Mund kommt ist nicht nur pure Scheiße.

Und dieser Hoseok arbeitet nachmittags nun mal in dieser Gegend, weil er bereits, aufgrund der Probleme die seine Eltern mit seinem Lebensstil haben, ausgezogen ist und sich diese Wohnung irgendwie finanzieren muss.

Viele wissen, was er hier tut und sie verurteilen ihn dafür, aber mir macht es nichts aus. Sein Job als Barkeeper und Stripper ändert nichts an seiner Persönlichkeit, außerdem hilft er mir auf Partys manchmal ein paar Mädels klar zu machen wenn meine Wochenenden mal wieder vor langweile zu ertrinken drohen.

Die Hände in den Hosentaschen vergraben schlendere ich durch die Straßen und ignoriere die Blicke der Leute, die sie mir aufgrund meiner Schuluniform zuwerfen.

Schüler werden hier nicht gerne gesehen und ihnen wird weder was verkauft noch irgendwelche Dienste angeboten, aber das ist ja auch gar nicht meine Absicht, also sollen sie alle aufhören so zu glotzen.

Provokant erwidere ich den Blick eines älteren Mannes im Anzug der mich beim vorbeigehen mustert, als hätte er einen Hasen im Löwenkäfig entdeckt.

Aber er macht sich nichts daraus, es scheint sogar fast als würde er das gar nicht bemerken und als ich genau hinsehe, merke ich, dass er mir nicht ins Gesicht sieht, er hat irgendeinen Punkt hinter mir fixiert.

Verwirrt drehe ich meinen Kopf nach hinten um zu sehen was er so intensiv anstarrt und zucke vor Schreck fast zusammen, als ich die kleine Gestalt erkenne, die so nah hinter mir läuft das ich sie eigentlich hätte bemerken müssen.

Mit ihrer kleinen Hand hat sie sich an den Riemen meines Rucksacks geklammert und in ihrem Gesicht zeichnet sich deutlich Angst ab, die Angst vor dem großen bösen Wolf oder in diesem Fall, als ich sehe wen sie mit großen glänzenden Augen ansieht, dem Mann der einfach nur da steht. 

Ich bin verwirrt, aber noch viel mehr als das geht mir das Herz auf bei dem Anblick dieses kleinen süßen Mädchens. Ich meine, ich liebe Kinder generell und auch wenn es an einem Ort wie diesem ziemlich falsch rüber kommen mag, löse ich ihre Hand sanft und gehe vor ihr in die hocke.

Das Mädchen scheint wirklich große Angst zu haben, aber irgendwie lässt sie das ganze noch unschuldiger wirken, als sie es als Kind sowieso schon tut.

Ihre Haare sind in zwei Zöpfe geteilt aus denen zwei Strähnen vorne sich gelöst haben und ihr rundes Gesicht umrahmen.

Sie zuckt zusammen als ich ihr eine Hand auf die Schulter lege, aber ich versuche sie so gut es geht mit einem Lächeln zu beruhigen.

"Hallo", fange ich an, weil ich sonst nicht weiß wie ich am besten an die ganze Sache ran gehen soll. "Wie ist dein Name?"

Sie tritt unsicher vom einen Bein auf das andere und fängt an, an ihren Nägeln zu kauen. Gekonnt weicht sie meinem Blick aus.

Ich werfe dem Mann neben uns einen weiteren wütenden Blick zu, so lange bis er beleidigt das Gesicht verzieht und mit lautem stampfen davon zieht.

Er hat zwar nichts gemacht und starren ist keine Straftat, aber die Art wie er das kleine Kind mit Interesse angestarrt hat war einfach nur ekelhaft. Am liebsten hätte ich ihm diesen Ausdruck aus dem Gesicht geschlagen.

Um sie nicht genau so zu verschrecken wie diesen Mann, setze ich wieder das breiteste Lächeln auf das ich aus meiner Sammlung ziehen kann und reiche ihr die Hand.

"Mein Name ist Taehyung, möchtest du mir auch deinen Namen verraten?"

Kurz sieht sie mich mit ihren riesigen Knopfaugen und den Hasenzähnen, mit denen sie auf ihren Nägeln herumkaut zu mir auf, schüttelt allerdings den Kopf.

"Jungjung hat gesagt ich soll nicht mit fremden Menschen reden."

Erst jetzt merke ich, dass ihr unten ein Zahn fehlt, was sie aber nur noch süßer wirken lässt und in mir das verlangen weckt sie ganz fest an mich zu drücken und nie wieder los zu lassen.

Was sucht dieses Kind an einem Ort wie diesem?

"Jungjung... Das sind nicht deine Eltern, oder?"

Als Antwort schüttelt sie den Kopf.

"Ist es deine Schwester?", frage ich erneut, kriege als Antwort aber wieder nur ein Kopfschütteln.

"Dann muss es dein Bruder sein, nicht wahr?"

Und da endlich bekomme ich ein nicken. Obwohl es nur drei Fragen waren, fühlt es sich an als hätte ich ein lang gehütetes Geheimnis gelüftet.

"Wo sind deine Eltern gerade?"

Immer noch einwenig nervös und Angst erfüllt zuckt sie mit den Schultern.

"Sie sollten mich abholen."

"Von der Schule?", frage ich und deute auf die Schuluniform, die sie trägt woraufhin sie wie wild nickt und ihr Tränen in die Augen steigen.

Oh gott, sie weint.

Was soll ich tun wenn ein Kind weint?

Nervös lege ich meine Hände an ihre Oberarme und streiche sanft darüber. 

"Nicht traurig sein", sage ich und lege ihr eine Hand auf den Kopf. "Soll ich dir helfen deine Eltern zu finden?"

Sie schüttelt den Kopf und krallt sich wieder an den Riemen meines Rucksacks fest.

"Ich möchte zu Jungjung", schluchzt sie und wischt sich die Tränen mit ihrem Ärmel aus dem Gesicht.

Eigentlich war ich mit Hoseok verabredet, weil wir die Party für dieses Wochenende planen wollten, aber das muss warten. 

Dieses Mädchen, das sich an einen Ort wie diesen hier verirrt hat ist wichtiger. Ich stehe auf und nehme ihre Hand in meine während ich zu ihr runter blicke.

"Dann lass uns deinen Jungjung finden."










Aller Anfang ist langweilig, na ja, zumindest dieser hier, aber im nächsten Kapitel geht es dann mit der eigentlichen Story los, deswegen habe ich zwei Kapitel auf ein mal hochgeladen 😁
Danke fürs rein schauen und für die Chance die ihr dieser vkook gebt ❤
Und ein special thanks an Taeoxic für den klappentext für den ich nicht genug Kreativität besitze ❤❤❤

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