9.1

Chanyeol schritt langsam auf Luhan zu, in seinen Augen stand nichts als kalte Berechenbarkeit. Luhan kniete noch immer vornübergebeugt auf der Erde, seine Schultern bebten von den Schluchzen, die seinen Körper erschütterten. Sein Gesicht lag in seinen blassen Händen und er reagierte nicht auf die leisen Schritte, die ihn anvisierten.

In Baekhyun saß der Schock ebenfalls sehr tief. Er konnte nicht aufhören die Stelle anzustarren, wo eben noch Minseok gestanden war. Wo glitzernde Kettenstücke sein Gesicht erhellt hatten.

„Chanyeol", flüsterte Baekhyun schwach. „Bitte-" Der Erzengel sah ihn weder an, noch machte er sonst den Eindruck, als hätte er Baekhyuns Worte gehört. Sein Schatten fiel über Luhans zusammengekrümmte Gestalt und seine Hände wurden von einem Licht umhüllt, das Grauen in Baekhyun hervorrief.

Baekhyun hasste das Chanyeol ein Erzengel war und ihm war noch immer nicht ganz einleuchtend wie und wieso es dazu gekommen war. Doch so sehr alles in ihm sich dagegen sträubte Chanyeol auch nur ein Haar zu krümmen, so wusste er doch das wenn er jetzt nicht handelte, dass Chanyeol Luhan vernichten würde. Also handelte er.

Geschwindigkeit, wie auch Geschicklichkeit hatte er von Jin und Namjoon eingeprügelt bekommen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Er hatte wohl ihnen zu verdanken, dass sein Körper flink wie eine Rakete nach vorne preschte und mit dem Erzengel kollidierte. Es riss sie beide von den Füßen. Sie rollten ein paar Meter über den Kieselsteinweg, verheddert in den Gliedmaßen des anderen. Chanyeol zischte genervt, riss seine Hand nach oben und verfehlte Baekhyun nur um Haaresbreite, als dieser geschwind aus seiner Reichweite sprang.

„Willst du etwa als erstes sterben?"

Baekhyun verzog das Gesicht. „Das klingt unheimlich falsch aus deinem Mund Chanyeol."

Chanyeol blieb weiterhin unberührt. Er rappelte sich wieder auf die Füße auf und war in der nächsten Sekunde in der Luft, weit über Baekhyun. Die Luft flimmerte, Chanyeol erschien dreißig Meter weiter links wieder und war erneut fort, bevor Baekhyun folgen konnte. Es war nur ein winziger Luftzug, der ihm verriet, dass Chanyeol hinter ihm erschienen war. Er duckte sich, kassierte jedoch einen Tritt in die Magengrube, der ihm für einen Moment Hören und Sehen vergehen ließ. Er stolperte rücklings und landete in einem lilafarbenen Hyazinthenstrauß, der aus der Erde eines Grabes wuchs. Ein Friedhof war bei bestem Willen kein Ort, an dem ein Erzengel und ein Gefallener Engel ihr Wiedersehen feiern sollten.

„Chanyeol, kannst du nicht..." Baekhyun versuchte sich aufzurichten, der Schmerz ließ schnell nach. Wer hatte ihm das schnelle Heilen gelehrt? Yoongi? Taehyung? (Wahrscheinlich waren es Alle gewesen). „Können wir nicht darüber reden?"

Chanyeol strauchelte tatsächlich, fing sich jedoch und starrte Baekhyun lange an. „Reden? Du bist ein Gefallener Engel, darüber gibt es nichts zu reden."

„Wir müssen ja auch nicht zwingend gleich darüber reden. Wir könnten mit netteren Dingen anfangen. Gute alte Zeiten oder so."

Chanyeols Gesichtsmiene wurde immer finsterer.

„Mh, wir könnten auch über Tiere reden? Du weißt schon, die kleinen, pelzigen Lebewesen mit denen du mich immer verwechselt hast?"

Baekhyun hatte noch nie zuvor so gigantische Flügel gesehen. Chanyeol war ein Riese von einem Menschen gewesen, ähnlich groß wie Kris, aber Chanyeols Flügel waren unglaublich. Sie waren reines Licht und bewegten sich sanft mit jeder seiner Bewegungen mit. Jetzt gerade erzitterten sie leicht, was Baekhyuns einzige Vorwarnung war, bevor Chanyeol auf ihn zugeschossen kam.

Baekhyun war nicht schnell genug und er war auch nicht stark genug um es mit einem Erzengel aufnehmen zu können. Und Chanyeol war offensichtlich ein verflucht starker Erzengel.

Er ergriff Baekhyun am Arm, riss ihn herum bis Knochen brachen und warf Baekhyun zu Boden, trat und schlug, hob ihn auf und schleuderte ihn wieder zu Boden.

In der Hölle hatte Baekhyun so gut wie jeden Tag aus unzähligen Wunden geblutet und wahrscheinlich war jeder Knochen in seinem Körper mindestens vier Mal gebrochen gewesen, aber ganz so verdroschen, wie von Chanyeol, wurde selbst er noch nicht.

Als Chanyeol fertig war seine stille Wut an ihm auszulassen, krümmte Baekhyun sich zitternd auf dem Boden zusammen. Die Flügel versteckt, ob aus Angst, sie ebenfalls zu verletzen, oder aus gehorsamer Unterwerfung machte keinen großen Unterschied.

„Ich bin kein Mensch", sagte Chanyeol, ruhig und langsam, als spräche er mit einem Kind. „Was auch immer du mir erzählst, oder an welche Gefühle auch immer du versuchst zu appellieren so soll dir gesagt sein, dass es keinen Sinn ergibt."

Baekhyun wimmerte zum Zeichen dass er verstanden hatte.

Chanyeol ging vor seinem Körper auf die Knie, streckte eine Hand aus und hielt sie über Baekhyuns Kopf. Licht erstrahlte und Baekhyun zuckte heftig zusammen, doch statt dem erwarteten Schmerz, nistete sich selige Ruhe in seinen Körper ein. Seine Wunden waren wieder verheilt.

Er lugte blinzelnd zwischen seinen Fingern hervor und sah das sanfte Gesicht eines der schönsten Engel, der jemals den Himmel bevölkert hatte.

„Es ist nicht rechtens von mir gewesen, meine Wut an dir auszulassen", sagte er leise. „Und jetzt, tritt deine letzte Reise an."

Viele Wesen hatten es bereits versucht Baekhyun umzubringen, erstaunlicherweise schien das Universum es gut mit ihm zu meinen. Immerzu kam etwas dazwischen.

Auch dieses Mal.

Luhan hatte sich lautlos erhoben und war unbemerkt hinter Chanyeol getreten. Seine getrockneten Tränenstriemen waren immer noch deutlich auf seinem Gesicht zu sehen, aber von dieser Verletzlichkeit war nichts in seinen Augen zu sehen. Wenn Baekhyun Lucifer nicht begegnet wäre, dann hätte er angenommen dass Luhan der wahre Teufel war. Dies stand ihm zumindest in den Augen geschrieben.

Erschreckender noch als seine Augen war nur sein Körper, der in schwarzen Flammen badete, die sich um seine Gliedmaßen züngelten und nach Tod stanken. Und Tod würden sie bringen.

Baekhyuns Körper reagierte auf ein Neues wie von selbst, als er realisierte dass sich jemand in Gefahr befand, der ihm am Herzen lag. Er streckte seine Hände nach Chanyeol aus und riss den Erzengel zu ihm hinunter, bevor er mit ihm nach hinten rollte. Luhans Hände hingen in der Luft. Seine schwarzen Augen waren voller Wut auf Baekhyun gerichtet.

„Wieso hast du das getan?", fragte er leise. „Ich hätte ihn töten können und er hatte den Tod verdient." Luhan legte den Kopf schräg, seine Stimme war nicht wütend, womit Baekhyun hätte umgehen können. „Wieso Baekhyun?"

Luhan sah vollkommen wahnsinnig aus. „L-luhan? Ich, mh, denke du solltest dich beruhigen." Das war offensichtlich nicht, was Luhan hatte hören wollen. Seine Wut hatte ihn aufgefressen und er preschte nach vorne, schmetterte Baekhyun mit einer einzigen Handbewegung viele Meter zur Seite und wandte sich dann wieder dem Erzengel zu.

Während Baekhyun sich davon erholte durch drei Grabsteine geflogen zu sein, ereignete sich ein Spektakel in der Luft. Weiße und schwarze Flügel brachen gegeneinander, als die zugehörigen Körper einander im Kampf umkreisten und angriffen.

„Ach du-", flüsterte Baekhyun und versuchte den Bewegungen zu folgen, doch sie verschwammen ihm vor den Augen, so schnell ging alles von statten. „Sie bringen sich noch gegenseitig um." Und Baekhyun verstand, dass dies tatsächlich passieren könnte. Seine Flügel schossen ihm aus dem Rücken und er schwang sich in die Luft.

„Hört auf!", rief er den zwei Engeln zu. „Das hat doch keinen-uff!" Einer von beiden hatte Baekhyun zurück auf die Erde katapultiert, wo sein Körper einen tiefen Abdruck hinterließ. „Verflucht auch." Er schwang sich erneut in die Luft, doch seine Worte drangen zu niemandem hindurch und dieses Mal wich er nur mit großer Mühe Luhans schwarzem Rauch aus. Er dachte angestrengt nach, fand jedoch keine Möglichkeit die zwei zu besänftigen.

Letztlich musste er das auch nicht.

Donner zerriss die Luft, ohne das es je geblitzt hatte. Ohne das sich der Himmel auch nur ansatzweise dunkel verfärbt hatte.

Luhan stürzte plötzlich zu Boden, wie ein fallender Meteorit und Baekhyun flog zu ihm herüber, um zu sehen was geschehen war. Luhan krümmte sich in der Erde wie ein Wurm im Sonnenlicht, aber er schien keine Verletzungen zu tragen, bis auf die schwarze, stählerne Kette, die plötzlich um seinen Hals lag und Rot glühte. Baekhyun verstand nicht was er da sah. Die Kette sah genauso aus wie die von Minseok nur...

Erneuter Donner ließ Baekhyun in seinen Gedanken inne halten. „Wo kommt das her?"

„Baekhyun! Luhan!"

Baekhyun sah zurück, wo Yixing und Kris auf sie zugelaufen kamen. Ein grimmiger Ausdruck auf ihren Gesichtern. „Was? Wieso seid ihr hier?"

„Wir stecken in verdammt großen Schwierigkeiten."

„Was?", wiederholte Baekhyun noch einmal und sah sich verwirrt um. Es donnerte noch einmal. „Was ist passiert?"

„Lucifer hatte Recht. Im Himmel geht etwas vor sich. Etwas Gefährliches."

„Was soll das sein?"

„Ich weiß es nicht. Es hat eben erst begonnen, aber-" Kris brach ab, seine Kinnlade fiel hinunter und seine Augen waren auf eine Stelle weit über Baekhyuns Kopf gerichtet.

Donner.

„Was-?"

„Gütiger Himmel."

Baekhyun wandte den Kopf ab und sah zum Himmel empor. Und was er dort sah, ließ ihn an alte, biblische Gemälde der Apokalypse denken.

„Die Engel fallen", flüsterte Baekhyun. Weiße, winzige Lichter segelten sanft auf die Erde hinunter. Wie Federn, die durch die Luft getragen wurden. „Wie ist das möglich?"

Ein letzter Donnerschlag ertönte und klang noch lange in der Stille nach.

„Die Tore des Himmels", sagte Yixing bedächtig. „Sie wurden verriegelt."

~*~

Baekhyun konnte sein Gesicht nicht vom Himmel wenden. Die Engel schwebten langsam hinunter – eine große Anzahl von ihnen.

„Was meinst du damit Yixing? Welche ‚Tore des Himmels' und wieso sollten sie verriegelt werden?"

„Die Tore des Himmels sind die Eingänge, die die menschliche Welt mit dem Himmel verbinden." Er blickte noch immer hinauf. „Aber ich weiß nicht, was das zu bedeuten hat", gab Yixing zu.

Baekhyun wollte ihm weitere Fragen stellen, aber Luhan gab einen gepeinigten Laut von sich und zerrte mit den Finger an der Fessel aus Stahl, die um seinen Hals lag. Baekhyun sammelte seinen Körper schnell in seinen Armen ein, so dass er nicht mehr auf dem Boden liegen musste und betrachtete ihn besorgt. „Was ist mit Luhan? Hat das auch was mit den Himmelstoren zu tun?"

„Nein, das ist Lucifer", antwortete Kris. „Er kontrolliert Luhan."

„Er – was?"

„Luhan ist an Lucifer gekettet, deshalb kann Lucifer ihm seinen Willen aufzwingen."

„Was?!"

„Dafür haben wir jetzt keine Zeit Baekhyun. Wir müssen etwas unternehmen."

Baekhyun sah wieder zum Himmel empor, der noch immer strahlend blau war – als wäre nie etwas geschehen. Als wäre gerade nicht etwas verflucht schreckliches geschehen. „Was sollen wir tun?", fragte er leise. „Was KÖNNEN wir tun?"

„Uns in Sicherheit bringen", schlug Kris vor. „Lauter weiß-beflügelter Mistkerle sind gerade auf der Erde gelandet. Wenn wir Pech haben sind das alles Erzengel."

„Nein", sagte Yixing. „Erzengel sind wie fallende Sterne. Sie werden von strahlendem Licht begleitet, wenn sie auf die Erde kommen."

„Heißt das dann, das alles sind Gefallene Engel?", fragte Baekhyun fassungslos.

„Nein. Fallende Engel BRENNEN. Ich habe noch nie zuvor gesehen, dass Engel auf diese Art und Weiße auf die Erde kommen. Sie sind wie...wie Schneeflocken."

„Okay, darüber machen wir uns später mehr Gedanken", schlug Baekhyun vor, nachdem Luhan erneut heftig zusammen zuckte. „Wir müssen Luhan helfen."

„Lucifer lässt von ihm ab, sobald Luhan aufhört sich dagegen zu wehren."

„Aber-"

Yixing ging vor Luhan und Baekhyun auf die Knie und verpasste Luhan einen kräftigen Kinnhaken, der Luhans Kopf zur Seite schleuderte. Luhan erschlaffte in Baekhyuns Griff wie eine Stoffpuppe.

„Geht doch."

„War das nötig?!", fuhr Baekhyun ihn wütend an, doch die Kette um Luhans Kehle verblasste langsam.

„Wir sollten uns beeilen", sagte Yixing dann und stand auf.

„Gehen wir zurück in die Hölle?"

Yixing schüttelte den Kopf. „Nein."

„Was? Aber wir sollten uns in Sicherheit bringen!" Kris nickte bestätigend.

„Falsch. Planänderung: Wir töten so viele Engel wie wir können."

Baekhyun starrte Yixing fassungslos an. „Das kann nicht dein Ernst sein!"

„Was dachtest du denn? Wenn diese Engel keine Erzengel sind, und das bezweifle ich stark, dann sind sie so ungeschützt wie Neugeborene Kinder. Sie sind wahrscheinlich verwirrt und desorientiert, ohne irgendwelche Kräfte, ohne den Hauch einer Ahnung, zu was sie im Stande sind. Wir müssen sie von der Erde entfernen, bevor sie Kräfte erlangen und uns als erstes in die Finger kriegen. Das ist eine perfekte Gelegenheit."

Kris dachte für einen Moment darüber nach, bevor er zustimmte. „Das klingt einleuchtend."

„Aber-" Baekhyun schüttelte heftig den Kopf. „Wenn...wenn das stimmt, dann sind das doch nur unschuldige Engel."

Yixing sah ihn unbeeindruckt an. „Und?"

„Das ist nicht richtig!"

Kris atmete tief aus. „Sei keine Plage Baekhyun. Wir retten nur unser eigenes Leben."

„Aber sie tun uns doch wahrscheinlich gar nichts!"

„Noch nicht", erinnerte Yixing. „Wir haben in jedem Fall das Überraschungsmoment auf unserer Seite, was nicht der Fall sein wird, wenn wir noch länger Däumchen drehen und diskutieren."

Baekhyun wollte protestieren, nicht einfach hinnehmen, dass sie unschuldige Engel abschlachten sollten, als eine Bewegung hinter Yixing und Kris seine Aufmerksamkeit erregte. „Das – Oh Himmel", flüsterte er.

Kris und Yixing wirbelten herum. Über den Friedhof kamen zwei Gestalten auf sie zu. „Da kommen die ersten weißbeflügelten Mistkerle", murmelte Yixing aber die Anspannung war ihm deutlich abzulesen.

„Nein das sind...ich kenne sie", sagte Baekhyun und legte Luhan sanft auf die Erde, damit er aufstehen konnte. Er hörte nicht auf Yixings Proteste, als er den zwei Engeln entgegen kam. Kris war hinter ihm zur Salzsäure erstarrt.

Über den Kieselsteinweg des Friedhofs liefen Junmyeon und Kyungsoo ihm entgegen. So schön und vertraut wie Baekhyun sie in Erinnerung hatte. Er spürte Tränen in seinen Augenwinkeln prickeln und wollte auf die beiden Engel zu laufen, doch Yixing hielt ihn an der Schulter fest und riss ihn zurück.

Die zwei Engel blieben vor ihnen stehen und für einen Moment blickten sie einander nur an. Entsetzen war Kyungsoo und Junmyeon ins Gesicht geschrieben.

„Oh Baekhyun", flüsterte Kyungsoo mit brechender Stimme. „Deine Flügel."

Baekhyun konnte nicht an sich halten. Er riss sich aus Yixings Griff los und stürzte sich auf Kyungsoo um seine Arme um den anderen zu legen. Kyungsoo fing ihn auf und legte ihm die Hände auf die Hüfte damit sie nicht umkippten.

„Du hast mir so gefehlt Kyungsoo", flüsterte er in dessen Halsbeuge hinein. „Ich weiß dass ich nerve und immer nur ärger mache, aber du hast mir so, so sehr gefehlt!"

Kyungsoo erwiderte seine Umarmung und flüsterte beruhigende Worte in seinen Nacken. Entschuldigungen, Versicherungen dass Baekhyun ihm auch gefehlt hatte, dass er gar kein so schlimmer Engel war, dass...

Als Baekhyun von Kyungsoo abließ, bemerkte er das Junmyeon an ihm vorbei blickte. Seine Augen waren schmal vor Wut aber sein Gesicht war selbst für einen Engel etwas zu blass.

„Was ist passiert?", fragte Baekhyun. „Was macht ihr auf der Erde?"

Kyungsoo und Junmyeon wechselten einen unsicheren Blick. „Wir...wissen noch nicht sicher was geschehen ist."

„Dann war das tatsächlich nicht absichtlich...all die Engel sind..."

Junmyeon nickte, als Baekhyun nicht weitersprechen konnte. „Wir sind verstoßen worden, aber noch ist nicht ganz klar...wie."

„Wie viele?", fragte Yixing.

Junmyeons Augen verengten sich als sie sich ansahen. „Ich kenne dich. Du bist der gefallene Engel Yixing, der das Palodium mit Engelsblut besudelt hat."

Yixing grinste als hätte man ihm ein Kompliment gemacht. „Ich bin geschmeichelt, dass man sich meiner noch immer so gut entsinnt." Kyungsoos Hände ballten sich zu Fäusten, was Yixing mit Kopfschütteln beantwortete. „Das würde ich nicht tun. Das hier ist die Erde und ihr seid, so wie ich das sehe, keine Erzengel."

„Wir tun ihnen nichts an", sagte Baekhyun entschieden und baute sich vor Kyungsoo und Junmyeon auf. Yixing hob eine Augenbraue an.

„Richtig, du bist ja kein wirklicher Verbrecher. Kris?" Kris war noch nicht zu ihnen aufgeschlossen und schien auch nicht vorzuhaben den Abstand so bald zu verringern. Yixing seufzte wieder. „Stimmt ja. Noch etwas, das ich beinahe vergessen hätte." Er lächelte Junmyeon an. „Der Exmann also? Wie amüsant."

„Yixing", setzte Baekhyun an, doch seine Stimme brach, als ein einschlagender Blitz die Erde hinter Junmyeon und Kyungsoo erschütterte. Chanyeol richtete sich auf und blickte zwischen den Engeln hin und her.

„Ihr solltet nicht hier sein", sagte der Erzengel an Junmyeon und Kyungsoo gerichtet. „Die anderen Engel sind bereits bei den Erzengeln. Sie werden euch beschützen."

Yixing stöhnte entnervt. „Das war's mit meinem Plan. Ich sagte doch wir sollten schnell handeln!"

Chanyeol funkelte ihn wütend an. „Um euch kümmere ich mich später."

Wahrscheinlich hätte Yixing darauf eine spitze Erwiderung gegeben, wenn nicht Kyungsoo eingeschritten wäre. Er baute sich vor Chanyeol auf (was ihn trotzdem nur etwa bis zu seiner Schulter reichen ließ) und zeigte mit dem Zeigefinger auf sein Gesicht. „Hast du völlig den Verstand verloren?", fauchte er.

Chanyeol, in all seiner Engelshaften Gefühllosigkeit, blinzelte Kyungsoo völlig verwirrt an. „Bitte?"

„Du hast Baekhyun attackiert du Mistkerl!" Er stieß ihn mit einer Hand an der Schulter zurück, was Chanyeol nicht einen Zentimeter von der Stelle weichen ließ. „Er ist unschuldig verdammt!"

„Er ist ein Gefallener Engel", erwiderte Chanyeol irritiert. „Er hat gemeinsame Sache mit Lucifer gemacht."

„Aber doch nur um sich zu schützen! Das Kind war verängstigt!"

Kyungsoo geriet in absolute Rage während er den Erzengel vor sich zusammen stauchte. „Himmel", flüsterte Junmyeon. „Kyungsoo Stopp! Willst du sterben?"

„Soll er es doch versuchen! Er hat einen meiner Engel attackiert!"

Chanyeol runzelte die Stirn und wandte seinen Blick schließlich Junmyeon zu. „Was ist geschehen?"

Junmyeon seufzte tief. „Deshalb sind wir hier. Wir wollten erst mit dir sprechen, bevor wir zu den anderen Erzengeln gehen. Chanyeol es...es tut mir wirklich sehr leid. Wir konnten nichts tun."

Kyungsoo hielt in seiner Schimpftirade inne. Chanyeols Augen weiteten sich, er blickte empor zum Himmel als stünden dort alle Antworten. „Ist...ist er das gewesen?"

Junmyeon nickte langsam. „Ja Chanyeol. Es war Jongin."

~*~

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Ich hatte euch ja versprochen dass Junmyeon und Kris sich noch einmal begegnen und...das wird in den folgenden Kapiteln (die noch nicht existieren weil ich sie noch nichtt geschrieben habe) sehr lustig werden. Oh und Jongin hat anscheinend irgendetwas im Himmel angerichtet, weswegen dutzende Engel jetzt irgendwie auf der Erde gelandet sind...upps.
Ich bin für die nächste Woche so gut wie nicht erreichbar weil ich in Urlaub fahre \(^_^)/  das heißt ich werde nach dem Urlaub noch eine Weile brauchen bis ich ein paar neue Seiten veröffentlichen kann :)
Ich hoffe ihr werdet schöne Ferien haben~

Liebe Grüße!

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