5.1
„Dunkelheit", schnaubte Baekhyun. „Wie soll ich Yoongi daran hindern auf meine Dunkelheit zuzugreifen, wenn ich doch selbst keine Ahnung habe, wie ich daran komme." Er seufzte und ging mitten im Flur in die Hocke, um die Arme um die Beine zu schlingen. „Wenn das so weitergeht, darf ich die Hölle niemals verlassen."
„Weißt du", sagte Yoongi und Baekhyun war gar nicht mehr überrascht über sein Auftauchen, denn Himmel er tauchte ständig wie aus dem Nichts einfach auf. „Wenn du weiter deinen dunklen Gedanken hinterher hängst, dann machst du es mir noch leichter dich zu finden." Baekhyun blickte über die Schulter. Yoongi war so gut wie eins mit dem Schatten, den die Sonne durch die Fenster hineinwarf.
„Deshalb findest du mich immer?"
„Kann man so sagen." Er bewegte sich langsam auf ihn zu. „Die anderen haben dir ziemlich viel erzählt, nicht wahr?"
„Nichts das mir wirklich weiterhelfen könnte."
„Ich denke du irrst dich." Er deutete mit einem Kopfnicken auf ihn. „Steh auf, ich will dich nicht treten, wenn du sitzt und mir den Rücken zeigst."
„Lässt du mich zufrieden, wenn ich nicht aufstehe?"
Yoongi lachte. „Nein, das nicht."
Er seufzte und stand auf. Vor kurzem war er noch so enthusiastisch gegen Jin und Namjoon vorgegangen. Er hatte ja nicht gewusst, dass noch jemand stärkeres auf ihn wartete. „Es ist so frustrierend nicht zu wissen, was ich tun soll."
„So schwer ist es nicht. Du musst uns nur die Edelsteine abnehmen."
Baekhyun fühlte sich missverstanden, musste in der nächsten Sekunde jedoch einen Schlag von Yoongi abwehren, was seinen Gedankenfluss unterbrach. Er war fast so weit, Yoongi mit seiner Faust zu treffen, als ihn diese unergründliche Macht wieder ergriff und er auf die Knie sank. „Zum Teufel auch", zischte er.
Yoongi ging vor ihm in die Hocke. „Weißt du, dass ich gar nicht so viel mache?"
„Was?"
Er zeigte mit dem Finger auf sein Gesicht. „Es ist alles dein Tun. Ich benutze nur das was bereits in dir existiert."
„Ich weiß", keuchte Baekhyun. „Aber wie soll ich dagegen ankommen?"
Yoongi zuckte die Achseln. „Was weiß ich, aber du solltest dich beeilen." Baekhyun schrie als die Macht ihn zu Boden riss und er verdammt tief in den Steinboden einsank.
Es erinnerte ihn an seinen Sturz auf die Erde und an die ungeheuren Schmerzen, als er in den Asphalt gekracht war. Baekhyun hörte seine Knochen brechen, selbst durch den Schrei hindurch, als die Macht noch stärker wurde.
„Keine dunklen Gedanken Baekhyun. Du machst es nur noch schlimmer."
Wie sollte er in einer solchen Situation nicht verdammte, dunkle Gedanken haben? Er sah plötzlich Bilder von Kyungsoo vor seinen Augen und all die Standpauken, die er ihm im Himmel gemacht hatte. All die anderen Engel, die ihn mit Verdruss angesehen hatten, weil er nie ein guter Engel gewesen war. Er war nie...vielleicht war er schon immer dazu auserkoren gewesen zu scheitern. Er war doch auch als Mensch gescheitert, nicht wahr? Seinetwegen waren die Felder seines Großvaters ausgetrocknet und seine Schwester verstorben. Er war von einer Brücke in den Hanriver gestoßen worden, weil er seine Schulden nicht zurückbezahlen konnte...er war immer und immer wieder gescheitert. Seine ganze Existenz war doch bloß ein einziger, verdammter Fehler gewesen!
„Baekhyun", hörte er eine Stimme an seinem Ohr. „Du verlierst dich darin." Yoongi zuckte zurück, als die Macht zischend nach ihm ausschlug. „Was zum-?"
Der Engel bewegte sich nicht mehr, während schwarze Rauchfaden noch immer auf seinen Körper drückten. Die Dunkle Aura beobachtete mit Schrecken, wie all die Dunkelheit in den Engel einsickerte.
Baekhyun hatte sich darin verloren.
„Baekhyun!", rief er. „Hölle Baekhyun kämpfe dagegen an, es ist zu groß geworden! Baekhyun!" Yoongi ballte die Hände an seinen Seiten zu Fäusten. Wenn er eingriff würde er die Macht nur noch mehr Stärken, aber wenn er nichts tat und Baekhyun nicht dagegen ankam, dann würde es ihn zerstören.
Baekhyun spürte keinen Schmerz mehr. Er war plötzlich in einem ganz dunklen Raum, der keine Wände, keine Türen und keine Fester besaß. Er war alleine...so wie er immer alleine gewesen war. Und es war dunkel, so dunkel wie auf dem Grunde des Hanrivers.
Baekhyun legte die Arme um seinen Körper und hörte zu, wie seine Zähne vor Kälte aufeinander schlugen. Seine Gedanken waren von dutzenden Stimmen gefüllt. Er hörte die Erzengel, die ihn einen Blutsverräter nannten und ihn töten wollten.
Er hörte Luhan - wie er Baekhyun nutzlos nannte, denn während Luhan sich alle Mühe gegeben hatte, sie vor den Erzengeln zu retten, war Baekhyun nur vor Angst erstarrt gewesen.
Baekhyun war so...er war so unglaublich nutzlos. Wieso war er nur so nutzlos? Wieso war er nur so unglaublich...nutzlos. Wer wollte schon mit einem Engel wie ihm zu tun haben?
„Richtig", sagte jemand. „Ganz recht Baekhyun. Du bist nutzlos und niemand mag dich." Baekhyun sah langsam auf und zuckte heftig zusammen. In diesem Raum der Dunkelheit stand plötzlich eine Gestalt aus Licht und sie war...
„Chanyeol?", flüsterte er. „Chanyeol was machst du hier?"
„Ich bin gekommen um dir zu sagen wie nutzlos du bist Baekhyun." Er grinste ihn an. „Was dachtest du denn?" Es war Chanyeol. Definitiv. Er trug genau die gleichen Klamotten, wie an jenem Tag als sie sich am Bahnhof verabschiedet hatten und sein Gesicht hatte die gleichen weichen Züge, die Baekhyun in so kurzer Zeit so vertraut und teuer geworden waren.
„W-was?"
„Baekhyun", sagte Chanyeol und trat langsam auf ihn zu. „Weißt du wie froh ich bin, dass du verschwunden bist?" Er beugte sich nach vorne, so dass er auf Baekhyun hinuntersehen konnte. „Ich bin viel besser ohne dich dran, weißt du? Ich bereue es, dich Schwächling, vor dem Erzengel gerettet zu haben. Ich hätte einfach bei Jongin bleiben sollen. Jongin, den ich mehr als alles auf dieser Welt liebe."
Baekhyun spürte wie sich kalter Horror, wie Frost auf seiner Haut ausbreitete.
„Du solltest einfach verschwinden Baekhyun. Niemand will dich. Niemand braucht dich." Chanyeols Gesicht bestand aus Hasserfüllten Augen und einem zu breiten Grinsen mit spitzen Zähnen. „Am besten stirbst du einfach und erlöst uns von deiner widerwärtigen Existenz. Ich hasse dich. Ich hasse dich mehr als alles andere auf der Welt."
Baekhyun richtete sich langsam auf. Erst auf die Hände, dann die Knie und schließlich kam er langsam auf die Füße.
Chanyeol wich einen Schritt zurück, als Baekhyun anfing zu lachen. Aus tiefstem Herzen zu lachen. Seine Stimme verlor sich in der Dunkelheit.
„W-was wieso-?"
„Du hast einen verdammt, großen Fehler gemacht", sagte Baekhyun leise. „Verdammt groß."
Chanyeol runzelte die Stirn. „Wie bist du aufgestanden? Du solltest nicht mehr als ein Häufchen Elend sein!"
„Ich muss dir Recht geben." Der Engel trat einen Schritt auf Chanyeol zu und der andere wich einen zurück. „Ich bin nutzlos und meine Existenz ist ein einziger Fehler", er griff nach Chanyeol und legte eine Hand um seine Kehle. Chanyeol keuchte als er zudrückte. „Aber Chanyeol würde niemals, NIEMALS, so etwas zu mir sagen. Egal wie Fehlerhaft ich bin, Chanyeol ist es nicht. Er ist ein guter Mensch, der beste von allen, und er würde niemals so abscheuliche Worte aussprechen." Baekhyun presste Chanyeol zu Boden und langsam bröckelte die Fassade. Die Haut riss und darunter erschien reinste Dunkelheit. „Das war dein Fehler", zischte er. „Du hättest ihn niemals benutzen dürfen, denn jetzt bin ich wütend. Sehr wütend."
Und Baekhyun war nicht so stark wie Luhan oder bodenlos mächtig wie Lucifer, aber er hatte eine gute Rechte und er schlug seine Faust mit aller Kraft auf das bröckelnde Gesicht des falschen Chanyeols. Dunkelheit explodierte, als Chanyeol sich auflöste, und wurde von gleisendem Licht ersetzt.
Baekhyun schlug die Augen auf und war wieder auf dem Steinboden im Flur eines Abteils der Academia. Er spürte noch immer die Macht gegen sich drücken, doch sie war plötzlich nur noch ein leichtes Gewicht.
„B-baekhyun, wie-?" Yoongi starrte ihn mit offenem Mund an.
„Ich denke ich verstehe jetzt, wie ich gegen dich ankomme", sagte er und stand vorsichtig auf. Er stieg aus dem Loch im Boden heraus und trat auf Yoongi zu.
„W-was?"
„Ich muss mich einfach an das hellste Licht klammern, dass es in meinem Inneren gibt." Er stürzte sich auf Yoongi und hielt an dem Licht in seinem Inneren fest. Chanyeol, der der beste Mensch auf der Erde war. Sein Licht.
Sein Schlag traf Yoongi zum ersten Mal überhaupt und die Dunkle Aura flog durch das Fenster nach draußen in den Garten. Baekhyun sprang ihm hinterher und presste ihn mit aller Kraft zu Boden. Er spürte das wütende Explodieren von Yoongis eigener gesammelter Dunkelheit, doch er konnte nicht mehr auf Baekhyun zugreifen.
„Sorry", sagte er und lächelte kurz bevor er noch einmal fest zuschlug. Yoongi erschlaffte unter ihm und sein Gesicht fiel ohnmächtig zur Seite.
Er nahm Yoongi vorsichtig seinen Edelstein ab und streifte sich die Kette über den Kopf. „Jetzt hole ich mir noch Jins und Namjoons."
Am Ende dieses Tages hatte Baekhyun nicht nur drei der sieben Edelsteine in seinem Besitz, sondern auch eine verflucht wichtige Lektion gelernt.
Vielleicht war er letztlich doch kein so nutzloser Engel.
~*~
Die drei Edelsteine auf seiner Brust funkelten in Pink, Grün und Weiß, während die Sonne auf sie schien. Er hatte die letzten Tage verbracht sie vor Namjoon, Jin und Yoongi zu schützen und öfter als nicht war es ihm gelungen im Besitz der Steine zu bleiben.
Baekhyun ahnte das es nichts Gutes bedeuten konnte, als Taehyung ihm im Garten entgegenkam und ihm freudig zuwinkte. „Baekhyun, wie läuft's?"
„Ganz gut", sagte er vorsichtig und wich ein paar Schritte zurück. Taehyung war eine Verlorene Seele und mit einer solchen hatte er noch nicht zu tun gehabt und wusste somit auch nicht, was ihn erwarten würde.
„Mach dir keine Sorgen", lachte Taehyung und hob die Hände an. „Ich habe gute Nachrichten für dich!"
„Was meinst du?"
Taehyung's Lächeln wurde noch so viel breiter. „Du darfst deine Flügel jetzt öffnen. Du solltest nun stark genug sein, um nicht durch alle Wände zu fliegen und deine Flügel ständig zu brechen. Außerdem macht dich das stärker."
„Aber ist das nicht unfair für euch?"
Taehyung's Augen blitzten und Baekhyun machte unwillkürlich noch einen Schritt zurück. „Du scheinst Selbstbewusstsein erlangt zu haben", er neigte den Kopf ein wenig zur Seite. „Wir haben noch nicht zusammen angegriffen Baekhyun."
Baekhyun verzog das Gesicht. „Was auch immer." Seine Flügel fühlten sich steif an, als er sie öffnete. Es fühlte sich an als hätte er sie Jahrzehntelang geschlossen gehalten und hob und senkte sie experimentell. Sie schmerzten und Baekhyun wimmerte.
„Meine armen Flügel", er streichelte seinen rechten Flügel liebevoll. „Hi meine alten Freunde."
„So reagieren alle", sagte Taehyung augenverdrehend. „Das ganze Tätschelns und Streicheln, als hättet ihr ein Haustier auf dem Rücken."
Baekhyun streckte Taehyung die Zunge raus und der andere ahmte ihn nach. Taehyung und er waren so gut wie auf einer Wellenlänge, was hatte er erwartet?
„Sag mal", setzte Baekhyun an, während er mit den Fingern durch die Federn kämmte. „Willst du mir verraten, was deine Stärke ist? Als verlorene Seele."
Taehyung zuckte die Achseln. „Ich bin in einem Mittelstadium zwischen Mensch und Engel gefangen. Ich nehme an, das gibt mir eine gewisse Stärke."
„Dann bist du stärker als Naturgeister und Dunkle Auren?"
„Kann man so sagen."
„Wieso sind dann Hoseok und Jungkook nicht vor dir dran?"
„Du bist gut darin uns dazu zu bringen dir unsere Geheimnisse zu offenbaren."
Baekhyun zuckte hilflos die Achseln. „Ich denke man lernt, wenn man überleben möchte."
Das amüsierte Taehyung offensichtlich. „Gut, die Antwort lautet, dass Jungkook nicht ohne Jimin kämpft und die zwei zusammen sind wirklich Nervensägen und Hoseok...er ist nicht die Art von Dunkle Aura, die Yoongi ist."
Baekhyun runzelte die Stirn. „Was?"
„Erinnerst du dich? Es gibt zwei Möglichkeiten eine Dunkle Aura zu erschaffen."
Baekhyun dachte angestrengt nach, während er sich eine Hand gegen die Stirn presste, doch es wollte ihm nicht einfallen. Durch die Dunkelheit der Menschen war es doch? Die Dunkelheit, die sie zurücklassen wenn sie die Erde verlassen...aber was war noch gleich die andere Möglichkeit?
„Kannst du es mir nicht verraten?", fragte der Engel und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Mir fällt es nicht ein."
Taehyung schüttelte den Kopf. „Vielleicht fällte es dir ja von selbst wieder ein und bis dahin – wie geht es deinen Flügeln?"
„Besser, danke der Nachfrage."
„Das ist gut."
Baekhyun spürte einen Windhauch gegen seine Wange streichen, wie eine liebkosende Berührung. Die Stelle, an der eben noch Taehyung stand, war plötzlich leer. Er wandte langsam den Kopf zur Seite, wo der grinsende Junge unerwartet aufgetaucht war. Er hatte seinen rechten Flügel zwischen beide Hände gepackt.
„Dein Körper kann jetzt ziemlich schnell heilen, nicht wahr?", er lächelte breit. „Weißt du was jetzt noch schneller zu heilen lernen muss?"
Baekhyun hatte eine bodenlos, schreckliche Vorahnung. „B-bitte", flüsterte er. „Bitte alles nur nicht-"
„Scheint als hättest du es erraten." Und Taehyung riss seinen Flügel herum, wie ein Polizist einem Verbrechen seinen Arm auf seinen Rücken verdrehen konnte. Baekhyun hörte die Knochen brechen, spürte mehr als dass er die Schreie aus seiner Kehle hörte und wurde augenblicklich ohnmächtig.
Als er wieder aufwachte erwartete er für einen Moment wieder zurück in Chanyeols Schlafzimmer zu sein, mit dem Menschen über ihn gebeugt und seinen Flügeln fest an seinem Körper verbunden. Stattdessen saßen Jin und Yoongi neben seinem Bett und tranken Tee.
Baekhyun griff sich an den Hals und seufzte. Die Edelsteine waren weg. Natürlich.
„Dafür drehe ich Taehyung den Hals um."
„Na na", sagte Jin und bot ihm ebenfalls eine Tasse Tee an. „Er tut nur wofür wir hier sind." Er sah den Engel bedächtig an. „Gut vielleicht ist er ein wenig über die Stränge geschlagen, weil du ihn so lange warten liest aber na ja."
„Du hättest Yixing's erste Konfrontation mit Taehyung sehen sollen", grinste Yoongi und Yoongi so Grinsen zu sehen war...eigenartig süß. Wahrscheinlich weil er sonst immer ein böses, hinterlistiges Grinsen oder einen resignierten Gesichtsausdruck draufhatte.
„Yixing?", wiederholte Baekhyun dann als die Information zu ihm hindurchsickerte. Er dachte an den schlanken, schönen Engel mit den geschmeidigen Gesichtszügen, der unbemerkt in den Schatten gelauert hatte, als Baekhyun in Lucifers Thronsaal getreten war.
„Er war schrecklich. Absolut unkoordiniert und hatte die ganze Zeit vor Angst geweitete Augen. Er ist zwar trotzdem schneller als du durchgekommen aber das sollte niemanden mehr verwundern."
Baekhyun musste dem Impuls wiederstehen Yoongi die Zunge auszustrecken. „Ich kann ihn mir so kaum vorstellen", gab er zu, dann kam ihm ein anderer Gedanken und Baekhyun musterte die zwei mit schmalen Augen. „Sagt mal, wie lange seid ihr eigentlich schon hier? Ich glaube zu wissen, das Yixing der älteste gefallene Engel in der Hölle ist." So zumindest hatte er es aus den Erzählungen herausgehört, sofern nicht noch irgendwo ein paar Engel in der Hölle wandelten die Baekhyun noch nicht kannte.
„Das ist richtig", nickte Jin und reichte ihm eine Tasse Tee. Baekhyun bedankte sich und setzte sich auf, während er über seine Flügel wimmerte. „Wir sind schon altes Eisen, wenn du das wissen willst", lachte der Naturgeist erheitert. „Lucifer hat uns diesen Job schon vor langer Zeit erteilt."
„Als Yixing in die Hölle kam?"
Yoongi schüttelte den Kopf. „Es gab ein paar Engel vor Yixings Zeit, ich weiß nicht wie viele", sagte Yoongi mit einem Stirnrunzeln. „Es waren drei vor Yixing, als ich zu Namjoon und Jin dazu gestoßen bin."
„Dann haben du und Namjoon das Schloss früher nur zu zweit geleitet?", fragte Baekhyun an Jin gerichtet und kam nicht umhin neidisch zu klingen.
„Mehr eine kleine Folterkammer", erwiderte Jin und wackelte mit den Augenbrauen. „Gemütlich, aber nichts für schwache Mägen. Damals waren unsere Methoden auch noch...rauer als heute." Baekhyun wollte gar nicht mehr Details hören. „Und es waren noch einmal zwei Engel, bevor Yoongi dazugekommen ist."
Baekhyun rechnete geschwind zusammen. „Sprich fünf Engel, die vor Yixing in der Hölle waren. Was ist aus ihnen geworden?"
Yoongi lächelte aber dieses Mal jagte es Schauer über Baekhyuns Rücken. „Kannst du es dir nicht denken?"
„Die Erzengel."
„Richtig. Früher oder später kehrt ihr immer auf die Erde zurück, ich weiß nicht ob es an Sentimentalität liegt oder anderen dummen Pseudo-Gefühlen." Er zuckte betont die Achseln. „Keine Ahnung. Lucifer schickt nur die besten hoch um gefallene Engel hinunterzubringen, bevor sie von Erzengeln ausgelöscht werden – was in den meisten Fällen ziemlich schnell geschieht – aber ihr wollt trotzdem alle zurück nach oben."
Baekhyun wusste nichts zu erwidern, denn er war ja in keiner anderen Situation. Er wollte auch so bald wie möglich wieder auf die Erde zurückkehren.
„Die Erzengel wissen es ebenfalls und früher oder später...kriegen sie die Engel. Es ist", Yoongi zögerte und seufzte kurz. „Es ist als spielten sie mit euch. Zeit bedeutet ihnen nichts, manchmal frage ich mich ob es sie amüsiert gefallene Engel ein wenig zappeln zu lassen, bevor sie sie töten." Yoongi's Blick war steinhart und...unmenschlich als er Baekhyun ansah. Es war so einfach zu vergessen, dass hier niemand ein Mensch war, so wie Baekhyun selbst schon lange kein Mensch mehr war. „Denkst du wirklich du hättest auch nur eine Sekunde in der Gegenwart eines Erzengels überlebt, wenn sie ernstgemacht hätten?"
Baekhyun sah sein Gesicht in dem roten Teewasser reflektiert. „Nein", gab er ehrlich zu. „Aber...ich wusste nicht-"
„Sei am besten klüger als die anderen und halte dich von der Erde fern", riet Jin und lächelte um die Situation wieder aufzulockern. „Dann wird dir schon nichts geschehen Baekhyun."
Baekhyun konnte nicht zugeben, dass dies genau das Gegenteil von dem war, was er tun wollte.
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Weil die Geschichte doch recht lang ist, hoffe ich mal ihr vergesst Chanyeol nicht und dass er eigentlich auch eine große Rolle in der Geschichte spielt (na ja sollte er zumindest, aber wer weiß)...also ja, vergesst ihn bitte nicht ^^ (mir ist auch aufgefallen dass die Szene zwischen Yoongi und Baekhyun ein bisschen cringy ist :> ich hoffe mal euch ist das nicht so negativ aufgefallen~)
Ich hoffe ihr mochtet das Kapitel :)
Liebe Grüße!
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