1.9


Baekhyun rührte sich nicht und Chanyeol wusste nicht, was er tun sollte, wie er ihm helfen könnte. Er stand mehrere Minuten unbeweglich da, bevor er langsam zu Baekhyun herantrat und sanft seine Flügelkante entlang strich. „Baekhyun, bist du in Ordnung?" Es dauerte einen Moment, bevor Baekhyun den Kopf schüttelte. „Wie kann ich dir helfen?", fragte er sanft. „Kannst du mich ansehen?"

Baekhyun hob langsam das Gesicht aus den Händen, in seinen Augen funkelten unvergossene Tränen. „Was soll ich tun?", flüsterte er. „Was soll ich nur tun?"

„Baekhyun-"

„Ich soll in die Hölle." Seine Lippen bebten. „Die Hölle! Ich darf nicht Nachhause und die Erzengel wollen mich umbringen und", er schluchzte auf. „Meine Flügel sind verbrannt! Sie sind wirklich verbrannt!" Chanyeol fiel vor ihm auf die Knie, als er anfing zu weinen. Er zog ihn vorsichtig an sich. Seine Tränen flossen seinen Nacken hinunter.

Er wusste nicht was er sagen sollte, also wog er Baekhyun nur sanft von einer Seite zur anderen.

Baekhyun's Tränen trockneten bald, aber seine Hände lagen um Chanyeols Rücken verkrampft und hielten ihn fest, selbst als Chanyeols Beine bereits längst eingeschlafen und taub geworden waren. Chanyeol beschwerte sich nicht.

„Wieviel Uhr haben wir?", fragte Baekhyun schließlich. Er rieb sich über seine trockenen Augen. Halb zwölf zeigten die Zeiger über dem Bücherregal an.

„Wir müssen auschecken", erinnerte sich Chanyeol. Er zuckte zusammen. Die Praxis. Er hatte völlig vergessen dort anzurufen.

„Du solltest telefonieren", sagte Baekhyun gleichzeitig, als hätte er Chanyeols Gedanken gelesen. „Oder willst du dass ich dich zur Arbeit fliege? Es ist zwar etwas spät, aber du könntest-"

Chanyeol schüttelte den Kopf. „Du solltest hier bleiben. Nur zur Sicherheit." Chanyeol stand auf und knickte beinahe weg, als Gefühl in Form von Schmerz in seine Beine zurückkehrte. „Es ist wohl das Beste, wenn wir versuchen, das Zimmer für eine weitere Nacht zu buchen."

Baekhyun antwortete nicht.

Chanyeol ging an den Schreibtisch und nahm den Hörer des Kabeltelefons in die Hand. Es dauerte nur einen kurzen Augenblick, bevor eine Verbindung hergestellt wurde.

‚Tierarztpraxis Park und Hwang hier, Sie sprechen mit Kim Myungsoo wie kann ich Ihnen helfen?'

„Myungsoo, hi, hier ist Chanyeol."

Myungsoo entließ ein erleichtertes Seufzen am anderen Ende der Leitung. ‚Doktor Park! Geht es Ihnen gut?'

„A-alles in Ordnung, entschuldige, dass ich mich erst jetzt melde, ich-" Am anderen Ende der Leitung hörte Chanyeol eine weibliche Stimme, bevor Tiffany plötzlich im Besitz des Telefons war.

‚Wo bist du Chanyeol? Was zur Hölle ist dir passiert?'

„Mir geht es gut", versicherte Chanyeol schnell. „Ich-"

‚Jongin war hier', unterbrach sie ihn. ‚Er sah schrecklich aus! Er hat erzählt ihr habt euch gestritten und du wärst verschwunden und die Nacht nicht mehr Nachhause gekommen.' Sie zögerte. ‚Er hat erzählt du bist mit Baekhyun verschwunden. Was ist in dich gefahren, Chanyeol?'

Chanyeol seufzte. „Es ist...nicht so tragisch, ich komme morgen wieder. Entschuldige du musstest wahrscheinlich alle meine Patienten übernehmen, nicht wahr?"

‚Was auch immer. Du kommst am besten schnell zurück und regelst das mit Jongin, er sah wirklich fertig aus.'

„Mache ich, versprochen. Danke Tiffany."

‚Natürlich, gerne. Pass auf dich auf.'

„Du wirst gebraucht", sagte Baekhyun, nachdem Chanyeol aufgelegt hatte.

„Sie kommen klar", erwiderte Chanyeol, konnte Baekhyun jedoch nicht ins Gesicht sehen. Er fühlte sich schlecht, an seine eigenen Sorgen zu denken, während sich Baekhyun so viel gewichtigeren Problemen stellen musste. „Ich gehe an die Rezeption und verlängere das Zimmer."

„Okay", murmelte Baekhyun. „Okay."

Der ältere Herr am Empfang schien sich sichtlich darüber zu freuen, dass Baekhyun und Chanyeol noch einen Tag länger bleiben wollten und verwickelte Chanyeol in ein Gespräch über die heißen Thermen und die wunderschöne Landschaft, die Huirisan zu bieten hatte.

„Sie kommen gewiss aus Seoul, nicht wahr? Sie haben diesen typischen Seoul-Dialekt."

„Richtig", bestätigte Chanyeol mit den Gedanken eigentlich schon wieder bei Baekhyun.

„Seoul ist eine so schöne Stadt, ich habe als junger Mann zwei, drei Jahre dort gelebt, bevor mich die Natur wieder zu ihr gerufen hat."

Chanyeol nickte nur höflich, erinnerte sich noch daran, darum zu beten ihnen etwas zu essen aufs Zimmer hochschicken zu lassen und verabschiedete sich dann, als der, zugegeben sehr nette, aber auch sehr gesprächige Mann, nach Luft schnappte.

Im Zimmer angekommen fand Chanyeol Baekhyun auf dem Bett wieder. Seine Flügel waren um ihn geschlungen, als hätte jemand ihm eine Decke um die Schultern gelegt.

„Ich habe etwas zu essen bestellt", sagte Chanyeol und schloss die Türe hinter sich. „Du bist bestimmt hungrig." Baekhyun reagierte nicht. „Und wir können problemlos bis morgen bleiben." Kein Mucks des anderen. Chanyeol ließ die Schultern hängen und ging zum Bett um sich auf den Matratzenrand zu setzen. „Okay, lass uns das hinter uns bringen."

Die Ernsthaftigkeit in seiner Stimme schien Baekhyun zu überraschen. „Was?", fragte er überrascht nach.

„Lass uns darüber reden, was wir jetzt tun werden."

„Du hast doch gehört, was-"

„Ja, ich habe mitbekommen was Luhan erzählt hat, aber es kann nicht nur diese eine Möglichkeit geben. Nicht wenn sie dich so traurig macht."

Baekhyun blieb lange sprachlos, dann zogen sich seine Lippen plötzlich in ein wackeliges Lächeln. „Ich will wirklich nicht in die Hölle", lachte er. „Auch wenn ich gar nicht weiß, was mich dort erwartet."

„Okay, dann ist diese Option also gestrichen. Was könnten wir noch tun?"

„Ich", er zögerte. „Chanyeol ich will nicht nach Seoul zurück. Nicht wenn die Erzengel dort auf mich warten könnten."

„Verstehe", Chanyeol schluckte schwer. „Das ist verständlich und wahrscheinlich eine kluge Entscheidung. Gut, dann streichen wir die Hölle und Seoul. Wie wäre es mit-"

„Chanyeol?"

Chanyeol schloss den Mund und sah auf seine verschränkten Finger hinunter.

„Du musst dir keine Gedanken machen, mir wird es gut gehen."

„Ich mache mir aber gerne Gedanken."

Baekhyun lachte wieder. „Ja ich weiß, aber deine Sorge ist dir ins Gesicht geschrieben. Ich bin keiner deiner Patienten, erinnerst du dich? Du bist nicht für mich verantwortlich." Chanyeol zuckte zusammen. „Du solltest gehen. Es ist eine lange Fahrt bis nach Seoul und ich kann dich nicht Fliegen also..."

„Baekhyun-"

„Ist schon in Ordnung, wirklich. Du hast Dinge in Seoul zu erledigen nicht wahr? Dein Job, dein Partner...dein Leben."

Chanyeol wusste nicht, was er sagen sollte. Er konnte Baekhyun nicht widersprechen, er hatte bereits versprochen morgen zurückzukehren und selbst wenn er noch einen Tag länger bliebe...was würde das schon ändern? Letztlich war Seoul sein Zuhause.

„Was wirst du tun?", fragte er Baekhyun sanft.

„Auf Luhan und Minseok warten."

„Aber-"

„Vielleicht kann ich sie darum bitten-" Er brach ab und lächelte wieder. „Du weißt schon."

Chanyeol nickte, er wusste selbst nicht wieso. „Okay", hörte er seine Stimme sagen. „Okay."

„Danke", lachte Baekhyun. Er klang nicht fröhlich. „Du hast mir wirklich sehr geholfen, diese ganze Zeit lang."

„Baekhyun-"

„Aber ich brauche deine Hilfe jetzt nicht mehr. Minseok und Luhan werden mir weiterhelfen...sie...ich bin ein wenig erleichtert um ehrlich zu sein."

„Erleichtert?"

Baekhyun wandte das Gesicht zur Seite, so dass Chanyeol ihm nicht in die Augen sehen konnte. „Natürlich, sie sind wie ich, verstehst du? Nicht...menschlich, ich verstehe sie besser als..."

„Mich", vollendete Chanyeol. „Einen einfachen Menschen."

„Richtig", flüsterte Baekhyun. Chanyeol glaubte ihm nicht. Er glaubte nicht, dass Baekhyun seine Menschlichkeit eine solche Last gewesen war. Und er glaubte auch nicht, dass Baekhyun das alles tatsächlich alleine durchstehen wollte, nicht wenn seine Schultern aussahen, als trüge er die gesamte Last der Welt auf ihnen. Chanyeol streckte die Finger nach ihm aus, als plötzlich an die Tür geklopft wurde. Baekhyun zog den Kopf ein.

„Zimmerservice", sagte Chanyeol beschwichtigend und zog die Hand zurück. „Keine Sorge ich werde ihn nicht reinlassen, er wird dich nicht sehen."

Der freundliche Page, mit der ordentlichen beigen Hotel-Uniform überließ Chanyeol einen kleinen Servierwagen auf dem etliche Speisen ausgebreitet waren. Chanyeol bedankte sich und gab dem Mann ein paar Tausend Won Scheine zum Dank.

Als Chanyeol den Wagen ins Zimmer hereinrollte, hatte Baekhyun eine fröhliche Miene aufgesetzt, die Chanyeol völlig aus dem Konzept brachte.

„Das sieht großartig aus!", strahlte er und begann die Speisen von ihren Abdeckungen zu befreien. „Das ist das beste Hotel aller Zeiten!" Chanyeol bemerkte, dass Baekhyuns aufgesetztes Lächeln seine Augen nicht erreichten, aber er sagte nichts. Baekhyun gab sich so viel Mühe ihm weiß zu machen, dass es ihm gut ging. Und Chanyeol wollte insgeheim auch wirklich glauben, dass es nicht nur eine Farce war.

~*~

Die Sonne stand hoch am Himmel, als Baekhyun Chanyeol zum Bahnhof begleitete.

„Du wirst auch wirklich zurückfinden?", fragte Chanyeol zum tausendsten Mal und Baekhyun bestätigte mit einem gespielt genervten Ton in der Stimme. „Was ist mit Geld?"

„Luhan wird dafür schon eine Lösung haben."

„Und-"

„Da sind wir", schnitt Baekhyun ihm ins Wort. Chanyeol blickte überrascht von Baekhyun zu dem großen, roten Backsteingebäude vor sich. Dahinter befanden sich die Zugschienen, die Seoul mit Orten wie Huirisan verband.

Sie traten schweigend ein und wandten sich an den Ticket-Schalter, der von einer lächelnden Frau besetzt war. Ihr gelber Schal betonte ihre glänzenden, schwarzen Haare – fast so schwarz wie Baekhyuns Flügel, die er gerade versteckt halten musste.

„Den nächsten Zug nach Seoul bitte", bestellte Chanyeol, nach einer kurzen Begrüßung.

„Sehr gerne. Zwei Fahrkarten?"

Baekhyun antwortete, als Chanyeol bei ihrer Frage gefror. Wie konnte ein so netter Mensch in dieser Welt nur überlebt haben? „Nur eine bitte", erwiderte er.

Sie nickte und wandte sich ihrem Computer zu. „Der nächste fährt in fünfundzwanzig Minuten ab. Ist Ihnen das Recht?" Chanyeol bestätigte und zahlte mit seiner Kreditkarte.

Baekhyun vergrub die Hände tief in seinen Hosentaschen, als er vor Chanyeol her lief. Huirisan war ein kleiner Ort und die meisten Touristen reisten mit dem Bus an, weshalb der Bahnhof nur zwei Gleise hatte.

Sie setzten sich auf eine hölzerne Bank. Vor ihnen erstreckten sich die unterschiedlich hohen Berge, die in weiter Entfernung lagen. Die Sonne strahlte über ihre Gipfelspitzen und vereinzelt erkannte Baekhyun kleine Häuser, von Bauern, die ihr Zuhause in so weiter Höhe gefunden hatten.

„Sie sind dem Himmel so nahe", entkam es Baekhyun.

Chanyeol nickte langsam, ohne ein Wort zu sagen.

Baekhyun würde ihn vermissen, verstand er plötzlich. Er würde ihn wirklich vermissen. Niemals hätte er gedacht, dass ein Mensch ihm noch einmal etwas bedeuten könnte, doch hier saß er und bangte die Minuten, die viel zu schnell dahinschritten.

„Werden wir...werden wir uns wiedersehen?", fragte Chanyeol vorsichtig.

Baekhyun schüttelte den Kopf. „Nicht in dieser Welt", flüsterte er. Er würde Chanyeol nicht noch einmal in die Nähe der Erzengel bringen. „Aber...später. Vielleicht."

„Später?"

Baekhyun nickte und blickte nach oben. Von der Erde aus, sah der Himmel wie ein unendliches Meer aus, besprenkelt mit kleinen Wolken, die wie kleine Inseln dahinflossen. „Im Himmel", erklärte Baekhyun. „Ich bin mir sicher, dass wir und eines Tages im Himmel wiedersehen werden."

„Baekhyun-"

„Es ist ein Versprechen", versicherte er lächelnd. „Ich werde in den Himmel zurückkehren und dort werden wir uns wiedersehen." Und Baekhyun glaubte wirklich daran. Ein Lächeln spannte sich über seine rosafarbenen Lippen und er wandte sich Chanyeol zu. „Ich werde auf dich warten."

Chanyeol schlang plötzlich seine Arme um Baekhyun und zog ihn an sich. Baekhyun war überrascht, als er Chanyeols schnellen Herzschlag gegen seine Brust schlagen spürte. Seine weichen Haare strichen über seinen Nacken und sein Atem kitzelte seinen Hals. Baekhyun erwiderte die Umarmung und nahm einen tiefen Atemzug von seinem vertrauten Geruch.

„Du musst es schaffen", flüsterte Chanyeol. „Du musst in den Himmel zurückkehren."

Baekhyun schob ihn sanft von sich und blickte ihm in die Augen. Aus der Entfernung, hörte Baekhyun bereits das Pfeifen in der Luft, das den nahenden Zug ankündigte. Er legte dem Menschen seine Hände auf die Wangen.

„Vielen Dank für alles Chanyeol, ich stehe auf ewig in deiner Schuld." Er hätte ihm gerne so viel mehr gesagt, ihm mehr gedankt und versucht zu überbringen, was für ein wundervoller, wundervoller Mensch er war. Er wollte das Chanyeol verstand wieviel Baekhyun ihm zu verdanken hatte, wieviel er ihm in ihrer kurzen, gemeinsamen Zeit beigebracht hatte.

Der Zug fuhr in den Bahnhof ein und Chanyeols Augen blickten flüchtig zur Seite. Baekhyun nutzte diesen Augenblick um seine Lippen sanft über Chanyeols Wange streichen zu lassen. Es war kein Kuss, nur eine flüchtige Berührung.

Baekhyun stand auf und zog Chanyeol ebenfalls auf die Beine. „Leb wohl", flüsterte er und winkte, als Chanyeol in den Zug stieg.

Er wandte sich zu ihm um, als die Türen sich lautlos schlossen und hob die Hand an. Durch das schmale Fenster erkannte er, dass seine Lippen Worte formten, die Baekhyun nicht mehr hören konnte. Der Zug setzte sich in Bewegung und Baekhyun beobachtete wie Chanyeol langsam davon fuhr.

Erst als der Zug bereits aus seinem Blick entschwunden war, bemerkte der Engel, dass er Tränen auf den Wangen hatte.

Baekhyun schloss die Augen und strich sie mit dem Ärmel seines Lieblingspullovers fort.

„Reiß dich zusammen", flüsterte er und zwang seine Beine dazu sich zu bewegen. Er verließ den Bahnhof und ging auch an dem Hotel vorbei. Er lief direkt in den Wald hinein und ballte die Hände zu Fäusten. Er hatte nicht vor auf Luhan und Minseok zu warten, er hatte nicht vor in die Hölle zu gehen. Er hatte Chanyeol belogen, aber es war zu seinem Besten gewesen.

Inmitten des Waldes, weit abseits der bepflasterten Wege, breitete Baekhyun seine schwarzen Flügel aus und stieg in den Himmel, so schnell wie eine Sternschnuppe die an der Erde vorbeiflog.

~*~

Seoul hatte sich verändert. Die Stadt war Glanz- und Farbenlos geworden und das im Verlauf von nur zwei Tagen. Chanyeol schleppte sich durch den Bahnhof und entschuldigte sich murmelnd wenn er versehentlich mit irgendeinem Fremden zusammenstieß. In der U-Bahn lehnte er sich an das kühle Fensterglas und beobachtete wie die vereinzelten Lichter des Tunnelschachts an ihm vorbeizogen.

Er dachte an Baekhyun, so wie er die ganze Zugfahrt über bereits an Baekhyun gedacht hatte. Chanyeol verpasste beinahe seine Haltestelle und presste sich entschuldigend an den hereinströmenden Fahrgästen vorbei.

Im Park vor seinem Wohnungskomplex hielt er inne und beobachtete die Herbstblätter. Es war bereits dunkel geworden und ihre Farbenpracht kam nicht so deutlich zu Tage, wie Mittags, aber Chanyeol brauchte dennoch eine Ewigkeit bevor er sich von ihrem Anblick losreisen konnte.

Er war schwach und müde, als er den Hausschlüssel in seine Wohnungstür steckte. Im Wohnzimmer brannte Licht und Jongin sprang von der Couch auf, als er Chanyeol im Türrahmen stehen sah. Sein Gesicht war von Sorge verzerrt und seine braunen Haare ein wildes Durcheinander auf seinem Kopf.

Chanyeols Augen füllten sich mit Tränen – zum ersten Mal an diesem Tag.

Jongin fing ihn in seinen Armen ein, als Chanyeol zu Boden glitt und drückte sein Gesicht in seine Schulter.

„Du bist wieder da", flüsterte Jongin. „Ich war so besorgt."

Chanyeol schlang die Arme fester um Jongin. „Ich-"

„Tu das nie wieder Chanyeol", flüsterte Jongin. „Verschwinde nie wieder ohne mir ein Wort zu sagen."

Chanyeol nickte schwach. „In Ordnung. Es tut mir leid."

„Mir tut es leid", flüsterte Jongin und küsste seine Schläfe. „Alles Chanyeol, es tut mir so unendlich leid bitte verlass mich nicht. Bitte Chanyeol."

Chanyeol zog seinen Freund enger an sich und es half ein wenig dem Schmerz in seiner Brust zu lindern. „Niemals", versprach er.

Niemals.

~*~

Baekhyun war nicht lange geflogen, als er in Paris aufsetzte. In einer Gasse in irgendeinem dunklen Viertel der Millionen Metropole. Er versteckte seine Flügel und atmete erleichtert aus. „Das sollte weit genug entfernt sein."

„Ist es das?"

Baekhyun zuckte zusammen und wollte herumwirbeln, als er gleichzeitig an der Schulter gepackt und wegen einem Stoß mit der Wand vor sich kollidierte. Die Hand des anderen wanderte in sein Haar und drückte sein Gesicht gegen die kalte, raue Steinwand. Seine Hände hielt er ihm auf dem Rücken verdreht.

„Was hattest du vor gefallener Engel?"

„L-lass mich los", presste Baekhyun hervor.

Der Engel lachte.

~*~

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Damit endet der erste Teil. Was wohl aus Baekhyun und Chanyeol passieren wird? Vorallem was geschieht mit Baekhyun? Das erfährt ihr dann später ^^ Ich weiß nicht, fandet ihr den Abschied traurig ?

Vielen Dank für eure Vorschläge bezüglich der Kapitelnamen. Ich weiß noch nicht, was ich tun soll, aber eure Vorschläge werden auf jeden Fall überdacht und hoffentlich kann ich sie benutzen ^^ 

Und ich will noch kurz etwas zum zweiten Teil sagen. Ich werde es jetzt und am Anfang des nächsten Kapitels schreiben. Der 2 Teil ist etwas...extremer als der 1 Teil. Mir  ist erst beim Überarbeiten aufgefallen, dass die Themen die auftauchen werden, vielleicht nicht für jeden geeignet sind. Solltet ihr jemals an eine Stelle kommen, die ihr nicht weiterlesen könnt, dann könnt ihr mir schreiben wo ihr seid und ich gebe euch eine zensierte Zusammenfassung. Zwingt euch nicht etwas zu lesen, dass euch womöglich vom inhaltlichen zu viel ist. Vielleicht bin ich auch Übervorsichtig xD aber zur Sicherheit will ich dass ihr vorsichtig damit umgeht (weil ich euch mag und ihr eventuell leiden könntet - zusammengefasst). ^^ 

Liebe Grüße :)


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