Chapter 8.

So hatte er sich den Rückflug eigentlich nicht vorgestellt. Ganz und gar nicht! Alucard wusste zwar nicht wie genau er es sich vorgestellt hatte, aber garantiert nicht so! Er saß vorne auf dem Argy-sattel, Anderson hinter ihm. Zum richtigen lenken, hatte Anderson seine Arme an Alucards Seiten vorbei und vor dem schwarzhaarigen die Zügel ergriffen. Gleichzeitig blickte dieser noch über Alucards Schulter rüber und allgemein fühlte sich Alucard einfach nur eingeengt. Er hätte nicht gedacht, sich doch nach den Krallen zu sehnen. Da hatte er wenigstens noch Platz! Hatte der Paladin schon mal was von personal space gehört?? Kleiner Sattel hin oder her. Diese Nähe war einfach zu viel!
Während Alucard seinen inneren Schreikrampf hatte, schien Anderson recht entspannt. War ja nicht so als hätte er diese Aktion nicht schon zuvor mit den Frauen gebracht. Naja, allein das Weisenhaus und die Monsterjagt mit Bajonetten hatte ihn schon abgehärtet was das eindringen in seinen persönlichen Bereich anging. Zwar war der Vampir nun ein anderes Level, da sie sich zuvor nur Nahe gekommen waren um sich zu verletzen oder gar umzubringen, aber was sollte es. War ja nur für den Flug...
Nach 10 Wochen in dieser verfluchten Welt, hatte er andere Probleme als die Nähe zu seinem ehemaligen Erzfeind.
Das nun Frieden zwischen den Fronten herrschte war dennoch merkwürdig, das konnte er selbst nicht abstreiten. Er hatte den Vampir so lange nicht gesehen und zuvor waren sie nur Feinde. Gestern hatte er ihn dann wieder getroffen, nun mehr oder weniger auf der selben Seite.
Alucard war nun ebenso ein Mensch, was wohl sehr schwierig für ihn zu sein schien, was jedoch verständlich war. Jahrhunderte lang ein Vampir und plötzlich ist er zurück in dieser verletzlichen Gestalt, an einem Ort der einen überall töten konnte. Das alles war irgendwie seltsam.
Das Seufzen seitens Anderson ließ Alucard schließlich aus seiner inneren Krise schrecken. Verwirrt blickte er kurz zu diesem hin, der wohl gerade genauso in Gedanken versunken war, wie Alucard die Momente zuvor.
Wo sich der schwarzhaarige nun so umblickte, bemerkte er auch, dass sie wieder im Sinkflug waren und Loki direkt auf die Basis zusteuerte. War der Flug so kurz gewesen? Als er unten an den Krallen gehangen hatte, kam ihm der Flug länger vor. Sie waren gerade auf der Höhe der Bäume angekommen, da schien auch Anderson aus seiner Tagträumerei zu erwachen. Kurz blickte dieser sich auch ein wenig um und bemerkte ebenso, dass Loki schon von alleine wieder zurück nach Hause geflogen war. Mit einem Lächeln, ließ er die Zügel einfach los und überließ damit dem Vogel alle Steuerung. Es würde ja schließlich nichts passieren. Entspannt lehnte sich der blondhaarige ein wenig nach hinten, hielt sich an den Seiten des Sattels fest und gab damit auch Alucard wieder etwas Freiraum.
Mit großen Augen blickte Alucard zuerst auf den losgelassenen Zügel, dann zu Anderson und zurück zu Loki, welcher jedoch weiterhin unbeirrt zur Basis flog. Dann schüttelte der Schwarzhaarige wieder den Kopf. Er würde nichts sagen, denn es war offensichtlich, dass ein enormes Vertrauen zwischen Anderson und dem Vogel bestand. Nervös machen tat es ihn dennoch. Schließlich kannte er dieses Tier ja nicht, sprich zwischen ihm und dem Vogel bestand noch kein Vertrauen. Hatte man auch schon daran gesehen, dass Loki beim Aufsteigen weggewichen war.
Immer tiefer flogen sie, der Boden unter ihnen immer näher kommend. Langsam lehnte sich Anderson, ganz zu Alucards Missmut, wieder vor und ergriff die Zügel. Überrascht war der Vampir dann, als Anderson allerdings ihm die Zügel in die Hand gab ohne selbst davon abzulassen.
"Um einen Argentavis zu lenken musst du nur ganz sanft die Zügel benutzen. Der kleinste Zug reicht völlig. Sieh hier!" Vorsichtig zog Alexander den Zügel auf der rechten Seite ein wenig nach hinten. Sofort bewegte sich Loki in eben jene Richtung, in welche gezogen wurde. Dabei war es wirklich nur ein Hauchfeiner Zug. Alucard hatte es ja gemerkt, dadurch dass er selbst die Zügel in die Hand bekommen hatte.
Vorsichtig zeigte Anderson dem schwarzhaarigen wie er das sensible Tier noch lenken konnte und gemeinsam manövrierten sie Loki zur Landung bei den anderen Vögeln. Wobei Alexander dann doch Alucard am Ende alles selbst hat machen lassen. Es war überraschend wie schnell der Vampir all dies zu verinnerlichen schien. Doch wusste der Blondhaarige auch, dass Alucard, als damaliger Fürst der Wallachei, auch reiten können musste. Dementsprechend war der Weg vom Pferd zum Argentavis nicht wirklich weit.

Kaum war der Vogel gelandet, ließ Anderson den Zügel los und stieg ab. Alucard tat es ihm gleich. Darauf wurde Loki ersteinmal entsattelt bevor Anderson den Vogel entließ, den Sattel wegräumte und sich dann wieder zu Alucard herum drehte. Dieser stand wieder am Unterstand und betrachtete die Tiere, welche entweder aus den Futtertrögen fraßen, schliefen oder einfach herum liefen. "Hey..." Fragend sah der schwarzhaarige auf. "Hey?" "Das war gut! Mit Loki, meine ich. Ich glaube nach einer kurzen Esspause sollte ich dir jemand anderen vorstellen. Ich bin mir sicher ihr werdet euch gut verstehen." Damit drehte sich Anderson um und ging wieder aufs Haupthaus zu. Nach einem kurzen Augenbrauen hochziehen folgte Alucard wortlos. Jemanden vorstellen? Gab es noch jemanden im Tribe? Oder meinte er ein Tier? So ganz sicher war sich der schwarzhaarige nicht, denn diese Formulierung ließ so ziemlich alles offen.

Tatsächlich gab es nur eine kurze Esspause in der sich Anderson und Alucard noch das restliche Fleisch vom Frühstück schnappten. Die Mädchen waren nicht im Haus. Dafür aber Raika, die sich ungemein freute als Alucard reinkam und sie begrüßte. Gott, er konnte sich wirklich an diese Tiere gewöhnen. Still und leise hatte sie dann bei ihm am Tisch gesessen, wobei sie nicht umhin kam ein wenig nach Futter zu betteln. Dennoch hatte Alucard nur minimal nachgegeben und nach einem kleinen Stück war auch wieder gut gewesen.
Kaum hatten sie gegessen, war Anderson schon wieder nach draußen gegangen und Alucard war wohl oder übel wieder gezwungen zu folgen. Zu dessen großer Verwirrung kehrten sie zu den Carnivoren zurück, genauer genommen zu den Argentavis. "Eine Frage...", begann Alucard und brach kurz ab, als er sich umsah. Erwartungsvoll blickte Alexander zu ihm. "Ja?" "Machst du dir nicht Sorgen, dass deine Vögel nicht weg fliegen? So, auf nimmer Wiedersehen?" Kichernd schüttelte der Blondhaarige den Kopf. "Oh, sie fliegen weg! Aber sie kommen auch immer wieder zurück. Wir hatten es noch nie, dass ein Argentavis nicht wieder zurück gekehrt ist. Es sind sensible aber auch sehr kluge Wesen. Sie wissen wo sie sicher sind und wo sie hier leicht an Nahrung gelangen. Außerdem haben wir eine Bindung zu den Vögeln, wir mögen sie und sie mögen uns. Auch bleiben sie immer so weit in der Nähe, dass sie uns hören können." Kurz sah sich der ehemalige Paladin um. Dann hob er seine Finger an den Mund und ließ einen Pfiff los, bevor er einen Namen rief. "Aleeeex!"
Das war laut. Wenig begeistert lehnte sich Alucard weg, da er wegen dem Pfiff nun erfolgreich einen Tinitus im Ohr hatte, doch sah er mit einer milden Faszination, wie nach eingen Momenten ein einziger Vogel über die Mauer geflogen kam.
"Jeder Argentavis ist auf diesen Pfiff trainiert. Wenn dieser ertönt kommen sie alle, doch wenn der Name hintendran gehängt ist, dann kommt nur der individuelle Argy. Aber wenn du nicht pfeifen kannst, dann reicht der Name völlig aus. Meistens zumindest...." Während er das erklärte, setzte sich der gerufene Argentavis bei ihnen hin. Der Körper war schwarz wobei Bauch, Schwung- und Schwanzfedern weiß gefärbt waren. Die einzige Besonderheit war das leicht blaue Gefieder auf dem Kopf.
Neugierig betrachtete Alucard den Vogel, genau wie umgedreht. "Also...diese hübsche Maus hier, das ist Alex!" Irritiert sah Alucard zu dem Blondhaarigen, welcher sofort die Augen verdrehte. "Die Mädels haben sich ein Spaß erlaubt, als sie sie so benannt haben. Das Ding ist, der Vogel hört drauf, sogar sehr gut. Dementsprechend..." Anderson zuckte die Schultern. "Nun, die liebe Alex hier.." Sanft strich ihr Anderson über den Schnabel und zupfte liebevoll an ihrem Gefieder herum, was sie sehr zu begrüßen schien. "...Sie ist einer unserer Jungvögel, mithin das erste Jungtier was wir aufgezogen haben. Du musst verstehen, die Tiere hier wachsen unglaublich schnell und sind innerhalb von ner Woche teilweise ausgewachsen." Ungläubig sah Alucard vom Paladin zum Vogel und wieder zurück. "Jupp, so haben wir uns auch gefühlt, aber das wirst du noch sehen. Wir haben sie jedenfalls schon eingeritten und ihr alles wichtige beigebracht. Das Ding ist....sie hat keinen festen Reiter und da kommst du ins Spiel."
Weiterhin ungläubig sah Alucard von Anderson zu dem Vogel, deutete auf diesen und dann auf sich selbst. "Ist das dein  Ernst?" "Seh ich so aus als mache ich Witze?", kam nur die trockene Antwort, bevor Alexander die Arme verschränkte.
Alucard schnaubte nur. "Du willst mir wirklich eines deiner Tiere anvertrauen? Mir?" Erneut verdrehte der Paladin die Augen. "Alucard, wir sind jetzt auf der selben Seite...vergiss das nicht. Ich sehe wie du mit Raika umgehst. Natürlich kann ich dir da einen Argentavis anvertrauen."
Dies war ein Fakt, da konnte Alucard nicht mal gegen argumentieren. Als Anderson merkte wie sich der schwarzhaarige geschlagen gab, öffnete er sein Inventar und ließ einen Sattel materialisieren. Doch anstatt Alucard den gesamten Sattel für den Argentavis zu übergeben, legte Alexander ihn auf den Boden und separierte das Zaumzeug vom Sattel. Genau dieses Zaumzeug warf er dann Alucard zu. "Natürlich müsst ihr euch erstmal kennen lernen, dementsprechend fangen wir mit Bodenarbeit an. Leg es ihr an..."

Kurz verdrehte der schwarzhaarige die Augen, da ihm das alles schon klar war. Gott, er hatte mit Pferden gearbeitet. Dann besah er sich das Zaumzeug und fand, dass es nicht mal so anders war von dem für Pferde. Man hatte eine Trense und zwei Riemen, von dem einer über den Schnabel und der andere über den Hinterkopf gezogen wurde. Die Zügel waren an den Seiten vom Zaumzeug befestigt. Nicht viel anderes als er es kannte.
Anderson trat auf die Seite um nicht zu stören als Alucard sich langsam auf den Argentavis zubewegte. Seine Bewegung war langsam, gleichmäßig. Stehts bewegte er sich in ihrem Blickfeld. Dann hob er seine rechte Hand an ihren Schnabel, nicht sicher wie gut sie riechen konnte, bevor er sanft mit seinen Fingern an der Seite ihres Schnabels entlang strich. Nervös wog sich Alex hin und her, ließ ihn aber immer näher kommen. Langsam schloss er die Augen, ließ seine Hand weiterhin vorsichtig von ihrem Schnabel an der Seite ihres Schädels durch ihr Gefieder fahren. Er war sich sicher, dass der Vogel ihn immer noch beißen könnte, sollte er sie zu sehr bedrängen oder sollte sie sich vor ihm fürchten.
Doch ließ er seine Hand wieder sinken, als er den Übergang von Kiefer zu Hals spürte, hielt seine Augen jedoch weiterhin geschlossen. Sie sollte wissen, dass er keine Gefahr für sie darstellte. Erst als er Alex sich bewegen hörte und eine leichte Berührung vom riesigen Schnabel an seiner Wange spürte, öffnete er seine Augen wieder. Sie war zu ihm gekommen. Lächelnd hob er diesmal beide Hände an ihren Kopf, legte sie beide an ihre Schläfen und lehnte seine Stirn ihren Schnabel. "Hey...", flüsterte er sanft. "Hey, meine Kleine. Alex, hm?" Wieder hatte der Vampir die Augen geschlossen, sein Lächeln wurde breiter als der Argentavis ein leises, freudiges Geräusch von sich gab und ihren Kopf näher an ihn schob. Immer selbstbewusster strich er durch ihr Gefieder, während ihr Kopf weiter runter, von seinem Kopf zu seiner Brust, rutschte um dort zu ruhen.
In stummer Faszination beobachtete Anderson dieses Schauspiel. Er wusste nicht was es war, ob es Alex' zutrauliche Art war oder irgendwas an Alucard selbst, aber es schien als hatte sich sofort ein kleines Vertrauensband geformt. Ohne jede Basis, nur durch diesen kleinen Kontakt. Doch musste er Alucard lassen, dass er sanft mit den Tieren umging. Etwas was er von ihm nie geglaubt hätte, wären sie noch in ihren alten Position. Alucard, der Urvampir und das Monster, welches er vernichten musste. Er, der Monsterjäger und Iskariots heiliger Paladin, welcher sich gegen alles dämonische verschworen hatte. Wie fern ihm das alles nun schien. Wie ein Traum oder als wäre es schon Jahrzehnte zurück. Dabei waren es doch nur knapp 3 Monate. Verdammt. Die Vergangenheit war doch viel näher als gedacht. Dabei müsste sich doch sein Leben hier wie ein Traum anfühlen, doch im Gegenteil. Er fühlte sich lebendiger wie nie zuvor. Lebendiger, ja, lebendiger als in jedem Kampf mit Alucard in der Vergangenheit. Er fühlte sich als hätte er in all seiner Zeit bei Iskariot nie wirklich....gelebt. Existiert schon, aber nicht gelebt. Eine Realisation, die erstaunlich wie auch erschreckend für ihn war.

Als Alucard Alex' Kopf von sich schob, wurde Alexander wiederum aus seinen Gedanken heraus gerissen. Schnell ergriff er das Zaumzeug, welches er zuvor kurzerhand fallen gelassen hatte und hob es vor Alex an. "Ich hab gehört du bist schon ein großes Mädchen und kennst das alles. Dann zeig es mir mal", raunte Alucard, krempelte das Zaumzeug zusammen und tippte mit dem Gebiss an ihren Schnabel, in der Hoffnung, dass sie auch verstand was er meinte. Tatsächlich öffnete sie diesen und ließ sich die Trense ins Maul schieben, während Alucard ihr die restlichen Riemen über den Kopf zog. Jetzt nur noch fixieren und Zügel nehmen und es war vollbracht. Er hatte ihr erfolgreich das Zaumzeug angelegt. Ruckartig hatte Alex den Kopf hochgerissen und schüttelte diesen, bevor sie den Schnabel immer wieder öffnete und schloss. Es schien als müsste sie sich erst wieder an das Gebiss gewöhnen. Die Zügel hatte Alucard in der Hand, doch lagen sie nur locker zwischen seinen Fingern, sodass Alex sie ihm wieder entziehen könnte.
Nach ein paar Momenten der Unruhe, beruhigte sich der Argentavis auch wieder. Weiterhin locker mit den Zügeln in der Hand, ging Alucard auf Anderson zu. Alex folgte brav. Anderson hingegen klatschte nur kurz in die Hände. "Ich sagte doch, dass du gut mit ihr umgehen würdest." Dagegen sagte Alucard nicht mal was und folgte Anderson mit Alex auf einen offenen Bereich, wo dieser ein längeres Seil hervor holte und es an den vorhandenen Zügel band. Dieses Seil übergab er dann an Alucard. "Jetzt machen wir etwas, was sehr ähnlich zu der Bodenarbeit mit Pferden ist. Sehr ähnlich dem longieren, nur nochmal auf anderer Ebene." Langsam bewegte sich der Blondhaarige hinter den Vampir und tippte ihn am oberen Rücken an, worauf dieser nur leicht zusammen zuckte. "Haltung annehmen! Rücken gerade, Schultern zurück. Das Seil ergreifst du mittig und zwar hier!" Damit tippte Alexander an eine Stelle am Seil, wohin Alucard seine Hand platzierte. "Deine andere Hand platzierst du ca 50cm weiter weg ans Seil. Mit dem herunter hängenden Teil des Seils gibst du quasi die Richtung an und spornst sie an. Alex kennt die ganzen Grundprinzipien schon, nur müsst ihr es nun zusammen nochmal lernen. Du musst nur eine Bewegung machen und sie wird darauf reagieren."

Der Paladin erklärte und zeigte noch eben jene Bewegungen und ließ sowohl Alucard, als auch Alex, arbeiten. Zuerst machten die beiden ein paar Runden am Boden. Dann wurde der Vampir immer mutiger und er begann Alex in die Luft zu manövrieren und die beiden begannen die Runden so zu drehen. Anmutig glitt das Argentavisweibchen über den Boden hinweg, in perfekten Kreisen unter Alucards Anleitung. Als er allerdings die Flugrichtung abrupt ändern wollte, wurde Alex unsicher und landete hektisch. Darauf beendete Anderson die Trainingssitzung.

"Fürs erste Mal garnicht so schlecht. Nur bei den Richtungswechseln musst du aufpassen. Das darf am Anfang nicht so schnell passieren! Vorallem im Flug ist das schwierig.", erklärte der blondhaarige, während er gerade das Seil, Zaumzeug und Sattel weg packte. Der schwarzhaarige hingegen verschränkte nur die Arme und verdrehte die Augen. Woher sollte er das bitte wissen? Gott, heute war sein erster Tag indem er mit diesen Viechern interagierte. "Du warst zu fordernd..." Da musste Alucard dann doch grinsen. Vorallem weil er andere Dinge im Kopf hatte, als jene die der blondhaarige eigentlich meinte. "Ich sagte bereits, es sind sensible Wesen. Plötzliche Richtungswechsel brauchen Vertrauen und viel Training. Naja, fürs erste Mal dennoch hervorragend!" Damit drehte sich Anderson um, lächelte sogar ein wenig und wank Alucard hinter sich her, als er los ging. Seufzend folgte der schwarzhaarige ihm. Eigentlich hatte er auf eine kleine Pause gehofft, da er die Erschöpfung schon an sich nagen spürte. Es war erbärmlich wie wenig er nun auszuhalten schien. Dabei war doch heute nicht viel passiert! Zu seiner Erleichterung realisierte er nun, dass sie auf das Haupthaus zusteuerten. Amüsiert blickte Alexander zu ihm nach hinten "Müde?" Verwirrt zog Alucard die Augenbrauen zusammen. Woher-? "Wie kommst du darauf?"
Es herrschte eine kurze Stille ehe der Priester etwas brummte und den Kopf von der einen Seite zur anderen wog. "Du bist so brav und so verdammt still. Normalerweise würdest du irgendwas von dir geben, sei es Protest oder dumme Sprüche..." Kurz wollte der schwarzhaarige dagegen argumentieren, musste aber wohl oder übel realisieren, dass Anderson Recht hatte. Stimmt, er war heute wirklich ungewöhnlich still für seine Verhältnisse. Verdammt! Dass der das auch noch mitbekommen musste. Dann grinste Alucard. Anderson war ein erfahrener Kämpfer und Monsterjäger. Natürlich würde er mitbekommen, wenn sich eine Verhaltensänderung bei seinem Feind zeigt. Nein warte, Sie waren keine Feinde mehr. Gott, das war immer noch so seltsam. Es fühlte sich einfach an, als hätte jemand ihre zuvorige Dynamik genommen und sie gänzlich aus dem Fenster geworfen. Es fehlte irgendetwas. Naja, er sollte sich besser daran gewöhnen. Je schneller desto besser!

Beim Haus angekommen, gingen sie nicht rein, wie es der Vampir angenommen hatte, sondern Anderson holte eher etwas hervor. Es waren einige Stühle, die zuvor nur in einer Ecke der Terasse gestanden hatten. Diese stellte er in einem Halbkreis um eine Feuerstelle auf, welche sich eher seitlich vom Haus befand. Als hätte man damit einen Teufel beschworen, kamen die Mädels blitzartig aus der Hütte heraus. "Heute wird getrunken?? Nice!", rief die blondhaarige aus und schmiss sich fast schon auf einen der Stühle! Fragend zog der Vampir eine Augenbraue hoch und setzte sich etwas gesitteter auf den Stuhl. Yumiko lachte nur, genauso wie Anderson, der gerade das Feuer entzündete. "Wer ist eigentlich dran mit bringen?", fragte dann Alexander in die Runde, wobei Yumiko und Heinkel bloß mit den Schultern zuckten. Das letzte Trinken war schon zwei Wochen her und hier passierte in zwei Wochen so einiges. "Lass doch Alucard das machen! Schließlich ist er jetzt 'der Neue'!", warf Yumiko ein, wobei Anderson nur den Kopf schüttelte. "Ich hab ihn nicht aufgeklärt! Er hat wahrscheinlich keine Ahnung worum es eigentlich geht!" Die Augenbrauen hochziehend, verschränkte der ehemalige Vampir die Arme. "Klingt für mich wie ein Saufgelage!" "Ding ding ding! 100 Punkte gehen an den Blutlutschenden Sherlock da drüben!", grinste Heinkel und warf die Arme in die Luft. Der schwarzhaarige schüttelte bloß den Kopf, während Alexander sich freiwillig bereit erklärte alles zu holen. Höchstwahrscheinlich den Alkohol. Kaum hatte er die Tür aufgemacht, war auch schon Raika draußen, die sich gegen Alucard schmiss und diesen damit fast aus dem Stuhl kickte. Lachend kraulte er den Dino. Er hatte den ganzen Nachmittag kaum Zeit für sie gehabt. Jetzt musste er wohl einiges nachholen. Nicht viel später kam Alexander schon mit einem Arm voll Flaschen zurück, welche mit einer goldenen Flüssigkeit gefüllt waren. Diese Flüssigkeit erinnerte so ein wenig an Bier.
Jedem wurde eine Flasche ausgeteilt, die Restlichen erstmal auf den Boden gestellt. Wohlwissend stellte Anderson auch eine Holzschale mit auf den Boden. "Prost ihr alle!" Damit wurden die Flaschen geöffnet.

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