Kapitel 22
Endlich waren sie gegen zwei Uhr Nachts ins Zimmer verschwunden und taten was auch immer sie taten.
Ich schlich so gut es ging aus meinem Zimmer hinaus und ging in sein Büro, leider hatte ich nicht die Rechnung mit Luan gemacht, als ich schon im Büro war und versteckte mich so gut wie es eben ging. Hinter der Tür. Er musste mich einfach hier erwischen, dachte ich zumindest, jedoch sah er nur einmal kurz rein, schaltete das mich aus und schloss die Tür zu.
Ich bin nicht dumm und hatte natürlich den zweiten Schlüssel zuvor mit genommen, aus Sicherheitsgründen, wenn nicht wäre ich eben aus dem Fenster gesprungen, was kein Problem für mich gewesen wäre.
Mein Adrenalin stieg wieder und ich schaltete die Taschenlampe von Yooni's Handy an. Er half mir, er war sozusagen mein Verbündeter. Mein Halbbruder konnte mich schließlich nicht im Stich lassen aber konnte Tae und die anderen nicht warnen, da es zu auffällig wäre, deswegen taten wir eben nun dies.
Wenn ich erwischt werden würde wäre ich so ziemlich am Arsch. Mein Vater würde mich einsperren und nicht raus lassen, bis er seinen Plan umgesetzt hatte.
Ich fand nicht nur die Pläne für den nächsten Tag, aber auch die von vor ein paar Monaten, jedoch hörte ich Schritte, die auf das Zimmer zu kamen, nahm die Pläne einfach mit und verschwand aus dem Fenster, da ich hörte wie Yooni vergeblich meinen Vater aufhielt in das Zimmer zu kommen. Gerade so kam ich auf dem Boden rollend auf und stand sofort auf um in mein Zimmer zu klettern.
Ich hatte alles geplant und das nicht zu knapp. Ich hatte vom Meister gelernt, was ihm nun zum Verhängnis wurde.
Schnell stieg ich in mein Bett und tat so, als wenn ich schlafen würde. Nach ein oder zwei Minuten öffnete sich dann die Tür für einige Sekunden und schloss sich wieder.
Ich setzte mich auf, machte das Stehlicht neben meinem Bett an und sah mir die Pläne an, kurz darauf öffnete sich die Tür wieder und ich bekam den Schock meines Lebens nur um Yooni zu sehen.
„Klopf doch du vollidiot!" flüsterte ich schreiend und er kam rein.
„Sorry! Was hast du gefunden?"
„Das." antwortete ich ihm und hielt es vor seinem Gesicht.
Alles was die Jungs sagten war die Wahrheit. Ich wurde von jeder Mafia aus der Welt gesucht, jedoch dachten alle ich sei ein Junge, außer die Mafia, die Taehyung leitete.
„Er hat also wirklich meine Mutter auf dem Gewissen. Ich wollte dir ganze Zeit Rache an den falschen Menschen.." sagte ich und vergrub mein Gesicht in meinen Händen.
„Er log sogar dabei, dass du und ich nicht verwandt sind.. aber wieso bist du nicht dann sein Nachfolger?" fragte ich neugierig und sah hoch.
„Du warst von Anfang an stärker als ich und warst vernarrt in dieses Mafia Ding, seitdem du klein bist." antwortete Yooni mir und ich stand auf um ein Bild von mir, meinem Vater und meiner Mutter in die Hand zu nehmen.
„Alles was meine Mutter tat war einen Kriminellen zu lieben und zu unterstützen. Sie tat alles für ihn. Und er!? Plant ihre ermordung und riskiert, dass ich dabei ebenso verletzt werde! Diese Jungs kannten keine Gnade. Der Mensch, zu dem ich ebenfalls immer hoch geschaut habe ist nichts weiteres als ein gefühlloses Monster. Weshalb!? Nur weil er süchtig nach der Macht ist, wie andere nach Drogen!" maulte ich und schmiss das Bild auf den Boden, sodass es in tausende Scherben zersplitterte. Genauso sah mein Leben im Moment aus und meine Familie.
Mein Vater würde dafür büßen was er tat. Er ist ein Monster aber hat ein weiteres, stärkeres Monster erschaffen.
Ich werde nicht mehr sein kleiner Hund sein, der tut was er sagt. Ich werde das Gegenteil meines Vaters sein. Ich werde das Richtige tun und nicht das Falsche.
Er hat sich mit der falschen Person angelegt.
Besser gesagt mit den falschen, denn Yooni war auf meiner Seite, schon immer. Ohne dass ich es überhaupt wusste und bemerkte.
„Yooni. Bereit für einen Plan?"
„Ich habe nur darauf dass du fragst." antwortete er mit einem Blick, den ich einfach an jedem Menschen liebte.
Der Blick, bei dem die Augen kalt und böse Aussagen und ein kleines Lächeln das Gesicht schmückte.
Wir saßen an den Plan für Stunden, was sich jedoch anfühlte wie Minuten.
Und dann war es schon Zeit zum Frühstücken.
Ich zog mir, wie immer ein schwarzes Outfit, nur diesmal eins, was zeigte, dass ich heute keine Späße mache.

Ich nahm mir außerdem aus meinen Schrank Patronen für meine Knarre, die ich aus meinem Safe in meinem Zimmer entnahm und versteckte diese hinten an meinem Gürtel, es würde niemand sie sehen durch meine Jacke.
Yooni und ich wussten, was wir tun müssten und waren bereit.
Mir war es diesmal egal, wer dabei ums Leben kam. Mein Herz sagte kein Wort mehr und mein Kopf wollte Rache.
Das Verlangen an Rache, was sich in mir die letzten paar Monate staute wurde gestern nur noch stärker.
Wir gingen runter und die neue meines Vaters kochte mit ihm, die beiden kicherten wie kleine Teenies, die gerade mal seit einem Tag zusammen waren und ich war einfach nur genervt, jedoch musste ich ein Lächeln im Gesicht behalten.
„Guten morgen Dad!" sagte ich in einer überfreundlichen Stimme und umarmte ihn. Dann stellte ich mich vor seiner neuen und sah sie von unten bis oben an, bis unsere Blicke sich trafen.
„Ich denke wir beide sollten gut mit einander auskommen also auch dir einen guten Morgen." fuhr ich fort und umarmte sie ebenfalls.
Meine Nasenflügel fühlten sich an, als würden sie absterben. Dieses stechende Parfum war unerträglich.
Rest In Peace meine Nase, schon wurde mir einer meiner fünf Sinnen geraubt.
Ich setzte mich zu Yooni und warteten darauf, dass mein Vater uns servierte, was er auch tat.
Er redete mit uns ganz normal und ich ließ meine Fake Persönlichkeit ihren freien Lauf. Ich war schon gespannt auf sein Gesicht, wenn er sieht, dass seine eigenen Kinder ihn einfach hintergingen und er keinerlei Chance hatte.
Wir hatten nicht vor ihn zu Töten, sondern hatten einen besseren Plan.
Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top