Im Büro


In meinem Kopf war nur Platz für vier Wörter. Vier Wörter, die sich immer wiederholten.

Ich habe Leo umgebracht.
Ich habe Leo umgebracht.
Ich habe Leo umgebracht.

„Emilia?"
Mysannas warme stimme rieß mich aus meinen Gedanken.

Ich sah von meinen Fingern auf.

„Ich habe Leo umgebracht."

Sie schüttelte den Kopf.

„Nein hast du nicht."

Wir saßen in ihrem Büro.
Nachdem Leo mich aus dem Auto gezeert hatte und das Auto explodiert war, kamen viele Schüler und Lehrer angelaufen.

Sie hatten Leo vorsichtig von mir runtergenommen, ihn auf eine Trage gelegt und zurück ins Schloss getragen.

Das letzte, was ich von ihm sah, war eine von schnitten und Prellungen verletzte Hand.

Mir war nichts passiert, er hatte mich ja beschützt.
Hatte mich vor mir selbst beschützt.

Dann hatten sie mich zu Mysanna ins Büro gebracht.

Und nun saß ich hier.

„Ich war es, ich hätte sterben sollen. Nicht Leo. Ich. Es war meine Magie, die das Auto explodieren lassen hat. Ich war es, die sich nicht kontrollieren konnte, ich..."

„Ja?"

Mysannas Blick hatte etwas beruhigendes an sich.

„Ich wollte mich nicht mehr kontrollieren. Ich weiß nicht... Ich weiß nicht, was das in mir war. Ich habe mich so über eine Kleinigkeit aufgeregt. So bin ich normalerweise nie. Ich bin eigentlich keine so dramaqueen."

„Es ist okay, Emilia. Du hast zwar unser Schulauto zerstört und einem meiner besten Lehrer ins Koma verfrachtet, aber es ist okay. Magie wird teilweise durch Emotionen hervorgerufen und du bist sehr emotional. Ich kann mir vorstellen, mein Sohn ist nicht ganz unschuldig..."

„Was? Tristan? Nein, ich war es. Es hat nichts mit ihm zu tun."

Ihre Stimme wurde ein bisschen schärfer.

„Ich weiß es, Emilia. Tristan hat dir die Schuld für den Angriff auf Clarisse gegeben. Er dachte, wenn er nicht mit dir gegangen wäre hätte er sie schützen können. Und du warst so enttäuscht, dass du deine Magie nicht zurückhalten konntest."

Ich Staarte an die Decke.

„Aber Mysanna, ich habe doch schon gesagt, dass ich in diesem Moment die Magie nicht zurück halten wollte. Ich wollte das etwas passiert, ich wollte, dass jemand zu Schaden kommt. Ich war in diesem Moment nicht ich."

„Ich habe dich schon verstanden."
Ihre Augen waren jetzt eiskalt.

„Aber du wirst sagen, dass du die Magie nicht halten konntest. Es ist besser für dich, glaub mir. Du kannst gehen."

„Aber... Werde ich nicht von der Schule geschmissen? Leo... Und das Auto...?"

„Du bekommst einen verschärften Verweis, aber ich werde dich nicht von der Schule werfen. Du kannst es weit bringen in dieser Welt. Und außerdem bist du zu gefährlich für die normalen Menschen da draußen."

Ich nickte erstaunt.

„Okay, D-danke. Und es tut mir leid, wirklich."

Ich öffnete die Tür und trat aus dem Büro.
Dann ging ich zurück in unser Zimmer.

Die anderen lagen entweder auf, neben oder unter ihren Betten und lasen .

Ich seufzte und ließ mich auf mein Bett fallen.

Lena kroch unter ihren Bett hervor und setzte sich neben mich.

"Wie war das Date?"

"Tristan hat mich beschuldigt , an Clarrises Unfall schuld zu sein. Darauf war ich so sauer, dass ich das Auto in die Luft gejagt und Leo ins Koma verfrachtet habe"

Lena nickte und legte einen Arm um mich.

"Shit happens", sagte sie "und du hast ein ver-damm-tes Problem"

Ich legte meinen Kopf auf ihre Schulter .

"Ich dachte, er hätte auch Gefühle für mich", sagte ich leise.

Toni sah kopfschüttelnd hoch.

„Jungs... Du hast nur zwei Möglichkeiten."

Ich wischte mir eine Träne aus dem Augenwinkel.

„Ach ja?"

„Hasse sie oder hasse sie."

Wider Willen musste ich grinsen.

Dann ließ ich mich schluchzend zurück ins Bett fallen.

„Leo wird mich hassen, Tristan wird mich hassen, jeder wird mich hassen."

Anna sagte abschätzend:
„Das kann schon gut sein."

Wow, tolle Freunde hab ich da, so motivierend und nett.

„Wie wäre es damit, du beruhigst dich erst Mal und dann erzählen wir dir, was mit Clarisse passiert ist", schlug Toni vor.

Ach Gott, Clarisse hatte ich ja total vergessen. Ich war so egoistisch.

Ich wischte mir mit der Bettdecke übers Gesicht, die danach an einer Stelle ziemlich schwarz war.

„Ja, was ist passiert, wie geht es ihr, ist sie..."

„Also..."

Hi, Leudis, sorry, dass ich solange nicht geschrieben habe.

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