Dieser eine Junge...


Er zog mich am Arm zu einem parvillion und grinste.

„Ich fühl mich sonst so beobachtet."

Ich erwiderte seinen Blick gelassen.
„Wenn du jetzt meinst, du könntest irgendwelche Spielchen mit mir spielen..."

Jetzt sah er erschrocken aus.

„Nein, du verstehst das falsch. Ich wollte mich bei dir entschuldigen."

Ich lachte verächtlich.

„Ach? Wofür denn? Nur für ein bisschen flirten?"

Er sah verwirrt aus. Genau so hatte ich mich vorhin gefühlt.

„Ich versteh nicht ganz..."

Er tat mir jetzt doch ein bisschen leid. Und das er sich extra entschuldigte...
Vielleicht wollte er auch einfach meine falschen Hoffnungen zerstören.

Nein, Tristan war zwar etwas speziell, aber trotzdem liebenswürdig.

Ich schluckte.

„Ich glaub, ich muss mich eher entschuldigen. Ich habe ein bisschen überreagiert."

Er grinste wieder.

„Ein bisschen?? Du hast gar nichts gemacht. Nur total abwesend geschaut."

„Naja, als Clarisse gesagt hat, dass du mit jeder flirtest..."

„Nur mit den hübschen!", Warf er ein.

Er tat es schon wieder!!

Jetzt grinste ich auch.

„Du bist unmöglich. Aber was ich eigentlich  sagen wollte, war, dass als Clarisse das gesagt hat... Ich weiß nicht. Ich hab mich wie so ein... OK, das klingt jetzt blöd... Wie so ein Spielzeug gefühlt.
Ich mein, ich weiß zwar nicht, wie sich ein Spielzeug fühlt, vielleicht fühlen sie gar nichts, vielleicht fühle  sie aber auch menschlich. Oder tierisch. Oder Spielzeugisch..."

Oh nein, ich fing schon wieder an, scheiße zu labern.
Aber diese Augen...
Schnell schaute ich zur Seite.

Ich durfte mich nicht mehr ablenken lassen.
Nicht von einem Jungen.
Und schon gar nicht von diesem Jungen.
Mit den wunderschönenen blauen Augen...

„Wahrscheinlich lachst du mich jetzt aus. Aber ich habe...
Ach, ist egal."

Er sah mich zwar forschend an, sagte aber nichts.

Eine Zeit lang standen wir nur stumm da.
Ich gebannt Staarte ich seine Augen an.
Ich weiß, ich rede viel über seine Augen, aber die waren einfach... Magisch.
Nicht dieses verwaschene, helle graublau, dass die meisten Menschen haben.
Nein, ein richtiges klares, tiefes Blau.
Wie das Meer...

Plötzlich spürte ich etwas an meiner hand.
Erschrocken sah ich nach unten.
Er hatte zwei Finger nach meinen ausgestreckt.

Schnell zog ich die Hand weg.

„Äh... Ich glaube, ich sollte dann Mal gehen. Die anderen werden sich schon wundern, wo ich bleib. Wir sehen uns bestimmt noch Mal. Ich mein, wir sind ja auf einer Schule, natürlich sehen wir uns nochmal. Sogar öfter als ein Mal. Ich meinte heute... Oder Morgen."

Schnell drehte ich mich um und lief zurück zu den anderen.

Ich sah nicht zurück, doch ich spürte seinen Blick.
Und spürte ein seltsames Gefühl im Bauch.

† † † † † † †

Vermutlich werde ich krank, versuchte ich mir einzureden.
Sommergrippe. Es war ja Sommer.
Ich hatte mich bestimmt irgendwo angesteckt.

Das sagte ich auch zu den anderen. Also, dass ich krank werden würde.
Wir liefen schweigend zurück zum Schloss.

Ich ging allein in unser Zimmer.

Die anderen wollten noch ein bisschen das Schloss erkunden.

Lena hatte immernoch Hoffnungen, dass es einen geheimen Geheimgang gab.
„Wir müssen in der Bibliothek nachschauen. Dort finden wir bestimmt was."

Ich trottete zu meinem Bett und legte mich drauf.

Minutenlang Staarte ich die Zimmerdecke an.
Dort war ein kleiner Riss.
Ich versuchte, eine Form oder Regelmäßigkeit zu erkennen.
Nur so.

Aber irgendwann gab ich es auf.

In meinem Kopf drehte sich alles.

Ich war jetzt 2 Tage hier und schon so verwirrt.
Was auch die Schuld von einem gewissen Jungen mit blauen Augen war.

Immer wenn ich meine Augen schloss, sah ich ihn vor mir.

Sein grinsen, sein verletzter Blick, als ich meine Hand wegzog.

Nein! So konnte das nicht weitergehen.

Entschlossen stand ich auf.
Ich musste mich irgendwie ablenken.

Deshalb schnappte ich mir meinen Zeichenblock, einen Bleistift und Radiergummi und setzte mich an meinen Schreibtisch.

Ich wusste, dass ich jetzt kein perfektes Bild hinbekommen konnte, deshalb malte ich einfach ein paar Augen.

Später fiel mir auf, das eins davon blau war.
Meeresblau.

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