Der traum.
Alles brannte. Die Welt stand in Flammen. Ich wollte flüchten, wollte weg, doch ich konnte nicht. Ich war eingeschlossen, eingeschlossen in Feuer.
Ich würde sterben.
Ich spürte die Hitze auf meiner Haut. Es wurde immer wärmer, unerträglich warm.
Ich kauerte mich auf den Boden.
Nicht sehr heldenhaft, das wusste ich, aber ich wollte mich vor den Flammen schützen.
Die Flammen kamen immer näher, berührten meine Haut.
Ich wollte schreien. Doch ich konnte nicht. Rauch stieg mir in die Lungen.
Jetzt hatten mich alle erreicht.
Ich spürte den Schmerz.
Ich wandt mich auf dem Boden, wollte, dass es aufhörte.
Ein Teil von mir wollte einfach nur sterben, damit die schmerzen aufhörten, doch ein kleiner Teil von mir wollte, dass ich kämpfte.
Ich hörte auf den kleinen Teil in mir. Ich zwang mich, aufzustehen. Ich atmete soviel Luft ein, wie mir in dem rauch möglich war.
Dann stieß ich einen langen Schrei aus.
Ich schrie, schrie das feuer an, schrie um mein Leben.
Und die Flammen wichen zurück.
Sie flackerten, so als wollten sie sich verbeugen.
Ich wusste, sie verbeugten sich vor mir.
Mein kleiner Teil hatte Recht behalten.
Ich verstummte und sah mich fasziniert um.
Die Flammen tanzten um mich herum.
Plötzlich spürte ich ein Kribbeln am Körper. Ich sah an mir runter.
Ich trug nicht mehr meine normalen Straßenklamotten.
Ich trug eine Rüstung.
Sie war aus Gold gefertigt, leicht und mehr stylisch als nützlich.
Wie die ganzen Kriegerprinzessinnen in Fantasyfilmen.
Auf dem Rücken trug ich ein Schwert aus Flammen und auf dem Kopf eine zarte Tiara im Flammenstyle aus Gold.
Anmutig wie eine würdige Kriegerin Schritt ich auf die Flammen zu. Sie bildeten erst eine Gasse, dann traute ich mich, in die Flammen zu treten. Sie waren angenehm warm, überhaupt nicht böse und gierig wie vorhin sondern sanft wie Frühlingsregen.
Ich Schritt durch die flammen zu einer steinernen Treppe, die zu einem hell strahlenden Schloss führte.
Ich wollte hoch, doch plötzlich wurde das schloss dunkel.
Meine Flammen erstarben um mich herum.
Es wurde düster, ich war allein.
Da sah ich ihn. Einen Schatten! Er kam aus Richtung von dem schloss.
Er wurde immer schneller, kam zu mir und ich wusste, wenn er mich hatte war ich erledigt.
Ich rannte los, doch er war schnell, er war schneller als ich.
Ich spürte, wie er immer näher kam. Er hatte mich fast!
Ich spürte schon, wie er seine langen, spitzen Finger nach mir ausstreckte...
Ich fuhr hoch.
„Es ist feuer. Es darf nicht erlöschen!"
Anna sah mich alarmiert an.
„Wo brennts?"
„Ist er da? Wo ist er? Wo ist mein feuer?"
Toni mischte sich ein.
„Wo ist WER? Wovon redest du? Und was für feuer?"
Lena drehte sich in ihrem Bett auf die andere Seite.
„Können wir nicht einfach weiterschlafen?"
Langsam beruhigte ich mich.
Die anderen versuchten das selbe.
„Emilia, du hast nur geträumt."
„Ja, ich weiß. Ich bin nur... Ich weiß nicht, es hat sich so real angefühlt."
„Was hast du den überhaupt geträumt?"
„Die Welt hat gebrannt. Überall war feuer. Ich konnte nicht weg. Ich hab irgendwie schon aufgegeben gehabt, da sagte mir eine Stimme, ich solle kämpfen.
Also stand ich auf und hab geschrieen. Und dann konnte mich das Feuer nicht mehr verletzen, es war ganz lieb. Und ich trug irgendeine goldene Rüstung. Und dann war da noch ein Schloss. Da wollte ich anscheinend hin. Doch plötzlich kam da so ein Schatten und das ganze Feuer ist erloschen. Der Schatten hat mich gejagt. Dann bin ich aufgewacht."
Lena brummte irgendwas in ihrem Bett.
„Du kannst ja ein Traumhoroskop befragen, ich will jetzt schlafen."
„In Ordnung"
Doch vor dem Einschlafen ging mir nur ein Gedanke durch den Kopf.
Das feuer hatte mir gehorcht. Es war mein element.
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