Jacki!
Kyla P. O. V.
Aus letztem Kapi:
„Ich wäre schön doof, hätte ich nicht gewartet." erklärte ich, als hätte ich nicht gezweifelt und trank nach kurzem Zögern auch den Rest des Wassers.
„Das stimmt auch wieder. Geht's dir schon besser?" wollte Jakob wissen und hob mein Kinn leicht an, damit ich ihm in die Augen sah.
„Ja... Danke. Hast du Alexei bescheid gesagt?" murmelte ich und sah zur Seite weg. Das Kribbeln, dass seine Berührungen durch meinen Körper jagten, wurde immer intensiver, wenn er mich so ansah.
„Natürlich. Komm.“ meinte Jack und legte einen Arm um mich, den er aber schnell wieder weg zog, als hätte er sich verbrannt. So abwegig war das gar nicht. Ich hatte meine Kräfte kaum noch unter Kontrolle.
„Wenn du nicht willst, musst du nicht mit, Jacob. Ich bin kein kleines Kind und kann gut für mich selbst sorgen.“ erklärte ich und hoffte, dass er mich jetzt endlich satt hatte und zurück in die Turnhalle ging. Ich wollte ihn nicht mehr in meiner Nähe haben. Er weckte zu viele schöne Erinnerungen. Das an sich war ja nichts schlimmes, doch dann erinnerte ich mich, dass ich das nicht mehr haben konnte. Ziemlich deprimierend.
„Nein. Es ist schon okay. Ich helfe dir gerne.“ meinte er und lief dann stumm neben mir her. Toll! Wieso musste das auch damals passieren?! Ich hätte ihn so gerne immer noch als besten Freund. Natürlich, Alexei machte das auch super, aber mit Jacob war es eben etwas anderes gewesen! Es war vertrauter und irgendwie... schöner.
„Wieso bist du mittlerweile so stark?“ wollte Jacki nach weiteren Minuten des Schweigens von mir wissen. Eigentlich wusste ich das auch nicht. Im Unterricht hatten wir gelernt, dass so was vom Training kam, aber ich trainierte nicht mehr als sonst. Naja, nicht noch mehr. Vielleicht war es auch der Stress?
„Ich weiß es nicht... “ murmelte ich und sah auf den Boden vor uns. Es war mir peinlich, dass ich es nicht wusste und das wiederum ärgerte mich gerade total.
„Also kommt das nicht vom Training?... Und es schickt dir auch niemand Energie?“ fragte Jacob weiter und hielt mir die Tür ins Schulgebäude auf. Ich schüttelte den Kopf. Wenn jemand mir Kräfte schickte, würde ich das sofort spüren. Grübelnd liefen wir nebeneinander her.
„Wie geht's dir? Sag bitte die Wahrheit.“ meinte mein ehemaliger bester Freund und ich spürte seinen Blick brennend auf mir. Wieso mussten wir uns noch immer so nah sein, obwohl wir uns eigentlich hassten? Seufzend hob ich den Blick und sah in seine Augen. Er erwiderte den Blickkontakt und ich entdeckte ehrliche sorge in dem sanften Braun seiner Augen.
„Ich bin erschöpft, aber es ist schon besser. Das Wasser hat geholfen.“ erklärte ich lächelnd und sah schnell wieder weg. Es war nicht gut für mich, mich mit ihm zu unterhalten. Die schönen Erinnerungen würden mich am Ende nur zu etwas verleiten, dass ich nicht wollte.
„Okay.“ murmelte Jack weiter nachdenklich und plötzlich lag sein Arm wieder um mich. Diesmal zog er mich an der Taille leicht zu sich.
Jacob P. O. V.
Ich ließ meinen Arm dieses mal um Kyla geschlungen. Egal, wie sehr das meine Sehnsucht nach ihr anspornte, ich konnte einfach nicht die Finger von ihr lassen. Wir waren beste Freunde und da war es bei uns gang und gebe gewesen, uns gegenseitig zu umarmen oder allgemein uns eben beiläufig zu berühren.
Erst als diese Freundschaft beendet war hatte ich plötzlich bemerkt, wie oft wir uns unterbewusst berührt hatten. Es fehlte mir, weshalb ich auch mit einem Mädchen nach dem anderen schlief. Trotzdem war es einfach nicht dasselbe. Mit Kyla war es immer anders. Vertrauter und eben... schöner. Ich vermisste sie mehr, als ich es geglaubt hatte und jetzt kam alles wieder hoch.
„Danke für's her bringen.“ hörte ich Kyla's sanfte Stimme und sah verwirrt runter in ihre wunderschönen Augen. Sie schien meine Verwirrung zu bemerken und ich sah am Zucken ihrer Mundwinkel, dass sie ein Lachen unterdrückte. Mein Blick löste sich schnell von ihr, bevor ich etwas tat, was ich später bereuen würde. Da fiel mir auf, dass wir vor ihrer Zimmertür standen. Oh...
„Gerne. Dann lass ich dich mal alleine. Tschüss.“ sagte ich mit einem schwachen Lächeln und wandte mich von ihr ab. Ich wollte nicht, dass wieder so eine komische Stille zwischen uns beiden entstand.
„Jacki!“ hielt mich meine ehemalige beste Freundin jedoch auf. Ihre zarte Hand hielt mich am Arm fest und sie zog leicht daran, um mich zum umdrehen zu bringen. Ich zögerte, dann drehte ich mit einem fragenden Ausdruck zu ihr um.
„Danke, das du mir geholfen hast. Ich weiß das zu schätzen und... viel Spaß noch auf der Party.“ ein ehrliches Lächeln lag auf ihren Lippen und sie strich sich die roten Haare unsicher hinter's Ohr. Einen Moment erlaubte ich es mir darüber nachzudenken, ihr selbst nochmal über ihr bezauberndes Gesicht zu streichen, dann fing ich mich wieder.
„Es wäre falsch gewesen, dir nicht zu helfen.“ erklärte ich und ließ den letzten Teil unbeantwortet. Irgendwie war ich mir nicht mehr so sicher, ob ich zurück zur Party wollte. Ich wollte eigentlich viel lieber meine Zeit mit Kyla verbringen. Es ist schon echt seltsam, wie sehr ich sie vermisste, sie mich aber offensichtlich nicht.
Als sie nichts weiter sagte nickte ich kurz unschlüssig, wandte mich aber nicht ab. Ihr Lächeln wurde für einen Moment noch breiter, dann wandte sie sich ab und ging in ihr Zimmer. Und der arme kleine Jacob blieb alleine im Gang zurück, dachte ich mich selbst verachtend. Echt toll...
Ich seufzte leise und zwang mich weiter zu gehen. Ich wollte nicht wieder zurück in die Turnhalle. Ich hatte schon seit Ewigkeiten nicht mehr... so mit Kyla geredet und sie auch schon lange nicht mehr berührt. Ich hatte ziemlich penibel darauf geachtet. Selbst wenn wir uns am Ende unserer Auftritte verbeugten, hatte ich mich geweigert, ihre Hand zu nehmen.
Ich wollte sogar einen neuen Partner, aber Mister Rain hatte es mir nicht erlaubt. Da nämlich weder Kyla noch ich ihm den Grund nennen wollten, fand er es lächerlich. Außerdem meinte er, wir ergänzten uns in musikalischer Sicht perfekt. Da hatte er leider sogar recht. Trotzdem vermisste ich sie höllisch.
Wie von selbst bleiben meine Füße stehen und ich erkannte, dass ich gleich bei meinem Zimmer war. Ich starrte auf den Boden und dachte nach. Bevor ich jedoch den Entschluss überhaupt fassen konnte machte ich Kehrt und lief in die Richtung, aus der ich gekommen war. Konnte ich das machen? Würde sie es zulassen? Mal sehen...
Hey meine Lieben,
es ist schon vor längerem ein Kapi gewünscht worden, aber ich bin einfach nicht zum Schreiben gekommen. Ich hoffe, es ist okay, dass das Update erst jetzt kommt.
Alles liebe eure Ary-Lu ;*
P. S.: Danke an alle, die dieses Buch noch lesen *-*
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