Hilfe

Jacob P.O.V.

Aus letztem Kapi:
Langsam fing ich an, mit meinen Elementen, ihre Schmerzen zu lindern. Egal, wie sehr ich sie seit damals verabscheute, ich würde nicht zulassen, dass jemand in meiner Nähe so starke Schmerzen hatte. Ich spürte, wie es half und Kyla anfing, ihre Kraft von sich zu stoßen. Kurz darauf wurden wir von einer rot, grün glühenden Kuppel umgeben. Es sah aus, als wäre sie aus Wasser und als würde in diesem Wasser Feuer züngeln. Kyla entspannte sich, während ich sie vorsichtig auf den Boden legte.

Mittlerweile hatte Kyla das Bewusstsein verloren und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Es war verboten, außerhalb des Unterrichts Element-Magie zu wirken, weshalb ich auch nicht zum Schulleiter konnte. Ich zerbrach mir den Kopf und merkte nicht, dass Kyla wieder aufwachte, bis sie mit rauer Stimme sprach.

„Jacki?" hauchte sie und öffnete mit flatternden Lidern die Augen.

Ich lachte leise. Sie benutzte noch immer meinen Spitznamen von früher, was gute, aber auch schlechte Erinnerungen weckte. Im Grunde war es schön diesen Spitznamen noch aus ihrem Mund zu hören. Ich hatte ihn zwar schon immer gehasst, liebte es damals aber, wie sie mich damit aufzog.

„Wie geht's dir?" fragte ich sie und hatte wirklich Mühe, nicht wieder in Gedanken zu versinken.

„Mir... was ist passiert? Wieso sind wir im Wald?... Alleine?!" stellte Kyla eine Gegenfrage und zupfte sich ein paar Blätter und Ästchen aus den roten Haaren.

Ich setzte ein süffisantes Grinsen auf und versuchte meine böse Maske zu behalten. Ich hätte nicht weich werden und ihr helfen sollen. Jetzt dachte sie sicher, mir läge etwas an ihr, was ja auch irgendwie der Fall war, sie aber nie erfahren durfte. Bei meinem Grinsen hob Kyla eine Braue und rollte mit den Augen. Sie wusste, dass nichts in der Richtung passiert war, was ich mit diesem Grinsen andeutete.

„Du scheinst stärker geworden zu sein. Wie kommt es, dass das niemand außer mir zu merken scheint?" sagte ich und sie setzte sich seufzend auf.

Mit einer Antwort rechnete ich nicht. Sie war zu stur, um die Wahrheit zu sagen, doch offensichtlich beeinträchtigte die Magie ihr denken.

„Es liegt daran, dass ich zu stark bin. Alexei hat es bis jetzt auch nicht bemerkt, aber du hattest schon immer ein besseres Gefühl für... mich." grummelte sie und setzte sich auf.

„Sachte, sachte." grinste ich, als sie leicht schwankte.

„Danke, dass du mir geholfen hast, aber du kannst jetzt gehen." versuchte sie, ihren verletzten Stolz zu kurieren.

„Nein. Ich... bringe dich in dein Zimmer. Wir wissen beide, dass das extrem viel Magie war." widersprach ich ihr und half ihr auf die Beine.

Auch wenn ich sie hasste, sie war mir doch noch irgendwo wichtig. Selbst wenn ich es mir nicht eingestehen wollte. Ich würde ihr wahrscheinlich immer helfen egal, was sie machte.

„Na gut, aber... solltest du nicht zurück, um deinen Sozialenstatus aufrecht zu erhalten?" grummelte meine ehemalige Freundin und lief neben mir her, Richtung Schulgebäude.

Sie hatte sogar recht. Ich sollte zurück, um mein Image zu behalten, aber ich konnte Kyla jetzt nicht einfach allein lassen. Ich hatte ihr gegenüber noch immer ein starkes Pflichtgefühl. Selbst nachdem ich versucht hatte, sie zu vergessen, konnte ich es nicht. Solange ich sie täglich hier auf der Schule sehen musste, konnte ich nichts vergessen.

Kyla P.O.V.

Ich musterte Jacob, der nachdenklich auf den Boden starrte. Vor einigen Minuten hatte ich ihm eine Frage gestellt, aber er schien es nicht für nötig zu halten, sie zu beantworten. Zumindest nicht in nächster Zeit. Ich nahm es einfach hin und stapfte neben ihm her. Schließlich hatte er mir gerade wahrscheinlich das Leben gerettet.

Ein unangenehmes Schweigen breitete sich zwischen aus und ich konnte die Vorwürfe und unausgesprochenen Worte zwischen uns förmlich spüren. Es schien mich zu erdrücken, aber es könnte auch nur an meinen Elementen liegen. Ich war total erschöpft von dem ganzen wegstoßen.

„Ich... mein Sozialerstatus kann warten." brach Jakob dann endlich die Stille und ich atmete tief ein, während mir gar nicht aufgefallen war, dass ich die Luft angehalten hatte. Da kam mir plötzlich der Gedanke, dass ich vielleicht zu Alexei sollte, damit er sich keine Sorgen machte. Unsicher blieb ich stehen und Jacob sah mich fragend über die Schulter an, während er noch ein, zwei Schritte lief und dann ebenfalls stoppte.

„Was ist denn jetzt noch?" wollte er wissen und ich sah deutlich, dass ich ihn langsam nervte. Ich war ja aber auch anstrengend. Tja, Pech gehabt, würde ich mal sagen.

„Ich muss Alexei bescheid sagen, dass ich geh." erklärte ich und sah zwischen Turnhalle und Hauptgebäude hin und her. Jack stöhnte leidend und ich wartete auf weitere Reaktionen. Sicher würde er es aufgeben, mir zu helfen. Als sein Blick dann jedoch nachdenklich über mich wanderte, war ich mir nicht mehr so sicher.

„Ich sag ihm bescheid und du bleibst hier.", meinte er extrem von sich überzeugt und ich rollte mit den Augen.

„Nein. Ich bin nicht fast gestorben, weil ich zu schwach bin!" grummelte ich und lief Richtung Turnhalle. Leider war ich aber mittlerweile doch total geschwächt und musste meine ganze Konzentration aufbringen, um nicht auf den Boden zu sinken. Jakob hinter mir stöhnte genervt und hielt mich am Handgelenk zurück.

„Bleib hier, Kyla. Ich bin sofort wieder zurück. Ja?" sagte er und sah mir tief in die Augen. Ich starrte in das warme braun seiner Augen und nickte schließlich.

„Nur zwei Minuten!" versprach er und lief schnell an mir vorbei. Nachdenklich sah ich ihm hinterher und hoffte, dass er wirklich wieder kam. Im Nachhinein denke ich, dass ich normalerweise nicht auf Jack gewartet hätte, wenn ich nicht so geschwächt gewesen wäre.

Als mein ehemaliger bester Freund dann jedoch wieder aus der Turnhalle kam, war ich zutiefst erleichtert. Ich hatte damit gerechnet, dass er mich hier im Regen stehen lassen würde.

„Du hast ja tatsächlich mal gemacht, was du solltest." grinste Jack und hielt mir einen Becher hin. Skeptisch betrachtete ich ihn und sah Jacki dann leicht verwirrt und etwas neben der Spur einfach nur an.

„Du musst was trinken." ergänzte er und ich nahm zögernd den Becher und roch daran. Wasser, stellte ich fest und nahm einen großen Schluck.

„Ich wäre schön doof, hätte ich nicht gewartet." erklärte ich, als hätte ich nicht gezweifelt und trank nach kurzem Zögern auch den Rest des Wassers.

„Das stimmt auch wieder. Geht's dir schon besser?" wollte Jakob wissen und hob mein Kinn leicht an, damit ich ihm in die Augen sah.

„Ja... Danke. Hast du Alexei bescheid gesagt?" murmelte ich und sah zur Seite weg. Das Kribbeln, dass seine Berührungen durch meinen Körper jagten, wurde immer intensiver, wenn er mich so ansah.

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