chapter 62


Si hubieras querido •
Pablo Alboran

Ich verbringe noch einwenig Zeit mit Chip und versuche, ihn und auch mich selbst auf andere Gedanken zu bringen. Dabei vergesse ich jedoch ganz die Zeit und als ich das nächste mal auf mein Handy sehe und bemerke, wie spät es geworden ist, beschließe ich, mich am besten schnell auf den Nachhauseweg zu machen.

Ich verabschiede mich noch von Chip, ehe ich den Hinterraum verlasse und auf den Ausgang des Ladens zusteuere. Als ich an der Tür ankomme und sie öffne, empfängt mich sofort die kühle Nachtluft und ich blicke für einen Moment in den dunklen Himmel.

Ein mulmiges Gefühl erreicht mich, als ich den ersten Schritt aus den trete und die Tür hinter mir schließe. Dad macht sich sicher schon große Sorgen um mich. Wir hatten letztens erst das Gespräch, dass ich nicht mehr so lange wegbleiben soll.

Ich seufze schwer.

Seine Sorgen sind ja noch nicht einmal unbegründet. Denn wenn man bedenkt, was alles bereits in dieser Gegend passiert ist, wird selbst mir schlecht. Als ich plötzlich auch noch an das denken muss, was Leslie passiert ist, verstärkt sich dieses Unwohlsein in mir...

Ich schüttle mich, ehe ich die wenigen Stufen runterlaufe. Zügig mache ich mich auf den Weg und laufe ein Stück die Straße entlang.

Gerade, als ich abbiegen möchten und den Blick hebe, erstarren meine Beine jedoch ruckartig. Meine Augen erfassen eine Person weiter hinten, während mein Mund ganz trocken wird.

»Wird aber auch mal Zeit...«, bemerkt eine tiefe Stimme, und als die Person sich von der Hausmauer abdrückt und die paar Meter auf mich zugesteuert kommt, fühle ich mich, als hätte ich vergessen, wie man atmet. »Du hast mich lange warten lassen, Vera.«

Mein Puls schießt radikal in die Höhe, während ich Rider dabei zusehe, wie er sich mir Stück für Stück nährt. Panik kriecht mir den Körper hoch und ich stolpere aus Reflex zurück, was Rider's Mundwinkel zum Zucken bringt.

Ein kleines, aber umso kälteres Grinsen erscheint auf seinem Gesicht, als er innehält. »Keine Sorge. Ich hab nicht vor, dich wieder zu küssen.«

Meine Gedanken schießen zu jener Nacht zurück und ich senke für einen Moment den Blick.

»Ach, hat's dir etwa die Sprache verschlagen? Ich wusste gar nicht, dass der Kuss so viel Eindruck bei dir hinterlassen hat«, höre ich Rider erneut sprechen und werde damit aus meinen Erinnerungen gerissen.

Als ich Rider das nächste Mal ansehe, muss ich mir ein Zähneknirschen verkneifen. »Was willst du von mir? Und woher wusstest du, dass ich hier bin?«

Rider zieht einwenig überrascht die Brauen hoch. »Ich war hier in der Gegend und hab dich bei Chip reingehen sehen. Und dann hab ich einfach hier auf dich gewartet. Länger als ich eigentlich vorhatte, nebenbei bemerkt.« Rider seufzt, als er meinen feindseligen Blick erkennt und wirkt im nächsten Moment einwenig misstrauisch. »Was hast du da drinnen überhaupt so lange gemacht?«

Ich denke an das zurück, was mir Chip anvertraut hat, und mir wird mit einem Mal wieder übel. Als ich jedoch an Leslie denke und daran, dass ich gerade vor ihrem Bruder stehe, fehlen mir die Worte. Ich sehe vorsichtig zu Rider hoch und achte zum aller ersten Mal so richtig auf den Ausdruck in seinen Augen....

Und... und mich überkommt eine Gänsehaut.

Es ist komisch... denn ich erkenne Leere und... Trauer.

Trauer, die ich vorher nie so richtig gesehen habe, weil ich ja gar keine Ahnung hatte und nicht aufmerksam genug war. Rider kann einem nur leid tun. Denn auch wenn er immer so monoton, kalt und angriffslustig erscheint, erkennt man sofort diese Gebrochenheit, wenn man sich nur konzentriert und versucht, ihn zu verstehen.

Ich schlucke schwer und als Rider meinen Gesichtsausdruck mustert, reiße ich mich hastig zusammen. Ich brauche einen Augenblick, um wieder komplett zu mir zu finden und die Gedanken loszulassen. Rider darf keinen Verdacht schöpfen. »Was willst du von mir, Rider?«, frage ich deshalb direkt und so kalt wie möglich.

Der Genannte kommt einen weiteren Schritt auf mich zu und ich bin wacher als jemals zuvor. »Warum warst du bei Chip? Was hat er dir erzählt?«

»Das geht dich nichts an«, schieße ich sofort zurück und entferne mich unauffällig von ihm. Jeder Zentimeter bringt mehr Platz zwischen uns und diesen braucht meine Lunge gerade, um richtig arbeiten zu können.

Doch ihm entgeht nichts.

»Doch, dass tut es«, kommt es von Rider, dessen Gesichtszüge plötzlich härter werden. »Was hat er dir erzählt?«

Ich schlucke erneut. »Nichts was dich anzugehen hat.«

Eine Stille entsteht, die kaum auszuhalten ist. Rider sieht mich einfach nur an und scheint an etwas zu denken, als er im nächsten Moment das Schweigen bricht. »Du weißt es, oder?«

Erneut fühle ich mich, als würde mein Herz aussetzten. Denn ich weiß genau worauf er hinaus will. Seine Vermutung stimmt. Doch das kann ich ihm nicht sagen. Ich habe keine Ahnung, wie er reagieren würde. Nicht nur, dass ich Angst vor seiner Reaktion habe... ich kann es ihm einfach nicht sagen.

»Was meinst du?«, entgegne ich deshalb nur und fühle mich einwenig schlecht dabei, so ein falsches Spiel zu spielen. Denn ich weiß ganz genau wovon er spricht und er scheint dies auch zu spüren, da sein Blick düsterer wird und seine Giftgrünen Augen urplötzlich Funken zu sprühen scheinen.

»Du willst mich für dumm verkaufen«, flüstert Rider verbittert und schüttelt dann den Kopf. »Glaubst du wirklich, ich sehe dir nicht an, dass du ganz genau weißt, worüber ich rede?«

»Ich...«, beginne ich, total verunsichert und versuche mit aller Kraft, mich irgendwie zusammenzureißen, doch scheitere jede weitere Sekunde einwenig mehr daran. Denn egal was ich nun sage, meine Blicke sprechen wie es scheint bereits für sich...

Scheiße.

Rider schließt für einen Moment die Augen, und als er sie dann wieder öffnet, weiß ich ganz genau, dass er an seine Schwester gedacht hat. »Danke, dass war Antwort genug.« Mit diesen Worten wendet er sich von mir ab und verschwindet wieder in die selbe Dunkelheit, aus die er kam.

Ich bin noch immer in einer Art Starre gefangen und schaffe es noch nicht einmal, etwas zu erwidern. Selbst wenn ich gewollt hätte, mein Hals ist so trocken und mein Kopf wie leer gefegt, sodass ich nichts anderes tun kann, als Rider zuzusehen, bis keine Spur mehr von ihm zurück bleibt.

Ich... ich hätte ihm vielleicht sagen sollen, dass es mir leid tut... also das, was seiner Schwester und ihm widerfahren ist.

Aber... aber ob das so eine schlaue Idee wäre, weiß ich um ehrlich zu sein nicht. Geholfen hätte ihm das jedenfalls ganz sicher nicht. Wahrscheinlich hätte ich damit nur die Wunde aufgerissen und er wäre wütend geworden oder komplett ausgerastet.

Gott, ich habe keine Ahnung was gewesen wäre. Denn ich kenne Rider nicht. Ich kann mir noch nicht einmal richtig vorstellen, was in ihm vorgeht, weil ich keine Ahnung habe, wie er drauf ist. Ich kann ihn nicht einschätzen, aber wahrscheinlich ist das auch besser so. Denn umso weniger ich mit ihm zutun habe umso besser ist es für mich.

Ich seufze schwer, doch als ich im nächsten Moment ein Geräusch höre, setzte ich paranoid zum Gehen an und laufe den Weg bis nach Hause schneller den je. Heilfroh stoße ich Minuten später die Haustür auf. Ein erleichterter Laut entfährt meinem Mund, als ich die Schuhe von meinen Füßen streife und die Jacke ausziehe.

Doch gerade als ich hoch in mein Zimmer will, werde ich von Dad aufgehalten. Er steht mit vor der Brust verschränkten Armen am Türrahmen der Küche und mustert mich mit einem alles andere als erfreuten Gesichtsausdruck.

Und wenn ich ehrlich bin, kann ich es ihm noch nicht einmal verübeln....

Ich schätze, jetzt ist die Zeit für Erklärungen.





A/N:

Hello Freunde📚

Das hier ist nur so ein kurzes Übergangskapitel, damit ich wieder einen neuen Ansatz finden kann und vielleicht endlich wieder Ideen fürs Schreiben bekomme

Fühle mich so lost was diese Geschichte angeht, ich wollte sie eigentlich schon seit mehreren Monaten beendet haben...
Puh, damals hatte ich so viele Ideen, ich frag mich echt, wo die geblieben sind

Aber genug zu dem Gemecker, - ich wünsche euch trotz allem was gerade vorgeht einen wunderschönen Tag und erinnere euch, jede einzelne Sekunde des Lebens zu genießen

Schätzt eure Freunde, Familie, jeden Bissen Essen und jeden Schluck Wasser den ihr habt

viel Spaß euch noch bei was auch immer ihr auch tun werdet und ach ja, weil unsere Eltern das ja nicht oft genug sagen, sage ich es jetzt nochmal:
Denkt an die Schule und gebt euer bestes (egal wie sehr es nervt, Schule ist wirklich wichtig)

Genug davon und bis zum nächsten Kapitel! ❤️✨
(Dann wird auch endlich die Lesenacht kommen)

xoxo

Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top