EPILOGUE

i never thought that you would
be the one to hold my heart
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Das Gras unter meinen Füßen war nass vom Abendtau, aber ich störte mich nicht sonderlich daran.

Ich war bereits zum hundertsten Mal von der Küche in den Hintergarten geschritten, jedes Mal noch weiter bepackt mit Tablettes voller Grillgut und Soßen.

Jede Menge Soßen – Wanda hatte es vollkommen lustig gefunden, die Condiment-Abteilung von Walmart als Gastgeschenk mitzubringen und mir alles mit einem frechen Grinsen in die Küche gestellt, bevor sie hopsend im Hintergarten verschwunden war.

Natasha kam mir entgegen, kaum, dass ich von der Veranda getreten war. „Soll ich dir helfen?"

„In der Küche steht noch der Wein, den könntest du mitnehmen."

Sie nickte und setzte ihren Weg fort, während ich erleichtert war, das zentnerschwere Tablett auf dem nächsten Tisch abzusetzen.

Dabei stolperte ich beinahe über einen von Tonys Drillingen, der sich, mit demselben gewinnenden Grinsen seines Vaters unter dem Tisch versteckt hatte.

Er klammerte sich an die Hose seiner Mutter, während Pepper mit erschöpften Gesichtsausdruck nach dem Weinglas griff.

„Orla, Liebes, bekomm keine Kinder. Die treiben dich in den Wahnsinn."

Pepper Potts war von unglaublicher Schönheit. Groß, schlank und blond erschien sie wie eine perfektionierte Version von mir selbst, ständig in den Augen ihres Verlobten, der sich seines Glückes nur allzu sehr bewusst zu sein schien.

„Dafür dürfte es vielleicht ein wenig zu spät sein, Pepper", grinste ich und es dauerte ein paar Sekunden bis die Bedeutung der Nachricht zu ihr durchgedrungen war.

„Oh, mein Gott!", setzte sie sofort an. Ich legte meinen Finger auf die Lippen.

„Später, Liebes."

Tony, der Pepper gegenüber saß und sich mit Sam über die taktische Verbesserung der RPG-Launcher in seinem Anzug unterhalten hatte, schien jedoch ohnehin nichts von meiner Offenbarung mitbekommen zu haben.

Pepper zwinkerte mir zu, bevor sie mit verschmitzten Gesichtsausdruck weiter an ihrem Wein nippte.

Ich nahm drei der Soßen vom Tablett in die Hand und stellte sie mit einem lauten Schlag vor Wanda auf dem Tisch ab, die zusammenzuckte.

„Hier, dein Abendessen."

Sie streckte mir lediglich die Zunge heraus, und ich musste dem Geschoss in Form von Ranch-Dressing und Blue-Cheese-Sauce ausweichen, das plötzlich auf meinen Kopf gezielt vom Tisch losgeschossen war.

„Kein Rumgeknutsche", sagte ich noch streng und bloß um sie zu ärgern, aber Wanda Maximoff tat ohnehin nur das, was sie wollte – und das involvierte im Augenblick einen Humanoiden namens Vision.

Steve begegnete ich als nächstes, der mich angrinste, kaum, dass er mich sah. Er stand neben Scott an dem Grill und musterte mich mit hochgezogenen Augenbrauen.

„Hast du zugenommen, Orla?"

Ich warf ihm einen vernichtenden Blick. „Klappe, Muskelpaket."

Er wusste nicht um den wahren Grund meiner Gewichtszunahme, aber er würde ihn schon allzu bald erfahren.

Cassie, die inzwischen schon beinahe eine Teenagerin war, strich um Steve herum und warf ihm aus großen Herzchenaugen bewundernde Blicke zu.

Scott schien davon nichts zu bemerken, er war wirklich der schlechteste Menschenkenner in der Geschichte der Erde.

Ich winkte ihr zu, und sie erwiderte meinen Gruß, bevor sie verlegen von Steve Abstand nahm und jemanden in ihrer Altersklasse suchte. Dabei wurde sie nur allzu schnell fündig.

Sie und Clints Tochter Lila Barton waren in den vergangenen Jahren wirklich eine innige Freundschaft eingegangen – und seit den Ereignissen der Infinity Wars besuchten die beiden sogar dieselbe Schule.

Ich spürte wie sich ein Arm um meine Hüfte schlang und ich musste sofort lächeln, kaum, dass ich Buckys Atem an meiner Schläfe fühlte.

„Und wie geht es unserem Kleinen heute?", murmelte an meinem Ohr und seine Hand legte sich auf meinen Bauch.

„Er ist eine sie", zischte ich zurück. „Das hab ich dir schon mindestens zehn Mal erklärt."

Als Antwort grinste er bloß und fuhr sich durch sein angenehm kurzes Haar. Inzwischen trug er diese Frisur seit fast vier Jahren und sie stand ihm so viel besser zu Gesicht als sein zotteliges HYDRA-Haar.

Endlich konnte man mehr von seinem wunderschönen Gesicht ausmachen, dessen Betrachtung öfter als nur einmal die Frage in mir aufwarf, wie ich mit einem so göttlichen Wesen wie ihm zusammen sein konnte.

„Und bist du es bereit unserer Familie zu sagen?", fragte er leise.

Als Antwort lächelte ich bloß.

Unsere riesige Familie würde noch weiter Zuwachs bekommen, in Form eines Jungen, wie Bucky steif und fest behauptete, während ich vom Gegenteil überzeugt war.

Während Steve und Scott sich als letzte an den großen Biertisch setzten, der mit mehr als fünfundzwanzig Plätzen nicht gerade klein war, nahm ich Buckys Hand.

„Wir haben euch eine Ankündigung zu machen", rief Bucky und unsere Gäste verstummten sofort.

Pepper, die als einzige bereits wusste, was folgen würde, legte die Hände im Schoß zusammen und blickte uns mit warmer Begeisterung an.

„Bucky und ich", sagte ich schließlich, als die Spannung beinahe greifbar geworden war, „erwarten ein Kind."

Eine Weile war es totenstill am Tisch, dann brach der allgemeine Jubel aus, der von geschätzten zwölf Superhelden wirklich nicht zu übertreffen war.

Steve starrte uns an, während Wanda vor Begeisterung beinahe den Tisch umklappte. Tony begann zu applaudieren, und Scott, Rhodes, Peter und Sam folgten seinem Beispiel.

Während ich mich mit verlegen roten Gesicht an Bucky lehnte, waren unsere Freunde die beste Familie, die man sich nur vorstellen konnte.

Einzig und alleine Natasha schwieg und beteiligte sich kaum an den Feierlichkeiten.

Ich würde mit ihr reden müssen, gleich, unter vier Augen.

Aber erst einmal würde ich Wandas liebevolle Umarmungen über mich ergehen lassen, gefolgt von Scotts feierlichen Worten, an denen er jetzt im Augenblick bestimmt schon feilte.

Oder er machte sich bereits Notizen für seinen Folgeroman. Aus dem Leben einer großartigen Ameise hatte sich zu einem Verkaufsschlager gemausert und Scott wurde es nicht müde an jeder seiner Lesungen tausend mal zu betonen wie dankbar er mir war.

Ich grinste, als ich auf meine Freunde blickte, die unter dem Licht der Laternen den wundervollsten Anblick aller Zeiten darstellten.

Wie glücklich ich doch war.

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Ich fand Natasha in der Hollywoodschaukel sitzen, wie sie ein Glas Wein in der Hand hielt und ihre geröteten Augen überhaupt nicht vor mir zu verstecken suchte.

„Darf ich?", fragte ich und sie rutschte ein Stückchen zur Seite.

Eine Weile sagte keiner von uns etwas. Natasha versuchte ihre Tränen zurückzuhalten, während ich versuchte, meine Absicht so gut wie möglich in Worte zu fassen.

„Bucky und ich haben lange darüber nachgedacht, wen wir für den Paten unseres Kindes wollen. Steve wäre eine logische Wahl, oder Wanda."

Natasha nickte.

„Aber schließlich haben wir beide einvernehmlich entschieden, dass es keiner der beiden werden soll." Ich machte eine Pause und sah sie erwartungsvoll an. „Ich weiß, dass du keine Kinder kriegen kannst, Tasha, und deswegen wollen Bucky und ich dich zur Patin für unsere kleine Tochter machen – oder Sohn, wenn man Buckys Intuition glauben schenken darf."

Sie blickte zu mir auf. „Ich?", fragte sie ungläubig. „Patin?"

„Natürlich nur, wenn du willst", erwiderte ich schnell. „Nicht dass du dich zu etwas genötigt fühlst, das will ich keinesfalls."

Erneut glänzten ihre Augen voller Tränen. „Orla, natürlich will ich." Sie lachte zittrig. „Nichts würde mich mit größerer Freude erfüllen, als ein kleines Wesen mit Geschenken zu überschütten und zu Baseball-Spielen mitzunehmen, ihm Ratschläge zu erteilen." Ihre Stimme brach. „Tief in mir habe ich schon längst akzeptiert, dass ich niemals Kinder haben werde und ich danke dir und Bucky zutiefst für eure Einsicht, ehrlich."

Zum ersten Mal war es mir ein Leichtes, die immer versteckte, durchgehend kühle Natasha Romanoff zu lesen.

Ich zog sie in eine rasche Umarmung. „Du wirst immer willkommen sein, Tasha, hast du verstanden?"

Ich spürte, wie sie gegen meine Schulter nickte.

„Du bist so ein guter Mensch, Orla Crimson" murmelte sie an meinem Ohr. „Das darfst du niemals vergessen."

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Zusammen mit ihrer Familie freuen sich
Orla Elizabeth Crimson & James Buchanan Barnes
eure Anwesenheit an ihrer Hochzeit begrüßen zu dürfen.
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Samstag, der vierzehnte Juli Zweitausendeinundzwanzig
In der
King's Chapel, Brooklyn, New York

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Es ist ein Junge!

Orla und James Barnes haben am
21. Juli 2020 in Brooklyn, New York
einen gesunden Jungen mit dem Namen

Pietro Steven Barnes

in ihrem Leben begrüßt.

Natasha Romanoff akzeptierte die Rolle der Patin mit äußerster Freude und Hingabe.

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Libe Natascha,

ich vermise dich ganz dolle. Du bist die beste Patentante der Weld und es is mir egall das du nur so selten da bist.

Weil du bist viel cooller als alle anderenn Patentanten dieses Universums.

Du bist sogarr cooler als Mum und Dad aber sag ihnen das nich.

Pietro

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Auszug aus „Dem Leben einer einzigartigen Ameise, Volume II" von Scott Lang

Kapitel 4: Wie mächtig ist Liebe eigentlich?

Wenn du diese Frage meiner Ex-Frau stellst, dann wird sie antworten: Nicht so mächtig wie gesellschaftliches Ansehen oder die Erfüllung jeder sozialen Norm.

Ihr Beispiel möchte ich doch nun weiter außer Acht lassen – es ist das traurige Ergebnis der Umstände, zu viele Seifenopern gesehen zu haben.

Hingegen habe ich ein anderes Exempel, das die Romantischen unter uns gewiss mit Verzückung erfüllen wird.

Zwei meiner besten Freunde haben sich kürzlich das Jawort gegeben und das, obwohl sie in den Jahren davor versucht haben, sich gegenseitig umzubringen.

Er war vollkommen Banane, eine richtige mörderische Kampfmaschine (ich will keine Namen nennen) und sie war eigentlich ziemlich gewöhnlich.

Aber es kam, wie es kommen musste und die durchgeknallte Kampfmaschine verliebte sich in unseren Durchschnittsnormalo.

Und, was ist die Moral dieser Geschichte?

Liebe vermag es, Menschen so zu verändern, dass sie sich plötzlich nicht mehr gegenseitig umbringen wollen, sondern auf einmal in ein baufälliges Hipster-Haus in Brooklyn ziehen und sich den lieben langen Tag Gedanken um die Farbe ihrer Wände machen.

Romantisch, nicht wahr?

Lang out.

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THE
END

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