F I V E
S E L E N A
"Wieso hast du dein essen nicht angerührt? Es ist schon 22 Uhr.", sagte Harry, der grade ins Zimmer gekommen war. Ich starrte weiter aus dem Fenster.
"Ich hatte keinen Hunger.", sagte ich leise mit schwacher Stimme.
Ich hörte Schritte die näher kamen.
"Iss' was.", sagte er nun mit netter Stimme und bückte sich neben den Stuhl.
Ich schüttelte den Kopf.
"Bitte.", sagte er etwas genervt.
"Ich habe wirklich keinen Hunger, Harry.", sagte ich nun und schaute zu ihm.
Ich konnte seinen Blick nicht deuten.
"Was hast du?", fragte er.
"Das ist dir doch egal."
Ich schaute wieder weg.
"Ist es nicht."
Er legte seine Hand auf meinen Oberschenkel.
"Ich möchte nach Hause. Ich möchte nicht hier sein, Harry. Ich möchte nicht bei dir sein."
Mir lief eine Tränen über meine Wange, als ich das sagte und er wischte sie mir vorsichtig weg.
"Es ist doch alles gut, Kitten. Du bist bei mir in Sicherheit. Du hast nichts zu befürchten. Hab keine Angst.", flüsterte er, aber jedes Wort war gelogen. Das wusste ich.
Ich nickte einfach. Ich wollte das er geht. Ich wollte alleine sein.
"Kannst du jetzt gehen?", fragte ich leise.
Er stand auf und ging.
*
Als ich am nächsten morgen wach wurde, lag Harry neben mir. Ich stand auf und ging nach unten.
Mein Magen knurrte also ich lief in die Küche.
Ich dachte nicht daran abzuhauen. Wahrscheinlich hatte er eh alle Fenster und Türen verriegelt.
In der Küche traf ich auf Henry.
"Guten morgen.", sagte er lächelnd.
"Morgen."
Ich füllte mir ein Glas mit Wasser und setzte mich an den Tisch.
"Wie spät ist es?"
Henry unterbrach das fegen und schaute auf seine Armbanduhr.
"Es ist genau 12:37 Uhr."
"Dankeschön."
Ich nippte gelangweilt an meinem Glas.
"Ist er immer noch so?", platzte es aus mir heraus.
"Wie bitte?"
"Ist Harry immer noch so .. gemein?"
Henry wollte grade antworten, als Harry verschlafen in die Küche kam. Er gähnte und fuhr sich übers Gesicht. Er hatte kein Oberteil an und ich erkannte das er mehr Tattoos hatte, als damals.
Schnell wendete ich meinen Blick ab und schaute auf meine Finger.
"Guten morgen, Henry.", sagte er und Henry grüßte ihn zurück. "Guten morgen.", sagte er nun an mich gerichtet.
"Morgen.", murmelte ich und schaute kurz zu ihm.
Er setzte sich vor mich. Henry machte ihm einen Kaffee und verschwand.
"Du hast ein neues Haus.", stellte ich fest, ohne meinen Blick von meinen Händen zu nehmen.
"Du hast dich hier umgeschaut?"
"Nein.", sagte ich und schüttelte den Kopf. Ich schaute ihn an. "Die- Die Küche ist anders, genau so wie dein Zimmer und ehm.. draußen ist nichts außer einem Wald. Das war nicht so."
Er lächelte.
"Ganz schön aufmerksam."
Er nahm einen Schluck und ich schaute erneut auf meine Hände.
"Die Jungs kommen heute. Ich möchte das du im Zimmer bleibst und nicht raus kommst bis ich es dir erlaube."
Ich schnaubte verächtlich.
"Du kannst mich nicht die ganze Zeit in irgendwelchen Räumen einsperren."
"Und wie ich das kann. Ich kann mit dir machen was ich möchte.", sagte er und grinste.
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