»»--Chapter Nineteen--««

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Got no one but you
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Soobin
Ich konnte förmlich zusehen, wie seine Mauer einbrach. Offensichtlich hatte ich dir richtigen Worte gefunden um sein Misstrauen und Unglaube abschütteln und endgültig zu ihm durchzudringen. Allerdings gipfelte es auch darin, dass Yeonjun den Blick senkte und sich seine Augen mit Tränen füllten. Ach, Yeonjun. Ich wischte ihm die ersten Tränen von den Wangen und schlang schließlich die Arme um ihn, um ihn liebevoll an mich zu drücken, wie schon beim ersten Mal, als er angefangen hatte zu weinen. "Du bist kein Monster", wiederholte ich nur leise und er schluchzte. Immerhin fragte er mich diesmal nicht danach, was ich hier bitte machte. Er erwiderte die Umarmung einfach und versteckte sein Gesicht an meiner Schulter, während ich ihm durch die Haare strich und festhielt.
Eine Weile passierte nichts weiter als das. Ich hielt Yeonjun, bis er wieder ruhiger wurde. Irgendwann bekam er sich auch wieder ein, doch loslassen wollte er mich wohl trotzdem nicht, im Gegenteil er kuschelte sich nur noch mehr an mich und ich genoss seine Nähe. "Alles okay?", fragte ich schließlich und er nickte und löste sich von meiner Schulter. "Entschuldige", meinte er leise, "ich weiß selber nicht, was schon wieder los ist, ich war einfach nur so..." Er verstummte und seufzte. "Berührt?", half ich nach. Er dreht mir den Kopf zu und musterte mein Gesicht. "Dankbar", meinte er. Dann lachte er verlegen. "Berührt und auch irgendwie traurig, weil sich in all der Zeit eine Menge angestaut hatte, aber in erster Linie dankbar."
Ich spürte wie meine Wangen warm wurden und jetzt war ich es der den Blick senkte. Ich presse einen Moment die Lippen zusammen, bevor ich Yeonjun ein Lächeln schenkte. "Kein Problem", versicherte ich. Yeonjun nickte leicht. Dann räusperte er sich verlegen. "Und jetzt kommt der Punkt an dem wir vergessen, dass das hier überhaupt passiert ist", meinte er. Ich blinzelte. "Auf keinen Fall, wo denkst du hin?", erwiderte ich nonchalant. "Was war peinlich", beschwerte er sich und ich kicherte leise. "War es gar nicht, dein Heulgesicht sieht sehr süß aus." Yeonjun war schon wieder done mit mir. Haha. Komm vor, was? Ich lachte nur noch mehr über sein Gesicht und musterte er. Selbst, wenn er sich Mühe gab, böse drein zu schauen, sah er noch hübsch aus und die noch immer leicht gerötete Wangen ließen ihn irgendwie weich wirken. Ich mochte das.
Yeonjun warf mir einen kurzen Blick zu und sah auch gleich wieder weg. "Lass das", forderte er mich auf. Ich schenkte ihm einen unschuldigen Blick. "Aber ich schau dich gerne an", meinte ich mit einem breiten Grinsen, "du bist echt hübsch." Das machte seine Verlegenheit definitiv nicht besser, wie sollte ich ihn nicht süß finden. "Ich bin nur ... normal", widersprach er mir, bevor er die Augen kurz verdrehte. "Bis auf die Hörner", relativierte er nüchtern, "die hab ich auch noch." Ich musterte ihn noch mal eingehend. "Ja?", nahm ich den Faden auf, "warum genau klingt es jetzt so, als würdest du glauben, sie seinen das absolute KO Kriterium, dass du nicht hübsch sein kannst?" Ich schnaubte amüsiert. "Yeonjun, die machen es doch nur noch schlimmer", meinte ich locker. "Schlimmer?", hakte er unsicher nach. "Ja, Mann", bestätigte ich, "Coolness + 2000." Yeonjun seufzte angestrengt. "Aber schlimm ist negativ", gab er zu bedenken.
Jetzt war ich es der leicht die Augen verdrehte. "Nein, ist es nicht in diesem Kontext", ließ ich ihn wissen. Yeonjun besaß allen erstes die Nerven darüber leicht zu schmollen und ich lachte nur wieder. "Du bist hübscher", meinte er plötzlich unvermittelt. Ich hielt inne. Fand er? Ich warf einen Blick in die nächstbeste Fensterscheibe und musterte mich einmal kurz. Dann zuckte ich mit den Schultern. "Naaah", ließ ich unüberzeugt verlauten. "Doch", widersprach er sofort. Ich sah ich bedeutsam an. "Deine Meinung", meinte ich altklug. "Fakt", erwiderte er. "Willst du wieder ein Nein-Doch-Battle verlieren?", fragte ich ihn liebenswürdig. "Ich hab das andere auch nicht verloren!", erwiderte er in einer Mischung aus Verlegen und erbost. Und wie er das verloren hatte, Hallo?
Ich lachte nur und stand auf. Der arme Yeonjun. Irgendwann starben noch seine Beine ab, wenn ich so weiter machte. Ich stupste sein Kinn ein wenig hoch und grinste schief. "Wenn ich dir sage, du bist wundervoll, dann glaub mir das doch einfach mal", meinte ich warm und machte mich auf den Weg in die Küche, um einen Tee zu machen. "Das war gar nicht der Wortlaut", übte sich mein viel zu selbstkritischer Mitbewohner in Widerstand, "und das du besser bis als ich, ist ein Fakt." Tz,tz,tz, Bullshit. "Yeonjun, wieso versuchst du dich mit anderen zu vergleichen?", fragte ich und setzte das Wasser auf. "Und dann auch noch um dich schlechter zu machen? Es gibt kein schlechter oder besser zwischen uns beiden, du bist du und ich bin ich. Wir sind keine Konkurrenz, wir sind Freunde", erklärte ich mit Nachdruck.
"Aber-", wollte er beginnen und ich unterbrach ihn mit einem kleinen Schnauben. "Kein aber", bestimmte ich, "ich kann dich auch gar nicht hören, der Wasserkocher ist so laut." Das war er tatsächlich, vielleicht nicht so laut, dass ich ihn nicht hören konnte, aber laut. Yeonjun verstummte brav, jedoch nur bis der Wasserkocher wieder aus war. "Aber", sagte er extra laut und ich schenkte ihm einen seriously?-Blick, "es ist wahr." Ist es nicht. "Du bist hell und warm und hübsch und überhaupt wundervoll und ich ... bin ich." Woran nichts falsch war. Ich hoffte, er würde es verstehen. Ich goss uns beiden einen Tee auf und ging wieder zu ihm zurück. "Selbst wenn", begann ich, "wer sagt, dass nur einer von uns beiden das sein kann?" Ich zuckte mit den Schultern, stellte ihm den Tee hin und setzte mich wieder auf die Couch. "Wer sagt, du seist dunkel? Oder hässlich?"
Yeonjun sah mich einen Moment an, als würde er überlegen, ob es sich lohnte mit mir zu diskutieren. "Das haben schon viele gesagt", meinte er schließlich, "da gibt es nichts Schlimmeres als mich." Ich seufzte leise. "Okay, dann so: Wer hat das gesagt, der ein absoluter Vollidiot ist?", präzisierte ich meine Frage. Ich schüttelte den Kopf. "Sie kennen dich doch gar nicht." Ich zupfte an seinem Ärmel und er ließ sich bereitwillig umkippen und legte seinen Kopf auf meinen Oberschenkel ab. "Es ist schon okay", meinte er. "Keine Ahnung irgendwo gibt es vielleicht Licht, sogar für Teufel?" Ich strich ihm durch die Haare und seufzte unzufrieden. "Du bist kein Teufel!", sagte ich mit Nachdruck. "Genauso wenig wie ich ein Engel."
Er sagte einen Moment nicht, sondern schien einfach nur zu genießen, dass ich ihm durch die Haare ging. "Tut mir leid", meinte er schließlich. "Was tut dir Leid?", hakte ich nach und er seufzte nur wieder. "Dass ich so bin", meinte er und sah zu mir hoch. "Ach, Yeonjun", meinte ich und strich ihm ein paar Strähnen aus der Stirn. "Kopf hoch, lass dich nicht unterkriegen", forderte ich, "zumal ... ich hab nachgedacht."
Ohja, das hatte ich. Denn diese Flügel waren mir noch immer ein Rätsel und wenn ich Vergleiche zwischen mir und Yeonjun ziehen wollte, dann fiel doch auf, dass Yeonjun so einige tierische Aspekte hatte? Also warum sollte es bei mir was anderes sein? "Worüber?", wollte er wissen. Ich biss mit auf die Lippe. Eigentlich war es amüsierend. "Naja, du kannst knurren wie ein Wolf, Schnurren wie eine Katze, hast Fangzähne", fing ich an und beugte mich ein bisschen zu ihm runter. "Ich glaube die Flügel gehen in genau dieselbe Richtung", offenbarte ich, "das ist nicht nichts celestes ... das sind einfach nur die Flügel einer fetten Gans."
Ein paar Sekunden passierte nichts. Dann lachte Yeonjun los. Ich konnte nicht anders, als mitzulachen, denn - wusa - Engel ade, hier kommt Soobin der Gänseheini. "Siehst du? Ist auf einmal gar nicht mehr so beeindruckend, oder?", meinte ich und grinste. "Doch 'türlich", versicherte er mir, "ich hab mich nur gefragt , was Engel für Flügel haben." Ich übte mich an einer nüchternen Miene. "Naja, Engelsflügel?", meinte ich betont trocken. Die achso tollen Engel waren sicher keine halben, fetten Gänse. "Ne", widersprach mir Yeonjun gedehnt, "Gans!!" Offensichtlich war Yeonjun da anderer Meinung. "Ja, was auch sonst?", meinte ich ironisch. "Schwan?", machte er einen neuen Vorschlag. Ich schnaubte amüsiert. "Schwan? Ist auch nur ein dicker weißer Vogel", gib mir alle weißen Vögel, die du hast, mich wird wohl keiner begeistern.
Yeonjun war schon wieder anderer Meinung, denn er meinte gelassen: "Ein hübscher." Ich musterte ihm kritisch. "Naja, selbst wenn... Schwäne sind überbewertet", relativierte ich, "und Engel auch." Yeonjun setzte sich halb auf und sah mich an. "Gar nicht", beharrte er, "ich mag Schwäne." Ich war mir langsam gar nicht mal mehr so sicher, ob er hier einfach Schwäne verteidigte, oder mich, der etwas von einem Schwan haben könnte. Aber ich spürte, dass ihm was daran lag, dass es mir gut mit meinen schrägen Schlussfolgerungen ging. "Wirklich?", fragte ich also und schenkte ihm einen weichen Blick. Ich warf einen kurzen Blick auf einen meiner Flügel. "Seit ich dich hab, sehe ich sie ein bisschen mit anderen Augen", gab ich zu und er lächelte. "Ich mag Schwäne", wiederholte er nur noch mal.
"Ich mag Engel. Ich mag Gänse. Ich mag Flügel. Ich mag das alles."
Ich bemerkte, wie meine Wangen warm wurden. "Auf jeden Fall ist es nicht so besonders, wie alle tun", ließ ich unnachgiebig und leise vernehmen und zuckte mit den Schultern. Dann schnaubte ich wieder amüsiert. "Wie gut, dass es die Flügel sind und nicht der Hals", meinte ich erheitert. Yeonjun war begeistert. Er lachte nur wieder, dann hob er seine Hand und knietschte er meine Wangen. Besten Dank, mein Freund, ich fühlte mich nie sexier. "Stell dir vor, dir wäre ein Schnabel gewachsen", sagte er mit einem Strahlen. Ohoho, dann wäre es aber ganz, ganz düster um meiner glorreiche Karriere als Glücksbringer und Weltenheiler geworden. Yeonjun machte derweil ein Duckface, um seine Schnabel-Idee zu unterstreichen. Ich prustete. "Bitte kein Schnabel", nuschelte ich. "Selbst mit Schnabel wärst du noch süß", versicherte er mir. "Nein, isch denke nischt", nuschelte ich meine Meinung dazu.
Yeonjun ließ mich los und musterte mich einen Augenblick. Ich musterte ihn nur zurück und musste feststellen, dass er ziemlich nah war. So nah, dann ich kleine grüne Sprenkel in seiner braunen Iris ausmachen konnte. "Mir ist egal wie du aussiehst", meinte er ruhig und das mochte vielleicht erst mal unhöflich klingen, aber ich wusste wie er es meinte. Er wollte mir verdeutlichen, dass er mich auch noch toll finden würde, wenn ich ein drittes Auge auf der Stirn hatte. Ich konnte das nachvollziehen. Ging mir mit ihm genauso. "Danke", erwiderte ich fast ein bisschen verlegen und meinte zu spüren, dass meine Wangen wieder ein Stück wärmer wurden.
Wieder entkam meinen Lippen ein kleines Seufzen und wich seinem Blick aus. "Ich hab wirklich das Gefühl, du bist der Einzige, bei dem ich einfach sein kann, wer ich bin und das tut mir unfassbar gut", ließ ich ihn wissen. Yeonjun drehte mein Gesicht wieder in seine Richtung und sah mich an. "Du bist in der Tat der Einzige, bei dem ich sein kann, wer ich bin", sagte er nachdrücklich, "du tust mir gut." Oh, Mann. Er sollte mein Herz noch so zum Rasen bringen. Mir war, als könnte ich mein Herz in meinen Ohren pochen hören und als würde es an seinen Worten wachsen. Das war ein schönes Gefühl, aber irgendwie überforderte es mich auch ein bisschen. Ich lächelte Yeonjun zu und zog ihn in eine weitere Umarmung, die er auch zugleich erwiderte.
Yeonjun hielt mich fest und das fühlte sich gut an. In seinen Armen fühlte ich mich warm und vor allem sicher. Von mir aus könnte ich auch einfach für immer dort bleiben.
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