⁷ 🥀 small insecurities 🥀

"Babe? Warum ziehst du nicht das pastell rosane Oberteil an, was ich dir geschenkt hatte? Darin siehst du einfach wunderschön aus.", schwärmte Jeongguk und ergatterte damit die Aufmerksamkeit seines Mannes, welcher verloren vor seinem großen Kleiderschrank stand.

Jeongguk lag im Bett und las sich einige Dokumente durch. Er war bereits längst umgezogen, genau wie die Kinder. Ihr kleinster Engel war wieder am schlummern. Sora durfte fern schauen, bis ihre Eltern fertig waren.

Sie warteten praktisch darauf, dass Taehyung fertig sich fertig machte.
Taehyung schob dir Unterlippe überlegend vor und schüttelte dann seinen Kopf, bevor er Jeongguk ein kleines Lächeln schenkte.
"Lieber nicht."

Der Jüngere begann zu Schmollen, weil er das Kleidungsstück an seinem Ehemann sehr gerne sah und dieser es nur einmal und somit viel zu wenig getragen hatte.
"Warum?", wollte Jeongguk gedehnt wissen.

Taehyung drehte sich zu seinem Geliebten und biss sich verunsichert auf die Unterlippe, ehe er es sich Jeongguk zu Liebe überzog.

Kritisch beeugte er sich im Spiegel und unbewusst kam ihm ein schwaches Seufzen über seine Lippen.  Der rosane Stoff hatte sich damals noch gut an seinen Körper geschmiegt und ihm geschmeichelt und jetzt konnte er nicht anders, als unglücklich daran zu zupfen.

Es spannte in seinen Augen zu sehr an seinem Bauch und auch ein wenig an seinen Armen. Alles in einem sah seine Silhouette darin nicht schön aus. Zumindest nicht mehr, als er noch ein wenig schlanker war, hatte es ihm wirklich gut gestanden.

Mit voller Wucht trafen ihn die kleinen Unsicherheiten, die er mit sich trug und wurden zu einem schrecklich einengenden Gefühl in seiner Brust.

"Nein das wird nichts.", murmelte er sich selbst zu und wollte sich das Oberteul mit einem Ruck über den Kopf ziehen. Doch auch das ging nicht und er musste sich gefühlt aus dem Oberteil kämpfen. Das ließ unmittelbar Tränen in seine Augen steigen.

Reiß dich zusammen Taehyung, es ist nur ein blödes Oberteil!

"Hey, hey was machst du da? Langsam..."

Jeongguk stand plötzlich hinter ihm, als sein Ehemann es nicht schaffte das Oberteil über seinen Kopf zu ziehen, weil er zu hektisch wurde.
Er nahm Taehyungs Hände wieder hoch, schob erst seine Arme aus dem Oberteil und dann zog er es ihm über den Kopf.

Der Ältere atmete flach und richtete sich mir seiner Hand die braunen Locken.

Besorgt musterte Jeongguk den Älteren, welcher nicht ganz verstand, was soeben geschehen war.
"Babe, was ist passiert? Warum hast du es wieder ausgezogen?", fragte er nach.
"Findest du es nicht mehr schön?"

Taehyung zuckte mit seinen Schultern. "Doch... aber nicht an mir. Ich sehe unförmig darin aus."

Er realisierte, dass er oben rum nichts trug und obwohl ihm das eigentlich ziemlich egal war, fühlte es sich in dem Moment unangenehm an. Er fühlte sich so verdammt unsicher. Warum nahm er nicht ab, hätte er sich doch ein wenig mehr Mühe geben sollen?

"Tae - was... nein! Du bist doch nicht unförmig, Liebster.", murmelte der Jüngere und drückte seine Nase gegen Taehyungs Wange.
Doch dieser schob ihn sanft von sich und griff sich ein schlichtes graues Shirt, was er sich überwarf.

Breit und nicht auffällig, in anderen Worten perfekt für ihn.

Taehyung lachte leicht auf, damit es nicht unangenehm wurde. "Ich weiß nicht, es stand mir früher einfach besser, schätze ich.", nuschelte er.

Jeongguk spitzte die Lippen und obwohl ihm einiges in dem Moment durch den Kopf ging, sagte er es nicht.

Ihm war nicht entgangen, dass Taehyung sich nicht in seinem Körper wohlfühlte. Es war natürlich gewöhnungsbedürftig, dass der Körper sich veränderte. Schließlich hatte der Ältere mehrere Schwangerschaften hinter sich, da würde er nicht mehr wie vorher ein Strich in der Landschaft sein.

Aber das bedeutete noch lange nicht, dass er unförmig oder sonstiges war. Himmel, er war ja nicht mals dick oder pummelig.
Nur nicht mehr allzu dünn wie früher und das war normal.

Zudem mochte Jeongguk es, wie sanft es ihn aussehen ließ. Die vollen Wangen waren zum anbeißen, sein Bauch war weich und an seinen Hüften und Oberschenkeln hatte sich ein wenig Fett eingelagert, was ziemlich heiß in seinen Augen war.
Aber leider versteckte Taehyung dies unter ziemlich weiten Hosen und auch seine Oberteile wurden immer größer und größer, sodass er fast darin versank.

Er ließ sich ohnehin die letzten paar Monate ein wenig gehen. Mit dem Hintergrund war es verständlich, doch Jeongguk fand es schade. Denn Taehyung war zuvor immer top gestylt gewesen, wirklich immer und das trotz zwei Kleinkinder.

Er braucht Zeit.

Mit diesem Vorwand sprach der Schwarzhaarige ihn nicht auf diese Sachen an.

Doch rückblickend betrachtet, wäre es vielleicht nicht schlecht gewesen... vielleicht wären sie so aus Themen gekommen, die Taehyung nicht einfach so aufführen konnte und die später noch eine große Rolle spielen würden.

"Dann lass uns gemeinsam was anderes suchen, ja?", hauchte Jeongguk liebevoll und presste einen kleinen Kuss auf Taehyungs Schläfe, bevor er den Schrank wieder aufschob und durch die vielen Klamotten fuhr.

"Was wäre damit-"

Seine Finger ertasteten ganz in der Ecke der Teile einen weichen, seidigen hellblauen Stoff, dessen Farbe der goldgebräunten Haut des Älteren stehen musste. Entschlossen zog er es vor und noch bei der Bewegung hörte er das scharfe, erstickte Einatmen seines Partners.

Und er erkannte auch warum, als er das Oberteil in der Hand hielt.

Fuck.

Taehyung blickte wir gebannt auf das Kleidungsstück, keine Emotionen aus seinem Gesicht abzulesen. Doch seine Finger zitterten enorm als er es Jeongguk aus der Hand nahm.
Seine Atmung wurde flach, die Atemzüge schneller und er gab einen erstickten Laut von sich.

In dem Moment kam Jeongguk, der ebenfalls schockiert war, dass Taehyung es überhaupt behalten hatte zu sich. Auch in ihm riss es alte Wunden auf, denn er wusste genau so sehr wie der Ältere wann und wo er dies das letzte Mal getragen hatte.

Hastig entriss er ihm das Oberteil, schob es zurück in den Schrank, bevor er es verschloss. Er nahm sich vor, es später zu entsorgen, ohne dass Tae es mitbekam. Es jedes Mal zu sehen und an das Geschehen erinnert zu werden würde es nicht besser machen.

"Ich gebe dir was von mir.", lächelte Jeongguk leicht, auch wenn seine Mundwinkel sich dabei verdammt schwer anfühlten.

Taehyung schien noch in Trance gefangen zu sein, seine Augen schimmerten leicht, doch es konnte auch an dem einfallenden Licht der Sonne liegen, die direkt auf seinen dunkelbraunen Pupillen fielen.

Dann fing er sich plötzlich wieder und schaute zu dem Jüngeren,  welcher todesbesorgt war.

"Ich... ich lasse das an.", murmelte er nur und deutete auf das einfache, getragene Shirt, welches er sich übergeworfen hatte.

Der Jüngere quittierte das nur mit einem besorgten Lächeln und wartete bis Tae seine Shorts gegen eine weite Hose eintauschte, über welches er das Shirt zog und seine Haare zurecht machte.

Danach brachen sie gemeinsam mit den Kindern auf.

Diese waren glücklich ihre Oma zu sehen und hatten kein Problem damit während ihre Eltern einkauften.
Da sie zum Abendessen bei Jeongguks Mutter eingeladen waren, luden sie die Einkäufe zuhause ab, bevor sie zu ihr fuhren.

Taehyung war mit den Kindern beschäftigt, als Jieun diese Möglichkeit nutzte und ihren Sohn abfing.

"Was ist mit meinem Taehyungie heute los.", murmelte sie leise aber in strengen Ton, so als habe Jeongguk etwas veranstaltet.
"Er sieht so bedrückt und unwohl aus."
Besagter seufzte nur.
"Nichts...", murmelte er und kratzte sich am Hinterkopf.

"Keine Ahnung, bevor wir gekommen sind, wollte er sich noch umziehen und war dann unzufrieden, wie er darin aussah. Was ich nicht verstehe, er sah aus wie ein Engel darin, Mom... Jedenfalls hat er dann Unfug geredet, von wegen er sei unförmig geworden und ich schlug vor gemeinsam was Neues zu finden...
Dann habe ich per Zufall etwas in seinem Kleiderschrank gefunden."

Sie hob die Augenbrauen und lugte in das Esszimmer, wo Taehyung Soobin sein Babybrei geben wollte und dieser nur rummatschte und mit den Händchen spielerisch nach dem Löffel zu schlagen versuchte.

"Es... Es war ein Oberteil, was er an dem Tag getragen hatte."
Sie verstand sofort, was gemeint war. Denn ihr Blick wurde mit einem Schlag weich und mitfühlend.
"Und das hat er gesehen und seitdem ist er so bedrückt. Ich glaube, es hat ihn daran erinnert, wobei er gut dabei war es zu vergessen."

Erneut schaute sie zu ihrem Schwiegersohn.
"Ach Schätzchen...", murmelte sie nur besorgt.

"Ich hoffe er kommt damit besser klar, aber kannst du noch mal mit ihm reden. Wegen der anderen Sache, weil er sich nicht wohl fühlt.
Mir glaubt er nicht. Ich sage es in seinen Augen nur weil ich sein Mann bin und ihn liebe."

Sie lächelte sanft und strich ihrem Sohn über die Wange.

"Aber natürlich, Ggukkie."

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Neue Theorien?

Was glaubt ihr hat es mit diesem Oberteil auf sich? 

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