⁴⁶ 🥀 profound guilt 🥀
"Es ändert nichts daran, dass du Schuld an allem bist!
Daran, dass es mir so grauenvoll geht. Daran, dass wir keine Familie mehr sind. Daran, dass die Kinder ihren Vater ständig vermissen. Daran, dass ich deinetwegen das Kind verliere - "
Taehyungs Augen weiteten sich, als er hörte, was er da sprach.
"- verlierte", retterte er sich noch.
"Ich meine verlor.", hing Taehyung noch hinterher und hielt sich die pochenden Schläfen mit seinen Fingern. Der Schmerz wurde wieder so stark, dass er einfach nur seine Fingernägel reinkrallen wollte.
"Tae... das meinst du nicht so.", kam es heiser aus Jungkook. Sein Gesicht verzog sich vor Schmerz, sein Herz zog sich zusammen.
"D-du weißt es - es war nicht meine Schuld.", krächzte er.
Er konnte alles ertragen, aber nicht dass Tae ihm das vorwarf. Es zerstörte ihn innerlich. Denn nur Gott wusste, wie lange, wie viele Tage und Monate sich Jeongguk das wirklich
vorgeworfen hatte.
Warum bin nicht ich stattdessen gegangen, um ihm den Tee zu holen? Dann wäre er nie die Treppe gestürzt.
Ich hätte einfach sagen sollen, er solle nach Hause statt darauf zu bestehen, er solle den Mittag bei mir verbringen
Ich hätte nach ihm sehen müssen, als Taehyung solange brauchte.
Vielleicht wäre es noch rechtzeitig gewesen...
Jeongguk atmete tief ein und spürte das stechen in seinem Herzen.
"Du warst nicht da, als ich dich gebraucht habe. Du bist nicht gekommen, Jeongguk."
Die Augen des Jüngeren füllten sich mit Tränen.
"Tae.", schniefte er leise. Der Schmerz schnitt ihm den Atem ab.
"W-wieso hast du so spät nach mir geschaut? Wieso, wieso, wieso?!"
Taehyung schluchzte gebrochen auf und schlug dem anderen gegen die Brust, erst einmal, dann zweimal bis er vergaß wie viele dutzend Male es waren und Jeongguk ließ es zu.
"Es tut mir leid..."
"Wo warst du?!", schluchzte Tae erneut. Plötzlich klärte sich sein Blick auf, verheult blinzelte er auf. Ein erschreckender Gedanke kam ihm in den Sinn. Etwas, woran er nie gedacht hatte. Doch es war erstaunlich, wie das menschliche Gehirn anfing über einen Menschen zu glauben, wenn das Vertrauen einmal gebrochen war. Die Person wurde nahezu zu einem Fremden, dem man nun alles zutraute.
"We-wer war bei dir?"
Jeongguk verstand fürs erste die Frage nicht. "Was-Was meinst du...?"
Taehyung beäugte ihn gleichzeitig skeptisch sowie ungläubig.
"War jemand bei dir während ich weg war?"
"W-was ? Nein!", gab Jeongguk entrüstet von sich.
"Du lügst!"
"Taehyung ich schwöre, niemand war bei mir -'
Jeongguks Herz zog sucht schmerzhaft zusammen. "Du denkst doch nicht etwa... ich hätte m-mit jemandem..."
"Woher soll ich mir da sicher sein? Vielleicht - vielleicht hast du mich ja damals schon betrogen! Du hast es einmal zugeben müssen, v-vielleihht gab es - gab es noch w-weitere."
Taehyung war wütend und verwirrt. Er war frustriert und wusste nicht wie er es sonst loswerden konnte. Wäre es kein so schrecklicher Tag gewesen, hätte er diese Worte vermutlich nie zu Jeonfguk gesagt.
Doch nun tat er es und er hatte Angst sein wild guess sei Realität.
"Nein... Nein, Tae. E-es war nur das eine Mal-", krächzte der Jüngere als würde es etwas besser machen.
Taehyung sah so aus, als würde er jeden Moment an seinen eigenen Tränen ersticken und das besorgte Jeongguk.
"Ich habe gelitten, während du dich vielleicht vergnügt hast mit jemanden!"
Er glaubte ihm nicht.
Um fair zu sein, hatte ihm Jeongguk lauter Gründe dazu geliefert, es nicht zu tun.
"Nein, nein es stimmt nicht. Ich wusste nicht-"
"Ich habe deinen Namen gerufen, Jeongguk, so oft.", wisperte der Ältere kraftlos.
"Und ich habe bis zum letzten Moment gehofft, dass du mir entgegen kommst."
Seine Augen glitzerten mit unvergossenen Tränen und seine Atmung überschlug sich. Er bekam nicht mehr richtig Luft.
"W-wie meinst du das?", fragte Jeongguk irritiert und wollte nach dem Arm des Anderen greifen.
"Was meinst du mit bis zum letzten Moment, Taehyung?"
Jeongguks Augen waren riesig, unschöne Gefühle beschlichen ihn. Ein schreckliches Gefühl gar. Etwas stimmte nicht. Jeongguk begann zu zweifeln, ob er alles vollständig wusste.
Es wirkte so, als hätte Taehyung ihm etwas von dem Tag verschwiegen.
Es war schon immer so gewesen. Nur hatte er es darauf geschoben, dass der Schmerz tief saß und er nicht darüber reden wollte.
Taehyungs Schädel pochte heftig.
Er biss sich auf die Unterlippe und wollte plötzlich das Thema beenden, wo er doch selbst diesen Konfliktpunkt aufgegriffen hatte.
"Nichts, Jeongguk.", antwortete er kraftlos zurück und schloss dir Augen.
Doch kurz darauf riss er sie wieder auf, als er den festen Griff seines Ehemannes um seinen Arm spürte.
"Taehyung schau mir in die Augen."
Er folgte der Anweisung nicht, weswegen Jeongguk seine Finger um sein Kinn legte und ihn zwang ihn anzusehen.
Taehyung wich seinem Blick sofort aus und das reichte Jeongguk als Bestätigung seiner Befürchtung.
"Du verheimlichst etwas."
Seine Brauen verengten sich und er suchte den Blick des anderen auf. Jeongguks Herz schlug ihm schnell gegen die Brust.
Taehyung schluckte schnell, schüttelte den Kopf.
"N-nein... du kennst die ganze Geschichte."
"Tu ich das wirklich?"
Tae schrumpfte unter seinem Blick zusammen, als habe er etwas zu verheimlichen.
"Bist du wirklich die Treppen gestürzt?", brachte Jeongguk letztendlich die Frage über die Lippen.
Taehyung versteinerte für eine Minute, seine Augen weiteten sich. Doch dann nickte er.
"Na- Natürlich! Du hast mich doch liegen gefunden... auf dem Boden."
Ja. Ja Taehyung hatte Recht. Jeongguk hatte ihn in der Tat vor der Treppe, blutend liegenden gefunden. Aber dennoch bezweifelte er gerade, ob es die ganze Wahrheit war. Oder ob er einen Teil, einen sehr sehr wichtigen Teil nicht kannte.
Taehyungs Kinn zitterte, er sah aus als würde er jeden Moment zerbrechen.
Er umschling seinen Oberkörper mit den schlanken Armen, als würde er sich auf diese Weise als ein Stück zusammenhalten und sonst aufeinander Fallen.
Ein kleiner Schubs und er würde in Scherben zerbrechen.
Also ließ Jeongguk es. Er bohrte nicht weiter nach, schließlich hatte er ihn heute genug bedrängt und gereizt.
"Ich glaube du willst alleine sein... ich werde dich nicht weiter bedrängen und gehen.", sprach der Jüngere der beiden, obwohl er am liebsten Taehyung fest an sich drücken wollte... Ihm ins Ohr flüstern wollte, dass alles wieder gut werden würde.
Taehyung nickte, seine Lippen bebten nach wie vor.
"Aber eins noch Tae... ich habe sonst nie jemanden angefasst oder auch nur daran gedacht... ob du mir glauben willst ist deine sache, aber es ist die Wahrheit. Diesen Fehler habe ich einmal sturzbetrunken gemacht und werde mich dafür jeden Tag hassen."
Der Ältere presste die Lippen zu einer schmalen Linie zusammen und schaute seinem Ehemann dabei zu wie er daraufhin verschwand.
Jeongguk konnte die Nacht nicht schlafen, er musste ständig über Taehyungs Worte nachdenken.
Und Taehyung konnte genau so wenig schlafen.
Ihn plagten massive Schuldgefühle. Schuldgefühle gegenüber Jeongguk, weil er log, ihm die Wahrheit verschwieg.
Und Schuldgefühle gegenüber seines Unbegeborenen, welches er morgen in der Früh abtreiben würde ...
Und dennoch ging er dorthin. Eine helle, freundlich eingerichtete Praxis, die null vom Erscheinungsbild zur Terminart passte.
Aber was hatte Tae denn erwartet? Einen düster eingerichteten Bunker? Das ganze war letztendlich legal von Ärzten getrieben.
Sie es als einen Termin wie jeden anderen.
Die ganze Zeit über im Wartezimmer zitterten Taehyungs Knie. Auch als er aufgerufen wurde und sich umgezogen in den Raum begab.
Selbst als er wieder herauskam, der Termin vorbei war zitterten seine Beine mit jedem Schritt.
Er schaffte es nicht weit aus der Praxis und endete auf einer Bank in einem kleinen Park, mit angrenzenden Spielplatz.
Voller lachenden, spielenden Kindern.
Taehyung brach in bitteren Tränen aus.
War es wirklich die richtige Entscheidung gewesen...?
Thanky for reading
& Voting
🤧🤧🤧
Was meint ihr verheimlicht Taehyung wohl? Irgendwelche Theorien?
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