Dusche

Sicherheitshalber schloss Basti hinter sich ab, eher er begann sein Shirt von seinem verschwitzten Körper zu pellen inklusive der Jacke, die er trug. Er schmiss das nasse Shirt auf den Hocker neben seiner Sporttasche. Seine Hose folgte dem nur wenige Sekunden später zusammen mit der Boxershorts. Kurz hob er die Füße nacheinander an, um auch seine Socken loszuwerden und stieg dann in die Dusche. Hier gab es nicht wie bei ihm zu Hause eine Schiebetür mit Glasscheibe, sondern nur einen alten heruntergekommenen grauen Duschvorhang, der wohl früher mal weiß gewesen sein musste. Schön war der jetzt nicht mehr so. Aber Luxus musste nicht immer sein. Zugegeben er hatte sich Tims Wohnung anders vorgestellt. Moderner, ein wenig dekoriert und wesentlich größer. Basti zog den Vorhang zu, drehte das Wasser auf und fluchte sofort laut los. Sein Körper presste sich gegen die geflieste Wand, um so dem kalten Wasser zu entkommen, was auf ihn runter geregnet kam. Sofort breitete sich eine Gänsehaut auf seinem ganzen Körper aus.
„ Fuck sorry hätt ich dir sagen müssen. Ich bin's nicht gewöhnt, dass ich Leuten mitteilen muss, dass das Wasser ne Weile braucht, bis es warm wird. Sorry.", rief Tim schuldbewusst durch die geschlossene Tür. Danke für den Tipp, hatte er gar nicht bemerkt. Übel nehme konnte er es ihm nicht. Was zur Gewohnheit bei einem wurde, wussten andere nicht und sie selbst vergaßen es auch, dass es eben nicht bei allen so war.
„ Schon ok. Nächstes mal weiß ich es.", wank Basti ab und streckte eine Hand aus, um zu testen, ob das Wasser warm war. Immer noch Arschkalt. Wäre er nicht schon vom joggen durchgefroren, würde er auch kaltes Wasser nehmen, aber so war es einfach nur unangenehm. Es dauerte sicher eine Minute, bis das Wasser endlich halbwegs warm war, sodass er sich drunterstellen konnte. Hier wollte er echt nicht warm duscher sein. Basti schloss die Augen, legte den Kopf in den Nacken und ließ das warme Wasser einfach ein paar Sekunden auf seinen Körper runter prasseln und ihn aufwärmen. Schnell stellte er das Wasser jedoch wieder ab. Sein Blick wanderte zu der kleinen Ablage, wo sechs verschiedene Flaschen standen. Drei mal Shampoo, drei mal Duschgel. Für jeden wohl beides einmal. Das eine war klar Frauen Duschgel und da auf dem anderen Piraten drauf waren, nahm er an, dass das Tims Bruder gehören musste, also griff er nach der noch nicht ausgeschlossenen Flasche, öffnete sie und gab sich einen Klecks davon in die Hand. Sorgfältig verteilte er das Gel auf seinem ganzen Körper. Angefangen bei den Schultern, über die Arme, die Brust runter, die Stellen des Rückens, die er erreichen konnte und zum Schluss die Beine. Erneut griff er nach einer der Flaschen, diesmal jedoch nach dem Shampoo, welches bei Tims Duschgel stand und gab sich davon einen kleinen Klecks auf die Hand, was er sofort in seine Haare einschäumte. Als auch das erledigt war, drehte er erneut diesmal vorsichtiger das Wasser auf. Es war zum Glück noch warm. Schnell spülte er allen Schaum von seinem Körper und aus seinen Haaren, bevor er das Wasser zudrehte und nach dem Handtuch griff. Schnell wickelte er sich in dieses ein. Heizung im Bad wäre auch mal ne Idee. Hier drin war es kalt. Vorhin hatte er das nicht mal so richtig mitbekommen, weil ihm einfach schon so kalt gewesen war. Schnell machte er sich daran sich abzutrocknen und seine Klamotten wieder anzuziehen. Ihm war immer noch kalt, trotz warmer Klamotten. Grob rubbelte er sich die Haare trocken und hängte das Handtuch zu allen anderen, damit es trocken konnte, hob dann seine Sachen vom Boden auf und öffnete die Tür.
Gerade als er schnell wieder zu Tim ins Zimmer huschen wollte, blieb er an einer offenen Tür stehen, aus der eine Stimme ein hallo rief. Zögerlich trat er in den Raum rein. Tim stand in den Armen einer jungen, aber dennoch deutlich älteren Frau, die ihn wohl auch gerufen hatte. Wer war das bitte? Mit Ende zwanzig, wie er die Frau einschätzte, war es wohl kaum seine Mutter. Hatte Tim etwa eine deutlich ältere Freundin?
„ Äh hallo?", gab er unsicher von sich. Unvorbereitet in Situation reingezogen zu werden und dann nicht mal zu wissen, mit wem er es zu tun hatte, war nicht so seins.
„ Chill. Basti das ist meine Mutter, Mom das ist Basti aus meiner Basketball Mannschaft." Basti bekam große Augen. Das war wirklich seine Mutter. Dann hatte er sie deutlich zu jung eingeschätzt. Aber sie sah einfach auch noch sehr jung aus. Hätte er sich eigentlich denken können. Immerhin war Tim in Stegi verknallt. Manchmal war er echt dumm.
„ Du kannst mich Jennifer nennen.", bot sie ihm gleich das du an und löste sich von Tim, um ihm die Hand hinzuhalten. Basti nahm sie in seine und schüttelte sie kurz.
„ Freut mich, dass du endlich mal deinen Freundeskreis der nur aus Rafael besteht etwas erweiterst." Tim war echt so ein Einzelgänger? So hätte er ihn nie eingeschätzt. In der Mannschaft verstand er sich mit den anderen eigentlich ganz gut und durch seine ruhige Art kam er sicher auch bei den meisten gut an. Und dann hatte er nur Veni -der wohl in echt Rafael hieß- und irgendwie auf skurrile Art und Weise Stegi.
„ Du weist, dass ich nicht so viel Zeit für Freunde hab. Außerdem wenig gute Freunde sind besser als viele bekannte. Also hack nicht weiter auf dem Thema rum." Tim versuchte natürlich von dem Thema weg zu lenken. War wohl nichts, was er gerne besprechen tat.
„ Also dann macht euch mal was zu essen und pass gut auf Max auf, ich bin weg." Sie drückte Tim noch einen Kuss auf die Wange und verschwand dann.
„ Hab dich lieb mein Schatz."
„ Ich dich auch." Tim wartete, bis man das Schließen der Wohnungstür hörte, eher er sich an ihn wandte.
„ Was möchtest du den essen? Kannst dich dann mit meinem Bruder drum streiten, was es geben soll, während ich mir nen Toast mache. Max kommst du bitte mal ein paar Minuten aus deinem Zimmer?" Oh Hilfe. Hoffentlich war Tims Bruder nicht gerade mitten in der Pubertät. Doch wenige Sekunden später stand ein drei Köpfe kleinerer Junge als Tim im Wohnzimmer, der wohl um die elf sein musste.

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