9. Kapitel
- A D E E R A -
Einige Stunden, oder vielleicht auch Tage, später wache ich in ein mir fremdes Zimmer wieder auf. Für kurze Zeit habe ich gedacht, dass ich ungefähr weiß wie viel Uhr es ist, bis ich den atemberaubend Sonnenuntergang erkenne.
Ich kann nicht sagen wo ich bin aber eines ist sicher, ich befinde mich nicht ansatzweise in der näher irgendeiner Stadt. Es handelt sich bei meinem Standpunkt um ein Strandhaus, der auf einem mindestens 150 Meter hohen Hügel steht.
Nachdem ich mir einige Sekunden Zeit genommen habe um mich in dem Zimmer umzusehen, fasse ich mit meiner Hand sofort an meine linke Kniekehle. Als ich dort keine Waffe finde, setze ich mich aufrecht hin. Neben dem Fenster direkt gegenüber des Bettes, steht der Mann, den ich gestern Abend noch verführen wollte.
„Sehr schön, Sie sind endlich wach. Sie haben wirklich ewig geschlafen" Er dreht sich zu mir um, dabei lächelt er schelmisch. Eine Hand hat er in seiner schwarzen Jeans versteckt während die andere elegant über sein Dreitagebart streicht.
„Vielleicht liegt es an der Flüssigkeit die an diesem Gott verdammten Tuch war. Damit hättest du auch meine Augen wegätzen können, ich hoffe das ist dir bewusst" Mein Blick fällt auf den Nachttisch rechts von mir. Ich wette das sich in der obersten Schublade eine Waffe befindet, die ich im Notfall benutzen könnte. Das Problem dabei ist nur, dass ich danach zu einhundert Prozent selbst tot bin.
Meine Aufmerksamkeit richtet sich wieder an den Mann, der mich wahrscheinlich mit einem schnipsen töten könnte. Zu meiner Verwunderung liegt ein leichtes Schmunzeln auf seinen Lippen. „Wir duzen uns also schon ? Sehr schön das wir so schnell so intim geworden sind."
„Du kannst mich so viel duzen wie du willst, meinen Plan werde ich dir trotzdem nicht verraten." Er fängt sich an zu bewegen, jedoch nicht in meine Richtung sondern in Richtung des Kleiderschrankes.
„Wer sagt das ich das will?" Er hebt einige Kleidungstücke nacheinander von der Stange und legt sie vorsichtig auf die andere Bettseite. Es beeindruckt mich kein bisschen, dass jedes Teil ein halbes Vermögen kostet.
„Warum sonst solltest du auf die Idee kommen, mich hierhin zu entführen?" Er stoppt in seiner Bewegung und dreht sein Kopf in meine Richtung. Seine eiskalten Augen brennen sich in meine. „Ich habe vieles, aber keinesfalls habe ich dich entführt. Du hast mir gesagt das du das möchtest, schon vergessen?"
Unbedacht fange ich lauthals an zu lachen. „Ja genau und weil ich gestern gesagt habe, dass ich Spiele spielen möchte, denkst du jetzt wahrscheinlich auch das ich mit dir schlafe"
Das Grinsen in seinem Gesicht wird breiter, als er eine Krawatte aus seiner Kommode nimmt und damit in seinen Händen spielt. "Oh mia combattente, entweder machst du es freiwillig oder ich zwing dich dazu."
Ich fange an zu heulen vor lachen " Das will ich sehen"
Sofort bereue ich meine Reaktion, als er sich mir nähert. Bevor ich reagieren kann, packt er meine Hände und hebt sie recht und links von meinem Kopf fest.
„Wo ist dein freches Mundwerk hin? Nutz es aus solange du noch reden kannst, sobald ich in dir bin wird nur noch ein lautes Stöhnen dein Inneres verlassen", flüstert er mir in mein Ohr. Eine Gänsehaut zieht sich über meinen ganzen Körper, als er dann auch noch anfängt an meinem Ohrläppchen zu knabbern.
„Ich würde besser nachdenken bevor ich Handel" Obwohl ich ein wenig in Panik bin, fange ich den perfekten Moment ab, als er seinen Griff bei meinen Händen ein wenig lockert. Ich entziehe ihm meine Hand, drehe meinen Oberkörper so gut es geht auf die rechte Seite und befreie mit Unterkörper ebenfalls mit ein paar zaghaften kreisenden Bewegungen, die ihn schwach werden lässt.
Bevor er überhaupt ansatzweise wieder seine Kontrolle wiederfinden kann, sitze ich auch schon auf ihm. Eine Hand hat er noch immer in der Hand aber das macht nicht, denn mit der anderen Packe ich diesmal seinen Arm und klammere ihn zwischen seinen Körper und meinem Bein ein. Meine freie Hand lege ich auf den hinteren Teil des Kissens auf dem er nun liegt.
Dieses Mal ist es mein Gesicht das sich seines nähert. „ Du musst lernen damit klarzukommen, dass du nicht in jeder Situation die Kontrolle hast. Eine falsche Bewegung und der andere kann die überhand gewinnen"
„Glaub mir, im Moment macht es mir nichts aus keine Kontrolle zu haben. Spiel ein wenig Chefin aber behalte im Hinterkopf das du in meinen Haus bist, dass nur so von Mitarbeitern qualmt." Mir wird ein wenig unwohl als ich realisiere, dass sich hinter dieser Tür wahrscheinlich gerade mehrere bewaffnete stehen, die auf nichts anderes warten als auf einen Startschuss.
„Süß, da hat wohl die kleine Kämpferin Angst. Ich muss sagen dein erfolgreicheres-Ich finde ich um einiges sexier. Wie soll ich denn so meinen Spaß an unserer ersten gemeinsamen Nacht haben?" Er befreit seine Hände mit Leichtigkeit und gleitet mit ihnen grob unter mein Oberteil.
Warte, warum habe ich ein T-Shirt an?
„Du Perversling! Wer hat dir erlaubt mich auszuziehen? Wo ist mein verdammtes Kleid?" Ich versuche aus seinem Griff zu entkommen, aber er lässt es nicht zu. Er greift fester zu, sodass ich einen Schmerz durch meinen Körper spüre.
Nun sitze ich mit geraden Rücken auf seinem Unterleib und fühle mich immer unwohler. Worauf habe ich mich hier nur eingelassen? Was wird er mit mir machen?
„Ich habe einer Mitarbeiterin gebeten dir beim umziehen zu helfen. Auch wenn das hier gerade nicht so aussieht, bin ich dennoch ein Gentleman" Er zieht mein Oberteil wieder ein wenig runter, hebt mich an und setzt mich vorsichtig auf dem Bett ab, während er aufsteht.
„Unten ist das Frühstück schon hingerichtet. Einfach die Treppe runter rechts, die zweite Tür. Mach es dir gemütlich und falls du noch etwas brauchst, melde dich einfach bei irgendeiner Person die im Haus hier herumläuft. An jeder Ecke wirst du jemanden finden. Ich muss noch etwas erledigen gehen" Er hebt den Anzug auf, den er sich davor ausgesucht hat und geht auf die Tür zu.
„Warte" Den Türgriff bereits in der Hand haltend, bleibt er doch noch stehen. „Was hast du vor? Warum bin ich hier? Was machst du jetzt mit mir?"
„Mia Bella, ich weiß es noch nicht aber so schnell wirst du nicht mehr auf freien Fuß sein. Du hast dich aufgeführt als wärst du unerreichbar und hiermit möchte ich dir zeigen das du alles andere als das bist für mich. Ab jetzt bist du für jeden anderen Mann unerreichbar aber nicht für mich. Du gehörst mir"
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„Warum die meisten Menschen gerade das überschätzen, was sie nicht haben? Weil sie dessen unangenehme Nebenerscheinung nicht kennen"
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