8. Kapitel

- A D E E R A -

Auf der Tanzfläche angekommen, halte ich Ausschau nach Männern, die gerade nicht besseres zutun haben, als sich an irgendwelchen Frauen aufzugeilen. Von außen sind sie schwer zu erkennen, außer senn sie vollkommen in ihrem Element sind und keine Sekunde verschwenden, ihre Hand in intime Bereiche zu bewegen.

Ein wenig schockiert stelle ich fest das recht viele damit Erfolg haben. Ich habe nicht gedacht das sich so viele dieser ekelhaften Männer in einem Casino ihre Chance nutzen. Aber es scheint so, dass die Bodyguards des Gebäudes selbst damit beschäftigt sind.

Ich drehe ich ein wenig von dem Geschehen weg und frage mich, ob es die richtige Wahl war, auf meine Intuition zu glauben. Als ein Mann nach meiner Hand greift, gerate ich leicht in Panik. Es war nicht meine Mission heute von irgendeiner Hand, während dem Tanzen entjungfert zu werden.

Gerade will ich mich umdrehen und dem Mann meine Faust ins Gesicht hämmern, als sich eine weitere Hand um meine Hüfte schlingt.

"Tut mir leid, den nächsten Tanz hat mir diese Dame schon versprochen. Also wenn sie jetzt ihre Hände von ihr nehmen könnten, damit wir anfangen können zu tanzen, wäre ich ihnen sehr dankbar." Sofort schaue ich in das Gesicht meines Retters, als ich die Stimme wiedererkenne.

"Das ist natürlich kein Problem, Herr Moretti. Die Dame gehört Ihnen!" Die Hand an meinem Arm entfernt sich und sofort werde ich in an die Brust meines Feindes gedrückt, dessen Hände meine Hüfte perfekt umschließen.

"Ich dachte Sie tanzen nicht." Ich versuche wieder Kontrolle über meinen Körper zu gewinnen. Doch leider, reagiert er nicht mehr auf mich. Er reagiert nur noch auf seine Bewegungen.

"Das war bevor ich gesehen habe, wie bezaubernd Sie sich bewegt haben, als sie von diesem Herren abhauen wollten. Obwohl, eher als sie ihm den Hals umdrehen wollten, als er sie angefasst haben. Sie bewegen und tanzen wie eine Kämpferin"

"Ach, ist das so? Wie tanzt denn eine Kämpferin in ihren Augen." Sein leichtes Schmunzeln zieht sich über sein ganzes Gesicht, nur seine Augen erreicht es nicht. Sein Gesicht kommt meines ein wenig näher, sodass seine Nase nur Zentimeter von meinem Ohr entfernt ist.

Seine Hand streichelt vorsichtig über mein Bein. "Sie achten darauf das ihr rechtes Bein immer Standhaft ist. Ihr linkes hingegen bewegen sie im Takt aber nur dezent, denn sie wollen nicht das man sieht was sich unter ihrem Kleid befindet"

Meine Pistole!

Seine andere Hand packt mich nun noch fester. Es schenkt mir zwar halt aber lässt mich keinen klaren Gedanken mehr fassen. "Bei den Bewegungen in ihrem Arm war ich jedoch sehr erstaunt. Sie bewegen ihn sehr elegant und selbstbewusst. Obwohl sich darunter ein kleines Messer befindet, das sie selbst jederzeit schneiden könnte. Sie scheinen geübt darin zu sein"

Als er sich von mir entfernt und mir ein wenig Freiraum lässt, fasse ich mich schnell wieder. "Sie sind ein guter Beobachter Herr Moretti. Ich bin beeindruckt. Sie scheinen ebenfalls sehr geübt zu sein, ansonsten würden sie mein Messer nicht so nah an ihr Hals lassen" Mein rechter Arm liegt schon während dem ganzen Tanz um seinen Hals. Die Klinge, direkt an seiner Halsschlagader.

"Oh glauben sie Mia Bella, ich bin definitiv schneller als Sie." Mit einer Handbewegung zeigt er auf seinen Gürtel und mit seinen Augen deutet er auf all die Männer die um uns herumstehen stehen und uns keine Sekunde aus den Augen lassen.

"Nun Mia Bella, erklären Sie mir warum Sie heute hier sind?" Er weiß das ich etwas vor habe aber hat keine Ahnung was. Schon seit einiger Zeit bemerke ich, dass er versucht mich zu lesen aber es ihm nicht gelingt.

"Ich möchte Sie töten, Herr Moretti", sind die einzigen Worte die ich ohne zögern aus mir heraus bringen kann. Hätte ich länger nach einer Lüge gesucht, hätte er mir nicht mehr geglaubt. Wenn er wüsste, dass ich ihn entführen will, hätte ich keine Chance mehr. "Und wie bedenken sie es das zu machen? Hier sind tausend Wachleute. Alle würden Sie mit einen einfach Handzeichen abschießen, wenn ich das wollen würde"

"Oh glauben sie mir, mich bekommen Sie nicht so einfach. Ich bin gut, vielleicht sogar zu gut für jeden ihrer Schoßhündchen." Für seine Schoßhündchen definitiv aber für ihn, sicher nicht. Schon als Kind habe ich immer von meinem Onkel erzählt bekommen, wie einzigartig der Sohn der Morettis ist. Er nannte ihn immer "Das Glück des Teufels" und war der festen Überzeugung das er es schafft, jeden normalen Bürger in die Mafiawelt zu ziehen.

Er hat ihn geliebt.

"Wie kam es das sie dann solche Angst hatten an dem Abend? Warum haben Sie nicht den armen Mann gerettet?" Erwischt. Das ich an dem Abend nicht gegen ihn uns seine kleinen Hündchen gekämpft hat, verrät mich und meine Unsicherheit. Ich weiß das ich gut bin aber in dem Moment, in dieser Gasse, hatte ich Angst.

Ich löse mich von den Gedanken an meine Kindheit und schenke ihm ein bezauberndes Lächeln. "Ich muss ehrlich zugeben, dass sie angsteinflößender sind als ich gedacht habe aber noch lange nichts was ich nicht Händeln kann."

"Wie sie gedacht haben? Sie kennen mich also schon länger. Für wen arbeiten Sie?" Mir selbst wird klar, dass ich ein wenig mehr auf meine Wortwahl achten sollte aber das war schon immer meine Schwäche. Ich habe immer das gesagt was ich gedacht habe, egal ob es jemanden verletzt hat oder nicht.

"Ist das hier ein Verhör? Ich bin hier um meinen Spaß zu haben." Ich mache eine ruckartige Bewegung um mich elegant aus seinen Armen zu befreien und drehe mich in seine Arme, um diesmal selbst die Kontrolle zu haben.

Er fängt wieder an zu lachen. Er legt seinen Kopf direkt auf meine linke Schulter ab und nimmt mich mit der anderen Hand gefangen. Er hebt mich so gut fest, dass ich mich nicht wieder zurück in meine Position drehen kann "Sie sind unglaublich, wissen sie das? Wenn sie nicht eine Mitarbeiterin eines meiner Feinde wären, hätte ich sie schon längst verführt"

Nun bin ich die, die lauthals auflacht. "Sie denken also, es ist so einfach mich zu verführen?"

"Mit meinem charm definitiv. Selbst wenn das nicht reichen würde, hätte ich sie einfach entführt. Und erst wenn sie mit mir geschlafen hätten, wären sie wieder eine freie Frau" Kurz bringen mich seine Worte aus der Fassung, als ich bemerke wie ernst seine Stimme dabei klang.

Er stempelt mich wie jede andere Person ab, mit der er geflirtet hat. Eine Frau, die mit jedem Mann ins Bett steigt, ihm das gibt was er will und am nächsten Tag wieder verschwindet. Genau so denkt er von mir und das ist gut so. Er wird schwach. "Und was ist wenn ich genau das will? Von einem charmanten Mafiosi entführt werden und seine Dominanz lebhaft an mir spüren, bis ich mich ihm hingebe."

"Das hätte sich leicht Einrichten können, würden sie mich nicht umbringen wollen", erklärt er mir während seine rechte Hand weiter nach unten wandert. Kurz bevor er meinen Hintern jedoch erreicht, stoppt er sofort und zeichnet kleine Kreise darauf.

Das Lied endet.

"Ich dachte Sie sind schneller."

Mit diesen Worten drehe ich ihm mein Rücken zu und laufe in die entgegengesetzte Richtung.

Plötzlich wird es schwarz und sofort wird mir schwummerig.

"Das bin ich auch, Mia Bella", ist das einzige was ich noch höre, bevor ich das Bewusstsein verliere.

-

„Dieselben Naturkräfte, die uns ermöglichen, zu den Sternen zu fliegen, versetzen uns auch in die Lage, unseren Stern zu vernichten"

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