8.

*William*

Ja, Harry war nun wieder in der Stadt doch anstatt mich zu freuen und glücklich zu sein, versank ich in meinen Schuldgefühlen, dem Selbsthass und zugegeben auch Depressionen. Meine Wohnung sah deshalb aus als wäre ein ganzes Rudel wilder Wölfe hier gewesen und hat nach Futter gesucht Ja, es machte mich krank, alles was passiert ist, auch schon bevor ich Harry kennengelernt hatte. Meine Zwillingsschwester wurde ermordet, woraufhin meine Mutter eine Überdosis Schlaftabletten eingenommen hat, mein Vater hatte ein Alkohol Problem und ist sonst wo. Ich war allein, habe so viel verloren und erst jetzt kommt all das wieder. Ich saß mit, vom weinen, roten Augen, mit angewinkelten Beinen vor der Tür meines Schlafzimmers und vergrub mein Gesicht in meinen Händen. Ich war endgültig gebrochen. So viele Verluste, so oft ein gebrochenes Herz, so viel Schuld, so viel Hass. Harry wohnte schon ein paar Tage bei Jack und Amelie, ich hatte die Wohnung seitdem ich hier bin nicht verlassen und auch niemanden reingelassen, Tamara war schön öfter hier, genau wie Isaac, Ethan, Jack, Cara, Layla und sogar Amelie war einmal da. Nur der bei dem ich Angst hatte dass er mich auch verlässt, mich hasst, mich verletzt, der den ich nie verletzen wollte, der den ich liebte, der dessen Gefühle mir Angst machten, nur er war nicht hier. Ich hatte auch keine Nachricht und keinen Anruf bekommen und das war ein weiterer Grund für meine Tränen. Ich bin so schlecht darin zu lieben, zu verzeihen, zu zeigen was ich fühle, ich bin einfach zu schlecht in allem. Ich ließ meine Wolfskrallen erscheinen und setzte gerade dazu an mir die Hüfte wieder aufzukratzen, als mich jemand anrief. Es war Jack, zögernd ging ich ran, während er mich versuchte zu überreden sofort zu ihm zu kommen setzte ich meine Krallen erneut an meinen Bauch. Ich drückte sie in mein Fleisch und unterdrückte ein schmerzhaftes Knurren, da Jack mich hören könnte. „Also kommst du?" beendete er seinen Vortrag den ich gar nicht gehört hatte. „Wenn du mich dann in Ruhe lässt..." damit legte ich auf, ich fuhr die Krallen wieder ein und ging duschen, kalt, da das warme Wasser auf meinen Verletzungen brennen würde und das würde es schlimmer machen. Da ich ziemlich erschöpft war, heilte ich nicht so schnell und band mir einen Verband um den Bauch und meine linke Schulter, die Kratzer an meinem Hals werden nicht auffallen. Ich zog mir ein T-Shirt und einen Hoodie an, da ich so schwach auch ziemlich anfällig für Krankheiten bin und es draußen eiskalt ist. Ich fuhr zu Jack der mich bat ihm bei etwas für Amelie zu helfen. Schon Harry's Geruch der hier überall in der Luft lag zerstörte mich wieder komplett. Als Jack mich in einen Schalldichten Raum führte wollte ich wieder umdrehen da Harry in einer Ecke saß, Jack hatte jedoch die Tür verschlossen. Nun waren wir in seinem Verwandlungsraum eingesperrt, wo eigentlich nur Anfänger an Vollmond rein kommen. „Hallo Will." begrüßte mich der Schattenwolf, ich ignorierte ihn und lauschte nach Jack oder Amelie. „Ich werde dich umbringen wenn ich hier raus bin!" knurrte ich ihn an „Nein, weil du erst wieder rauskommst wenn ihr euch vertragen habt. So kann ich euch nicht brauchen, ich brauche eure Hilfe und das geht nur wenn ihr in Ordnung seid." „Ich bin in Ordnung, lass mich raus!" „Ich habe das Blut gerochen William! Du sitzt seit Tagen in deiner Wohnung und lässt niemanden an dich ran, was an ihm liegen muss, weil du es vorher alles verkraftet hast. Also vertragt euch, küsst euch und macht sonst was, niemand kann euch hören!" er lachte, Harry roch nervös und ich knurrte einfach laut. Als Jack gegangen war um Amy zu helfen setzte ich mich in die am weitesten entfernte Ecke von Harry und starrte die gegenüber liegende Wand an. „Was ist los?" fragte Harry mit ein wenig Sorge in der Stimme, ich gab ihn keine Antwort, wieso sollte ich wenn er sich die letzten Tage kein bisschen um mich gesorgt hat!? „Ich rieche es auch, du hast dich selbst verletzt!" immer noch schwieg ich. „Du bist kompliziert. Mal würdest du alles für mich tun und im nächsten Moment beachtest du mich einfach nicht. William, verstehst du nicht dass das keinem von uns gut tut? Alles was dir weh tut, tut auch mir weh. Du willst mich beschützen und kämpfst gegen meinen Bruder, läufst verletzt nach Hause und sperrst dich ein. Was ist los mit dir?" er stand auf und setzte sich ein paar Meter von mir weg wieder hin. Alle verlassen mich! ich ließ zu dass er diesen Gedanken hörte und verschloss mich dann wieder und drehte mich weg von ihm. „Ich verlasse dich nicht! Ich bleibe bei dir, weil du alles für mich bist." „Du hast dich die ganze Woche nicht darum gescherrt wie es mir geht, warst kein einziges mal bei mir, nicht mal eine Nachricht oder ein Anruf. Ich mach alles falsch, Talia ist tot weil ich sie damals mitgenommen habe, ich hab sie nicht gerettet, hätte mich opfern sollen. Wäre sie nicht tot, hätte meine Mutter sich nicht umgebracht und mein Vater hätte nie so viel getrunken! Alles ist meine Schuld, du hasst mich weil ich deinen Bruder hasse der mir erst meine Schwester genommen hat und dann dich." ich merkte wie sich Tränen in meinen Augen sammelten und lehnte meinen Kopf an die Wand. Harry legte eine Hand auf meine Schulter „ich bin hier, es ist nicht deine Schuld, Jason wollte sich mächtiger fühlen um mich zu beschützen, was unser Vater ihm aufgetragen hat, also ist wenn dann er schuld. Nicht du! Und ich glaube du solltest die Unterschiede zwischen Hass und Liebe lernen, denn ich hasse dich nicht, ich liebe dich!" er drehte mich zu sich, wischte eine entwischte Träne von meiner Wange und strich dann sanft mit dem Finger über meine trockenen Lippen. „Darf ich heute Nacht bei dir übernachten? Ich kann auch auf der Couch schlafen." bat er mich, ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen. „3 Bedingungen..." „Und die wären?" „Du schläfst mit mir im Bett und wir kuscheln, du hilfst mir mich an Jack zu rächen und du küsst mich." er grinste und legte seine Lippen dann auf meine, ich schloss meine Augen und genoss das Gefühl von Liebe. „Ich hab auch eine Bedingung..." hauchte Harry an meine Lippen „Mach das nie wieder, wirklich nie!" er strich über meine Verbände und die Kratzer am Hals, ich nickte. „Für dich alles..." flüsterte ich was ihn zum lächeln brachte. „Dann sorgen wir jetzt für die Rache an Jack dass er uns hier eingesperrt hat..." murmelte ich und Harry nickte zustimmend, ich schrieb Jack wie sehr ich Harry liebte und hoffte dass er zu uns kommt und uns gehen lässt. Harry hatte sich verwandelt, verdeckte seinen Geruch und stand still neben der Tür. Wie erhofft öffnete Jack langsam die Wolfssichere Tür, er kam rein, sah mein Grinsen und bevor ihm klar wurde was wir vor hatten lag er am Boden. Harry war als Schattenwolf sogar stärker als sein Alpha, was mir eigentlich ziemlich angst machen könnte, doch das tat es nicht. Jack wehrte sich nicht „Sehr lustig, du kannst von mir runter gehen Harry, ich hab's kapiert." er sah mich mit schief gelegtem Kopf an „Moment noch." Ich ging nach draußen und schloss die Tür so weit dass Harry noch durchschlüpfen könnte. „Jetzt." er flitze zu mir und ich verschloss die Tür, während Jack uns anbettelte ihn wieder raus zu lassen, verwandelte Harry sich wieder in einen Menschen. Zufrieden gingen wir wieder nach oben, Harry packte seinen Rucksack „Ich bleib ein paar Tage bei Will, du kannst Jack raus lassen wenn du Zeit hast." informierte Harry Amy, die, anders als erwartet, einfach lachte „Viel Spaß ihr Lieben, wir sehen uns bald wieder, solange mein Mann euch nicht umbringt." verabschiedete sie sich und umarmte Harry kurz. Wir fuhren also zu mir. Als wir die Wohnung betraten beschwerte mein Freund sich erstmal über das Chaos das ich angerichtet hatte, also fingen wir an aufzuräumen, was mit ihm sogar Spaß machte. Bis er meine Spiegel sah jedenfalls, es klebte Blut daran und sie waren zersplittert und zerkratzt, Harry kam mit einer Scherbe zu mir. „Sieh da rein!" forderte er was ich tat „Was siehst du?" „Ein Monster, jemanden der alles falsch macht und trotzdem einen perfekten Freund hat." klärte ich ihn über meine Meinung auf. „Weißt du was ich sehe wenn ich dich ansehe?" „Du bist der der Gedanken lesen kann, nicht ich." „Dann sag ich es dir. Du bist perfekt, wunderschön und ganz sicher kein Monster. Du machst nicht alles falsch, Fehler gehören zum Leben dazu, aber du machst nicht so viel falsch dass du sagen kannst es ist alles. Und jetzt küss mich um zu beweisen dass du mir zustimmst." ich zögerte kurz, denn ich wusste dass es ein Trick ist. „Vertraue mir..." bat er mich flüsternd, also tat ich es, ich küsste ihn, es fühlte sich eigenartig an. Wie eine physische Verbindung, wie wenn er meine Gedanken hörte. „Tut mir leid! Ich hab es nicht unter Kontrolle und vermeide Berührungen seit Anfang der Woche." entschuldigte sich Harry als er sich von mir löste „Das ist mir sowas von egal, weißt du..." ich küsste ihn wieder, nahm seine Hand und legte die Scherbe auf den Tisch den ich gerade wieder hingestellt hatte. Ich legte meine Arme um seinen Bauch und ließ zu dass er all meine Gedanken hörte und Erinnerungen sah, denn ich hatte keine Geheimnisse vor ihm, er kannte mich und es sollte nicht anders sein. Er löste seine Lippen wieder von meinen und sah mir in die Augen „Darf ich was probieren?" fragte er vorsichtig, ich nickte. „Du musst es zulassen." wieder nickte ich, dann verkreuzte er unsere Finger und küsste mich. Er zeigte mir all seine Erinnerungen, Gefühle und Gedanken, es dauerte nur Sekunden und doch hatte ich das Gefühl ihn von Anfang an zu kennen. „Was hast du gesehen?" fragte er „Alles." antwortete ich „Was war das?" fragte ich ihn leise „Eine seelische Verbindung, die wir jederzeit lösen können indem wir einen Tropfen des anderen Blutes vergießen. Jason hat mir davon erzählt, Schattenwölfe deren Fähigkeit der Geist, also Gedanken, ist, können sich mit einer Person im Leben verbinden die sie liebt und nie vergessen will. Kurz gesagt, es war ein Test um zu sehen wie sehr du mich liebst, ich hätte es dir vorher sagen sollen. Aber wenn du mich beschützen willst, geht es so am besten. Du kannst mich finden und herausfinden wie ich mich fühle, wenn du es wissen willst. Aber wenn du es nicht wolltest, dann sei ehrlich, wir können es auflösen." erklärte er mir das was eben geschehen war. „Ich hätte gerne vorher darüber nachgedacht, aber es ist in Ordnung, sobald ich es lösen sollen wollte, würde ich es dir sagen." ich lächelte ihn einfach nur an, er erwiderte das Lächeln. „Ihr seid echt unglaublich romantisch, aber ich brauche eure Hilfe dabei einen Jäger zu finden." ertönte Jack's Stimme vom Treppenhaus. Ich ließ Harry los und ging zur Wohnungstür „Man lauscht nicht!" knurrte ich und ließ ihn rein „Man sperrt auch seinen Alpha nicht grundlos ein." „Du hast angefangen." mischte sich Harry ein „Aber ich hatte einen Grund und war erfolgreich." versuchte er sich weiter rauszureden. „Freut mich dass ihr jetzt eine Verbindung habt, wir müssen deinem Harry jetzt erklären was wir wissen." meinte Jack an mich gewandt, als er durch die Tür trat, ich schloss sie hinter ihm und ging dann hinter ihm ins Wohnzimmer. „Was hast du denn angestellt?" fragte Jack erschrocken als er das Chaos sah „Tut mir leid, meine halbe Familie ist tot, mein Vater ist irgendwo auf dieser Welt, Harry war weg und sauer auf mich, ich war daran Schuld. Und ich hab die Kontrolle verloren." erklärte ich ganz offen meine Gedanken. „Du wirst nie wieder gehen, Kleiner!" bat er Harry grinsend und ließ sich dann auf die Couch fallen. Wir erklärten Harry alles was wir über den Jäger wussten, auch das von seiner Mutter. Er vertraute ihr, ließ aber zu dass wir mit ihr reden wollten, doch er wollte auch weiter helfen und deshalb mit Jason reden. Ich widersprach ihm nicht, zeigte ihm doch dass ich es nicht wollte und als Jack weg war sagte ich ihm auch meine Meinung zu seiner Idee. „Du weißt dass es eine schlechte Idee ist zu ihm zu gehen, er wird versuchen dich zu überreden bei ihm zu bleiben." „Und damit das nicht passiert, werde ich Tamara mitnehmen. Ich verspreche dir dass ich wieder komme!" er nahm meine Hand und strich darüber. „Du spürst es wenn etwas nicht stimmt, denk daran. Vertrau mir." erklärte er mir erneut, ich nickte. „Morgen fahren wir direkt frühs los, ich ruf sie gleich an." er tat was er vor hatte und rief Tamy an, während ich ins Badezimmer ging und die Scherben aufsammelte, ich räumte es ein wenig auf und ließ dann die Badewanne mit warmem Wasser füllen. Ich ging zurück zu Harry der sein Handy auf die Couch warf, sich umdrehte und mich küsste, wir gingen ins Badezimmer. Als wir im warmen Wasser saßen lehnte Harry sich an meine Brust, ich legte meine Arme um ihn und verschränkte seine Hände mit meinen. Wir saßen eine ganze Weile so da, wir waren einfach bei einander. „Geht dir das zwischen uns eigentlich zu schnell?" flüsterte ich und küsste ihn sanft am Nacken „Es ist perfekt... Sonst hätte ich die Verbindung nicht geschlossen..." murmelte er und drehte sich zu mir um. Ich küsste ihn, es fühlte sich anders an, besser, intensiver. Küssend tauchten wir komplett unter Wasser, wo wir einige Sekunden blieben. Ziemlich schnell beschloss ich dass wir das im Schlafzimmer beenden sollten, also stand ich mit ihm auf, nahm ein Handtuch, legte es um uns und ich trug ihn rüber.

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