11.

*Harry*

Will und ich kuschelten uns aneinander auf einem kleinen Felsen in der Sonne und genossen die Wärme die durch die Lücke in der dichten Blattdecke an unsere Körper gelangte. Jason legte sich zwischen die Wurzel eines Baumes und rollte sich ein, William sah ihn fragend an. "Er ist heute sehr früh aufgestanden, er ist wahrscheinlich einfach müde. Nich jeder hat den Luxus bis mittags schlafen zu können!" erklärte ich ihm in Gedanken belustigt, woraufhin er mir kurz über die Schnauze leckte und dann frech in mein Ohr zwickte. Ich schüttelte meinen Kopf, schloss die Augen und schmiegte mich an ihn. "Ich muss schon sagen: als Wolf bist noch viel süßer." "Und du in allem besser, so wunderschön und majestätisch..." wir dößten ein wenig in der Sonne vor uns hin, bis endlich der Rest des Rudels kam. Ich sprang freudig auf und begrüßte sie alle, dann erklärte ich ihnen was ich vor hatte und Jack nickte als Bestätigung und lief voraus. Wir alle wussten wie es ablief und liefen ihm brav nach, alle in einer Reihe, keiner wollte besser sein als der Andere, selbst Jason akzeptierte seine Stellung als Letzter. Nachdem Jack dankbar nickend stehen blieb, erklärte ich ihm das nächste, die gemeinsame Jagd um die es eigentlich ging. Da Jason mich schützen wollte ging ich wieder weg, in der Hoffnung dass er versteht dass Jack hier das sagen hat, egal was mir passiert, er muss auf Jack hören. Diesmal versteckte ich mich unter ein paar Sträuchern und gab William dann das Zeichen, die meisten der anderen waren verwirrt da sie nichts von uns wussten, aber sie akzeptierten es und folgten Jack. Jason nahm meinen Geruch auf, Jack ließ ihn neben sich laufen, um sicher zu gehen dass sie miteinander arbeiten. Auch jetzt lief alles reibungslos, sie umzingelten mich bevor ich weg konnte, ich versuchte mich durch zu schleichen, doch William wollte mich wieder einfangen und dann kam das Problem. Diesmal griff Jason Will an, er schmiss ihn auf den Boden und knurrte zähnefletschend, da ich als Mensch verwundbarer war, verwandelte ich mich zurück und rief seinen Namen. Jason sah mich an, dann William und wieder mich, dann sah er zu Jack der ihn bedrohlich anknurrte "Es war nur eine Übung! Du weißt dass er mir nicht weh tut!" Jason ließ meinen Freund wieder los, er stand auf, schüttelte sich und trottete dann zu mir. Plötzlich spürte ich etwas, es war Schmerz, ein höllischer Schmerz der mich auf den Boden sinken ließ und mir ein brüllendes Heulen entlockte.

Feuer. Überall Feuer. Eine Feder!

Dann war es wieder vorbei, ich atmete schnell, die Werwölfe um mich hatten sich zurück verwandelt und sahen mich besorgt an. "Was hast du?" fragte Jack "Er ist mit allen besonderen Schattenwesen verbunden, durch seine spezielle Fähigkeit der Gedanken. Aber nicht nur er kann seine Gedanken zeigen oder die von anderen finden. Jeder andere Schattenwandler, wie ich, ein Phönix, ein Wasserdrache oder eben ein anderes besonderes Wesen dass nur einen Elternteil übernatürlich hat, kann auch in Notfällen mit ihm Verbindung aufnehmen. Was hast du gesehen Harry?" nach seiner ausführlichen Erklärung, die auch ziemlich verwirrend war, kniete er sich zu mir. "Feuer." "Dann war es der Phönix, er braucht dich. Tut mir leid, aber wir haben keine Zeit mehr zum üben." er stand auf und zog mich auch hoch. "Woher weißt du so viel darüber?" fragte ich meinen Bruder als er los lief, das Rudel folgte ihm, denn sie vertrauten mir und ich vertraute ihm. "Unser Vater hat mir viel erzählt und die Bücher im obersten Regal deiner Bücherwand, du hast sie dir nie angesehen oder!?" "Nein, ich bin nicht dran gekommen und dachte mir dass es dafür vielleicht einen Grund gibt." "Naja, in diesen Büchern steht alles, über Gestaltenwandler, Schattenwandler und alle anderen übernatürlichen Wesen. Ich werde sie dir geben wenn wir das erledigt haben." ich nickte. Dann kam Jack zu uns nach vorne "Na dann, zeig es uns. Miteinander schaffen wir es." ich ging ein paar Schritte nach hinten, zu William und ließ die Alphas neben einander uns anführen. "Es war vermutlich unser Großvater, er hat den Phönix gefunden, er war sein Ziel, weil der Phönix und der Schattenwolf die stärksten Schattenwandler sind. Bisher weiß er noch nichts von Harry, aber er weiß wer und wo der Phönix ist." redete Jason weiter "Dann zeig uns wo er ist, finde ihn." Jack nickte ihm zu und dann liefen wir als Rudel, alle gemeinsam folgten wir Jason's Spur.

Wir kamen zu einer alten Lagerhalle, mitten drinnen lag ein blutender Junge, den Ethan scheinbar kannte, denn er rannte zu ihm. "Adam!" sein Bruder, Ethan half ihm sich hinzusetzten, Tamara und Ethan stützten ihn bevor er wieder umkippte. "Falle!" krächzte er mit schwacher Stimme und schloss dann wieder seine Augen. Isaac handelte am schnellsten, er hob Adam hoch und wollte ihn nach draußen bringen, denn wenn er recht hatte ist es zu gefährlich hier drinnen und diese Vermutung bestätigte sich. Alle Türen verschlossen sich mit einem lauten Knall. Nach wenigen Sekunden fingen die Werwölfe an zu husten, Isaac legte Adam, zurück auf den Boden. "Das ist Eisenhut Gas!" hustete Jack, Jason hatte mir von dem Gift erzählt, es ist tötlich für Werwölfe wie es für Wölfe ist. Ich schien dagegen nicht so schwach zu sein, also musste ich mir was einfallen lassen. Ich rannte zur Wand des Lagerhauses und fing an auf eine Scheibe einzuschlagen, doch ich schaffte es nicht. Ich drehte mich besorgt zu meinem Rudel um, fast alle lagen schwach atmend auf dem Boden, nur Jack und Jason standen noch. "Du musst es spüren. Spür die Stärke. Vergiss was du fühlst! Sei stärker als die Schwäche!" ertönte William's Stimme in meinem Kopf und es machte mich tatsächlich stärker, ich schlug wieder auf die Glasscheibe ein. "Sei stärker als die Schwäche!" redete ich mir selbst ein und dann zersplitterte das Glas. "Los! Geht zum Fenster!" ich spürte wie sich auch meine Lungen mit dem Gift füllten und meine Atmung schwächer wurde. Ich hievte Adam vom Boden auf, Jack half mir und wir schleppten ihn zum Fenster. Da es zwei Meter über dem Boden war, konnten wir natürlich wieder besser atmen, aber so schwach kam da keiner raus. Ethan nahm seinen Bruder in den Arm und Jack und Jason liefen zu einer Tür die sie entdeckt hatten und versuchten sie einzutreten, doch sie war dreifach verstärkt, also Wolfsicher. Adam öffnete seine Augen und sah mich an, er streckte eine Hand in meine Richtung die ich verwundert annahm. Es fühlte sich an als würde er meine Energie nehmen um aufstehen zu können, denn das tat er. Adam löste sich aus Ethan's Griff und ging mit mir zur Tür, als wäre er nicht verletzt, doch das war er, denn überall an seiner Haut klebte Blut. Er berührte die Tür mit der Hand die mit meiner verbunden war "Du hast eine Verbindung geschlossen, wer ist es? Wir brauchen dieses Wesen!" sagte er monoton, ich drehte mich nach William um der scheinbar verstanden hatte was Adam meinte. William versuchte so schnell er konnte zu uns zu gelangen und verkreuzte unsere Finger mit einander als er ankam. Als wir all die benötigte Energie hatten um Adam Kraft zu geben, ließ er meine Hand wieder los, seine Hand fing an zu brennen und die Tür schmolz. "Du bist der Phönix!" stellte Ethan fest, während wir den Jungen beobachteten. Mit einem kräftigen Stoß lag die Tür auf dem Boden, mit eingeschmolzener Delle. Wir halfen einander und verließen das Gebäude. Draußen fielen wir erschöpft auf den Boden, die Straße war warm, obwohl es eigentlich ziemlich kalt hier draußen ist. Adam saß neben mir, im Schneidersitz und er schien sich zu konzentrieren, das erklärte die Hitze um uns. Ich spürte wie William, neben mir, meine Hand nahm, ich sah ihn an. Seine Augen glühten und seine Lippen waren bläulich gefärbt und trocken, er blickte mir leidend in die Augen. "Jack!" "Ich weiß Harry, mir geht es ähnlich! Wir müssen hier weg, ich hab Gegengift zu Hause. Na los, es ist nicht so weit." erklärte er und zog Tamy und Layla nach oben, ich stand auf und zog Will an mich, ein paar Meter entfernt zog ich Ethan hoch. Jason half Cara und Isaac, Adam war selbst zu schwach, durch seine Wunden, um jemanden zu stützen. Ziemlich langsam liefen wir zu Jack's Haus, Adam war der schnellste und klingelte hektisch, als Amy ihm öffnete sah man erst ihre Verwunderung und als sie uns sah, den Schock. "Was ist passiert!?" "Ich erzähl es dir später Schatz. Wir brauchen das Gegengift, bring es in den Verwandlungsraum." Jack küsste seine Frau kurz und dann ging sie wieder, wir gingen in besagten Raum und setzten die anderen auf dem Boden ab. Ich setzte mich neben William, der seinen Kopf auf meine Schulter legte und unregelmäßig atmete, ich verschränkte unsere Hände und gab ihm durch die Berührung Kraft. Endlich kam Amelie und gab jedem von uns ein paar Tropfen des Gegengiftes, dann lächelte sie und ging noch einmal kurz zu Jack. "Gib mir Bescheid wenn es vorbei ist." sie drückte einen sanften Kuss auf seine Lippen und ging dann, sie verschloss den Raum. "Was passiert jetzt?" fragte ich die anderen weil mir so etwas noch nie passiert war. "Wir waren dem Gift zu lange ausgesetzt, es breitet sich aus und bekämpft unsere Wolfs-DNA. Normalerweise ist es tötlich, aber das Gegengift bekämpft das Eisenhutgift dadurch verlieren wir die Kontrolle über den Wolf in uns und verwandeln uns. Deswegen sind wir hier und es scheint schon zu wirken." erklärte Jack, der in einer Ecke saß, mir und sah dann besorgt zu Isaac. Isaac's Augen glühten, sein Atem war schnell und er drückte seine Krallen in den Boden. Und genau das Selbe passierte bei uns anderen auch nach einander, bis wir als Wolfsrudel in dem großen Raum standen. Auch die Ränge der Wölfe waren von Bedeutung. Jason stand gegenüber von Jack knurrend in einer Ecke, während ich mich an William schmiegte standen sie sich drohend gegenüber. Jack bellte einmal kurz, was die anderen dazu bewegte aus dem Weg zu gehen, ich jedoch stand planlos zwischen ihnen. Jason knurrte lauter woraufhin ich ihn anknurrte und ein paar kleine Schritte auf ihn zu ging, doch dann knurrte Jack mich an, also drehte ich mich zu ihm. Ich bellte ihn warnend an, er sah nur abwartend zu Will. Mein Freund kam auf mich zu getapst und stupste mich erst an, ich bewegte mich kein Stück also schob er mich zur Seite, ich wollte zurück gehen. William packte mich sanft am Nacken und zog mich zu sich, er setzte mich zwischen sich und Isaac ab. Auch der andere Wolf sah mich warnend an, also blieb ich sitzen, aber nicht lange, ich legte mich nur wenige Sekunden später hin und legte meinen Kopf auf Williams Pfote, denn er hatte sich auch hingelegt. Nachdem sie sich noch ein paar mal gedroht haben und Jack meinen Bruder gewarnt hat, griff er an. Durch seine Fähigkeit, hatte mein Bruder die Kraft von all den Wesen die er ermordet hat, doch Jack war deutlich schlauer und weiser, also auch deutlich besser. Während Jason auf seine Kraft vertraute, vertraute Jack seinem Verstand, der ihn einige gute Treffer landen ließ. Doch da die beiden ziemlich gut sind, dauerte es ewig, sie kämpften auch als die Wirkung schon längst abgeklungen war. William hielt meine Hand, ich hatte meinen Kopf auf seine Schulter gelegt und auf seiner anderen Schulter lag der Kopf des Wolfes der das Feuer kontrollieren konnte, Adam war ziemlich erschöpft weshalb er eingeschlafen war und sich an Will kuschelte. Ich nahm es ihm nicht übel, mein Freund war echt bequem und dieser endlose Kampf wurde irgendwann ziemlich langweilig. Isaac wurde von Tamara bekuschelt und Ethan und Felix saßen zwischen Cara und Layla und sie unterhielten sich über sonst was. "Jason! Lass es doch endlich sein!" versuchte ich die beiden endlich zu stoppen doch er hörte mich nicht ich versuchte es bei beiden durch die Gedanken, Jack antwortete dass sie nicht aufhören bis einer seine Niederlage akzeptiert, so ist es eben. Jason ignorierte mich und bekämpfte weiter unseren Alpha "Hey, Babe..." wandte ich mich an William, der mich fragend ansah "Du musst mir irgendwie weh tun, dann hören sie vielleicht auf, ich bin müde und Adam geht es auch immer schlechter." "Ich weiß nicht ob Jason mich wirklich so sehr hasst." "Wir müssen es versuchen. Bitte!" ich zog mein Bitte in die länge und sah ihn bettelnd an. "Wie soll ich dir bitte weh tun, ohne dich wirklich zu verletzen?" "Weiß nich... kratz mich." ich hielt ihm meinen Arm hin, zögernd legte er seine Hand an meinen Arm und vorsichtig ließ er seine Krallen in mein Fleisch bohren. Ich lächelte ihn nur an, da es mir nicht weh tat, doch er schien zu leiden.

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