Gedanken oder doch Gefühle?

Hicks Sicht:

Verwirrt und geschockt sieht sie mich an. Ich fühle mich schlecht.... sehr schlecht. Schuldgefühle plagen mich, aber anders würde ich sie nur noch mehr verletzen. Wenn sie die Wahrheit wüsste.... das -das würde sie sehr verletzten und ich will sie eigentlich nicht verletzten. "Hicks? Alles in Ordnung?", fragt mich Astrid. Ich nicke und darauf hin sieht sie mich prüfend an. "Okay... vielleicht nicht alles...", flüstere ich und sehe auf den Boden. Sie legt mir wieder eine Hand auf die Schulter und diesmal weiche ich nicht zurück. "Hicks. Du kannst immer mit mir reden... ich bin immer für dich da.... immer...", erklärt sie mir leise und ich sehe sie lächelnd an. Sie dreht sich zum gehen, bevor sie kurz zurück kommt und mich umarmt. Dann geht sie wirklich und ich sehe ihr noch lange nach, bis ich beschließe wieder in die Zelle zurück zu gehen. Lange Zeit sitze ich in einer Ecke und starre an die Wand, mir gegenüber. Emotionslos, kalt... fast nicht Menschlich... so würden viele Drachenjäger mich beschrieben, aber stimmte das? War ich wirklich so? Darüber hatte ich noch nie nachgedacht... Hätte ich das vielleicht tun sollen? Diese Frage stelle ich mir andauernd.... wieder und wieder frage ich mich... ob ich ein Monster bin... Ich komme zu keinem Schluss, obwohl ich die ganze Nacht wach bin und darüber nach denke.

Am nächsten Morgen:

(jetzt bitte das Lied oben anschalten)

Ich war die ganze Nacht wach und doch bin ich am nächsten Tag kein bissen müde. Schon sehr früh werde ich von zwei Wikingern aus der Zelle geholt und zum Dorfplatz geschleift. Dort werde ich an einen Mast angebunden (ihr wisst schon, diese überdimensionalen Feuerschalen). Und das nicht mit Seilen, sondern mit Handschellen aus Metall. Hecktisch sehe ich mich um und suche nach irgendwas, womit ich mich befreien könnte, nur für den Fall das es eng wird. Finden tue ich nichts, na super! Nach und nach füllt sich der Dorfplatz, langsam der Verzweiflung nahe versuche ich mich immer wieder zu befreien. Nachdem sich nun das ganze Dorf versammelt hat, tritt Haudrauf aus der Menge und hält eine Ansprache, wenn man das denn so nennen kann. "Wikinger! Wir haben diesen Unbekannten nun schon seit Wochen gefangen und doch wissen wir immer noch nicht, wer er ist! Ich finde, es wird langsam Zeit, dass wir genau das rausfinden! Was sagt ihr dazu?!", laute Zustimmungs Rufe ertönen, vor allem aus der Gruppe der Jorginsons, aber auch die Hoffersons und Ingermanns sind nicht abgeneigt. Verzweifelt versuche ich mich zu befreien. NEIN! Das darf nicht war sein.... Langsam fange ich an zu zittern und Tränen laufen über meine Wangen. Plötzlich höre ich eine sehr bekannte Stimme. "HÖRT AUF!", eine zierliche Gestalt läuft auf mich zu, sie Trägt eine Kapuze und einen Mundschutz und so sind nur ihre strahlend Smaragd grünen Augen zu erkennen. Nein! "LAUF!!!", schreie ich ihr entgegen und versuche abermals verzweifelt los zu kommen. Sie sieht mich nur schweigend an. "Bitte!! Tu es für Windfang, für Ohnezahn!! Für mich!!!", ich schluchze und alle Wikinger sehen sich nach mir um. "Ich habe schon so viel überlebt... vielleicht ist es jetzt an der Zeit, dass ich gehe.... Ich habe so viel erreicht....", ich breche ab und zu husten und rede dann weiter, "Bitte versprich mir nur das du.... ihr hilfst....", zwischendurch muss ich Husten und verliere dadurch immer mehr Kraft. Die Wikinger Berks sehen mich geschockt an, aber ich suche in der Menge nur nach einer und sie werde ich bei den Hoffersons finden. Plötzlich erkenne ich ein paar himmelblaue Augen und einen goldenen Haarschopf in der Menge. Astrid.... Ich lächle und kurz dann nach huste ich wieder so stark, dass mir die Luft weg bleibt. Wieder sehe ich zu Heidrun, die immer noch unschlüssig da steht und mich an sieht. Ich nehme meine letzte Kraft zusammen und rufe ihr zu, "Finde Ohnezahn und dann verschwindet von hier! Such Zuflucht bei deinem Bruder, er wird dich gerne für eine Zeit aufnehmen! Geh!", doch sie sieht mich einfach nur an. Immer noch weine ich.... ich hätte nie gedacht, dass ich in dem Dorf sterben würde, in dem ich auch geboren wurde und das ich vor über 6 Jahren verlassen habe... Plötzlich fängt Heidrun wieder an zu sprechen, "Findet ihr das fair?!", ruft sie den Wikingern zu, die sie nur verständnislos ansehen. "Dieser Mann ist krank! Todkrank! Und ihr findet es in Ordnung ihn zu verspotten und über sein Schicksal zu entscheiden?! Ich hätte von euch wirklich mehr Ehrgefühl erwartet!", schreit sie und die Leute weichen geschockt zurück. Das hatte niemand erwartet, ich eingeschlossen.... Die Berkianer fangen an zu tuscheln und gerade wäre ich am liebsten auf der stelle im Erdboden versunken. Ja, sie hat recht damit, es ist anders. Zwar einfach zu sagen, aber es wird trotzdem niemals wieder das selbe sein.... Ich schließe meine Augen und ringe verzweifelt nach Luft und trotzdem bekomme ich keine. Ich fange an zu keuchen und langsam tanzen schwarze Flecken vor meinen Augen hin und her. ich höre noch, wie Haudrauf etwas auf Heidruns Frage erwidert und dann wird alles um mich herum schwarz. Ich falle, habe das Gefühl in die Tiefe gezogen zu werden... zu fallen und ich weiß, niemand wird mich auffangen....

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