.5.
Jin
„Ich denke nach wie vor, dass es falsch war, ihn einfach alleine zu lassen."
Jungkook sitzt mir gegenüber und schiebt die Hantel gelangweilt mit dem Fuß weg. Ich seufze nur leise und sehe den Jüngeren genervt an.
„Du hast dich da nicht einzumischen."
„Ich bin dein Bruder, Jin! Natürlich mische ich mich ein!," meint er etwas lauter und ich verziehe verärgert das Gesicht.
„Aber ich bin der Ältere von uns beiden, also hast du dich da rauszuhalten. Meine Angelegenheiten bleiben auch meine Angelegenheiten."
„Aber es ist trotzdem falsch von dir," faucht Jungkook wütend, als unsere Mutter ins Wohnzimmer kommt.
„Kookie, rege deinen Bruder bitte nicht so auf."
Jungkook schnaubt nur, aber sagt nichts mehr. Ich spüre lediglich seinen Dunkeln Blick auf mir, der es nicht gerade besser für mich macht.
„Es gibt Essen. Und dann musst du deine Tasche packen, Jin. Wir müssen gleich los," meint meine Mutter und sieht mich sanft an.
In mir zieht sich alles zusammen.
Nicht schon wieder.
Ich nicke geknickt und Jungkook seufzt leise.
„Er wäre bei dir," höre ich ihn leise flüstern und mein Magen zieht sich schmerzhaft zusammen.
„Denkst du, das macht es besser für ihn?," entgegne ich nur tonlos und stehe vom Sofa auf. Mein Kleiner Bruder räumt seine Hanteln weg und ich frage mich mal wieder, warum wir in unserem Wohnzimmer ein halbes Fitnessstudio haben.
Ich nutze es eh nicht, aber Jungkook kann sich gar nicht von den Hanteln losreißen.
Kann auch daran liegen, dass er unbedingt seinen Schwarm beeindrucken will.
„Kommt ihr jetzt?," ruft meine Mutter aus der Küche und ich setze mich langsam in Bewegung. Am Tisch angenommen nehme ich Platz gegenüber meinem Vater, der wie jeden Abend nichts sagt.
„Jin, vergiss niemals zu hoffen," unterbricht er die Stille.
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