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Warnung bezüglich expliziter Inhalte in diesem Kapitel.
Love I'm given (Ellie Goulding).
***
Shelby
Von dieser trägen und etwas komischen Atmosphäre schlug es wie eine riesige Welle zu einer Spannung zwischen uns um, mit der ich jedes Mal auf das Neue nicht zurecht kam. Auch jetzt nicht, als seine Augen langsam zu meinen Lippen wanderten.
"Ich dachte, es hatte ein Ende, dass ich mich bei dir zurückhalten muss", gestand er mir, dabei hörte ich genau wie sehr es ihn anstrengte zu reden.
Eine Gänsehaut breitete sich bei seinen Worten auf meinem Körper aus.
"Allerdings", er lehnte sich zu mir vor, seine Finger suchten sich sanft einen Weg zu meiner Wange. "Kannst du mir ja sagen, ob es nicht vielleicht doch ein Ende hat."
Lange schaute ich ihm in die Augen, dann schlug ich tiefeinatmend den Blick nieder und entzog mich ihm wie von selbst, indem ich ruckartig aufstand. Mit dem Rücken zu ihm fuhr ich mir durch meine Haare und holte erneut tief Luft. "Keine Anhnung, Tyran. Im Moment weiß ich gar nichts. Weder von dem, was hier vorgeht, noch von dem, wer du eigentlich bist und wie dein Leben eigentlich aussieht... ich weiß einfach gar nicht, was ich davon halten soll. Soll ich es ausblenden und mich dir... mich dir einfach hingeben? Soll ich dich dazu bringen, dass du es mir erzählst? Will ich überhaupt alles wissen und dann damit leben können? Was soll ich bitte machen?"
"Du hast dich doch schon entschieden."
Verwirrt hielt ich inne, dann drehte ich mich langsam zu ihm um und begegnete seinem wissenden Lächeln, das seine Lippen umspielte. "Wie meinst du das?", hakte ich irritiert nach. "Ich habe dir doch gerade gesagt-"
Er stoppte mich, in dem er sich ebenfalls zu seiner vollen Größe aufrichtete und sich dicht vor mir hinstellte. "Shelby", sagte er und seine Augen betrachteten mich mit diesem gewissen sanften Ausdruck, der das nächste Kribbeln tief im Innern von mir auslöste. "Du bist hier bei mir, obwohl du nach Hause hättest gehen können. Jetzt hast du wieder die ganze Zeit neben mir gesessen und mehr oder weniger unbeuwsst darauf gewartet, was als nächstes passieren würde. Du erträgst meine Nähe bereits, obwohl du sehr viel über mich weißt, doch du fragst trotzdem nicht wirklich aktiv nach. Tja und als letzter Punkt", er legte eine Pause ein, dann spürte ich aufeinmal seine rechte Hand an meiner Taille, die mich an seinen warmen Körper zog. "Als letzter Punkt weiß ich, wie du auf mich reagierst - trotz allem - und wie ich auf die reagiere. Über was wollen wir uns noch Gedanken machen? Willst du wirklich alles bis ins letzte Detail ausdiskutieren? Oder willst du lieber schauen, was mit der Zeit alles kommen kann? Vieles ergibt sich von selbst."
Zweifelnd sah ich ihn an und war noch immer unsicher.
Klar, er hatte recht. Wie immer, aber das war ja nichts neues. Nur nagte mein Gewissen nach wie vor an mir und ob ich wirklich mit dem allen leben konnte. Doch als seine Augen erst meine Lippen anvisierten und dann verdunkelt und sehnsüchtig den Blickkontakt mit meinen Augen suchten... da war es wohl um mich geschehen.
Stumm gab ich ihm die Erlaubnis, auf die er die ganze Zeit wie ein lauerndes Raubtier gewartet hatte und er nutzte das natürlich sofort aus.
Seine Lippen verschmolzen augenblicklich mit meinen und ich konnte nicht anders, als diesen hungrigen Kuss zu erwidern, der noch so viel mehr versprach. Nichtmal das leise Seufzen, das mir dabei entfloh, konnte ich in irgendeiner Art und Weise unterdrücken.
Fassungslos bekam ich stattdessen mit, wie ich mich ihm von Sekunde zu Sekunde immer mehr öffnete - und sich meine Anspannung lockerte. Der lächerliche Begriff Wie Wachs in seinen Händen traf hier immer mehr zu und wäre ich nicht so verzweifelt nach seiner Nähe und seinen Berührungen, dann würde ich jetzt über mich lachen.
Allerdings kam ich dazu gar nicht, weil ich mich kaum von ihm lösen konnte und er sich nicht von mir. Zwischendurch schnappten wir kurz nach Luft, doch dieser Sauerstoffmangel machte uns nur in dem Sinne etwas aus, dass unser Atem immer und immer schwerer wurde, unsere Konzentration lag derweil auf etwas ganz anderes.
Seine Hände gingen auf Wanderschaft, mal spürte ich sie an meiner Taille, dann an meinen Wangen, wieder wie sie sich in meinen Haaren vergruben und schließlich wie sie sich an meiner Hüfte verfestigten und mich gemeinsam mit ihm umdrehten.
Kaum hatte ich das begriffen, da drückte er mich auch schon auf die Couch, teilte sanft, aber bestimmend meine Beine, um sich dann mit einer fließenden Bewegung mit seinem durchtrainierten Körper dazwischen zu schieben.
Meine Finger krallten sich fester in sein Shirt, als seine Hüfte auf meine traf und ich trotz des Jeansstoffs zwischen uns bemerkte, wie erregt er war. Die Erkenntnis darüber fuhr zusätzlich zu dem wie ein Blitz zwischen meine Beine und ließ mich ebenso erhitzt unter ihm winden.
Meine Finger glitten unter sein Shirt, um mit den Fingerspitzen genussvoll über die vom Training definierten Linien zu fahren. Seine Muskeln spannten sich sofort unter den Berührungen an, ruckartig ließ er von meinem Mund ab und stöhnte rau dicht an meinem Ohr auf.
Ich wusste nicht warum, aber dieses Geräusch, dass sich da über seine Lippen gestohlen hatte - es kämpfte sich in jede meiner Zellen vor und ließ meinen bereits schon viel zu erhöhten Puls unkontrolliert in die Höhe schnellen.
Meine Finger glitten von seinem Bauch ab, als er sich mit einem Mal aufrichtete, sich sein Shirt über den Kopf zog und sich mir somit zum ersten Mal oberkörperfrei entblößte. Mein vor Lust verschleierter Blick fiel sofort mit großem Interesse auf die verschlungenen schwarzen Linien, die sich fast komplett über seine linke Brusthälfte zogen. Doch lange gewährte er mir diese Aussicht nicht, da beugte er sich schon wieder zu mir herunter, seine auf mich gerichteten Augen waren so unendlich dunkel.
So unendlich dunkel.
Seine Lippen wanderten von meinem Mund an meinem Kinn entlang, bis sie sich zu meinem Hals hervorgearbeitet hatten und eine Stelle fanden, die mich nach Atem ringen ließ. Stöhnend bohrten sich meine Finger in seine Oberarme, doch da sie mir nicht genug Halt versprachen, griff ich in sein Haar, gleichzeitg hob ich unkontrolliert meine Hüfte an, die sich somit noch dichter an seiner rieb.
Mit einem keuchenden Laut wich er von meinem Hals, stützte sich statt auf seine Unterarme auf seine Hände ab und legte den Kopf etwas in den Nacken. "Fuck", hörte ich ihn flüstern, ehe eine seiner Hände nach meinem Oberteil tastete. "Zieh das aus", murmelte er, sein Blick war trunken vor Verlangen.
Willig richtete ich mich leicht auf und ließ mir den Stoff von ihm über den Kopf ziehen, nur um ihn dann in irgendeine Ecke dieses Zimmers fliegen zu sehen. Doch mich damit auseinanderzusetzen, wo es denn nun hingeflogen sein könnte, konnte ich nicht.
Spätestens als eine raue Hand gefühlvoll über meine Schultern, an meinem BH vorbei herunter zu meinem Bauch strich, wusste ich schon nicht mehr, was still halten hieß. Zittrig sah ich zu ihm auf und wusste, dass ich seinen intensiven glühenden Blick niemals aus dem Kopf bekommen würde.
Niemals.
Wieder lehnte er sich vor zu mir und drückte mir einen Kuss auf meinen linken Mundwinkel. "Du machst mich so verrückt", gestand er mir zuraunend. Er wartete gar nicht erst eine Antwort von mir ab, sondern schob stattdessen von hinten seine Hand zwischen meinem Rücken und der Couch und schon merkte ich, wie sich der Druck um meine Brust lockerte. Dafür nahm der Druck zwischen meinen Beinen zu, nicht zuletzt, weil er sich immer enger an mich presste und jede Bewegung von ihm sich auf diesen beinahe verbundenen Punkt in Form von einer minimalen Reibung übertrug.
Der Stoff, der sich gerade eben noch um meine Brüste geschmiegt hatte, verschwand und wurde durch Hände ersetzt, die meinen Körper liebkosten, als wäre ich das kostbarste der Welt. Anstatt rauer Ungezügeltheit, die ich ihm mehr zugetraut hätte, küsste und berührte er meine Hügel hauchzart und mit einer Sanftheit, die ich ihm nie zugetraut hätte.
Irgendwann fühlte ich mich ihm gegenüber so schuldig, da ich nichts weiter tat und nur betäubt und sich windend unter ihm lag, ohne irgendwas zurückzugeben. Mühsam streckte ich deswegen meine Hände nach ihm aus, doch er ergriff sie und drückte sie zurück in den weichen Untergrund.
"Was?", fragte ich atemlos. "Ich will dich wieder berühren..."
"Nicht jetzt", hauchte er mir genauso schweratmend entgegen.
Ich versuchte mich aus seinen Griffen zu befreien, doch natürlich brachte es nichts. "Und was wenn doch?", hakte ich nach und biss mir provokant auf die Unterlippe, dabei hob ich wieder meine Hüfte an, um sie kurzzeitig gegen seine zu bewegen.
Sein Atem stockte, dann knurrte er jedoch auf. "Das war unartig", schnalzte er mit der Zunge, im selben Moment schenkte er mir sein verschlagenes, etwas düsteres Schmunzeln. "So weit wollte ich noch nicht gehen."
Interessiert legte ich mit heißen Wangen den Kopf etwas schief. "Wie weit... wie weit dann?"
Sein Schmunzeln verfestigte sich nun auf seinen Lippen. "Du willst es echt herausfinden? Du willst es wirklich, ja?", fragte er mich in dieser weichen gerissenen Stimmlage, die jeden um den Finger wickeln konnte.
Den Blick fest auf ihn gerichtet nickte ich und wollte mich innerlich schon auf was auch immer vorbereiten, da nahm er mir schon die Zeit zur Vorbereitung. Ohne dass ich es gemerkt hatte, hatte er schon meine Hose aufgemacht und nun schob sich genau in diesem Moment seine Hand in sie hinein, sodass ich bei einer bestimmten Stelle nur noch schwarze Punkte sehen konnte.
"Das ist nicht fair", keuchte ich.
"Wieso?", schaffte er es auch noch unschuldig zu fragen, dieser Mistkerl. "Ist es dir unangenehm, wenn ich dir jetzt hierbei ins Gesicht schaue?", er betonte das Wort hierbei besonders grazil.
Als er seinen Finger weiter bewegte und ich bereits jetzt schon bemerkte, dass nicht mehr viel fehlte, schaute ich gereizt und gefangen von ihm zu ihm hoch. "Das zahle ich dir noch zurück", presste ich angestrengt hervor, dann wich mir wieder das nächste Stöhnen über die Lippen.
Er lachte leise. "Nur zu", als sich nun seine Lippen auf meine rechte Brust legten und er gleichzeitg dazu den Druck weiter unten verstärkte, konnte ich mich nicht mehr gegen dieses wogende Gefühl wehren, das irgendwann eintraf.
Und ich wusste, ich hatte mich auf etwas eingelassen, aus dem ich mich nicht mehr befreien konnte - und irgendwie hatte ich das dumme Gefühl, dass das eigentlich die ganze Zeit sein Plan gewesen war, der nun in Erfüllung gegangen ist.
"Wirklich alles?", fragte er in dieser weichen melodischen Stimme, die bei mir augenblicklich die nächste Gänsehaut verursachte.
Ich nickte mit einem verbissenen Gesichtsausdruck und steckte meine Hände in die ausgebeulten Taschen meiner Jacke. "Alles."
"Versprichst du es mir?"
"Ja", sagte ich sofort und sah ihm fest in die hellen Augen, die mich abschätzend betrachteten.
Wieder sah er mich lange an, als würde er noch auf einen Rückzieher warten. Nur blieb ich standhaft. "Gut, dann haben wir jetzt einen Deal." Ein Schmunzeln bahnte sich plötzlich auf seine verführerischen Lippen an, als er mir seine Hand hinhielt.
Unsicher zögerte ich einen Moment, doch dann ergriff ich sie.
In dem Moment, als er mir dabei tief in die Augen schaute, wusste ich instinktiv, dass ich einen gewaltigen Fehler gemacht hatte.
Jetzt war ich nichtmal mehr in dem Netz unter dem Fischerboot. Jetzt lag ich auf dem Holzbrett und er schwang das Frittiermesser über meinem Kopf.
"Shelby Daffodil", sein Blick glitt an mir herunter und wieder hoch. "Du hast nicht die geringste Ahnung, auf was du dich hier mit mir eingelassen hast."
Er hatte recht.
Ich wusste nichtmal im Geringsten, auf was ich mich hier eingelassen hatte - das Messer näherte sich hiermit nicht mehr nur meinem Kopf.
Sondern auch meinem Herz.
Nur konnte ich mich in diesem Moment nicht weiter damit befassen. Stattdessen fanden meine Finger zu seiner Hose.
Er verstand es sofort.
Tyran zog sich von mir zurück, stand auf und zog sich innerhalb von ein paar Sekunden noch seine restlichen Sachen aus. Ohne jegliches Schamgefühl beugte er sich über mich und ich hatte das Gefühl, dass er mich jetzt schon vollkommen einnahm. Die Wärme, die von seinem Körper ausging, ging mir in jede Zelle. "Und jetzt du", hauchte er.
Er senkte sich nun über mich, gleichzeitig streckte ich eine meiner Hände aus und schob sie zwischen uns, fasste nach ihm und ertastete weiche Haut, die sich hart und fest gegen meine Finger presste. Tyran legte sofort den Kopf in den Nacken und ein Stöhnen entwich ihm. Mutig bewegte ich meine Hand und verstand nun, warum Tyran vor ein paar Minuten den Blick von mir nicht abgewendet hatte, als er mich berührte.
Es war faszinierend zu zuschauen, wie jemand anderes die Kontrolle verlor. Wie ich selber die Kontrolle über ihn hatte, jetzt in diesem Augenblick.
Lange ließ er es nicht zu, da griff er nach meinem Handgelenk, zog meine Hand von sich weg und hielt sie dann neben meinem Kopf fest. „Warte kurz", raunte er mir atemlos zu, ehe er sich erhob und zu einer kleinen Kommode ging. Es knisterte und er griff an sich herunter, bevor er zu mir zurück kam sich langsam wieder über mich schob.
Seine Lippen berührten mich knapp unterhalb meines Ohres und er küsste mich dort sanft - dann glitt seine Hand behutsam zwischen uns.
Ich sog tief die Luft ein, als wir uns gegenseitig spüren konnten.
Es war... unbeschreiblich.
Wir verschmolzen ineinander, ich wusste nicht, wo sein Körper endete und wo meiner anfing. Seine Hände, seine Lippen auf meiner Haut - meine Hände und meine Lippen auf seiner. Dieser ursprüngliche Rhythmus, aus dem es kein Entkommen gab, die Sucht nach mehr.
Und in diesem Moment - in dieser kostbaren kleinen Blase, in der wir uns befanden - gab er mir mehr, als ich es je für möglich gehalten hatte.
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