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Yoongi wechselte in der sechsten Klasse die Schule, weil er näher an seinem Lieblingsverein sein wollte. Seitdem kannte er Hoseok. Der Junge der ihn damals in seinem Verein angefeuert hatte. Der Junge, der damals ein guter Freund gewesen war. Bis zu dieser einen Sache, die in der sechsten Klasse heimlich begann.

Erst nachdem die letzten großen Flammen des mehrmals nach gelegten Holzes langsam erloschen kehrte Ruhe ein. Jetzt waren es die Grillen, die den Abendraum mit ihren Stimmen erfüllten. Taehyung starrte gen Himmel.

Zwischen den Baumkronen lugte hier und da ein Stern hervor. Blitzte, blinkte, spendete wie schon häufig Taehyung trost. Er kaute auf seinem halb angekokelten Stockbrot herum und hoffte, dass er bald gesagt bekommen würde, wo er nächtigen konnte. Ansonsten würde Taehyung einfach gleich seinen Rucksack auspacken und sich hier auf den Boden legen. Dann war es ihm auch egal ob und wo der Waggonbesitzer Karotten oder Thymian gepflanzt hatte.

Die Glut erhellte alles in einem roten, schaurigen Licht. Es war nicht so grell wie die Sirenen des Rettungswagens damals. Schnaubend schüttelte Taehyung die Erinnerung von seinen Schultern. Glut war nicht blau.

Sein Blick glitt von den Baumkronen über die Bäume und dem Gestrüpp zum Waggon. Die Gitarre lehnte mittlerweile an der geöffneten Tür, nachdem sie nur zur Hintergrundmusik verwendet worden war.

Taehyung war mehr oder weniger auch nur Hintergrundmusik. Jetzt gerade musste er genauso traurig und verlassen aussehen, wie das Instrument.

Für einen Moment verlor er sich in dem Anblick. Er glitt mit seinem Blick durch tausende Schatten, erfüllte seinen Kopf mit haarsträubender Leere. Mit dem Anblick eines Instrumentes, dessen Klänge Taehyung niemals so leise anspielen konnte, wie es Yoongi getan hatte. Sanfte, gleitende Klänge.

Hintergrundmusik.

Dem Flackern, der durch den Wind angetriebenen Glut, folgend, landete Taehyung mit seinem Blick auf einem Bild, dass sich in seinen Kopf einbrannte. Es bohrte sich tief hinein. Fraß sich bis ans andere Ende seines Gehirns, weil er nicht erwartet hatte es zu sehen.

Sein Stockbrot fiel ihm aus dem Mund.

Rausgerissen hob er peinlich berührt das Halbgekaute auf und warf es in die Glut. Anders als das Brot fingen Taehyungs Wangen an zu brennen. Er schluckte und wagte dann einen erneuten Blick.

Taehyung musste gestehen, dass es ein schöner Anblick war. Es war ein zärtlicher Kuss den die beiden anderen teilten. Die, für die Taehyung der Fremde war. Der Fremdkörper.

Erschrocken zuckte Taehyung zusammen, als Yoongis Blick plötzlich auf den seinen traf. Er fühlte sich ertappt, erwischt. Wie der schlimmste Spanner überhaupt. Dabei war es deren Schuld, dass er es gesehen hatte.

Yoongi flüsterte Hoseok was ins Ohr, dann kam er auf Taehyung zu.

Der Jüngste wusste nicht, was er fühlen sollte.

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