Prolog

Jisung PoV

Eine Armlänge.

So viel brauchte jeder normale Mensch an Abstand zu Fremden Personen, um sich nicht unwohl oder bedrängt zu fühlen. Das waren ungefähr 75cm, die Länge eines Partystrohhalms oder auch die Breite meines Platzes im Klassenraum.

Es war mir ein Rätsel, wie diese 75cm jeden anderen Menschen auszurichten schienen, denn mir war es immer noch zu wenig.

Was halfen mir 75cm, wenn die andere Person mich immer noch berühren konnte?

Was brachten mir 75cm, wenn ich nicht zu 100% sicher sein konnte, dass mich niemand anfasste oder mir zu nah kam?

Ich brauchte meine 1,50m Abstand, um mich komplett wohl zu fühlen.

Niemand sollte mich anfassen. Ich hasste es, angefasst zu werden. Es fühlte sich ekelhaft an. Wie tausende kleine Insekten, die sich von der Stelle ausbreiteten, an der ich berührt worden war, und erst weggingen wenn ich sie weggekratzt oder lange genug ignoriert hatte, doch es war zu anstrengend es zu ignorieren. Es kostete zu viel Kraft und die hatte ich nicht.

Doch bedauerlicherweise konnte ich mir nicht auf die Stirn schreiben, dass alle gefälligst Abstand zu mir halten sollten. Deshalb war ich einfach ein Arschloch. Das hielt die Leute fern. Es schreckte sie ab.

Ich wollte, dass sie von mir weg blieben. Doch vielleicht schlummerte tief in mir auch der Wunsch nach Berührungen. Einer Umarmung. Einem Kuss. Liebe.

Wie sollte das jemals möglich sein? Wie sollte jemand mich verstehen, wenn ich alle auf Abstand hielt?

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