77. Kapitel
Seufzend lege ich mein Handy wieder weg. Super. Eigentlich war nicht nicht sonderlich erpicht darauf, wieder warten zu müssen, bis ich eine Antwort von ihm bekomme. Aber was anderes bleibt mir gerade wohl kaum übrig. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr geht es mir auf die Nerven, dass ich ständig warten muss, bis er mal Zeit hat zu antworten, rauszugehen oder mir einfach nur eine Antworten geben kann. Genervt versuche ich erneut, ihn anzurufen, aber er drückt mich weg. Na danke auch.
Den Abend verbringe ich alleine. Ich mache mir Tiefkühlpizza und leere drei Flaschen Bier. Im Fernsehen läuft irgendein kitschiger Weihnachtsfilm, dem ich aber kaum Aufmerksamkeit schenke. Stattdessen drehen sich meine Gedanken immer weiter um Harry. Das gibt es doch alles nicht. Es passt nicht zusammen. Harry hatte doch vor nicht einmal 48 Stunden noch gesagt, dass ich auch den zweiten Feiertag mit ihm verbringen werde, gezwungenermaßen im Palast, aber eben mit ihm.
Kopfschüttelnd lese ich mir die Nachrichten noch einmal durch. Babe? Seit wann nennt er mich bitte so? Was ist denn jetzt mit ihm los? Er sagt entweder Louis, Lou, oder Schatz, wobei jedes mal, wenn er mich so nennt, mein Herz einen Salto macht. Aber diesen anderen Kosenamen hat er noch nicht einmal verwendet. Ich versuche mir vorzustellen, wie es wohl aus seinem Mund klingt, aber nach wie vor finde ich es merkwürdig.
Kopfschüttelnd öffne ich mir die nächste Flasche Bier. Dann fällt mir ein, dass ich ihn vergessen habe zu fragen, ob es möglich wäre, Andrew den Kontakt zu Harper zu ermöglichen. Mist. Ich wollte ihn das längst gefragt haben und gestern vor dem Dinner hatte ich eigentlich sogar genug Zeit dafür. Genervt stöhnend nehme ich mir das nächste Stück der inzwischen kalten Pizza und lege meine Füße auf den niedrigen Sofatisch.
Irgendwie passt das doch nicht zusammen. Erst verspricht Harry mir, dass wir uns jetzt die Dinge erzählen die uns beschäftigen und jetzt weißt er mich dermaßen ab und erzählt mir nicht einmal, dass er die Fotos versehentlich online gestellt hat. Das war vor über einer Woche! Er hätte es mir wirklich sagen können, zumal ich ihn ja erst dazu überredet habe, sich auf Twitter anzumelden.
Seufzend drehe die ich Bierflasche in meinen Händen. Wieso kann man mir nicht einmal die komplette Wahrheit sagen, dass sich nicht ständig neue Fragen auftun?
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„Wollte er nicht auch kommen?" fragt Gemma Harry verwundert, als sie sich kurz vor dem Dinner mit den wichtigsten Adligen und Politikern in Harrys Gemach treffen. Er starrt geradeaus aus dem Fenster auf die Wiesen des Parks hinunter. „Ja, eigentlich schon. Wir hatten gestern gesagt, dass er heute auch da sein wird." - „Naja, so wie du ihn gestern behandelt hast..." wirft die Prinzessin des Vereinigten Königreichs ein und Harry seufzt. „Ich hätte etwas sagen müssen... Vater hat die ganze Zeit genau gewusst, dass es Louis wehtun wird, was er sagt." - „Und wieso hast du nicht?" fragt siene Schwester dann skeptisch.
„Louis hat mehr als einmal hilfesuchend zu dir geschaut, aber du hast ihm einfach nicht widersprochen." - „Gemma.. -"- „Nein, Harry, ernsthaft. Das war nicht okay, er stand komplett alleine gegen Vater da." unterbricht seine Schwester ihn. „Und vergiss nicht, dass es nicht nur dein Vater, sondern auch der König ist." - „Wie könnte ich das vergessen." murmelt Harry und dreht den kleinen Gegenstand in seinen Händen.
„Was ist das?" fragt Gemma dann verwundert. Sie hat den Korb entdeckt, den Louis für Harry zusammengestellt hat. Irritiert hält sie die Backmischung hoch. „Das ist von Louis." - „Er schenkt dir Kuchen?" - „Nein, ja.. es ist eine Date-Einladung, unter anderem." antwortet Harry und lächelt kurz. „Und ein Gutschein für eine Fastfood-Kette?" - „Ja. Er hat sich die Dinge ausgesucht, die ich eigentlich nicht darf, noch nie gemacht habe und so." erklärt er und Gemma legt die Backmischung zurück, schweigt einen Moment und meint dann. „Das ist eine schöne Idee, hätte nicht gedacht, dass ihm wirklich etwas einfällt, was du noch nicht hast." meint sie mit belegter Stimme.
„Ich habe es gestern wirklich sehr verkackt, oder?" fragt Harry leise. „Soll ich lügen?" entgegnet Gemma entschuldigend und Harry seufzt. „Was hast du ihm geschenkt?" fragt sie dann. „Eigentlich wollte ich mit ihm nach Portland über Silvester." - „Seine Familie wohnt dort, oder?" Der Kronprinz nickt. „Ja, aber es geht nicht." In diesem Moment fällt es auch Gemma auf. „Und zu seinem Geburtstag?" fragt sie dann interessiert und setzt sich auf das Sofa, zieht ein Bein hoch und legt das andere darüber. „Das war für seinen Geburtstag." meint Harry und sieht wieder auf den Gegenstand in seinen Fingern. „Ich hatte etwas anderes vor." - „Harold, jetzt lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen." meint Gemma genervt.
Harry verdreht bei dem Spitznamen die Augen. Nur Gemma nennt ihn so und das tut sie einzig und allein aus dem Grund, dass es ihn nervt. Er heißt nun einmal nicht so. „Ich habe, bevor der Skandal wegen der Fotos war und ich noch technische Geräte besitzen durfte, mit seiner Mutter telefoniert." erzählt er und reicht Gemma etwas, das sie bisher nicht gesehen hat. Sie hat schlicht und ergreifend nicht drauf geachtet.
„Wann hast du ihn holen lassen?" fragt sie leise, nicht unbedingt überrascht, dass er es überhaupt , aber doch etwas, dass er es noch dieses Jahr getan hat. Harry antwortet einen Moment lang nicht. Dann fragt er, „Ist es okay für dich?" - „Wieso fragst du mich das?" irritiert sieht sie ihn an und er setzt sich ihr gegenüber. „Vielleicht möchtest du ihn eines Tages tragen." meint er ernst, aber Gemma schüttelt den Kopf. „Nein, aber süß, dass du fragst." - „Es ist schließlich unser beider Erbstück." entgegnet er und lächelt ein wenig. Nur ein klein wenig, aber Gemma bemerkt es.
„Wenn es bei mir irgendwann mal so weit sein sollte, wird es schon eine andere Möglichkeit geben. Aber ich weiß doch genau, dass du diesen Ring liebst. Du hast doch schon früher immer gehofft, dass du irgendwann einen Menschen treffen wirst, der verdient hat, diesen Ring zu tragen." Gemma mustertet ihren Bruder. „Wie lange?" - „Was?" - „Wie lange wusstest du schon, dass Louis dieser Mensch ist."
Harry zuckt mit einer Schulter. „Klingt es bescheuert, wenn ich sage, die ganze Zeit?" Gemma schmunzelt, lässt ihn aber weitersprechen. „Natürlich habe ich am Anfang als wir uns kennengelernt haben, nicht darüber nachgedacht, aber irgendwann, als so das Thema Zukunft im Palast und so aufgekommen ist, hatte ich den Gedanken. Irgendwie habe ich seitdem ständig darüber nachgedacht. Dann hatten wir diesen Streit... haben Schluss gemacht, aber als er zu mir zurück gekommen ist, als er genau wusste, was ihn erwarten wird und mir trotzdem verziehen und uns noch eine Chance gegeben hat, da war ich eigentlich sicher, irgendwie auch vorher schon; in Portland. Da.. wir haben darüber gesprochen, irgendwie zumindest. Keine Ahnung. Jedenfalls habe ich ihn vor ein paar Wochen dann aus dem Tower holen lassen." erklärt er seiner Schwester, die ihn glücklich beobachtet.
Man muss keine besondere Gabe haben, um Glasklar zu erkennen, dass Harry ihn liebt, so sehr. „Eigentlich wollte ich es gestern machen.. aber es hat sich nicht ergeben." - „Und beim Dinner." - „Gemma, bitte, du weißt genau, dass das nicht möglich war." Sie seufzt und lenkt ein. Harry hat recht, das wäre doch zu viel des guten gewesen.
„Ich habe ihn bereits anpassen lassen." meint Harry und steckt den Ring zurück in die schwarze Samtschachtel, die ebenfalls ein Erbstück ist. Der Ring ist golden, natürlich, er fasst einen wunderschönen Saphir, der in der Mitte kleiner Diamanten liegt.
„Meinst du nicht, du solltest ihn... ich weiß nicht.. weniger auffällig gestalten lassen?" fragt Gemma dann. „Was? Wieso?" Harry sieht sie verwundert an. „Naja, Louis kommt mir nicht wie jemand vor, der so einen Klunker am Finger tragen würde, weißt du?" meint sie und Harry sieht auf den Ring. „Schau, du könntest den Ring selbst breiter machen lassen, sodass der Stein komplett eingeschlossen ist und nicht mehr aufgesetzt ist. Es wäre alles etwas flacher, aber der gleiche Ring." meint sie und sieht sich kurzerhand einige ihrer eigenen Ringe aus, um sie daneben zu halten und zu verdeutlichen, wie es in etwa aussehen könnte.
„Das ist schön." meint Harry und nickt dann. „Das ist besser, ja du hast recht." Gemma nimmt ihre Ringe zurück und Harry macht sich sofort auf den Weg, zu dem königlichen Schmuckmeister. Dieser ist nicht überrascht, als Harry mit dem Ring zu ihm kommt. Erst vor ein paar Tagen, hat er die Größe nach einem Papier mit Strich korrigiert, das Harry Louis eines Nachts um den Finger gelegt und den Umfang markiert hat. Harry erklärt ihm die Idee und er meint, er setze sich sofort daran.
Er zeichnet einige Skizzen, wie es aussehen würde und Harry bittet ihn, sofort anzufangen. Natürlich tut der Schmied dieses. Er weiß insgeheim auch, dass es für den Liebhaber des Prinzen ist, er weiß, welche Bedeutung dieser Ring hat und somit auch, wie es in Wirklichkeit um die Verlobung von Harry und Harper steht. Aber er sagt nichts dazu, das steht ihm nicht zu.
Er wird ihn Harry dann selbst bringen. Harry möchte nicht, dass sein Vater davon Wind bekommt. Es war schon heikel genug, den Ring aus dem Tower zu bekommen, ohne, dass es jemand, der es nicht soll, mitbekommt. Aber es hat geklappt. Und Harry hofft, dass der Rest auch noch klappen wird.
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Harry hat also einen Ring.. wofür nur? Und wie passt das mit der Nachricht zusammen, die er Louis geschrieben hat? Theorien? Ideen? (Und ich schätze mal, die Story, wird maximal 100 Kapitel, also haut gerne alle Ideen/Wünsche etc, die ihr noch habt in die Kommentare :) )
Love L
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