72. Kapitel
„Aber du hast getwittert.." Er schnaubt. „Das war ich nicht. Hast du mir geschrieben?" - „Ein paar mal." nicke ich. „Louis.." - „Entschuldige dich nicht schon wieder." falle ich ihm ins Wort. „Du wolltest das doch nicht!" Er schluckt. „Es ist wegen der Bilder. Ich soll beweisen, dass ich hetero bin, mit der Hochzeit passiert das wohl." erklärt er. Ich hätte es mir ja denken können. „Was sagst Harper dazu." - „Sie ist alles andere als begeistert." murmelt Harry. „Sie hat das Interview gelesen." sagt er dann. „Mit Andrew?" - „Sie ist sehr wütend auf ihn, wie er das nur sagen kann und so." - „Aber er hat ja recht.. es ist arrangiert." werde ich ein.
„Trotzdem hat er kein Recht, sich einzumischen." stellt Harry seine Position klar. In dem Moment fällt mir ein, dass ich mit ihm ja noch über etwas anderes sprechen wollte, aber der Augenblick scheint ganz und gar unpassend dafür zu sein.
„Ich habe versucht mit meinem Vater zu sprechen." erzählt er dann zögerlich. „Wir haben uns gestritten.. ich glaube, wenn ich es nicht getan hätte, wäre es weiterhin nur bei der Verlobung geblieben." gibt er mir seine Gedanken Preis. „Ich bin Schuld, dass ich sie heiraten muss." - „Mach dir bitte keine Vorwürfe, du kannst doch nichts für dieses dumme System." widerspreche ich kopfschüttelnd. „Ich will sie nicht heiraten." wiederholt er leidend.
„Was hast die über die Feiertage vor?" lenke ich ihn ab. Ich weiß nicht, was ich noch tun kann. Was soll ich schon tun können, was die Hochzeit verhindert? „Familie, Öffentlichkeit. Mein Vater will, dass ich dieses Jahr die traditionelle Weihnachtsansprache halte, heute Abend." meint er und deutet auf den Schreibtisch, wo viele beschriebene Blätter durcheinander liegen.
Ich seufze und nicke dann. „Bleibst du?" fragt er mich hoffnungsvoll. „Natürlich." nicke ich sofort und er küsst mich wieder. „Oh Gott, ich liebe dich so sehr, Louis." murmelt er und zieht mich enger an sich heran. „Wer wird alles da sein?" frage ich dann. „Harper, Gemma, Mutter und Vater, die Angestellten. Morgen wird der Premierminister da sein, einige wichtige Menschen und Gemmas Freund, er war auch auf dem Ball." erklärt Harry mir. „Also kann ich nur heute dabei sein." schlussfolgere ich. „Nein, du bleibst. Mir egal, was sie sagen werden." legt Harry sofort fest.
Ich nicke und bemerke, wie Harry seitlich an mir vorbei auf den Korb schielt. „Du hast mir ein Weihnachtsgeschenk gemacht?" fragt er leise. „Du klingst verwundert." Ich klettere von ihm herunter, angle mir den Korb und gebe ihn meinem Freund. Er nimmt ihn vorsichtig an und löst den Briefumschlag von der Folie. Schmunzelt liest er den Artikel. „Ich hab ihn heute Nacht wiedergefunden." - „Heute Nacht? Hast du nicht geschlafen?" - „Nicht wirklich." gebe ich zu. „Das gestern.. ich konnte nicht schlafen."
Er antwortet nichts, aber ich sehe, dass er sich schon wieder Vorwürfe macht. „Schon gut." sage ich schnell und stoße ihn auffordert mit der Schulter an. Er versteht und öffnet die Folie. Als erstes nimmt er die Backmischung hoch. „Ist das Fertig-Kuchen?" - „So in etwa." schmunzle ich. „Und es wird ein Date, wenn wir das machen." füge ich hinzu und er lächelt. „Oh, ist das nicht das Bier aus der Kneipe?" fragt er aufgeregt, als er die Flaschen aus dem Korb holt. „Ja, weil du mal wieder mitkommen sollst." antworte ich lächeln und lehne mich zufrieden an ihn. „Und was ist das?" verwirrt blickt er auf die kleinen Tüten mit der bunten Flüssigkeit darin. „Wassereis." antworte ich. „Du musst es nur noch einfrieren." Er steht sofort auf, nimmt die Tüten und geht zu seiner Bar.
„Jetzt sag nicht, du hast da ein Eisfach." - „Natürlich." entgegnet er irritiert. „Ich brauche doch Eis für Whiskey oder so." entgegnet er nur. Okay ergibt tatsächlich Sinn. Danach packt er den Rest aus und strahlt förmlich. „Das ist so cool!" grinst er glücklich und legt alles wieder zurück in den Korb. „Ich hoffe, dir gefällt es." antworte ich und er küsst mich. „Es ist super!" Dann stockt er kurz und ich mustere ihn verwundert.
„Harry?" Erst reagiert er nickt, seufzt dann aber und meint, „Ich hatte eigentlich ein Geschenk für dich, also erst einmal zum Geburtstag natürlich." Überrascht sehe ich ihn an. „Was?" fragt er sofort. „Du dachtest doch nicht, ich hätte es vergessen, oder?" - „Nur vielleicht zu viel zu tun?" weiche ich aus und er zieht mich zurück auf seinen Schoß. „Happy Birthday, Schatz." flüstert er, ehe er mich sinnlich küsst.
„Was hattest du denn im Kopf?" frage ich dann und lehne mich an ihn. „Dass wir über Silvester nach Portland fliegen..." murmelt er unzufrieden und meine Augen werden groß. „Bitte was?" - „Naja, das war geplant, aber dann musste ja der verdammte Hochzeitstermin dazwischen kommen." entgegnet er genervt. „Wir fliegen danach irgendwann, ja? Je nachdem, wie du Urlaub hast." versichert Harry mich und ich nicke glücklich.
Harry und ich verlassen sein Gemach nicht vor dem Nachmittag. Vorher gehen wir allerdings noch zusammen duschen, er meinte, er müsste sowieso nochmal unter warmes Wasser springen, bevor er sich gleich in der Öffentlichkeit zeigt und ich habe mir nicht nehmen lassen, mitzukommen. Anschließend sehe ich zu, wie eine Stylisten ihn fertig machen und er wieder nach und nach wie ein Prinz aussieht, den man sich aufgrund dutzender Serien und Filme vorstellt. Er sieht sich kritisch im Spiegel an, blickt dann zu mir und ich beiße mir auf die Innenseite meiner Wange.
Es stimmt zwar, dass ich Harry auch ohne den ganzen Krimskrams den sein Titel nun einmal mit sich bringt, toll finde, aber das bedeutet nicht, dass ich den Anblick von ihm in dieser edlen Kleidung nicht heiß finde. Er bemerkt, wie ich ihn ansehe, kommt auf mich zu und schmunzelt. „Und? Kann ich mich so draußen blicken lassen?" fragt er halb im Scherz, halb ernst gemeint. „Mhm... mir wäre es lieber, du würdest bei mir bleiben." schnurre ich schon fast und gleite vorsichtig mit meinen Handflächen über den glatten Stoff, der über seinem Oberkörper liegt. Harry streicht mit die Haare nach hinten und sieht für einen kurzen Augenblick auf meine Lippen. „Und dann?" - „Oh, dann würde ich dich ganz langsam aus diesen teuren Klamotten schälen." erwidere ich mit ruhiger Stimme. „Sie stehen dir zwar verboten gut, aber noch besser finde ich dich dann doch, ganz ohne Kleidung, vorzugsweise in einem Bett; mit mir." sage ich leise, da wir nicht alleine im Raum sind. Die Stylisten allerdings packen gerade zügig ihre Sachen zusammen, ich glaube also nicht, dass sie mitbekommen, was wir hier besprechen.
„Oh Louis.." murmelt Harry und streicht mit seinen Fingerspitzen über meine Hüften. Seine Hände liegen unter meinem Shirt und er zieht die Konturen meines Hosenbundes nach, dass meine Haut dort zu kribbeln beginnt. „Wie soll ich mich da draußen nur konzentrieren, wenn du mir vorher so etwas sagst?" Ich lächle verschmitzt. „Du musst, denn umso schneller kommst du zu mir zurück und -" Wir werden harsch unterbrochen, als die Tür geöffnet wird. Harry seufzt und ich zucke erschrocken zusammen.
„Sohn, wo bleibst du?" - „Bin sofort da." sagt er genervt und die prickelnde Stimmung von gerade ist dahin. Der König sieht mich kurz an, sagt nichts. „Das ist übrigens Louis." stellt Harry mich dann vor. „Das ist mir durchaus bewusst." antwortet der König kalt. „Louis, wie du dir denken kannst, ist das mein Vater." meint Harry dann genervt und legt einen Arm um meine Hüfte. Er sieht genau, wie unwohl ich mich gerade fühle. „Wir erwarten dich, Harry. Und zwar mit deiner Verlobten." Mit diesen Worten verlässt er das Gemach wieder.
Harry verdreht die Augen. Wir sind wieder alleine. Die Stylisten sind weg und es wird höchste Zeit für Harry, loszugehen. Stattdessen aber küsst er mich innig. „Ich liebe dich." - „Ich dich auch." erwidere ich glücklich, er nimmt meine Hand. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, hierzubleiben, aber mein Freund hat da wohl andere Pläne.
Wir kommen in einen großen Raum und ich sehe dicke, rote Vorhänge. Dahinter blitzt eine Tür auf, der berühmte Balkon. „Na ihr zwei." Harper kommt auf uns zu, sie trägt ein wunderschönes Kleid, ist natürlich perfekt gestylt und lächelt. „Happy Birthday." wünscht sie mir als erstes, umarmt mich kurz und sieht dann zu Harry. „Bereit?" - „Nicht wirklich." sagt er und sieht au die Zettel in seiner Hand mit der Rede. Sie nickt verstehend und dreht den Verlobungsring am Finger.
„Bleibst du hier?" fragt sie dann, aber bevor ich etwas antworten kann, tut Harry das bereits. „Natürlich, er ist heute Abend auch beim Dinner dabei." legt er fest. „Schau nur, dass du gleich Seitlich neben der Tür stehst, am Vorhang." erklärt Harry mir dann. „Sonst könnte man dich im Hintergrund sehen." - „Schon klar, Haz." schmunzle ich, ziehe ihn genau dorthin und küsse ihn wieder. „Viel Glück? Sagt man das so?" - „Keine Ahnung." gibt er zu, drückt meine Hand noch einmal und platziert sich dann an Harpers Seite vor der Tür zum Balkon.
Der König und die Königin warten bereits, Gemma steht auch schon dort und lächelt mir kurz zu. Ich atme tief ein und wieder aus. Wieso bin ich nur so nervös? Ich muss nicht einmal da raus! Aber würde ich gerne an Harpers Stelle stehen. Oh ja, und wie!
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Ob wohl alles nach Plan verlaufen wird? Und meint ihr, es ist wirklich so eine gute Idee von Harry, Louis mit zum Dinner zu bringen?
Love L
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