Chapter eight

Tatsächlich war ich keineswegs geschockt als ich das Mal auf seinem Arm erblickte.
Ich hatte völlig recht mit meiner Vermutung doch wusste ich jetzt nicht was ich tun sollte.
„Also hatte ich doch recht.." murmelte ich als Draco sich von mir weg drehte. „Was fällt dir ein?" schrie er mich an was mich leicht zum aufschrecken brachte.
Ich jedoch schüttelte stumm meinen Kopf.
„Warum Draco? Warum bist du ein Todesser?" fragte ich ihn und ging einen Schritt auf ihn zu. Ich sah immer das gute in Menschen und verstand nicht warum er sich ihnen angeschlossen hatte.
„Meinst du wirklich ich habe dies freiwillig getan?" fragte er mich und drehte sich zu mir um, sah mir in die Augen.
„Meinst du ich habe das getan weil ich es so unbedingt wollte?" fragte er wieder.
„Ich habe es getan weil er meine Familie bedroht hatte. So kalt ich auch scheinen mag, Y/N... auch ich habe ein Herz." flüsterte er und schien regelrecht zu verzweifeln.
Ich glaube ich hatte seine Kalte Maske zum bröckeln gebracht und das war das Resultat.
„Draco.." flüsterte ich und ging auf ihn zu, wollte ihn beruhigen. „Was musst du tun?" fragte ich sanft und war am überlegen ob ich meine Hand auf seine Schulter legen sollte, ließ dies aber lieber.
„Warum bist du so zu mir, Potter?" fragte er wieder und umging meine Frage gezielt. „Ich denke nicht, dass du deine Wahl hattest Draco. Jeder macht schlimme Dinge um seine Liebsten zu schützen." sagte ich und versuchte aufmunternd zu lächeln.
Seufzend drehte ich mich rum und ging Richtung Tür.

„Ich werde den Mund halten, Malfoy" sagte ich zum Abschied und ließ ihn im Zimmer stehen. Ich wollte gar nicht wissen was er durchmachen musste und doch hielt ich dicht.
Es war nicht meine Sache.
Ich war eine einfache Schülerin in Hogwarts und das war keine Sache welcher mich etwas anging.

Am nächsten Tag machte ich mich auf den Weg zu Alte Runen.
Ein Fach für welches ich mich entschieden hatte zu belegen.
Wieder einmal wanderte ich alleine den Weg dorthin, ich brauchte niemanden an den ich mich klammern musste.
Mein Weg führte mich zwar direkt zu dem Schulfach von Hogwarts aber meine Gedanken waren bei Draco Malfoy.
Dieser Junge verblüffte mich.
Wer wusste schon was er alles durchmachen musste und was er noch vor sich hatte? Wer wusste schon was seine Aufgabe war?
Es war erschaudernd aber ich wusste nicht Warnicke ändern konnte. Wie ich ihm helfen konnte.
Er faszinierte mich, was er alles für seine Familie tat und das obwohl er ganz offensichtlich von seiner Familie von klein auf falsche Werte vermittelt bekommen hatte.
Seine Einstellung war nicht die beste aber er hatte es auch nie anders gelernt.
Kopfschüttelnd erreichte ich das Unterrichtsfach und sah zu meinem Überraschen in das Gesicht von Malfoy.
Noch überraschender war allerdings das kurze Nicken welches an mich gerichtet war.
Ich legte den Kopf leicht schief und biss mir ganz leicht auf die Unterlippe.
Es war eine Angewohnheit von mir welche ich nicht ablegen konnte und nur ausübte wenn ich anfing nachzudenken.
Nickte er mir zu, weil ich ihm versprach zu schweigen?
Ich als einzige wusste, dass Draco Malfoy ein Todesser war und ihn nicht verriet?
Wahrscheinlich, immerhin würde das seinen glatten Tod bedeuten.
Und wären wir ehrlich, wahrscheinlich auch meinen. Denn wenn Draco in direktem Kontakt mit Voldemort steht wäre es auch mein Tod.
Oder ich müsste mich ihnen anschließen, also wäre es nur logisch den Rand zu halten.

Der Unterricht endete so schnell wie er angefangen hatte und ich konnte meinen Blick nicht von Malfoy abwenden.
Es war mir egal ob die anderen Schüler sehen würden, dass ich ihn anstarre.
Es war mir auch egal ob er sehen würde das ich ihn anstarre aber dieser Junge löste zu viele Fragen und zu viele Gedanken in mir aus.
Mit dem Ende der Stunde erhob ich mich, nahm meine Bücher und stand auf um mich wieder auf den Rückweg zu machen.
Die große Pause stand an und ich hatte Hunger.
Also setze ich meinen Weg an und bekam nicht mal eine Minute später einen Gesprächspartner.
„Potter" hörte ich meinen Namen von der Seite und drehte augenblicklich meinen Kopf auf die Seite um in das Gesicht Draco Malfoys zu schauen. „Ja bitte?" fragte ich und war sichtlich verwirrt das er mich ansprach. „Was hälst du davon, wenn wir dir Pause zusammen verbringen?" noch verwirrter als sonst sah ich ihn an. „Warum sollte ich das wollen?" stellte ich ihm eine Gegenfrage und erwartete eine ernsthafte Antwort. „Wer würde das nicht wollen?" frech grinste er ehe sein Blick wieder neutral wurde. „Wir müssen reden" hing er ernst hinterher, weswegen ich nickte. „Okay"

Ich war gespannt was er mit mir besprechen wollte und war ebenso verwundert das der den gesamten Weg zurück neben mir lief und mich dabei auch noch genauestens beobachtete.
Hatte ich etwas im Gesicht gehabt?
Nachdem er mich gestern so anpampte und angeschrien hatte wäre es eigentlich das letzte wenn ich nun mit ihm reden würde.

Wir liefen nebeneinander bis in den Gemeinschaftsraum, wo unsere Wege sich trennten um die Schulsachen wegzubringen.
Wenig später trafen sich dann unsere Wege wieder.
Direkt ging er auf mich zu.
„Was hälst du davon wenn wir auf den Hof gehen?" fragte er.
Ich benickte die Frage nur und folgte ihm.

Kurze Zeit später kamen wir auf dem Hof an und suchten eine ruhige Ecke.
„Was möchtest du mit mir besprechen?" fragte ich ihn direkt als wir unter uns waren.
„Ich brauche deine Hilfe, bei etwas." spuckte er direkt aus. „Und bei was?" fragte ich ihn, hatte Angst das er mich irgendwie in die ganze Sache einbinden würde. „Ich habe ein altes Objekt gefunden welches ich gerne reparieren würde. Da du nicht so blöd wie alle anderen hier scheinst, möchte ich dich bitten mir dabei zu helfen es wieder auf Hochtouren zu bringen" Ich war mir nicht sicher ob ich dies als ein Kompliment oder eine Beleidigung auffassen sollte aber mein Interesse war geweckt. „Wie wäre es wenn du mir das Objekt erst einmal zeigen würdest?" fragte ich ihn und bekam ein Nicken.
„Heute Abend im Raum der Wünsche. Dort steht es." Im Raum der Wünsche? Irgendwie wurde mir mulmig und ich hatte ein flaues Gefühl im Magen.
„Nagut, zeig es mir und ich werde es mir überlegen" waren meine Worte bevor ich mich umdrehte und ging.

Ich hatte kein gutes Gefühl bei der Sache aber leider machte es das ganze noch viel Interessanter als es sein sollte.
Ich war dabei mich in mein Unglück zu stürzen und doch hatte ich das Gefühl das es erst der Anfang von etwas großem sein würde.

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